E-Book, Deutsch, 1108 Seiten
Brown Der Bote des Teufels
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7487-2197-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Den Serienmördern auf der Spur
E-Book, Deutsch, 1108 Seiten
ISBN: 978-3-7487-2197-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Für Schnäppchenjäger - 3 Thriller/Krimis in einem eBook! Buch 1: Tödliches Elysium - Die Suche nach dem ?Paradise Killer? Immer wenn es Nacht wird auf Teneriffa schlägt der Täter gnadenlos zu. Schnell wird klar, dass er sich nur innerhalb einer bestimmten Altersgruppe und Nationalität seine Opfer aussucht und tötet. Buch 2: Blutiger Zorn - Niemand stirbt zweimal am Tag Ein Mord an einem Pressesprecher einer bundesdeutschen Behörde ist der Beginn einer unheimlichen Mordserie, die sich von Berlin aus, quer durch den Norden der Republik zieht. Buch 3: Unbändige Wut - Nicht jeder Tag ist gut zum Sterben Ein Serienmörder hinterlässt an den Tatorten immer einen auffälligen Hinweis. Die Bedeutung dieser hinterlegten Zeichen ist den Kriminalisten um Hauptkommissar Peter Geier völlig unklar, da sie zunächst keinerlei Sinn ergeben.
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Vorspiel 06.00 Uhr, Hotel Parador, Las Canadas »Hat der Teide das Erdbeben von heute Nacht gut überstanden?« Pedro Diaz kam mit einem Pott Kaffee in der Hand aus der Küche heraus und sah seinen Kollegen fragend an, der vor insgesamt drei LCD Bildschirmen saß und die aktuellen Messwerte und Satellitenbilder betrachtete. Hugo nickte leicht und lehnte sich zurück. »Kann man so sagen, denn wenn du aus dem Fenster siehst, wirst du ihn in voller Pracht bewundern können.« Sein Freund stellte kopfschüttelnd den Kaffeebecher ab, ehe er sich neben Alvarez setzte und murmelte: »Witz komm raus du bist umzingelt. Bekomme ich wenigstens noch eine vernünftige Antwort?« Dann sah sich Diaz lieber persönlich die aufgeführten Messwerte auf den Displays an, ehe er schließlich seufzend meinte: »Ich denke, die Situation hat sich wieder ein wenig mehr zugespitzt.« »Was du nicht sagst?« »Schaue dir mal die Gasemissionen auf dem Gipfelplateau an.« Hugo beugte sich neugierig vor und murmelte: »Ja, Entwarnung sieht etwas anders aus. Die Temperatur hat sich um weitere 7,1 °C auf 313,6?°C erhöht und der Ausstoß von SO2 beträgt aktuell 580 kg pro Sekunde und hat um 50 kg zugenommen.« »Und das ist leider noch nicht alles. Das Erdbeben von heute Nacht hatte zwar nur eine Stärke von 4,9, dafür befand sich das Hypozentrum nur 3,5 km unterhalb des Epizentrums.« »Ich sehe schon, da steigt auf jeden Fall eine Menge Material aus der Magmakammer hoch und es scheint, zumindest derzeit, den alten Förderschlot des Gipfelkraters zu nutzen. Wie sieht es bei den Mikrobeben aus?« Statt auf eine Antwort zu warten, nahm Diaz die Maus und öffnete ein weiteres Fenster auf dem LCD Bildschirm. Dann betrachteten die beiden Geologen mit nachdenklichen Gesichtern ein Diagramm, das eine Sinuskurve zeigte, die auf der x-Achse langsam auslief, je mehr Zeit verging. »Okay, das sieht erst mal nicht schlecht aus, denn immerhin nimmt die Amplitude kontinuierlich ab«, erklärte Hugo leise, ehe er aufstand, sich reckte, und streckte. Schließlich griff er nach seiner Tasse, um sich aus der Küche neuen Kaffee zu holen. Pedro nutzte die Zeit, um die aktuellsten GPS-Daten herunterzuladen. Sie hatten Messgeräte, darunter mehrere Electronic-Distance-Meter, kurz EDM genannt, auf sämtlichen Hängen des Vulkans verteilt. Diese übertrugen kontinuierlich ihren Standort zum Satelliten, der sich direkt über der Insel befand. Rasch erkannte der erfahrene Wissenschaftler, anhand der angezeigten Messwerte, dass die Bodendeformationen, speziell am Nordwesthang deutlich zugenommen hatten. Dass der Feuerberg immer mehr anschwoll, war für ihn ein weiteres untrügliches Zeichen, das derzeit Magma, in erheblichen Umfang innerhalb des Berges nach oben stieg. In diesem Moment kam sein Freund aus der Küche zurück. »Na, wie sieht es aus?