Brunner | Der König und der Schmetterling | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 278 Seiten

Brunner Der König und der Schmetterling

Ein Märchen-Roman über drei Generationen
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8192-9148-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Märchen-Roman über drei Generationen

E-Book, Deutsch, 278 Seiten

ISBN: 978-3-8192-9148-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf ungewöhnliche Art und Weise verknüpft Wolfgang Brunner die Liebesgeschichten dreier Paare zu einem großen, umfassenden Ganzen. Ob es das zauberhafte Märchen von Zira und dem König, die intensive Begegnung zwischen Maria und Bernhard oder der tiefe Einblick in den Alltag von Sara, Manuel und ihrem kleinen Sohn Tristan ist - sie alle entführen die Leserinnen und Leser in unterschiedliche Epochen. Sorgsam eingeflochtene Märchen unterstreichen die Botschaften der drei Haupthandlungsstränge und machen »Der König und der Schmetterling« zu einem unvergesslichen Werk über die Liebe und das Leben, das im Herzen berührt und zum Nachdenken anregt. »Ein Buch voller Gefühl und Wärme. Ich wurde mitgenommen in einen emotionalen Raum, den noch kein Film oder Buch hat erschaffen können.« - Aus einer Amazon-Rezension

Wolfgang Brunner, geboren am 13. Dezember 1964 in Freising, Deutschland, ist ein deutscher Schriftsteller, der sich durch seine Vielseitigkeit und Genreoffenheit auszeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Hamminkeln am Niederrhein. Brunner schreibt in einer Vielzahl von Genres, darunter Horror, Fantasy, historische Romane, Science-Fiction, Kinder- und Jugendliteratur sowie philosophische Erzählungen. Seine Werke zeichnen sich durch einen experimentellen Stil aus und sind oft von literarischen Vorbildern wie beispielsweise Michael Ende inspiriert. Einige seiner bekanntesten Werke sind: »Der Schmetterlingsmann«, ein persönlicher Roman, den Brunner als Liebeserklärung an seine Frau beschreibt. »Die Weiße Frau«, eine historische Erzählung über den Geist einer Nonne, die in einem Schloss am Niederrhein spukt. »Scary Monsters«, eine Hommage an die Horrorfilme der 1980er Jahre, die Brunners Vorliebe für Trash und Splatter widerspiegelt. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit ist Brunner als Texter für Mediabooks, Lektor und Korrektor tätig. Er verfasst außerdem Drehbücher und ist als Freelancer in der Agentur »Phantagon« des Schriftstellers Ralf Isau aktiv. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter der Radioplanet Berlin Award, den er 2023 zum zweiten Mal als Künstler des Jahres gewann.
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Das Märchen der Vergangenheit


»Ein weiser Mann meinte einmal zu mir, es wäre eine besondere Fähigkeit, Erinnerungen zu umarmen«, sagte Zira, die auf dem Boden saß und ihren Rücken an den von der kühlen Nacht noch klammen Baumstamm lehnte.

Pirok, der etwas entfernt neben ihr hockte, lachte leise auf. »Wie soll das denn funktionieren?«

Zira zuckte mit den Schultern. »Das ist das Geheimnis, um das es bei dieser Fähigkeit geht. Wenn du es schaffst, ein Andenken aus deiner Vergangenheit in die Arme zu nehmen, bist du einen großen Schritt weiter in der Frage nach dem Sinn des Lebens.«

»Du übertreibst wieder einmal, meine Liebe.« Er kratzte sich am Hinterkopf und spielte mit den Blüten einer gelben Blume, die dicht neben ihm aus dem Boden wuchs. »Wer war der weise Mann, der diesen Unsinn erzählt hat?« Er lächelte und drehte den Kopf ein wenig zur Seite, um zu demonstrieren, dass er über seine eigene Frage nachdachte. »Ich wette, es war Tallulah.«

Zira schlug erbost mit der Faust auf den Boden. »Wieso sprichst du jedes Mal so schlecht über unseren Freund? Er hat dir nie etwas getan. Ganz im Gegenteil, er hilft uns, wo er kann. Tallulah ist weise. Du solltest ihn nicht herabwürdigen, als wäre er irgendein dummer Mann.« Sie wandte verärgert ihr Gesicht ab und starrte in die Ferne.

Zira und Pirok befanden sich auf einem Hügel, von wo sie einen Teil der Welt, in der sie lebten, überblicken konnten.

