Bromberg | Driven. Geliebt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 608 Seiten

Reihe: Driven-Serie

Bromberg Driven. Geliebt

Band 3 - Roman -
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-14905-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 3 - Roman -

E-Book, Deutsch, Band 3, 608 Seiten

Reihe: Driven-Serie

ISBN: 978-3-641-14905-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was wärst du bereit für jemanden zu geben, ohne den du nicht leben kannst?

Du lebst für den einen Moment, der dein Leben bestimmt. Wenn er gekommen ist, musst du all deine Ängste überwinden, gegen deine inneren Dämonen ankämpfen, das Gift aus deiner Seele verbannen – oder du verlierst alles, was dir lieb ist.



K. Bromberg lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im südlichen Teil Kaliforniens. Wenn sie mal eine Auszeit von ihrem chaotischen Alltag braucht, ist sie auf dem Laufband anzutreffen oder verschlingt gerade ein kluges, freches Buch auf ihrem eReader. DRIVEN. Verführt ist der Auftakt ihrer hochgelobten DRIVEN-Serie.

Bromberg Driven. Geliebt jetzt bestellen!

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Flap, flap, flap.

Der dröhnende Schmerz in meinem Kopf spiegelt den Lärm, der auf meine Ohren losgeht.

Flap, flap, flap.

Um mich herum herrscht ein grelles Getöse, und trotzdem ist es unheimlich still – bis auf dieses seltsam schlagende Geräusch.

Was zum Henker ist das?

Und wie kann es so heiß sein, dass die Luft über dem Asphalt flirrt, wenn mir doch im Augenblick so verdammt kalt ist?

Was geht hier vor?

Etwas zu meiner Rechten erregt meine Aufmerksamkeit. Ich wende den Kopf – und bin fassungslos. Zerquetschtes Blech, geplatzte Reifen, zerfetzte Verkleidungen. Becks wird mich umbringen, weil ich die Kiste zu Schrott gefahren habe. Abgerissene Einzelteile sind quer über die ganze Bahn verteilt. Was zum Henker ist passiert?

Unbehagen prickelt am Ansatz meiner Wirbelsäule.

Mein Herzschlag beschleunigt sich.

Am Rand meines Bewusstseins regt sich Verwirrung. Ich schließe die Augen, um das Hämmern zurückzudrängen, das mit meinen Gedanken Schlagzeug spielt. Gedanken, die ich nicht wirklich fassen kann. Sie rinnen durch meinen Verstand wie Sand durch Finger.

Flap, flap, flap.

Ich mache die Augen wieder auf, um auszumachen, woher das Geräusch kommt. Vielleicht hilft es mir, den Schmerz zu ertragen …

… Man muss Spaß haben, um den Schmerz zu betäuben …

Die Worte sind ein Flüstern in meinem Bewusstsein, und ich schüttele den Kopf, um zu begreifen, was geschieht, als ich plötzlich den kleinen Jungen entdecke: dunkles Haar, das mal wieder geschnitten gehört, kleine Hände, die einen Hubschrauber aus Plastik halten, ein Spiderman-Pflaster um den Zeigefinger, der die Rotoren bewegt.

Spiderman. Batman. Superman. Ironman.

»Flap, flap, flap«, ahmt er leise das Geräusch nach.

Warum also klingt es so laut? Große grüne Augen blicken durch dichte Wimpern zu mir auf wie die Unschuld in Person. Sein Finger am Spielzeug verharrt, als sein Blick meinem begegnet und er den Kopf zur Seite neigt, um mich eingehend zu mustern.

»Hey, du«, sage ich. Die ohrenbetäubende Stille hallt durch den Raum zwischen uns wider.

Irgendwas stimmt nicht.

Absolut nicht.

Ich habe da so eine dumpfe Vorahnung.

Etwas Unbekanntes kommt mir in den Sinn.

Wieder bin ich verwirrt.

Seine großen grünen Augen vereinnahmen mich vollkommen.

Doch mein Unbehagen verschwindet, als ein leichtes Lächeln über seine Lippen huscht und in seiner schmutzigen Wange ein Grübchen erscheint.

»Ich darf nicht mit Fremden reden«, sagt er und streckt sich, um größer und erwachsener zu wirken.

