E-Book, Deutsch, Band 2234, 144 Seiten
Reihe: Julia
Brock Verführt in einer Wüstennacht
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-0677-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2234, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0677-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Scheich Zayed hat keine Wahl: Um den Frieden für sein Land zu sichern, muss er seinen Ruf als Playboy-Prinz loswerden - und heiraten! Da kommt ihm die betörende Nadia gerade recht. Angeblich ist sie auf der Flucht vor ihrer Familie und eine Vernunftehe mit Zayed erscheint als einzige Rettung. Doch anders als geplant, knistert es bald immer sinnlicher zwischen ihnen. Und in einer heißen Wüstennacht kann Zayed den verführerischen Reizen seiner Braut schließlich nicht mehr widerstehen. Da gesteht sie ihm, wer sie wirklich ist: ausgerechnet die Tochter seines größten Feindes!
Schon als kleines Mädchen hatte Andie Brock eine blühende Fantasie. Während sie ihrer Familie erstmals im Alter von vier Jahren ihre unsichtbaren Freundinnen vorstellte, nutzt sie ihre kreative Energie inzwischen für ihre Romane. Die imaginären feenartigen Freundinnen sind längst ausgetauscht worden; im Mittelpunkt von Andies höchst emotionalen, romantischen Geschichten stehen heute temperamentvolle Heldinnen und sexy Helden, die sie in ihren Romanen gekonnt zum Leben erweckt. Mittlerweile hat die Autorin glücklicherweise nicht nur echte Freunde - sondern auch einen Mann, drei Kinder und eine Katze. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie in Bristol, im Südwesten Englands. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten damit, auf Flohmärkten zu stöbern oder am Strand spazieren zu gehen.
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1. KAPITEL
Hoffentlich war sie nicht zu spät gekommen.
Als Nadia sich dem Palast näherte, sah sie die Gruppe junger Frauen bereits durch die großen Pforten nach draußen strömen. Mit den farbenfrohen flatternden Gewändern erinnerten sie an einen Schwarm bunter Schmetterlinge.
Hastig drängte Nadia sich durch den Strom der Haremsdamen, denn das waren diese Frauen. Die schönsten Frauen im ganzen Königreich, handverlesen und herausgeputzt, um dem soeben gekrönten Scheich Zayed Al Afzal zu willig zu Diensten zu sein. Nur schien es, als hätte keine von ihnen sein Wohlwollen erregt, offenbar war keine von ihnen gut genug für den mächtigen Scheich, keine entsprach seinem hohen Standard. Und so finster, wie die Palastwachen dreinschauten, musste etwas ganz schrecklich schiefgelaufen sein.
Nun, dann würde sie sich eben mehr anstrengen müssen. Nadia duckte sich, raffte den durchsichtigen langen Rock und schaffte es, ungesehen durch die Pforte zu schlüpfen, als die Wachen für einen Moment von so viel nackter Haut der Besucherinnen abgelenkt waren.
Nadia rannte los, durch die große Halle. Auf dem Marmorboden verursachten ihre Sandaletten bei jedem Schritt klackernde Geräusche, der mit Juwelen besetzte Hüftgürtel und die goldenen Reifen um Hand- und Fußgelenke klimperten verräterisch laut.
Vor ihr lag eine offene Tür, blind und atemlos rannte sie hindurch, in ihrem Kopf nur der eine Gedanke, dass man sie nicht aufhalten durfte. Sie musste unbedingt zu Scheich Zayed Al Afzal.
Schlitternd kam sie zum Stehen, als sie sich in dem pompösen Empfangssaal wiederfand. Da, weiter hinten am Ende des riesigen Raumes, saß tatsächlich Scheich Zayed auf seinem goldenen Thron.
Reglos starrten sie einander an. Nadia atmete heftig aufgrund ihres Spurts, und das verhasste knappe Oberteil, dazu gedacht, die Rundungen einer Frau perfekt zur Geltung zu bringen, schnitt ihr mit jedem Atemzug in die Haut, ihre Bauchmuskeln hoben und senkten sich mit dem schweren Hüftgürtel, der eigene halb nackte Körper ein Symbol für alles, was sie verachtete.
Nun, auf jeden Fall gehörte ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit des Scheichs. Sie fühlte seinen Blick über sich wandern, und ihre Haut begann zu brennen.
