Bromberg | Win for Love | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 380 Seiten

Reihe: LYX.digital

Bromberg Win for Love


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1314-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 380 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1314-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Brillant, überraschend und unfassbar sexy. Ich habe jedes Wort dieses Duetts verschlungen und geliebt.' AUDREY CARLAN

Sich in Scout Dalton zu verlieben, war das Letzte, was Easton Wylder geplant hatte. Er ist der erfolgreichste Spieler der MLB, sie seine Physiotherapeutin. Und doch können die beiden der Anziehungskraft, die zwischen ihnen herrscht, nicht widerstehen. Aber dann geschieht etwas, was Eastons Welt von einem Moment auf den anderen auf den Kopf stellt. Plötzlich muss er sich fragen, wo Scouts Loyalität liegt - und er muss sich fragen, ob er bereit ist, mit ihr sein größtes Geheimnis zu teilen. Ein Geheimnis, das er seit Jahren mit sich trägt und das seine Karriere ein für alle Mal beenden könnte ...

Abschlussband der PLAYER-Reihe von NEW-YORK-TIMES-Bestsellerautorin K. Bromberg

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3


Scout

»Nach dieser überraschenden Wendung brauchen wir Zeit, um uns zu überlegen, wie es mit Ihrem Vertrag weitergehen soll. Setzen wir uns doch morgen früh um acht noch mal zusammen, nachdem ich mich mit meinen Kollegen besprochen habe.«

Taubheit.

Das ist alles, was ich empfinde, während Corys einstündiger Befragung, wieso Easton nicht wieder hundertprozentig einsatzfähig ist. Lügen.

Alle meine Antworten waren Lügen, aber sie waren alles, was mir zur Begründung meiner Einschätzung einfiel.

Leere.

In der Toilette habe ich mich dann übergeben. Meine Nerven ließen mich endgültig im Stich. Sie siegten schließlich im Kampf, durchzuhalten und das Mittagessen, zu dem ich mich mit Easton getroffen hatte, bei mir zu behalten und nicht auf den Konferenztisch zu spucken.

Müdigkeit bis in die Knochen.

Ich eile durch das Labyrinth der Flure im Stadion. Irgendwo oberhalb der Betonmasse läuft ein Spiel. Kleine Jungs mit ihren Vätern. Familien beim gemeinsamen Ausflug. Erste Dates. Glückliche Zeiten.

Das Spiel, in das er eigentlich zurückkehren sollte.

Ich kann an nichts anderes denken als an Easton.

Wie ich zu ihm komme.

Wie ich mit ihm rede.

Ich muss aus seinem Mund hören, dass ich das Richtige getan habe.

Wieder drücke ich die Wahlwiederholungstaste.

Sein Name leuchtet auf dem Display auf, aber es ist sein Anrufbeantworter, der sich meldet. Nicht er.

Ich hatte gedacht, ich würde unser Leben heute auf den Kopf stellen, aber auf völlig andere Art und Weise. Er würde mit dem Team zu Auswärtsspielen fahren. Ich würde hierbleiben und mich um die Reha der verletzten Spieler kümmern. Die tägliche Routine, an die wir uns gewöhnt hatten, würde einem gänzlich anderen Leben weichen. Wir würden eine neue Form des Miteinander aufbauen müssen, aber zumindest würden wir am selben Ort sein und im selben Team arbeiten. Nicht in einer Million Jahre hätte ich mir vorstellen können, dass wir dies von unterschiedlichen Städten aus machen müssten.

Als ich aus dem Tunnel auf den umzäunten, für Spieler und Mitarbeiter reservierten Parkplatz komme, sticht mir die Sonne in die Augen. Ich bin so erschöpft und so durcheinander, dass es sich anfühlt, als müsste es eigentlich Mitternacht sein. Gerade als ich meinen Wagen erreiche, klingelt mein Handy. Mein Bedürfnis, mit ihm zu reden, ist so groß, dass ich das Gespräch annehme, ohne erst auf das Display zu schauen. »Easton?«, sage ich atemlos.

