E-Book, Deutsch, Band 2105, 144 Seiten
Reihe: Julia
Brooks Das Wunder dieser einen Nacht
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-0016-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2105, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0016-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Du willst das Baby, aber nicht mich?' In seinem ganzen Leben war Forde Masterson noch nicht so fassungslos! Sieht Melanie denn nicht, welch überwältigendes Geschenk ihnen die letzte gemeinsame Liebesnacht beschert hat - eine Chance, ihre Ehe zu retten, zu dritt für immer glücklich zu sein? Doch die Verzweiflung in den Augen seiner Frau ist nicht gespielt: Melanie kann ihm einfach nicht vertrauen. Aber Forde beschließt, mit Herz, Seele und seiner ganzen Liebe um das Glück zu kämpfen. Schließlich steht Weihnachten vor der Tür, die Zeit der Wunder ...
Bereits seit über 20 Jahren veröffentlicht die britische Autorin unter dem Pseudonym Helen Brooks Liebesromane, unter ihrem richtigen Namen Rita Bradshaw schreibt sie seit 1998 historische Romane. Weit über 40 Bücher sowie einige andere Werke sind bisher unter dem Namen Helen Brooks erschienen, von Rita Bradshaw gibt es 14 Romane. Erst im Alter von 40 Jahren begann die Autorin im Jahr 1990 mit dem Schreiben von Liebesromanen, bis dahin war sie als Sekretärin tätig. Bereits zwei Jahre später wurde ihr erster Roman vom Verlag Mills & Boon veröffentlicht. Helen Brooks lebt gern in England, obwohl sie mehrere Reisen auf das europäische Festland unternommen hat und dort unvergessliche Ferien verbrachte, möchte sie nirgendwo anders leben. Sie liebt ihr Heimatland, lediglich könnte sie sich vorstellen, etwas näher an der Küste zu wohnen. In ihrem Leben hatte sich Helen Brooks zwei Ziele gesetzt, sie wollte Bücher schreiben und eine Führerscheinprüfung machen. Durch die Hektik des Alltags waren diese Ziele verloren gegangen, im Alter von 40 Jahren fand sie, dass es höchste Zeit wäre, ihre Ziele endlich umzusetzen. Die Führerscheinprüfung erwies sich als Albtraum, das Schreiben machte ihr viel Freude. Während ihrer Freizeit ist sie in der Kirche sehr aktiv und sie beschäftigt sich liebevoll mit ihren Tieren. Mit ihrem Mann geht sie gelegentlich ins Theater oder ins Kino, außerdem unternehmen sie ausgedehnte Spaziergänge. Zu ihren Hobbys zählt das Lesen, sie geht regelmäßig schwimmen und auf die gemütlichen Abende mit ihrem Mann und ihren Freunden will sie nicht verzichten. Gern sitzt die Autorin in dem verwilderten Garten ihres Hauses bei einem Glas Wein in der Sonne, dabei fallen ihr natürlich die besten neuen Romanzen ein. Das Schreiben bringt ihr viel Spaß und es erstaunt Helen Brooks immer wieder, wie viel Eigenleben die Hauptfiguren in ihren Romanen entwickeln. Fasziniert ist sie vom Handeln der Menschen, deshalb ist sie überzeugt, dass der Spruch - 'das Leben schreibt die seltsamsten Geschichten' - absolut wahr ist. Geboren wurde Helen Brooks 1950 in Northampton in England. Bereits im Alter von 16 Jahren lernte sie ihren Mann kennen. Zusammen mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern Cara, Faye und Benjamin lebt sie in Northampton.
Autoren/Hrsg.
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2. KAPITEL
Das war so typisch für Forde Masterson! Damit hatte Melanie eigentlich rechnen müssen, früher oder später erwischte er sie immer auf dem falschen Fuß.
Seine gnadenlose psychologische Kriegsführung hatte ihm auch beruflich zu großem Erfolg verholfen. Mit achtzehn Jahren hatte Forde das Erbe seiner Großmutter benutzt, um quasi von seinem Kinderzimmer aus in die Immobilienbranche einzusteigen. In mittlerweile sechzehn Jahren hatte er sich vom Amateur zu einem millionenschweren Unternehmer gemausert.
Freunde nannten ihn erbarmungslos, zu fokussiert und zu unbeweglich – seine Feinde benutzten wesentlich negativere Begriffe, um Forde zu beschreiben. Doch selbst sie mussten zugeben, dass seine Methoden weitaus fairer waren als die anderer Immobilienhaie. Er konnte zwar unerbittlich sein, wenn die Situation es erforderte, trotzdem war er ein Ehrenmann. Eine Seltenheit in dieser Branche.
In der Dunkelheit konnte sie sein Gesicht erst erkennen, als er ihr ganz nahe kam. Sie schluckte. „Ich meine es ernst, Forde. Ich will nicht über uns reden.“
„Das verlange ich auch gar nicht. Ein einfaches Ja oder Nein reicht mir schon.“
Melanie wandte sich von ihm ab und entzog ihm energisch ihre Hand. „Wozu das Ganze? Es ist vorbei. Uns gibt es nicht mehr als Paar. Akzeptiere das endlich! Ich habe es auch getan.“ Eine glatte Lüge.
