Bromberg | Driven. Verführt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 480 Seiten

Reihe: Driven-Serie

Bromberg Driven. Verführt

Band 1 - Roman -
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-14904-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 1 - Roman -

E-Book, Deutsch, Band 1, 480 Seiten

Reihe: Driven-Serie

ISBN: 978-3-641-14904-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Rennautos und Geschwindigkeit sind seine Leidenschaft … und auch in Sachen Frauen gibt Colton Vollgas

Als Rylee bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung Leute um Spenden für einen guten Zweck bittet, platzt auf einmal der blendend aussehende, aber seltsam gefühlskalte Colton Donovan in ihr Leben. Er ist ein waschechter Playboy, draufgängerischer Rennfahrer und hat Familie in Hollywood – kein Wunder, dass die Frauen ihm reihenweise zu Füßen liegen. Doch Colton hat ab diesem Tag nur noch Augen für Rylee. Er will sie erobern, und bald beginnt er ein gefährliches Spiel der Verführung mit ihr.

K. Bromberg lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im südlichen Teil Kaliforniens. Wenn sie mal eine Auszeit von ihrem chaotischen Alltag braucht, ist sie auf dem Laufband anzutreffen oder verschlingt gerade ein kluges, freches Buch auf ihrem eReader. DRIVEN. Verführt ist der Auftakt ihrer hochgelobten DRIVEN-Serie.
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Ich seufze, als die Tür zufällt. Die Stille ist wohltuend, und ich bin froh, dass ich – wenigstens vorübergehend – dem belanglosen Geplauder auf der anderen Seite der Tür entkommen konnte. Im Grunde genommen sind die Leute da draußen alle meine Gäste, aber deshalb muss ich sie ja noch lange nicht mögen. Zum Glück hat Dane offenbar gespürt, dass ich dringend eine Atempause brauche, und mich gebeten, für ihn etwas zu holen.

Nur das Klicken meiner High Heels untermalt meine notorisch versprengten Gedanken, während ich durch die menschenleeren Flure hinter der Bühne des Theaters gehe, das ich für den heutigen Anlass gemietet habe. Rasch erreiche ich die ehemalige Künstlergarderobe und sammele die Papiere ein, die Dane in der Hektik vor der Party vergessen hat. Während ich mich auf den Rückweg mache, gehe ich im Geiste meine Checkliste für die bevorstehende Date-Versteigerung durch. Sie ist der Höhepunkt des Abends und wird bereits mit Spannung erwartet, doch ich werde das Gefühl nicht los, dass ich etwas vergessen habe. Automatisch fasse ich mir an die Hüfte, wo sich normalerweise mein Handy mit allen wichtigen Notizen befindet, greife aber nur in den kupferfarbenen Organza meines Cocktailkleids.

»Mist«, murmle ich und bleibe stehen, um mich besser konzentrieren zu können. Was kann ich übersehen haben? Ich lasse mich gegen die Wand sinken und will tief Luft holen, um einen frustrierten Seufzer auszustoßen, als ich feststellen muss, dass die enge, gerüschte Korsage es mir unmöglich macht. So großartig das verdammte Kleid auch aussieht, eine Warnung wäre dringend nötig gewesen: Atmen nur nach vorheriger Absprache.

Denk nach, Rylee, denk nach! Ich stütze mich mit den Schultern an der Wand ab und wippe unelegant vor und zurück, um meine schmerzenden Zehen zu entlasten, die sich in die spitzen, zehn Zentimeter hohen Schuhe quetschen.

Bieterkarten! Ich brauche Bieterkarten! Zufrieden, dass es mir wieder eingefallen ist, grinse ich breit. Na, geht doch. Und das, obwohl ich als alleinige Koordinatorin des heutigen Ereignisses wahrlich genug zu tun hatte. Erleichtert drücke ich mich von der Wand ab und komme etwa zehn Schritte weit.

Dann höre ich sie.

Ein aufgedrehtes, weibliches Kichern gefolgt von einem tiefen männlichen Stöhnen dringt durch den Flur. Schockiert über die Kühnheit unserer Partygäste, bleibe ich wie angewurzelt stehen. Ich höre das unverkennbare Geräusch eines Reißverschlusses, dann ein atemloses, weibliches »Oh ja!«, und wenn mich nicht alles täuscht, dann kenne ich diese Stimme. Die Laute kommen aus dem verdunkelten Alkoven nur ein paar Schritte vor mir. Und als sich meine Augen an das diffuse Licht gewöhnen, sehe ich ein Dinnerjacket, das achtlos über einen umgekippten Stuhl geworfen wurde, und ein Paar Riemchensandalen darunter.

