Buch, Deutsch, 249 Seiten, GB, Format (B × H): 141 mm x 217 mm
Buch, Deutsch, 249 Seiten, GB, Format (B × H): 141 mm x 217 mm
ISBN: 978-3-7725-2775-3
Verlag: Freies Geistesleben
Greenwich Village ist schön am frühen Morgen.
Nur für Wes nach seinem ersten Mal mit der Falschen
nicht. Warum Lucy? Ausgerechnet sie! – In einem
unentwegten Strom von Gegenwartserleben, Erinnerungen
und Reflexionen erzählt Jesse Browner, wie Wes im Laufe
dieses Tages damit (und mit sich selber) umgeht. Näher
kann man Wes nicht kommen. Ein überraschendes,
intensives – ein starkes Buch.
Wes, der intelligente Kopf und siebzehnjährige Moralist,
Wes, der sich selber analysiert und vervollkommnet,
Literaturkenner und künftiger Schriftsteller, käme aus
dem Clinch mit sich gar nicht mehr heraus, wenn … ja,
wenn nicht im Laufe dieser vierundzwanzig Stunden
die Gegenwart ihn echt fordern und aus seinem
Bücherwurm-Vorstellungsleben lösen würde. Zwischen
Party, Küche, Kino und Krankenzimmer dämmert ihm
allmählich einiges. Vielleicht hat Lucy ja recht mit ihrem
Spruch: Du kannst nicht gleichzeitig ein perfekter Mensch
und erwachsen sein?
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«Hey, wo bist du?» Lucy stand direkt neben ihm am Fenster.
«Du warst meilenweit weg.»
«Wie findest du meine Facharbeit?»
«Ehrlich? Ich finde sie wahnsinnig schlau. Also, so schlau, die
könntest du veröffentlichen. Viel zu gut für die Highschool.»
Sie legte ihm eine Hand auf den Unterarm.
«Also, du bist nicht meine Freundin. Ich meine, nur wegen letzter
Nacht sind wir noch lange nicht zusammen.»
Lucy wich zurück und streckte die Hände wie eine Schülerlotsin aus.
Wes konnte praktisch zusehen, wie sie blass wurde.
«Hilfe! Wo kommt das denn plötzlich her?»
«Bist du nicht deshalb hergekommen? Gehört das nicht alles zu
deinem Plan? Mich einzufangen?»
Lucy fiel aufs Bett und vergrub das Gesicht in den Händen. Dann
atmete sie zwei, drei Mal tief durch. «Ach so, du bist einer von
den Gemeinen», sagte sie leise, und Wes begriff auf der Stelle,
unabhängig von allen Zweifeln und rationalen Erwägungen,
dass er total falsch lag und dass es zu spät war, um seine Worte
zurückzunehmen.