Unter ihnen breitete sich Nilreb aus, die zweitgrößte Stadt des Landes. Ein charakteristisches Merkmal der Siedlung stellten die kleinen Türmchen dar, die nahezu auf jedem Wohnhaus zu sehen waren. Die Einwohner pflegten ihre Häuser und Gärten, als wären sie das Wertvollste, das sie je in ihrem Leben besitzen könnten.

Aus diesem Grund galt Ziras und Piroks Geburtsstadt als der sauberste Ort in der ganzen Umgebung.

»Ich habe nicht gesagt, dass er dumm ist«, verteidigte sich Pirok. Seine Augen suchten Blickkontakt mit Zira, die jedoch weiterhin auf die Landschaft starrte, deren Schönheit die beiden schon längst nicht mehr registrierten.

Umsäumt von kleinwüchsigen Bäumen, die einer Mischung aus Eiche und Birke glichen, teilte ein schmaler Bach das flache Tal in fast gleich große Hälften. Während auf der linken Seite ein Meer aus blühenden blauen Blumen wuchs, wurde der rechte Teil von einer Felsenlandschaft eingenommen. Jener Anblick wirkte, als sähe man aus dem All auf zwei verschiedene Welten: Die eine voller Leben und die andere mit nacktem Fels gefüllt, der Einsamkeit ausstrahlte. Am Horizont konnte man schwach die Spitze des Turms erkennen, der das Schloss des Königs zierte.

Als Zira sich schließlich wieder ihrem Freund zuwandte, strahlten ihre Augen eine Kälte aus, die dem jungen Mann Angst einjagte. »Du sprichst meistens schlecht über Tallulah. Das war gerade nicht das erste Mal.«

Pirok seufzte. »Was soll ich sagen? Ich glaube ihm eben nicht alles, was er von sich gibt. Manche Dinge davon sind schön und ergeben durchaus Sinn, andere hingegen wirken lächerlich und … falsch! Als würde er sich diese Weisheiten aus den Fingern saugen, nur um dir zu imponieren.«

Zira schnaubte verächtlich. »Was soll das denn jetzt wieder? Tallulah ist doppelt so alt wie ich. Aus welchen Gründen sollte er also Eindruck auf mich machen wollen?«

Der junge Mann lächelte, doch in seinen Augen lag ein trauriger Ausdruck. »Du kennst noch nicht viel vom Leben. Liebe nimmt keine Rücksicht auf das Alter eines Menschen. Sie tritt in Erscheinung, wenn niemand mit ihr rechnet, und fordert uneingeschränkte Aufmerksamkeit von allen Beteiligten.«

»Woher weißt du denn schon so viel von der Liebe?«, lachte Zira. »Du bist gerade mal ein Jahr älter als ich.« Sie sah ihn herausfordernd an und tippte mit den Fingern der rechten Hand auf ihren Oberschenkel, während sie seine Antwort abwartete.

Pirok rückte etwas näher an Zira heran. Er deutete auf die Landschaft, die sich vor ihnen ausbreitete, und holte tief Luft, bevor er sprach. »Wenn dich jemand liebt, verneigen sich die Sterne des Nachthimmels vor dir. Wenn eine Person deine Zuneigung möchte, schenkt sie dir das Licht ihrer Seele, um den Raum in deinem Körper, der deine Liebe beherbergt, zu erhellen.« Er endete und warf Zira einen flehentlichen Blick zu. »Verstehst du meine Worte?«

Sie überlegte einen Moment, ehe sie antwortete. »Selbstverständlich. Aber falls du wissen willst, ob ich sie spüre: Nein. Ich spüre sie nicht. Und das wäre wohl unabdingbar, um sie in ihrem ganzen Ausmaß zu begreifen und zu lieben.« Ihre Stimme senkte sich zu einem sehnsuchtsvollen Flüstern, während sie die Hände verschränkte und die Augen schloss, als denke sie an jemanden. »Seine Sätze hingegen leben …«

»Willst du mir etwa damit sagen, dass du Tallulah tatsächlich liebst?« Pirok rang sichtlich um Fassung.

Zira schüttelte den Kopf

und

antwortete leise: »Es ist ein anderer, in den ich mich verliebt habe.« Maria betrachtete Robert, ihren Freund seit Kindheitstagen.