« Er stellte die volle Tasse auf dem Schreibtisch ab und setzte sich wieder. »Nicht gut«, murmelte Diaz und zeigte mit dem Zeigefinger auf die Messwerte. »Aber riskiere mal selbst einen Blick.« Nachdem Hugo die aufgeführten Werte einige Zeit betrachtet hatte, nahm er seinen Kaffeepott und trank einen Schluck. Während er ihn wieder absetzte, meinte er schließlich: »Er bläht sich viel schneller auf, als erwartet.« Sein Kollege nickte: »Ja, aber nicht überall gleichmäßig und das macht mir echt Sorgen.« »Nicht nur dir.« »Was wollen wir machen?« Er sah Alvarez kurz von der Seite an. »Wir müssen auf jeden Fall Amanda Bescheid sagen. Allerdings vermute ich, dass sie schon informiert wurde. Aus Sicherheitsgründen sollte sie der Inselregierung empfehlen, das nordwestliche Gebiet rund um Icod de los Vinos bis Santiago del Teide zu evakuieren.« »Dem stimme ich vorbehaltlos zu und ich schlage vor, dass wir zusätzliche EDM und Neigungsmesser installieren, hauptsächlich auf dem Nordwesthang.« Hugo sah ihn mit ernster Miene an, ehe er langsam nickte und ruhig meinte: »Am besten wir machen Arbeitsteilung. Du organisierst den Hubschrauber und ich informiere Amanda Nunez.« Während er nach dem Telefon griff, um die Leiterin des IGN anzurufen, flüsterte er mehr zu sich selbst. »Da kommt etwas auf uns zu, was wir wohl nicht so leicht bewältigen können.« Glücklicherweise hatte er so leise gesprochen, dass Diaz es nicht mitbekommen hatte. 1 Stunde später Der Sitz der Inselregierung Teneriffas befand sich in Santa Cruz in der Nähe der Plaza España und des Hafens. Das monumentale Gebäude wurde von einem bekannten einheimischen Architekten entworfen und von 1935 bis 1940 erbaut. Das Highlight im Inneren waren mehrere Wandgemälde, die der Maler José Aguiar aus La Gomera gemalt hatte. Der Präsident des Inselrates von Teneriffa war eine Präsidentin und dazu noch eine sehr selbstbewusste Frau. Das bekam gerade Professorin Dr. Amanda Nunez zu spüren, die bereits seit einigen Minuten vergeblich versuchte, Isabel Hernandez davon zu überzeugen, die Einwohner und Touristen, die sich derzeit entlang der Nordwestküste aufhielten, umgehen zu evakuieren. »Ihnen ist hoffentlich klar, dass wir vom Tourismus leben. Schon die Sperrung der Las Canadas war ein Schlag ins Kontor. Wenn ich jetzt auch noch einen Teil der Küste sperre, dann laufen uns die Touristen davon und wer einmal weg ist, wird kaum wiederkommen«, erklärte sie ungnädig. »Isabel, mir geht es ausschließlich um die Sicherheit der Menschen und nicht darum, Ihre wunderschöne Insel nachhaltig zu schädigen. Sie dürfen mir ruhig glauben, dass ich Sie nicht aus Langeweile angerufen habe, sondern Sie auf eine wachsende Gefahr hinweisen möchte.« »Ich verstehe Sie ja, dass Sie als Wissenschaftlerin die vulkanischen Aktivitäten des Teide mit Skepsis beobachten. Können Sie auch mit Sicherheit voraussagen, dass der Berg in Kürze ausbrechen wird?« Einen Augenblick war nur ein leises Atmen zu hören, ehe Nunez schließlich mit ruhiger Stimme meinte: »Nein, das kann ich leider nicht.