Unglaublich. So was würde ich nicht einmal für viel Geld in der Öffentlichkeit tun. Der männliche Part zieht scharf die Luft ein und stößt sie mit einem »Herr im Himmel« wieder aus.

Unentschlossen kneife ich die Augen zu. Ich brauche die verdammten Bieterkarten wirklich dringend. Sie befinden sich in der Abstellkammer am Ende des Korridors, der von diesem hier abgeht, aber leider muss ich dazu direkt an dem Alkoven der beiden Turteltäubchen vorbei. Also schicke ein stummes, wenn auch aberwitziges Gebet zum Himmel, es möge mir unbemerkt gelingen, und setze mich wieder in Bewegung.

Ich halte mein vor Verlegenheit gerötetes Gesicht abgewandt und schleiche auf Zehenspitzen, damit meine Absätze nicht auf dem Holzboden klackern. Ich habe nicht die geringste Lust, hier und jetzt jemanden, den ich kenne, in einer solchen Situation zu ertappen. Und dann bin ich auch schon vorbei und atme erleichtert aus. Geschafft.

Ich versuche noch immer, die Frauenstimme einzuordnen, als ich das Kämmerchen erreiche. Ungeschickt drehe ich den Türknauf und muss ein paarmal kräftig rucken, bis ich die schwere Tür endlich aufreißen und innen das Licht einschalten kann. Die Tasche mit den Bieterkarten steht ganz hinten im Regal, und ich betrete die Abstellkammer. Als ich die Tasche aus dem Fach nehme, fällt die Tür hinter mir mit solch einer Wucht zu, dass die billige Regalkonstruktion klappert. Erschrocken fahre ich herum, um die Tür aufzudrücken, aber es geht nicht. Ein Blick verrät mir, dass sich die Stange an dem selbstschließenden Scharnier gelöst hat.

Sofort lasse ich die Tasche fallen. Der Lärm der Bieterkarten, die auf den Betonboden plumpsen und klappernd aus der Tasche fallen, ist laut wie ein Gewehrschuss. Ich greife nach dem Türknauf. Er lässt sich drehen, doch die Tür regt sich nicht. Unbewusst gerate ich in Panik, aber ich unterdrücke sie und stemme mich mit aller Kraft gegen die Tür. Sie regt sich keinen Millimeter.

»Scheiße!«, fluche ich. »Scheiße, Scheiße, Scheiße.« Ich hole tief Luft und schüttle frustriert den Kopf. Ich habe noch so viel zu tun, bevor die Auktion beginnt. Und ausgerechnet jetzt habe ich kein Handy dabei, um Dane herzuholen, damit er mich befreit.

Und als ich die Augen schließe, macht mein Erzfeind plötzlich seinen Zug. Die langen, gierigen Finger der Klaustrophobie tasten sich aus meinem Inneren hervor, arbeiten sich langsam, aber stetig in meinem Körper aufwärts und packen meine Kehle.

Drücken zu. Schnüren mir die Luft ab.

Die Wände der Kammer scheinen zusammenzurücken. Sie kommen näher. Sie wollen mich erdrücken. Sie nehmen mir die Luft. Ich kann nicht mehr atmen!

Mein Herz schlägt heftig und unregelmäßig, während ich die aufsteigende Panik mit aller Macht zurückzudrängen versuche. Meine Atmung – flach und viel zu schnell – hallt in meinen Ohren wider und torpediert meinen Willen, die quälenden Erinnerungen zu unterdrücken.

Ich hämmere gegen die Tür, als die Angst mir auch den letzten Rest Kontrolle raubt. Schweiß rinnt mir das Rückgrat herab. Die Wände kommen immer näher. Mein Fluchtinstinkt verdrängt alles andere. Meine Fäuste trommeln gegen die Tür, und ich schreie aus vollem Hals in der Hoffnung, dass mich vielleicht jemand hört.