»Das ist eine kluge Regel. Hat deine Mom dir das beigebracht?«

Warum kommt er mir so bekannt vor?

Er zuckt nonchalant die Achseln. Wieder mustert er mich von Kopf bis Fuß, ehe sein Blick zu meinem zurückkehrt. Dann scheint er etwas hinter mir zu sehen, aber aus irgendeinem Grund schaffe ich es nicht, mich von seinem Anblick zu lösen und mich umzudrehen. Nicht nur, dass er das niedlichste Kind ist, das ich je gesehen habe, nein, ich scheine vollkommen in seinem Bann zu stehen.

Er runzelt leicht die Stirn, als er herabschaut und an einem anderen Superheldenpflaster zupft, das über seinem Knie klebt.

Spiderman. Batman. Superman. Ironman.

Haltet verdammt noch mal die Klappe!, möchte ich die Dämonen in meinem Schädel anschreien. Sie haben kein Recht, hier zu sein – ich will nicht, dass sie den hübschen kleinen Jungen belästigen –, und doch rasen sie um ihn herum, als würden sie einander jagen. So wie mein Wagen eigentlich jetzt über die Rennstrecke jagen sollte. Warum also gehe ich nun auf diesen Jungen zu, obwohl ich mich eigentlich gegen Becketts Schimpftirade wappnen sollte, die ich, wie die Kiste aussieht, wohl auch verdiene?

Ich kann nicht widerstehen.

Langsam und mit behutsamen Bewegungen gehe ich auf ihn zu, wie ich es bei den Jungs im Haus tun würde.

Die Jungs.

Rylee.

Ich muss zu ihr.

Ich will nicht mehr allein sein.

Ich muss sie spüren.

Nun bin ich total verwirrt. Dennoch gehe ich einen weiteren Schritt durch dichten Nebel auf diesen unerwarteten Lichtstrahl zu.

Sei mein Funke.

»Du hast aber eine ziemlich böse Schramme da an deinem Knie.«

Er schnaubt und zieht die sommersprossige Nase kraus. Und auch wenn ich es kaum zugeben mag, ist es echt niedlich anzusehen, wie er versucht, mich herablassend anzublicken.

»Ach nee. Was du nicht sagst, Schlauberger!«

Und er lässt sich offensichtlich auch nicht die Butter vom Brot nehmen. Frecher Bengel! Ganz nach meinem Geschmack. Ich unterdrücke ein Lachen, als er wieder über meine Schulter blickt. Ich will mich ebenfalls umdrehen, doch seine Frage hält mich auf. »Ist alles okay mit dir?«

Hä?

»Was meinst du damit?«

»Ob alles okay mit dir ist«, fragt er wieder. »Du siehst ziemlich fertig aus.«

»Wieso? Wie sehe ich denn aus?« Ich mache einen weiteren Schritt auf ihn zu. Meine schwer zu fassenden Gedanken in Kombination mit seinem besorgten Gesichtsausdruck machen mich langsam nervös.

»Na ja, total fertig eben«, flüstert er. Sein verpflasterter Finger dreht wieder die Rotoren – flap, flap, flap –, dann deutet er mit einer vagen Geste auf mich.

Furcht packt mich, und ich blicke an meinem Overall herab. Er ist unversehrt, doch ich klopfe mich vorsichtshalber ab. »Nein«, sage ich. »Mit mir ist alles okay, Kumpel, siehst du?« Erleichtert seufze ich. Der kleine Bengel hat mich ganz schön erschreckt.

»Nein, du stehst auf der Leitung«, erwidert er augenrollend und deutet hinter mich. »Das meine ich. Guck es dir doch an.«

Ich drehe mich um.

Und mein Herz setzt aus.

Flap.

Meine Kehle verschließt sich.

Flap.

Jeder Muskel erstarrt.

Flap.

Ich blinzele immer wieder in der Hoffnung, dass die Bilder vor mir verschwinden. Doch sie bleiben, brennen sich in mein Bewusstsein ein und sind selbst hinter geschlossenen Lidern noch zu sehen.

Spiderman. Batman. Superman. Ironman.

Fuck. Nein, nein, nein.

