Brooks | Erste Küsse auf der Hazienda | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Brooks Erste Küsse auf der Hazienda


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7347-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7347-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Für die blonde Erzieherin Liza Kerri beginnt auf der Hazienda in Mexiko eine wunderschöne Zeit. Sie gewinnt ihren kleinen Schützling Mateo, den Neffen ihres Arbeitgebers Jay de Rojas, sehr lieb. Tief beeindruckt von den warmherzigen Menschen dieses Landes, öffnet auch sie ihr Herz. Nur in der Nähe des heißblütigen Jay versucht sie kalt zu bleiben, denn sie glaubt, daß er nur mit Frauen spielt. Doch in der heißen Sonne Mexikos schmilzt ihr Widerstand - Liza träumt davon, ein einziges Mal in Jays Armen zu liegen...



Bereits seit über 20 Jahren veröffentlicht die britische Autorin unter dem Pseudonym Helen Brooks Liebesromane, unter ihrem richtigen Namen Rita Bradshaw schreibt sie seit 1998 historische Romane. Weit über 40 Bücher sowie einige andere Werke sind bisher unter dem Namen Helen Brooks erschienen, von Rita Bradshaw gibt es 14 Romane. Erst im Alter von 40 Jahren begann die Autorin im Jahr 1990 mit dem Schreiben von Liebesromanen, bis dahin war sie als Sekretärin tätig. Bereits zwei Jahre später wurde ihr erster Roman vom Verlag Mills & Boon veröffentlicht. Helen Brooks lebt gern in England, obwohl sie mehrere Reisen auf das europäische Festland unternommen hat und dort unvergessliche Ferien verbrachte, möchte sie nirgendwo anders leben. Sie liebt ihr Heimatland, lediglich könnte sie sich vorstellen, etwas näher an der Küste zu wohnen. In ihrem Leben hatte sich Helen Brooks zwei Ziele gesetzt, sie wollte Bücher schreiben und eine Führerscheinprüfung machen. Durch die Hektik des Alltags waren diese Ziele verloren gegangen, im Alter von 40 Jahren fand sie, dass es höchste Zeit wäre, ihre Ziele endlich umzusetzen. Die Führerscheinprüfung erwies sich als Albtraum, das Schreiben machte ihr viel Freude. Während ihrer Freizeit ist sie in der Kirche sehr aktiv und sie beschäftigt sich liebevoll mit ihren Tieren. Mit ihrem Mann geht sie gelegentlich ins Theater oder ins Kino, außerdem unternehmen sie ausgedehnte Spaziergänge. Zu ihren Hobbys zählt das Lesen, sie geht regelmäßig schwimmen und auf die gemütlichen Abende mit ihrem Mann und ihren Freunden will sie nicht verzichten. Gern sitzt die Autorin in dem verwilderten Garten ihres Hauses bei einem Glas Wein in der Sonne, dabei fallen ihr natürlich die besten neuen Romanzen ein. Das Schreiben bringt ihr viel Spaß und es erstaunt Helen Brooks immer wieder, wie viel Eigenleben die Hauptfiguren in ihren Romanen entwickeln. Fasziniert ist sie vom Handeln der Menschen, deshalb ist sie überzeugt, dass der Spruch - 'das Leben schreibt die seltsamsten Geschichten' - absolut wahr ist. Geboren wurde Helen Brooks 1950 in Northampton in England. Bereits im Alter von 16 Jahren lernte sie ihren Mann kennen. Zusammen mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern Cara, Faye und Benjamin lebt sie in Northampton.
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1. KAPITEL

„Guten Tag, Miss Kerri. Zu Beginn unseres Gesprächs möchte ich Ihnen dieselbe Frage stellen wie den anderen sechs Bewerberinnen vor Ihnen auch. Wieso glauben Sie, für die Stellung, die ich zu vergeben habe, besonders geeignet zu sein?“

Trotz ihrer Nervosität blieb Liza überrascht mitten in dem großen Hotelzimmer stehen und sah auf den Mann, der in einem Drehsessel saß und ihr den Rücken zuwandte.

„Nun?“ Die tiefe, sonore Stimme klang auf arrogante Weise geduldig, doch Liza hatte ein feines Gehör. Der leichte Anflug von Gereiztheit entging ihr nicht. Zornesröte stieg ihr in die Wangen.

Was für ein unverschämter Kerl! Konnte er sich nicht umdrehen und sie ansehen, wenn er mit ihr sprach? Während sie im Unterbewusstsein die elegante Ausstattung des Zimmers registrierte, suchte Liza nach einer passenden Antwort. Sie brauchte diesen Job zwar, aber so dringend nun auch wieder nicht. „Ich käme nie auf die Idee, Ihr Urteil über mich durch eine eigene Beschreibung meiner Fähigkeiten beeinflussen zu wollen, Señor de Rojas“, erwiderte sie kühl und beherrscht. „Ich denke, meine Unterlagen liegen Ihnen vor. Wenn Sie alles Weitere bitte daraus entnehmen wollen. Es reicht mir völlig aus, meine Zeugnisse für mich sprechen zu lassen.“

Eine Weile herrschte Stille im Raum. Dann drehte sich der Mann so um, dass Liza sein Profil sehen konnte. „Und wenn mir das nicht ausreicht?“

Sie hob den Kopf. „Ich bin natürlich gern bereit, Ihre Fragen zu den Punkten zu beantworten, über die Sie sich nicht ganz im Klaren sind.“ Das war ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass sie nicht gewillt war, sich von ihm einschüchtern zu lassen.