Nichts. Ich lege den Kopf zurück an die Wand und ringe um Luft, aber es reicht nicht, und mir wird schwummrig. Als Übelkeit in mir aufsteigt, rutsche ich an der Wand herab und stoße versehentlich an den Lichtschalter. Tiefschwarze Finsternis umgibt mich. Ich schreie auf und taste hektisch nach dem Schalter, finde ihn und schalte das Licht mit bebenden Fingern wieder an. Erleichtert sinke ich in mich zusammen; ich habe das Monster in sein Versteck zurückgetrieben.

Doch als ich auf meine Hände herabschaue, sehe ich Blut. Ich blinzele, um mich aus dem Tagtraum zu befreien, doch es ist zu spät. Ich bin an einem anderen Ort. In einer anderen Zeit.

Um mich herum der beißende Gestank der Zerstörung. Der Verzweiflung. Des Todes.

In meinen Ohren sein schwacher, angestrengter Atem. Er ringt um Luft. Stirbt.

Und dann kommt der Schmerz, intensiv und gleißend, ein Schmerz, der sich so tief in die Seele frisst, dass man fürchtet, ihm nie mehr entkommen zu können. Nicht einmal durch den Tod. Meine Schreie reißen mich aus der Erinnerung, und ich bin einen Moment lang so desorientiert, dass ich nicht weiß, ob sie aus der Vergangenheit dringen oder ich wirklich geschrien habe.

Reiß dich zusammen, Rylee! Ich wische mir die Tränen mit den Handrücken von den Wangen und bringe mich dazu, mich an all das zu erinnern, was ich im vergangenen Jahr in der Therapie gelernt habe, um meine Klaustrophobie in Schach zu halten. Ich konzentriere mich auf eine Kerbe in der Wand gegenüber, versuche, bewusst ruhig zu atmen, und beginne zu zählen. Ich visualisiere, wie ich die Wände nach außen drücke, wie ich die unerträglichen Erinnerungen von mir schiebe.

Ich zähle bis zehn, kann wieder leichter atmen, doch die Verzweiflung bleibt. Mir ist klar, dass Dane in Kürze nach mir suchen wird, und er weiß, wohin ich wollte, aber die Angst sitzt tief und lässt sich nicht dämpfen.

Und schließlich kann ich mich nicht mehr beherrschen: Mit beiden Handballen hämmere ich erneut gegen die Tür, brülle, rufe um Hilfe, fluche und bettle und flehe, man möge mich hören, mich finden, mich befreien. Mich retten! Wie damals.

In meiner Verfassung fühlen sich Sekunden wie Minuten und Minuten wie Stunden an. Mir ist, als sei ich schon eine Ewigkeit in dieser schrumpfenden Kammer eingesperrt. Ich kann nicht mehr. Besiegt, schreie ich noch ein letztes Mal so laut ich kann, stütze meine Unterarme gegen die Tür, lege meine Stirn darauf und lasse den Tränen freien Lauf. Heftige Schluchzer schütteln mich.

Und plötzlich stürze ich.

Ich falle nach vorne und pralle gegen den harten Körper eines Mannes. Instinktiv schlinge ich die Arme um seinen Oberkörper, während mir die Beine den Dienst verweigern. Reaktionsschnell reißt der Mann seine Arme hoch, packt mich und fängt meinen Sturz mit seinem Gewicht ab.

Ich schaue auf, registriere einen dunklen, zerzausten Haarschopf, gebräunte Haut, einen leichten Bartschatten und … begegne seinem Blick. Eine knisternde, fast spürbare Energie durchfährt mich wie ein elektrischer Schlag, als ich in die grünen Augen sehe. Flüchtig flackert Überraschung darin auf, doch die Intensität, mit der der Mann mich mustert, macht mich nervös, auch wenn mein Körper prompt auf ihn reagiert. Nur ein kurzer Blickkontakt, und lang vergessen geglaubte Bedürfnisse fluten meine Sinne.

Wie ist es möglich, dass dieser Mann, den ich noch nie gesehen habe, die Panik und die...


Bromberg, K.
K. Bromberg lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im südlichen Teil Kaliforniens. Wenn sie mal eine Auszeit von ihrem chaotischen Alltag braucht, ist sie auf dem Laufband anzutreffen oder verschlingt gerade ein kluges, freches Buch auf ihrem eReader. DRIVEN. Verführt ist der Auftakt ihrer hochgelobten DRIVEN-Serie.



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