»Wer ist es denn?«, wollte dieser wissen und beugte sich neugierig nach vorn. Maria und er saßen unter einem Baum in einem der vielen Parks in Berlin. Der Platz, den sie sich ausgesucht hatten, lag erhöht und gewährte einen Blick auf die darunterliegende Fläche, die von einer Gartenfirma in zwei Hälften aufgeteilt worden war. Links befand sich eine wunderschöne Blumenwiese, während man rechts Brocken aus verschiedenen Felsgesteinen aufgetürmt hatte. Man schrieb das Jahr 1977. Erst vor wenigen Tagen hatte Maria ihren vierundzwanzigsten Geburtstag gefeiert. Auf dem von Arbeitskollegen organisierten Fest war ihr ein fünfzehn Jahre älterer Mann begegnet, in den sie sich sofort verliebt hatte. Natürlich empfand sie ein großes Bedürfnis, jemandem ihre Sehnsucht nach diesem Menschen anzuvertrauen, und es gab niemanden, der ihr näherstand als Robert. Nun saßen sie hier, damit sie ihm von den Ereignissen erzählen konnte, die dazu geführt hatten, dass sie ihr Herz verlor.

»Er ist fünfzehn Jahre älter als ich«, begann sie ihre Geschichte. »Er hat mich keine Sekunde aus den Augen gelassen und immer wieder angelächelt.«

»Der Altersunterschied ist nicht zu verachten. Wer ist dieser geheimnisvolle Fremde genau?«

»Ich weiß nicht. Ich kenne nur seinen Namen. Und der lautet Bernard König.«

Marias Freund stutzte. »König? Könnte der Sohn von Johann König sein, dem Besitzer des kleinen Jagdschlösschens am Rande der Stadt.« Er machte eine kurze Pause, bevor er weitersprach. »Seit ich denken kann, lebt die Familie in diesem Anwesen. Ich glaube, Johann König schreibt Bücher, genauer gesagt, Märchen.«

Maria schüttelte den Kopf. »Der Autorenname sagt mir nichts. Aber Bernard hat tatsächlich von einem Schloss erzählt.« Sie betrachtete die vor ihnen liegende Landschaft. »Wir haben lediglich ein paar Worte miteinander gewechselt. Seine Art ist … ich muss ununterbrochen an ihn denken.«

Robert holte tief Luft. »Du hörst dich an, als wärst du dir sicher, dass er der Mann ist, mit dem du dein restliches Leben verbringen willst. Erzähl mir mehr von eurem Gespräch.«

Maria sah ihren Schulfreund nachdenklich an. »Ich habe noch nicht viel Erfahrung in solchen Dingen.

Doch wenn ich mir seine Augen vorstelle, erblicke

ich pure Liebe.« Zira seufzte, legte sich neben den Baum ins Gras und starrte in den wolkenlosen Himmel. »Er war zufällig in der Stadt und ich habe ihn einfach so auf offener Straße getroffen.«

Pirok schüttelte ungläubig den Kopf. »Du meinst das nicht im Ernst, oder? Du hast dich in den König verliebt? Er ist aber doch viel älter als du.«

Zira warf einen Seitenblick auf Pirok. »Die Königin ist vor Jahren verstorben. Er ist einsam. Und er mag mich, das hat er zugegeben.« Sie rollte sich auf den Bauch und starrte eine Zeitlang auf den Baumstamm in ihrer Nähe, bevor sie sich zum zweiten Mal umdrehte und dabei eine Blume pflückte. Sie roch an der Blüte und sog genüsslich deren Duft ein. »Er ist so freundlich. Ich kann es kaum erwarten, ihn wiederzusehen. Er hat gemeint, ich soll ihn besuchen. Im Schloss!«

»Das hat er gesagt?«, fragte Pirok erstaunt.

Zira nickte. »Ja, hat er.«

»Worüber habt ihr sonst noch geredet, als ihr euch das erste Mal begegnet seid?«

»Weißt du, ich habe ihn anfangs gar nicht erkannt. Er saß zwar auf einem imposanten Ross, aber mir sind zuallererst seine Augen aufgefallen, dieser freundliche Blick. Dazu sein ungewöhnlicher Bart. Oberlippe und Kinn waren behaart, während die Wangen, frei von jeglichem Haar, im Sonnenschein glänzten. Im selben Moment, in dem ich ihn das erste Mal lächeln sah, war es um mich geschehen. Dann stellte er mir eine Frage: Weißt du, ob die...



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