Liza sah, wie er die breiten Schultern straffte. Das war es dann wohl, sie hatte die Sache endgültig verpatzt. Nun, daran war sie selbst schuld. Die Agentur hatte sie vorgewarnt, er sei ein äußerst schwieriger Kunde, bei dem Vorstellungsgespräche eher Ähnlichkeit mit einem Verhör hatten. Die Agentur Swifte hatte einen ausgezeichneten Ruf. Sie vermittelte nur hoch qualifizierte Nachhilfelehrer und Gesellschafter. Es war noch nie vorgekommen, dass eine ihrer Lehrkräfte abgelehnt worden war. Dieser Mann hingegen hatte bereits sechs Bewerberinnen abgelehnt.

„Ich verstehe.“ Seiner dunklen Stimme war keinerlei Emotion anzumerken, und noch immer sah er Liza nicht direkt an. „Der Ball ist also wieder bei mir gelandet.“

Sie biss sich auf die Unterlippe. Mit solch einer Antwort hatte sie nicht gerechnet. Sie wusste nicht genau, was sie darauf sagen sollte. Abgesehen davon, war es nicht gerade angenehm, dass er an einem großen Schreibtisch im Halbschatten saß, während sie im hellen Schein der Deckenlampe stand. Sie hätte nach dem Eintreten ins Zimmer sofort geradewegs zum Schreibtisch gehen sollen, dann wäre sie wenigstens in der Lage gewesen, den Mann zu sehen, mit dem sie sprach. In ihrer jetzigen Position befand sie sich eindeutig im Nachteil.

„Würden Sie bitte Platz nehmen?“ Es war, als habe er ihre Gedanken gelesen.

Liza nickte und ließ sich ihm gegenüber im Sessel nieder. Aus der Nähe musste sie feststellen, dass sein Profil faszinierend war. Er hatte eine kühne, markante Nase, seine Haut war gebräunt und sein Haar pechschwarz.

„Also gut.“ Er wandte ihr ganz langsam das Gesicht zu, und Liza bemerkte erschrocken die lange helle Narbe, die sich von seinem linken Auge bis hinab zu seinem Kinn zog. Bei jedem anderen hätte sie entstellend wirken können, doch diesem dunklen attraktiven Gesicht verlieh sie einen verwegenen, beinahe piratenhaften Touch, der unbestreitbar sinnlich wirkte. Liza stockte der Atem. Sie sah den Mann aus großen grauen Augen verwirrt an.

„Stört es Sie, Miss Kerri?“ Flüchtig berührte er die Narbe, ohne den Blick von Liza zu wenden. Sie begriff, dass sein bisheriges Verhalten nur auf diesen Moment ausgerichtet gewesen und dass seine Geste nicht instinktiv, sondern durchaus kalkuliert war. Er musste einen furchtbaren Unfall gehabt haben, und aus Gründen, die nur ihm bekannt waren, wollte er jetzt ihre Reaktion auf seine Verletzung testen.

Liza atmete tief durch und hielt seinem Blick unbeirrt stand. „Nein, Señor de Rojas, es stört mich nicht. Meiner Meinung nach sind es im Allgemeinen die unsichtbaren Narben, die wesentlich schlimmer sind. Körperliche Verletzungen sind etwas, wogegen wir alle nicht gefeit sind. Sie gehören leider zum Leben, und dementsprechend muss man sich damit abfinden.“

Er musterte ihr klares, offenes Gesicht nachdenklich. Hoffentlich hatte sie nicht zu gleichgültig geklungen; das war nicht ihre Absicht gewesen. Die natürliche Reaktion auf seine Narbe hätte Mitleid sein müssen, aber irgendwie war das das Letzte, woran sie gedacht hätte. Das war kein Mann, der Mitleid in einem auslöste, eher …

Die tiefe Stimme riss sie aus ihren Grübeleien. „Was wissen Sie über die Stellung, um die Sie sich bewerben?“ Sein Englisch war sehr korrekt, beinahe zu korrekt, dennoch ahnte Liza, dass sie den ersten Test bestanden hatte.