„Du hast meine Frage nicht beantwortet.“
„Muss ich auch nicht.“ Mit zitternder Hand nahm sie ihr Weinglas und trank einen großzügigen Schluck. „Dies ist mein Haus, und ich stelle hier die Regeln auf.“
„Du hast nie an Happy Ends geglaubt, Nell, oder?“
Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Forde konnte beobachten, wie Melanie innerlich dicht machte. Diese Fähigkeit hatte sie schon immer besessen. Sobald es ihr zu viel wurde, zog sie eine schützende Mauer um ihre wahren Gefühle. Allerdings gelang es ihm in neun von zehn Fällen, diese Mauer zu überwinden.
Er wusste, was für eine schwere Kindheit sie gehabt hatte. Da sie schon mit drei Jahren zur Vollwaise geworden war, konnte sie sich an ihre leiblichen Eltern nicht mehr erinnern. Zuerst nahm sie die Großmutter mütterlicherseits auf, doch tragischerweise starb auch sie nur ein Jahr später. Niemand aus Melanies Familie sprang ein, und so wurde das kleine Mädchen von einem Kinderheim ins nächste abgeschoben.
Sie hatte selbst einmal zugegeben, ein ziemlich schwieriges Kind gewesen zu sein. Wer konnte es ihr verdenken? Als Forde sich in sie verliebte, wollte er alles für sie besser und leichter machen. Das wünschte er sich immer noch. Nur leider wehrte sie sich mit Händen und Füßen dagegen!
„Vom ersten Tag unserer Beziehung an hast du darauf gewartet, dass wir uns entzweien“, fuhr er in ruhigem Ton fort. „Du hast gewartet, bis endlich alles schief geht. Das ist mir erst kürzlich klar geworden. Keine Ahnung warum, denn Anzeichen dafür gab es ja genug.“
„Ich weiß nicht, wovon du da sprichst“, erwiderte sie leise.
Nachdenklich sah er dabei zu, wie sie ihr zweites Glas Wein leerte. Ihre Körpersprache und ihre zittrige Stimme standen im Kontrast zu ihrer ausdruckslosen Miene. Hinter der Maske einer souveränen und fähigen Geschäftsfrau hatte Melanie fürchterliche Angst. Vor ihm.
Forde wusste, dass sie ihn geliebt und ihm vertraut hatte. Und genau das hatte sie verletzlich und unsicher gemacht. Ihr ganzes Leben lang war sie emotional auf sich allein gestellt gewesen, ganze fünfundzwanzig Jahre. Es war schwierig gewesen, ihre harte Schale zu durchbrechen, aber er hatte es geschafft. Sie hatte es zugelassen … sich ihm geöffnet. Aber nicht weit genug, sonst würden sie wohl kaum in diesem Dilemma stecken.
Er versuchte, seine Gedanken in Worte zu fassen. „Nach dem Unfall habe ich mir selbst die Schuld an allem gegeben, weißt du? Weil wir beide so distanziert waren. Jedes Gespräch verwandelte sich blitzschnell in einen Streit. Ich konnte trotzdem nicht begreifen, warum du mich einfach ausgeschlossen hast und mir permanent nur die kalte Schulter zeigtest.“
Sie sagte keinen Ton. Ebenso gut hätte sie aus Stein sein können. Eine wunderschöne Steinskulptur …
„Dieser Unfall …“
„Hör endlich auf, dauernd vom Unfall zu reden!“, herrschte sie ihn an. Dabei war sie es damals gewesen, die diesen Begriff ausgesucht hatte, um das Unfassbare zu beschreiben. „Es war eine Fehlgeburt. Ich war bescheuert genug, die Treppe hinunterzufallen, und dabei habe ich unseren Sohn umgebracht.“
„Nell …“
„Nein.“ Abwehrend hob sie die Hand. „Lass uns bitte bei den Tatsachen bleiben. Genau so war es, Forde. Der Kleine wurde zu früh geboren, und sie konnten ihn nicht retten. Ein paar Wochen später wäre alles anders gekommen, und er hätte überlebt. Aber in der zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche hatte er kaum eine Chance. Ich hätte für ihn da sein müssen, sein kleines Leben beschützen sollen, aber ich habe versagt.“
Einerseits war er heilfroh, dass sie endlich über die Tragödie sprach. Bis jetzt hatte sie sich ihm und jedem anderen gegenüber geweigert, Gefühle zuzulassen. Andererseits erschreckte ihn, wie viel Schuld sie sich selbst an der Fehlgeburt gab.