Das war ihr Moment, ihre einzige Chance. Eine weitere würde sie nicht bekommen. Trotzdem zögerte sie. Dieser Scheich Zayed … er war keineswegs so, wie sie sich ihn vorgestellt hatte. Er war groß … und außerordentlich attraktiv. Den dunklen Anzug im westlichen Stil trug er mit souveräner Eleganz, das Jackett betonte seine breiten Schultern. Der Kragen des weißen Hemdes stand offen, die Krawatte war gelockert … die Verkörperung der Lässigkeit. Und doch hielt er die Finger verkrampft um die goldenen Löwenköpfe der Armlehnen gekrallt.
Augenkontakt, das war es, was sie jetzt erreichen musste. Mit einem tiefen Atemzug warf sie den Kopf zurück, nahm all ihren Mut zusammen und blickte ihm direkt entgegen. Doch das war noch schlimmer als erwartet. Denn das waren nicht die grausamen Augen eines gnadenlosen Mörders … Die schönen dunkelbraunen Augen, in denen Wärme schimmerte, waren allerdings noch gefährlicher. Augen, die einen zum Schmelzen bringen konnten. Augen, die einen in eine Falle lockten …
Plötzlich hörte sie das harsche Schnaufen der Palastwache hinter sich, doch da war es bereits zu spät. Mit eisernem Griff packte der Wachmann sie, bevor sie entkommen konnte.
„Verzeihung, Hoheit. Diese hier ist uns entwischt.“
Diese hier? Wie konnte er es wagen, so über sie zu reden? Wütend wollte sie sich aus dem schmerzenden Griff winden, doch vergeblich. „Ich wäre dir dankbar, wenn du deine schmutzigen Hände von mir nimmst!“
„Du hast gehört, was die Lady wünscht.“ Zayed stand auf. „Lass sie los.“
„Hoheit …“ Den Kopf geneigt, ließ der Wachmann Nadia los und trat zurück.
„Und in Zukunft erwarte ich, dass meine Anweisungen auf zivilisierte Art ausgeführt werden. Brutalität und Grobheit werde ich nicht tolerieren. Lass das auch die anderen wissen.“
Demütig zog der Wachmann sich weiter zurück, begleitet von einem hochmütigen Blick Nadias, die sich über die roten Flecke an ihren Oberarmen rieb.
„Also, junge Lady.“ Zayed richtete seine Aufmerksamkeit jetzt auf Nadia. „Wie heißt du?“
„Nadia.“ Sie sagte es laut und fest, fühlte sich dabei allerdings seltsam verwundbar.
„Nun, Nadia, ich fürchte, du hast den Weg umsonst gemacht.“ Breitbeinig, die Arme vor der Brust verschränkt, stand er da, ganz Herr der Situation. „Ich habe nicht die Angewohnheit, meine Gespielinnen auf die Art zu wählen, wie es heute arrangiert wurde. Ich muss mich wohl für die Unannehmlichkeiten bei dir entschuldigen.“
Das hörte sich viel eher nach Zurechtweisung denn nach Entschuldigung an. „Hoheit …“ Mit klopfendem Herzen riss sie die Augen so weit auf, wie sie konnte, senkte den Blick dann wieder und klimperte – wie sie hoffte – verführerisch mit den Wimpern. „… da ich schon hier bin, darf ich Eure Königliche Hoheit dann vielleicht mit einer kleinen Vorführung erfreuen?“
Sie wartete seine Antwort gar nicht erst ab, begann sich zu wiegen und zu drehen, so, wie sie es bei den Tänzerinnen, die ihren Vater und ihren Bruder unterhielten, von ihrem Versteck im Ballsaal des Palasts heimlich beobachtet hatte. Hatte sich die Bewegungen genau eingeprägt und dann in den eigenen Gemächern vor dem Spiegel geübt. Jetzt musste sie alles nur wieder abrufen. Also schluckte sie die Erniedrigung stumm und begann, lasziv zu tanzen.
„Junge Lady.“ Zayed war von dem Podest, auf dem der Thron stand, heruntergestiegen und kam auf sie zu. Nadias Bewegungen wurden immer sinnlicher, sie hob die Arme über den Kopf und kreiste geschmeidig die Hüften. Auch als er direkt vor ihr stand, groß und dunkel, hörte sie nicht auf, beschrieb mit den Händen fließende Bewegungen direkt vor seinem Gesicht.