« »Sehen Sie«, erwiderte Isabel triumphierend. »Was glauben Sie, wie sich eine Fehlprognose mit gleichzeitiger Evakuierung von Tausenden Leuten auf die nächste Wahl auswirken würde?« »Was ist Ihnen wichtiger, ein Menschenleben oder ein Wahlsieg?«, konterte die Geologin kühl. Hernandez benötigte einige Sekunden, um zu reagieren. »Ich frage Sie mal andersherum, Amanda und komme noch einmal auf die Ausgangsfrage zurück. Wie hoch schätzen Sie denn persönlich die Wahrscheinlichkeit ein, dass der Teide in absehbarer Zeit ausbrechen wird?« »Das kann ich nicht an irgendwelchen Prozenten festmachen. Aber für die Erdbebenschwärme, die wir derzeit registrieren und die bereits in einigen Teilen Ihrer Insel schwere Schäden verursacht haben, ist eindeutig Magma verantwortlich, das nach oben steigt.« »Ich verstehe zwar nicht allzu viel vom Vulkanismus, allerdings weiß ich, dass diese Aufwärtsbewegung jederzeit auch stoppen kann und dann findet ein Ausbruch glücklicherweise nicht statt.« »Sie haben natürlich recht. Das ist eine Variante, die ebenfalls möglich ist.« »Und wohin tendieren Sie und Ihre Kollegen?« Amanda Nunez lachte kurz, ehe sie entgegnete: »Wir sind seriöse Wissenschaftler und keine Hellseher, die angeblich in die Zukunft und Vergangenheit blicken können. Unsere Aufgabe ist es, rechtzeitig auf Gefahren hinzuweisen, damit den Behörden genügend Zeit bleibt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wir warnen lieber einmal mehr, als zu wenig, denn ein gerettetes Leben ist bedeutend wichtiger als ein Fehlalarm, für den wir selbstverständlich auch die Verantwortung übernehmen.« »Sie klangen eben schon, wie ein typischer Politiker«, erwiderte die Präsidentin lachend. »Okay, als Leiterin des IGN habe ich ständig mit diesen Leuten zu tun, vor allem, wenn es um die finanzielle und technische Ausstattung meines Institutes geht. Wahrscheinlich färbt das bereits auf mich ab.« »Das ist sicherlich nicht leicht, Überzeugungsarbeit zu leisten.« »Ja und das ist eher noch human ausgedrückt, Isabel. Aber mal zurück zu Ihrem Problem. Wenn ich sie richtig verstanden habe, wollen sie zurzeit keine Evakuierungen innerhalb des gefährdeten Bereichs veranlassen.« »Sie haben es erfasst. Das kann ich nicht alleine entscheiden und deshalb werde ich mein Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen.« »Ich hoffe, Ihre Kollegen sehen die Sache etwas anders wie Sie?« Die Präsidentin lachte, ehe sie ironisch erwiderte: »Diese Hoffnung bleibt Ihnen natürlich, denn die stirbt bekanntlich immer zuletzt.« Dann wechselte sie abrupt das Thema und fragte neugierig: »Was haben Ihre Mitarbeiter vor Ort noch herausgefunden?« Die Professorin überlegte kurz, ehe sie meinte: »Das wäre erst einmal alles, worüber ich Sie informieren wollte. Falls es kurzfristig zu Veränderungen kommen sollte, werden wir Sie umgehend benachrichtigen.« »Darum bitte ich auch. Trotz unserer gegensätzlichen Standpunkte nehme ich Ihre Warnungen keinesfalls auf die leichte Schulter.« »Das ist das Mindeste, was ich von Ihnen erwarte, Isabel«, erklärte Nunez mit ernster Stimme, »denn die Gefahr kann man nicht wegdiskutieren. Ich hoffe, es ist dann noch nicht zu spät, wenn die Leute letzten Endes doch aus der Gefahrenzone evakuiert werden müssen. Ihre Entscheidung, die bedrohliche Lage, bis auf Weiteres zu ignorieren, und dem Tourismus unterzuordnen, halte ich persönlich für einen Fehler.« »Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung. Selbstverständlich auch Sie, Amanda«, erwiderte sie ziemlich arrogant. »Doch letztlich trage ich...