Sie versuchte, sich ganz auf das Gespräch zu konzentrieren. Wenn sie diesen Job wollte, worüber sie sich plötzlich gar nicht mehr so sicher war, musste sie sehr beherrscht wirken und sich klar und gewählt ausdrücken. Sie wusste instinktiv, dass dieser Mann Unbeholfenheit und Dummheit nicht ertragen konnte. „Nur sehr wenig.“ Sie räusperte sich. „Ich war … im Urlaub und bin erst gestern nach London zurückgekehrt. Die Agentur rief mich heute Morgen um zehn an und informierte mich nur über das Nötigste.“ Falls ihm ihr kurzes Zögern aufgefallen war, so ließ er sich zumindest nichts anmerken. „Man teilte mir mit, Sie suchten für die nächsten zwölf Monate einen Nachhilfelehrer und Gesellschafter für Ihren Neffen, bis er so weit ist, hier eine Privatschule besuchen zu können. Ich weiß, dass ich dazu in Mexiko werde leben müssen. Man sagte mir aber auch, ich könnte jederzeit, wenn die Umstände es erforderlich machen sollten, nach England zurückkehren.“

Sí.“ Er schien sich seine nächsten Worte sorgfältig zu überlegen. „Aber natürlich ist das längst nicht alles, wie Sie sich denken können. Möchten Sie das Gespräch fortsetzen?“

Liza hob überrascht den Kopf. Um de Rojas’ Mund spielte ein flüchtiges Lächeln. „Natürlich“, erwiderte sie ruhig.

„Ich habe den Eindruck, Sie sind etwas … besorgt, Miss Kerri?“

„Es wäre unklug von mir, mich Hals über Kopf in eine neue Situation zu stürzen“, erwiderte sie. „Ich möchte gern erst Aufschluss darüber gewinnen, was genau von mir erwartet wird.“

„Gut.“ Beiden war klar, dass Liza seine hintersinnige Frage geschickt umgangen hatte. „Ich schätze Unüberlegtheit nicht, aber meiner Erfahrung nach neigen Engländer generell nicht so leicht dazu.“ Sein Blick streifte ihr hellblondes Haar und ihr zartes Gesicht, und mit einmal glaubte Liza, in seinen grünen Augen einen beunruhigenden, fast Unheil verkündenden Ausdruck wahrzunehmen. Doch sie verdrängte den Gedanken, als er sich in seinem Sessel zurücklehnte und weitersprach.

„Mein Neffe ist neun Jahre alt, Miss Kerri, und er leidet unter einer gewissen … seelischen Erregtheit. Seine Eltern kamen vor knapp zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Er war damals dabei. Eine äußerst unangenehme Geschichte.“ Seine Stimme klang so kühl und gefühllos, als habe er zu alldem gar keinen Bezug. „Wir dachten, dies würde sich mit der Zeit geben, aber dem scheint nicht so zu sein. Da er in etwa einem Jahr in England zur Schule gehen soll, halte ich einen Nachhilfelehrer in Englisch für unbedingt nötig. Nach dem Unfall war er einige Zeit im Krankenhaus. Bei seiner Rückkehr hatte er Schwierigkeiten, sich an die veränderten Umstände zu gewöhnen. Sein Benehmen lässt manchmal stark zu wünschen übrig.“

Zorn flammte in Liza auf. Wie konnte der Mann nur so herzlos sein! Er sprach von seinem Neffen, als sei der ein Möbelstück, für das er sündhaft viel Geld ausgegeben und das sich dann als fehlerhaft herausgestellt hatte. „Wie bedauerlich.“ Bei dem sarkastischen Unterton in ihrer sanften Stimme hob er abrupt den Kopf. Sie hielt seinem prüfenden Blick unschuldsvoll stand, bis er wieder auf die Papiere auf dem Schreibtisch sah. Offenbar war er sich nicht ganz im Klaren, ob sie ihn hatte kritisieren wollen oder nicht.

„Ja.“ Er nahm einen maschinebeschriebenen Bogen zur Hand, und Liza erkannte, dass es sich dabei um die Aufzählung ihrer bisherigen Tätigkeiten handelte. „Wie ich sehe, war das letzte Kind, das Sie über einen längeren Zeitraum hinweg unterrichtet haben, behindert?“

„Ja.“ Liza versuchte, ganz ruhig und sachlich zu sprechen, obwohl ihre Kehle plötzlich wie zugeschnürt war. Sie schaffte es noch nicht, Fragen über Samantha zu ertragen. Die Wunde war noch zu frisch.

„Sie haben die Stellung dort aufgegeben, weil …?“ Er verstummte, um sie antworten zu lassen.

Liza befeuchtete nervös die trockenen Lippen und merkte, dass ihm auch diese kleine Geste nicht entging. „Das kleine Mädchen starb.“ Sie war froh, dass sie den Satz mit fester Stimme hervorbringen konnte.

„Das hätte hier doch vermerkt werden müssen.“ Er schüttelte den Kopf. „Bitte verzeihen Sie vielmals, Miss Kerri, darüber hat man mich nicht informiert. Ich möchte Sie nicht mit schmerzlichen Fragen quälen, aber …?“

„Schon gut.“ Sie senkte den Kopf und stellte erst jetzt fest, dass sie die Fäuste in ihrem Schoß krampfhaft geballt hielt. Sie zwang sich, sich zu entspannen, streckte die Finger, atmete tief durch und sah auf. „Sie war unheilbar krank. Es war...



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