Brüß | Heilsame Hypnose | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 156 Seiten

Reihe: TRIAS

Brüß Heilsame Hypnose

Selbsthypnose-Übungen für Frauen: Wie sie wirken und bei welchen Beschwerden sie helfen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-432-11411-8
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Selbsthypnose-Übungen für Frauen: Wie sie wirken und bei welchen Beschwerden sie helfen

E-Book, Deutsch, 156 Seiten

Reihe: TRIAS

ISBN: 978-3-432-11411-8
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nutze die Kraft der Hypnose

Leidest du unter Ängsten, Schmerzen oder möchtest endlich mit dem Rauchen aufhören? Haben dich deine Hormone in den Wechseljahren fest im Griff und an Schlaf ist nicht mehr zu denken? Dann kann Hypnose wahre Wunder wirken. Und das Beste ist: Du hast die Lösung selbst in der Hand.

Hypnose unterstützt dich dabei, die Ursachen und Gründe für deine Probleme zu erkennen, die manchmal tief in unserem Unterbewusstsein schlummern. Sie führt dich in eine tiefe Entspannung und hilft dir, negative Verhaltensweisen und Glaubensätze aufzuspüren und sie positiv zu verändern. 

Die Hypnosetherapeutin Sabine Brüß beantwortet viele spannende Fragen rund um Hypnose, besonders für uns Frauen, und zeigt dir, wie du sie ganz einfach ausprobieren kannst.

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Das Gehirn


Unser Gehirn ist ein Organ im Körper, das wunderbare, fantastische Fähigkeiten besitzt. Es ist der Ort unseres ganz persönlichen Universums, unserer inneren Welt. Das Gehirn ist ein Organ, das nicht nur als Supercomputer phantastische Arbeit leistet, sondern es ist auch die Heimat unserer Gefühle.

In früheren Zeiten beurteilten die Menschen das Gehirn als unwichtig. Die alten Ägypter hielten es nicht für wert, es den Mumien als Grabbeigabe beizulegen. Auch Aristoteles glaubte, dass das Gehirn nur als eine Art Kühlanlage für den Körper diente. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Wissenschaftler, sich ernsthaft mit den Funktionen der verschiedenen Gehirnareale zu beschäftigen.

Wir machen uns im Alltag wenig Gedanken über unser Gehirn, was wirklich schade ist. Denn wenn wir einmal verstanden haben, wie es funktioniert, haben wir viele Möglichkeiten, es ganz gezielt für uns zu nutzen und es zu verändern.

Unser gesamtes »inneres« Erleben findet im Gehirn statt. Wir hören, sehen, fühlen, schmecken und riechen, weil unser Gehirn mit den Informationen etwas anfangen kann. Es ist zuständig für alle Empfindungen und Emotionen. Und wir können sogar unsere Vergangenheit wieder auferstehen lassen, weil unser Gehirn fähig ist, Erinnerungen zu speichern und wieder abzurufen. Das nennen wir »Gedächtnis«.

Das Gehirn ist ein plastisches Organ, das immer bereit ist, sich zu verändern. Es ist veränderbar in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit, also besser oder schlechter, und es »wächst« mit seinen Aufgaben. Wir können es regelrecht trainieren! Nutzen wir es wenig oder fordern es nicht heraus, dann fährt es seine Leistung zurück und wartet ab.

Während unseres Lebens verändern wir unser Gehirn ständig, denn wir lernen Neues und erschaffen Erinnerungen. Wir bauen über die Synapsen (Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen) unser Gehirn auf und immer wieder um. Es ist eine sehr effiziente Lernmaschine, wie ein riesiger Staubsauger ist es von Anfang an dabei, Erfahrungen aufzusaugen und abzuspeichern.

Wir werden mit einem Überschuss an Nervenzellen geboren und haben bis zum Beginn der Pubertät Zeit, unser Gehirn »an den Start« zu bringen. Mit der Pubertät wird alles nicht Genutzte rausgeschmissen und es findet ein kompletter Umbau statt.