»Siehst du«, sagt seine engelhafte Stimme. »Das meinte ich.«

Nein. Nein. Nein. Nein.

Ich stoße den Atem aus, als hätte man mir eine Faust in den Bauch gerammt. Als ich schlucke, fühlt sich meine Kehle wie mit Sand gefüllt an.

Ich sehe es, das Chaos – es liegt direkt vor meinen Augen. Aber wie ist es möglich? Wie kann ich hier und dort sein?

Flap, flap, flap.

Ich versuche, mich zu bewegen. Hinzurennen. Die Leute auf mich aufmerksam zu machen, um ihnen zu sagen, dass ich hier bin – dass mir nichts passiert ist –, aber die Panik lähmt mich.

Nein! Ich bin nicht dort drüben. Ich bin hier. Mir geht es gut, und ich weiß, dass ich lebe, denn ich spüre ganz genau, wie mir der Atem stockt, als meine Füße endlich gehorchen und ich näher herantrete. Die Angst sitzt mir in den Gliedern, denn was ich sehe … kann nicht sein. Ist verdammt noch mal total unmöglich!

Spiderman. Batman. Superman. Ironman.

Das sanfte Surren der Säge, mit der die Rettungskräfte den Fahrerhelm mittig öffnen, holt mich in die Wirklichkeit zurück. Es fühlt sich an, als würde mein Kopf explodieren. Ich sinke vor Schmerz auf die Knie und hebe zitternd die Hände, um meinen Schädel zu halten. Ich muss den Kopf heben. Muss sehen, wer in meinem Wagen war. Aber ich kann nicht. Es tut zu verflucht weh.

Tut es weh, wenn man stirbt?

Ich zucke zusammen, als seine Hand sich auf meine Schulter legt. Aber sobald ich sie spüre, hört der Schmerz auf.

Herrgott! Ich weiß, ich muss hinsehen. Ich muss mir ansehen, wer im Wagen saß, obwohl ich längst die Wahrheit kenne. Zusammenhanglose Erinnerungsfetzen flirren durch meinen Verstand wie die Splitter des zerborstenen Spiegels in dieser verdammten Absteige neulich.

Wieder sitzt mir die Angst in den Gliedern. Ich kann’s nicht. Ich kann einfach nicht hinsehen. Sei nicht so ein Weichei, Donovan. Stattdessen blicke ich zu meiner Rechten in seine Augen, die der einzige Ruhepol in diesem Chaos zu sein scheinen. »Ist das …? Bin ich …?«, frage ich, und meine Worte bleiben mir in böser Vorahnung im Hals stecken.

Er sieht mich ernst an und schürzt die Lippen. Dann drückt er meine Schulter. »Was denkst du denn?«

Am liebsten würde ich die verdammte Antwort aus ihm herausschütteln, aber natürlich tue ich es nicht. Kann es nicht. Mit ihm an meiner Seite in diesem tosenden Chaos habe ich mich nie friedlicher gefühlt – und gleichzeitig nie mehr gefürchtet.

Ich reiße meinen Blick von seinem los, um die Szene vor mir zu betrachten. Ich fühle mich wie in einem Kaleidoskop schartiger Bilder, als ich das Gesicht – mein Gesicht! – auf der Bahre betrachte.

Mein Herz setzt einen Schlag aus. Klopft langsamer. Immer langsamer.

Spiderman.

Blasse Haut. Verquollene Augen. Schlaffe, bleiche Lippen.

Batman.

Verzweifelt ringe ich mit dem Tod, doch meine Seele klammert sich an das Hier und Jetzt.

Superman.

»Nein!«

Ich schreie, so laut ich kann, bis meine Stimme nichts mehr hergibt. Niemand sieht zu mir. Niemand hört mich. Niemand reagiert – weder mein Körper noch die...


Bromberg, K.
K. Bromberg lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im südlichen Teil Kaliforniens. Wenn sie mal eine Auszeit von ihrem chaotischen Alltag braucht, ist sie auf dem Laufband anzutreffen oder verschlingt gerade ein kluges, freches Buch auf ihrem eReader. DRIVEN. Verführt ist der Auftakt ihrer hochgelobten DRIVEN-Serie.



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