»Was zum Teufel ist da drinnen passiert, Scout?«

Er weiß es.

»Dad.« Alles in mir sackt unter dem Gefühl der Niederlage in sich zusammen. Eigentlich ist mein Dad derjenige, um den ich mir Sorgen machen sollte, stattdessen wähle ich die ganze Zeit Eastons Nummer und nicht die meines Dads, um ihm zu erklären, was passiert ist.

»Ich höre Gerüchte. Was zum Teufel ist da drinnen passiert?«

Meine Füße und meine Stimme versagen mir den Dienst. Ich weiß, ich muss ihm sagen, dass ich mir da nicht ganz sicher bin. Das alles fühlt sich so surreal an.

»Es ist eine lange Geschichte.« Ich steige in meinen Wagen und erzähle ihm die Kurzversion. Selbst für meine Ohren klingt sie verdammt lächerlich.

Als ich geendet habe, herrscht am anderen Ende der Leitung Stille, eine Stille, die so schwer auf mir lastet wie die texanische Hitze, die durch die Windschutzscheibe meines Wagens strömt.

»Ich bin enttäuscht«, kommt sein tiefer Bariton schließlich durch die Leitung, gefolgt von seinem pfeifenden Atmen.

Strenge, mit der er die zerstörerische Schwäche darunter überspielt.

So ähnlich fühle auch ich mich.

»Ich habe getan, was ich für richtig hielt.« Meine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern, und ich bin den Tränen nahe bei diesen drei Worten, die kein Kind von seinen Eltern hören will. Ich bin enttäuscht.

»Was meinst du mit richtig?«, fragt er. »Richtig für dich oder richtig für Easton?«

»Dad.«

»Menschen, vor allem Männer, werden in deinem Leben kommen und gehen, aber Familie bleibt einem immer erhalten. Du musst in erster Linie tun, was für dich wichtig ist. Immer.«

Was er sagt, tut unglaublich weh, und einen Moment lang hasse ich ihn dafür. Hasse ihn, weil er mich dazu bringt, meine Entscheidung zu hinterfragen. Weil er meine Loyalität gegenüber beiden Männern infrage stellt.

Mir dreht sich der Magen um, aber ich schweige.

»Lügen ist eine der besten Methoden, eine Beziehung zu ruinieren.« Er hat keine Ahnung, wie sehr mir bei diesen Worten das Herz schmerzt, denn ich fürchte, ich habe gleich zwei Beziehungen zerstört. Die mit Easton und die mit den Aces.

»Es ist anders, als du …«

»Ich habe dich nur um eins gebeten, Scout. Ruf mich erst wieder an, wenn du mir berichten kannst, dass du es geschafft hast.«

»Wie bitte?«, kreische ich voller Panik. »Warte! Leg nicht auf. Wie? Ich meine, was soll ich …«

»Du gehst da morgen wieder hin und holst dir den verdammten Vertrag. Du kämpfst für das, was uns zusteht, und du lässt dich nicht abwimmeln.« Das sagt er voller Autorität, doch dann bekommt er einen heftigen Hustenanfall.

»Alles in Ordnung mit dir?«

»Du hast Beruf und Vergnügen miteinander vermischt, Scout. Du hast den Vertrag aufs Spiel gesetzt, weil du dich von deinen Gefühlen hast leiten lassen. Bring das in Ordnung und sichere dir den Vertrag für das nächste Jahr. Ruf mich erst wieder an, wenn du das geschafft hast.«

Er legt auf, und ich sitze in meinem Wagen mit dem Handy am Ohr, Tränen laufen mir die Wangen hinunter, und ich zweifle ganz grundsätzlich an mir. Ich habe keine Ahnung, wie ich die letzten beiden Stunden beurteilen soll.

Habe ich tatsächlich gerade den letzten Wunsch meines Dads torpediert, indem ich Easton den Vorrang gegeben habe?