„Ich habe mich wohl nicht klar genug ausgedrückt.“ Mit einer schnellen Bewegung packte er ihre Handgelenke, drückte ihre Arme an ihre Seiten zurück, ohne den durchdringenden Blick von ihrem erhitzten Gesicht zu nehmen. Nadia verharrte, schauderte vor Scham. Er legte die Hände auf ihre Schultern, drehte sie sacht herum, sodass sie mit dem Rücken zu ihm stand. „Dort ist die Tür“, sagte er.
Zayed sah der bezaubernden Sirene nach, wie sie zum Ausgang eilte. Der Wachmann blieb strikt an ihrer Seite, aber immerhin fasste der Mann sie nicht an. Die schwarzen Locken flossen ihr lang über den Rücken, endeten gerade über dem wirklich hübschen Hinterteil, das sich aufgrund ihrer eiligen Schritte unter dem dünnen Rock höchst reizvoll wiegte. Aber ansonsten hielt sie sich völlig steif und distanziert. Was seltsam war, stand es doch in krassem Kontrast zu der schwül-erotischen Vorführung, die sie soeben hier gegeben hatte.
Eine anregende Vorführung, das musste er zugeben. Wären die Umstände anders, wäre er ihr vielleicht in einem Nachtclub oder einer Bar begegnet, würde es ihm sicher Freude machen, sie kennenzulernen. In jeder Beziehung. Ihm mochte der Ruf eines Don Juans vorauseilen, aber … Eine schöne Frau zu erobern war eine Sache, eine ganze Herde von schönen Frauen wie auf einem Viehmarkt angepriesen zu bekommen, eine ganz andere. Obwohl diese Nadia nicht wirkte, als würde sie sich in irgendeine Herde einordnen. Es war ihm ein Rätsel, wie sie hier hereingekommen war.
Er schüttelte sich das Jackett von den Schultern und sah sich mit gerunzelter Stirn in dem prunkvollen Saal um. Wie, zum Teufel, hatte sein Leben sich von jetzt auf gleich so verändern können? Vor ein paar Monaten noch hatte er zufrieden sein Geschäftsimperium ausgeweitet, war völlig darin aufgegangen, Multi-Millionen-Dollar-Deals mit Firmenübernahmen abzuschließen und mit allen Vor- und Nachteilen seines Erfolgs umzugehen.
Das hatte sich schlagartig geändert, als ihn seine Mutter mit ihrer schockierenden Nachricht nach Hause gerufen hatte, zurück ins Königreich Gazbiyaa. Dass er als der neue König den Thron besteigen musste, nicht sein älterer Bruder Azeed. Für beide Brüder war es ein Schock gewesen – für Azeed, der sein ganzes Leben für die Rolle als Thronfolger erzogen und dem der Titel dann völlig unerwartet entrissen worden war, für Zayed, der nie damit gerechnet hatte.
Nun, der neue Scheich des wohlhabenden Wüstenreiches würde schnellstens ein paar Änderungen vornehmen müssen, bevor sich so ein Debakel wie dieses hier wiederholte. Ein Harem, also wirklich!
Er war völlig perplex gewesen, als man ihm die Gruppe junger Frauen zugeführt hatte, so fassungslos, dass es ihm die Sprache verschlagen hatte. Und als sein Verstand dann wieder eingesetzt und er befohlen hatte, die Frauen hinauszubringen, da war er so wütend gewesen, dass man ihn jetzt wohl für einen unerbittlichen Tyrannen halten musste. Die Angst in den Augen der Frauen war überdeutlich gewesen. Dabei war er nicht wütend auf diese armen Geschöpfe, sondern auf sich selbst. Auf die Position, die er jetzt innehatte, auf das verrückte Leben, das er von nun an führen musste.
Aber diese letzte … Nadia … In ihren Augen hatte definitiv keine Angst gestanden, im Gegenteil. Funken hatten aus ihrem letzten Blick auf ihn gesprüht, Geheimnis und Herausforderung und zudem … Hochmut. Es erstaunte ihn, dass er tatsächlich versuchte, sich an ihre Augenfarbe zu erinnern. Dunkelblau? Violett?
Er riss sich zusammen. Hatte er etwa nichts Wichtigeres zu tun?
Die kalte Nachtluft strich ihr über die heiße Haut, und Nadia erschauerte. Was jetzt?...