Es war jetzt sechzehn Monate her …
Melanie hatte sich unwohl gefühlt und war deshalb im Bett geblieben, während er zur Arbeit aufbrach. Um etwa zehn Uhr vormittags brachte Janet ihr ein Frühstückstablett hinauf. Genau um halb elf hörte die Haushälterin einen entsetzlichen Schrei, gefolgt von lautem Gepolter. Sie stürzte aus der Küche in die Eingangshalle und fand Melanie am Fuß der Treppe. Sie lag zusammengekrümmt in den Überresten ihres Frühstückstabletts.
Es war ein Unfall. Ein tragischer, furchtbarer Unfall. Aber nachdem ihr gemeinsamer Sohn wenige Stunden später tot zur Welt gekommen war, hatte Melanie sich in das Innerste ihrer Seele zurückgezogen.
Zu keinem Zeitpunkt war es Forde gelungen, sie zu trösten oder überhaupt mit ihr über den Vorfall offen zu reden. Sie ließ ihn kaum in ihre Nähe, und wenn sie es tat, bekam er den Eindruck, sie würde ihn regelrecht hassen. Und zwar weil er sie an das erinnerte, was sie verloren hatte.
Monat für Monat hatten sie mit diesem Verlust gekämpft. Melanie vergrub sich in ihrer Arbeit, und Forde bekam sie schließlich höchstens eine Stunde am Abend zu Gesicht. Und er selbst … nun, für ihn war es die Hölle.
Gern hätte er jetzt gesagt, Unfälle geschehen eben. Aber das wäre den traurigen Umständen nicht gerecht geworden. Stattdessen stand er auf und zog Melanies starren, unwilligen Körper in seine Arme. „Du hättest dein Leben für ihn gegeben, wenn es möglich gewesen wäre“, raunte er. „Niemand macht dich für das verantwortlich, was passiert ist. Siehst du das denn nicht, Nell?“
Ein verzweifelter Schluchzer durchdrang die Stille. „Lass mich bitte allein!“
In der Tat war sie viel dünner als früher, außerdem schwankte sie leicht. Forde fürchtete, sie könnte ohnmächtig werden. „Was ist los mit dir?“, fragte er besorgt. „Bist du krank?“
Melanie klammerte sich haltsuchend an ihn. „Nur ein bisschen beschwipst, denke ich. Ich habe den ganzen Tag nichts gegessen, und dann zwei Gläser Wein …“
Nur deshalb hatte sie auch über die Fehlgeburt sprechen können, wurde ihm jetzt klar. Allerdings konnte er seine Noch-Ehefrau wohl kaum permanent betrunken machen, damit sie ihren Schutzwall endgültig fallen ließ! „Komm mit rein! Ich mach dir was zu essen.“
„Nein, geht schon. Ich rufe dich dann morgen oder so an“, versuchte sie sich zu wehren.
Keine Chance. Niemals würde er sie jetzt allein lassen. Nicht nachdem sie zum ersten Mal über Matthews Tod gesprochen hatte. Für einen kurzen Moment durchzuckte ihn ein scharfer Schmerz, als er an seinen kleinen Sohn dachte.
Dann schob er Melanie sanft durch die Tür ins Innere des Hauses und führte sie zu einem Stuhl im Esszimmer. Anschließend ging er in die Küche und machte sich einen Überblick, was der Kühlschrank hergab. „Also, ich könnte dir ein ganz passables Käseomelette zaubern“, rief er, da hörte er sie plötzlich leise weinen.
In Sekundenschnelle war er bei ihr und schloss sie fest in seine Arme. Immer wieder murmelte er ihr all die Dinge ins Ohr, die er ihr schon seit Monaten hatte sagen wollen. Dass er sie liebte, dass sie alles für ihn war, dass ihm ein Leben ohne sie nichts bedeutete, dass der Unfall nicht ihre Schuld war …
Und Melanie schmiegte sich voller Verzweiflung an ihn. Ihre Abwehr war durchbrochen, und sie hatte das Gefühl, Forde mehr zu brauchen als jemals zuvor. Keinen anderen könnte sie so lieben wie ihn. Er war alles, was sie sich je bei einem Mann gewünscht hatte, und mehr. Eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf riet ihr, sich von Forde zu lösen, aber Melanie hörte nicht auf sie. Es tat so gut, ihm nach all den Monaten wieder so nahe zu sein.
„Küss mich!“, flüsterte sie und sah ihm dabei tief in die Augen. „Zeig mir, wie sehr du mich liebst!“
Er senkte den Kopf und verschloss ihre Lippen mit einem zarten Kuss. Doch als Melanie ihm unmissverständlich zu verstehen gab, wonach sie sich sehnte, stöhnte Forde kehlig auf. Mit einem Mal war alle seine Zurückhaltung vergessen. Gierig stieß er mit seiner Zunge vor, und hob Melanie auf die Arme. Dabei hörte er nicht auf, sie leidenschaftlich zu küssen.
Melanie seufzte auf. Der Sex zwischen ihnen war schon immer atemberaubend gewesen. Sie hatte viel zu lange darauf verzichtet. Sie wollte ihren Mann riechen,...