»Was habe ich getan?«, flüstere ich, schließe die Augen und lehne den Kopf an die Kopfstütze, in dem Versuch, alles für ein paar Minuten auszublenden. Vergeblich. Eastons Gesichtsausdruck, als er in den Konferenzraum gestürmt kam, und die Worte meines Dads haben sich tief in mein Gehirn eingegraben.

Wenn jetzt bereits Gerüchte kursieren, muss ich unbedingt Easton erreichen und ihm das Wieso und Weshalb erklären, bevor er die falschen Schlüsse zieht. Der Adrenalinschub ist vorbei. Er ist abgelöst worden von der Angst, dass ich alles in großem Stil in den Sand gesetzt habe und mir niemand verzeihen wird.

Reiß dich zusammen, Scout.

Als es an meinem Fenster klopft, fahre ich erschrocken hoch. Ich starre den Mann an, der dort steht, mit frisch gebügeltem weißen Hemd mit Krawatte, verkniffenem Mund, einem ernsten Blick, der Antworten einfordert, sich vorbeugt und mir Zeichen macht, die Fensterscheibe hinunterzulassen.

»Wer sind Sie?«, rufe ich durch das Glas und wische mir verzagt die Tränen von den Wangen.

»Verdammt, machen Sie das Fenster auf. Und dann erklären Sie mir, was zum Teufel da drinnen passiert ist.«

»Wie bitte?« Ich werde mich hüten, für diesen Idioten das Fenster zu öffnen.

Er tritt einen Schritt zurück und hebt beschwichtigend die Hände, als wäre ihm gerade erst bewusst geworden, wie bedrohlich er wirken muss, und steckt die Hände in die Taschen. »Der Sicherheitsdienst ist gleich da drüben.« Er deutet mit dem Kopf auf Archie, der uns von seinem Kabuff aus beobachtet. Ich schaue hin, um mich zu vergewissern, dass er tatsächlich dort ist, und dann wieder zurück zu dem Mann, der Antworten von mir will. Langsam öffne ich die Wagentür, denn ich weiß, das hier hat mit Easton zu tun.

Offenbar gilt dies im Moment für alles.

Mir stellen sich die Nackenhaare auf.

Misstrauisch wappne ich mich für das, was sich mir nicht erschließt, steige aus dem Wagen und starre ihn an. Vergeblich versuche ich, meinen Gehirnwindungen zu entlocken, wer der Mann sein könnte.

»Sie sind keine Dalton.« Er schüttelt den Kopf. »Sie haben Easton gesagt, er wäre einsatzbereit, und dann bekomme ich einen Anruf, dass er verkauft worden ist? Wollen Sie mich verarschen? Doc hat seine Spieler immer um jeden Preis geschützt. Sie tun das ganz offensichtlich nicht. Was für ein Spiel treiben Sie da?«

Das Sie können mich mal erstirbt mir auf den Lippen, so schwer trifft mich sein Vorwurf. »Finn?« Eastons Agent starrt mich wütend an und nickt. »Wieso waren Sie nicht dort?«

Das ist eine einfache Frage. Doch jetzt, wo der Mann, den ich mir noch eine Stunde zuvor herbeigewünscht habe, damit er mir hilft, aus den Papieren schlau zu werden, auf einmal vor mir steht, traue ich ihm nicht. Er hätte dort sein sollen. Er hätte niemals zulassen dürfen, dass Easton das Papier unterschrieb, das ich gesehen habe. Ein guter Agent beschützt seinen Klienten mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.

»Das ist eine gute Frage.«

Ich weiche einen Schritt zurück. »Und was soll das heißen?«

Er hat mir nicht geantwortet.

»Wieso erzählen Sie mir nicht, was da drinnen passiert ist, Scout?«

Steckt er mit denen unter einer Decke?

»Da waren Unterlagen …« Ich halte inne. Ich höre meinen Pulsschlag in meinen Ohren.

Wusste er Bescheid?

»Was für Unterlagen?«, hakt er nach.

Die Paranoia übernimmt das...



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