Das ist übrigens ein Grund, warum uns unsere Kinder etwas fremd werden. Sie sind nicht mehr der Schwamm, der Sonnenschein, der Liebling, der sie mal waren, denn sie verändern sich im Kopf. Sie machen eine Neuausrichtung durch und ein Teil davon nennt sich »Reproduktion«. Unsere Kinder machen den Wandel vom »ich, ich, ich« zum »Du bist aber auch toll« durch. Bis zum Alter von 25 Jahren werden im Gehirn neue Verknüpfungen, neue Pfade angelegt, die wir in unserem ganzen weiteren Leben nutzen. Es ist nur logisch, dass ein Mensch ein Leben lang davon profitiert, wenn diese Netzwerke positiv, verlässlich und selbstbewusst sind.

Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, dass wir Wirbeltiere alle dieselben Basiseigenschaften im Gehirn besitzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir ein Säuger-, Vogel- oder Fischgehirn betrachten.

Worin sich das menschliche Gehirn aber ganz deutlich von dem der anderen Lebewesen unterscheidet, ist die große Masse an Neuronen (Nervenzellen). Seine Rechenleistung ist enorm. Im Gehirn laufen, auf kleinstem Raum, gleichzeitig unterschiedlichste Prozesse ab, ohne sich untereinander zu stören. Von diesen vielen, unterschiedlichen und gleichzeitig ablaufenden Vorgängen bekommen wir in unserem Alltag nichts mit. Wir finden es normal, dass es gut funktioniert und erkennen nur selten, wie kompliziert es in Wirklichkeit ist.

Wahrnehmung


Unser Gehirn kann die Wirklichkeit nicht abbilden. Das wäre viel zu kompliziert und aufwendig. Es ist dafür ausgelegt mit »Schubladen« (Annahmen) zu arbeiten. Das vereinfacht die Einschätzung von Vorgängen und führt schneller zu Entscheidungen. Dabei geht es durchaus auch von Annahmen aus, die nicht immer stimmen müssen. So kann man sich beispielsweise optische Täuschungen erklären.

Gibt es die eine wirklich wahre Realität?

Nein, die Realität gibt es nicht. Denn wir nehmen immer nur einen Ausschnitt wahr und diesen Ausschnitt verändern wir sofort mit unseren »Schubladen«, unserer Interpretation. Meine Realität unterscheidet sich also immer von der Realität der anderen.

Wenn zwei Personen in dasselbe Theaterstück gehen, sogar nebeneinandersitzen, werden sie dieses Stück trotzdem unterschiedlich erleben und wahrnehmen und darüber erzählen. Und trotzdem haben beide recht. Es ist ihre individuelle Realität.

Übrigens lässt sich die Erinnerung an ein Ereignis korrigieren und neu überschreiben. Wir nehmen Informationen von anderen Menschen, denen wir vertrauen, auf und fügen sie unserer Erinnerung hinzu. Es dauert nicht lange und wir glauben, es selbst so erlebt zu haben. Diese Eigenschaft nutzen wir in der ursachenorientierten Hypnose zur Auflösung von Belastungen. In der Hypnose gehen wir in das Archiv der Erinnerungen – der Erinnerungen der Klientin, um genau zu sein – und schauen, was das Unterbewusstsein zu diesem »Fall« notiert hat. Entspricht es der Realität? Bestimmt nicht. Aber das spielt für die Hypnosetherapie keine Rolle. Wichtig ist nur das, was das Unterbewusstsein für die Wahrheit hält und was es glaubt.

Die gute Nachricht ist: Anscheinend konnten wir unsere Weiterentwicklung trotzdem auf diese Art und Weise vorantreiben. Es scheint also kein schlechtes System und nah genug an der wirklichen Realität zu sein.

Auch die Wahrnehmung über unsere einzelnen Körperteile ist sehr unterschiedlich. So hat das Gehirn recht große Areale für Hände, Lippen, Kopf und Zunge. Dagegen nur ziemlich kleine für Beine, Arme und den Oberkörper. Das bedeutet, dass z. B. unsere Lippen viel genauer und sensibler wahrnehmen als unser Rücken. Denn unser Rücken hat viel weniger Sensoren zur Wahrnehmung als die Lippen. Unser Gehirn hat also die für die Wahrnehmung »wichtigeren« Körperteile einfach deutlich besser ausgestattet.

Gedächtnis


Wie funktioniert unser Gedächtnis? Wir besitzen unterschiedliche Gedächtnisspeicher, die auch unterschiedliche Eigenschaften haben.

Das Kurzzeitgedächtnis hält Dinge nur für kurze Zeit fest und ist sehr störanfällig. Es speichert die Information, die gerade wichtig ist. Ablenkungen sorgen dafür, dass es diese aber auch sofort vergisst. Nachts wird es durch den Schlaf vollkommen geleert und ist so am nächsten Tag wieder einsatzbereit.

Das Arbeitsgedächtnis holt die Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis und verarbeitet sie. Hier ist die Information etwas besser gegen Störungen gesichert. Wir können die Störungen besser ausblenden.

Das Langzeitgedächtnis ist für unsere Erinnerungen zuständig und ganz anders aufgebaut als das Kurzzeitgedächtnis. Im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis, das sofort verfügbar, aber kurzlebig ist, ist das Langzeitgedächtnis für ein ganzes Leben gedacht, es braucht aber viel mehr Zeit für den Aufbau. Das Lernen von Vokabeln ist ein gutes Beispiel, um diesen Vorgang zu verstehen. Ständiges Wiederholen überführt die Vokabeln ins Langzeitgedächtnis und sie sind (fast immer) abrufbar. Gleiches gilt für die Übungen, die ich meinen Klientinnen mitgebe: Wir »schleifen« die neuen Prägungen durch Wiederholung ein.

Das limbische System: Gefühle, Prägungen, Verstand


Wir haben in unserem Gehirn eine »Abteilung«, die für die Verarbeitung und Steuerung von Gefühlen zuständig ist. Dieser Bereich, auch limbisches System genannt, ist bis zur Pubertät vollständig ausgebildet. Er besteht aus vier Ebenen.

Die untere limbische Ebene: Sie wird schon in der Zeit als Embryo und Fötus geformt, insbesondere durch die genetischen Faktoren, aber auch durch die Einflüsse während der Schwangerschaft. Diese Ebene hat vor allem mit den unbewussten Reaktionen zu tun, gerade wenn es um so grundlegende Dinge wie Essen und Schlafen geht. Kinder beginnen nachweislich nicht erst zu fühlen, wenn sie geboren werden. Eine stressfreie Schwangerschaft ist also nicht nur gut für die Mutter, sondern auch für ihr ungeborenes Kind.

Wir besitzen verschiedene Gehirnareale, die eine wichtige Rolle bei der Empfindung von Stress und Angst spielen. Widmen wir uns ihnen kurz, um die Entstehung von Angst nachvollziehen zu können. Diese Gehirnareale heißen: anteriorer cingulärer Kortex (anterior cingulate cortex = ACC), Insula und Amygdala (Mandelkern).

Anteriorer cingulärer Kortex (ACC): Als Teil des Kortex hat er unter anderem die Aufgabe, Fehler zu entdecken und zu erkennen. Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, im Muster eines gewohnten Ablaufes etwas nicht richtig läuft, ist unser ACC auf Fehlersuche. Ein ungutes Gefühl taucht hier noch nicht auf. Der ACC analysiert nur.

Insula: Als Teil des zerebralen Kortex hat die Insula verschiedene Aufgaben, unter anderem die Wahrnehmung unserer »Befindlichkeiten«. Darunter fallen unser Herzschlag, die unterschiedlichen emotionalen Zustände und unser »Bauchgefühl«. Wenn wir also das Gefühl haben, dass wir jemandem nicht vertrauen sollten, ist die Insula aktiv.

...


Sabine Brüß ist Heilpraktikerin in Münster (NRW), zertifizierte Hypnosetherapeutin, Ausbilderin für ziel- und lösungsorientierte Hypnose und Mutter zweier erwachsener Söhne. Auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung hat sie erkannt, dass wir Menschen uns wohler und gesünder fühlen, wenn wir unsere Selbstheilungskräfte und unsere innere Stärke nutzen. Ihr Werkzeugkoffer in der Praxis ist reich gefüllt mit vielfältigen Methoden aus Naturheilkunde und Hypnose. Damit unterstützt sie ihre Patienten, egal ob alt oder jung, ihre Lebensqualität zu verbessern und Körper und Geist positiv zu verändern.

Mehr Informationen finden Sie auf ihrer Website: https://www.sabinebruess.de/



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