Brunner | Desire or Defense | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 359 Seiten

Reihe: LYX.digital

Brunner Desire or Defense


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2578-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 359 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-2578-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie würde alles für ihren Bruder tun - auch Zeit mit dem grumpy Eishockey-Coach verbringen ...

NHL-Profi Mitch Anderson ist für sein aufbrausendes Temperament bekannt. Jenes Temperament, das ihm eine Sperre für die nächsten fünfzehn Spiele sowie einen Job als Coach einer Jugendeishockeymannschaft beschert hat. Doch als er bereits in seiner ersten Trainingsstunde einen Streit zwischen zwei Jungs schlichten muss und laut wird, stellt ihn die selbstbewusste Andie Downsby zur Rede. Seit sie ihre Eltern verloren hat, trägt sie die Verantwortung für ihren kleinen Bruder, und sie wird nicht zulassen, dass ihm nochmal jemand weh tut. Mitch ist fasziniert von Andie, und das erste Mal in seinem Leben bekommt der Eispanzer um sein Herz Risse. Doch kann ausgerechnet Andie ihn zum Schmelzen bringen?

Auftakt der D.C. Eagles-Hockey-Reihe von Bestseller-Autorin Leah Brunner



Leah Brunnerist eine Amazon-Bestseller-Autorin, die Liebesromane mit explosiver Chemie und liebenswerten Charakteren schreibt. Wenn sie nicht arbeitet, verwöhnt sie ihre Maine-Coon-Katzen oder schaut mit ihren KindernThe Office. Obwohl sie aus dem Mittleren Westen stammt, ist sie mit ihrem Mann, der bei derAir Forceist, und ihren drei Kindern durch die ganzen Vereinigten Staaten gezogen.

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1


MITCH

Als ich beim Aufwärmen vor unserem Spiel über das Eis fliege, brennen meine Muskeln aufs Angenehmste. Lieber brennen meine Muskeln, mein Körper und meine Haut, als dieses nervige Organ in meiner Brust. Ich brauche dieses Match, nachdem ich fünf Tage nicht gespielt habe.

Ich will nicht darüber nachdenken, will nicht grübeln, dass ich keine Familie habe, mit der ich diese sogenannten Feiertage verbringen kann. Wenn ich weiß, dass alle anderen in der Mannschaft das haben. Dass sie ganz in den Festtagsaktivitäten mit ihren Liebsten aufgehen.

Ich nicht. Aber ich brauche das nicht, ich brauche dies. Dass mein Gehirn und mein Körper gefordert werden. Dass ich meine Muskeln für das einsetze, wofür sie so fachmännisch trainiert sind. Alles, wofür ich jemals gearbeitet habe. Das einzig Gute in meinem Leben, das jemals angehalten hat.

Achtzehn Jahre lang habe ich jede Art von Ferien gefürchtet. Schulferien, die Sommerpause vor der nächsten Saison und jetzt … NHL-Ferien wegen der Feiertage. Diese ganzen freien Tage bedeuten nur eins: zu viel Zeit zum Denken.

Ich richte den Blick auf das Plexiglas und betrachte meine Mannschaftskameraden, die ein Riesentamtam um ihre Sprösslinge und Frauen auf der anderen Seite machen. Die Kinder tragen alle winzige Trikots mit der Nummer ihrer Väter, und ohne sie von hinten zu sehen, weiß ich, dass auf der Rückseite Daddy steht. Ich seufze genervt auf. Es ist so verdammt klischeehaft.

Die Jungs winken und werfen ihren Frauen und Freundinnen Kusshände zu, was mit den Handschuhen echt lächerlich wirkt. Den Mädchen ist das egal, sie winken zurück, als wären diese großen verschwitzten Eishockeyspieler das Größte auf Erden.

Das ist das Schlimmste an den Heimspielen. Und genau der Grund, weshalb mir Auswärtsspiele lieber sind. Laut stöhnend schlage ich den Puck in Richtung unseres Torhüters, Bruce. Er ist abgelenkt, weil er mit einem breiten Grinsen im Gesicht die Familien beobachtet. Der Puck donnert gegen seinen Helm, sodass sein Kopf zur Seite zuckt. Er sieht mich aus zusammengekniffenen Augen an, aber um seine Lippen spielt ein Lächeln. Bruce ist offenbar der Einzige in der Mannschaft, der sich nicht von meiner mürrischen Art, wie die anderen das nennen, genervt fühlt.

Bruce hat dunkelblondes Haar und funkelnde grüne Augen, und alles an ihm ist fröhlich und lebendig. Wie ein stämmiger Weihnachtself. Er sieht aus, als würde er besser in die Werkstatt des Weihnachtsmanns passen als in ein Eishockeytor, aber er ist tatsächlich ein verdammt geschickter Goalie. Der beste in der Liga, wenn man mich fragt, allerdings bin ich befangen.

»Sei nicht so ein Griesgram«, brüllt Bruce mir zu – als hätte er meine Gedanken gelesen –, bevor er den Puck wieder in meine Richtung schlägt.

Ich verdrehe die Augen. »Ich finde nur, dass das Spiel allmählich anfangen sollte«, lüge ich. Ich meine, ich möchte wirklich, dass es anfängt, aber gedacht hatte ich gerade, wie nervtötend sich die Jungs aufführen. Als hätten sie nicht gerade ganze fünf Tage mit ihren Familien verbracht.

Ich schlage einen weiteren Puck ins Netz, und dabei fällt mir ein Mädchen auf, das am Rand hinter dem Plexiglas sitzt. Vermutlich ist sie noch keine zehn, und sie sieht uns völlig fasziniert zu. Auf dem Kopf hat sie ein abgetragenes D.?C.-Eagles-Beanie, und darunter kommen braune Rattenschwänze zum Vorschein, die ihr bis auf die Schultern reichen. Ihre restlichen Sachen sehen genauso abgetragen aus. Sie ist nicht von liebenden Eltern oder Geschwistern umgeben, nicht mit den neuesten Eagles-Artikeln ausstaffiert, und sie hat auch keins von diesen riesigen, auffälligen Plakaten dabei, auf denen so etwas steht wie: »Nummer 1, du bist mein Held« oder »Nummer 5, kann ich ein Selfie mit dir machen?«

Sie ist eine Außenseiterin, und ich kann nachfühlen, wie das ist. Als ich zu ihr hinüberlaufe, starrt sie mich aus weit aufgerissenen Augen verblüfft an. Ich bin mir nicht sicher, ob es daran liegt, dass jemand sie wahrgenommen hat oder dass ich derjenige bin … denn ich bin nicht dafür bekannt, den Kontakt mit Fans zu suchen. Aber seltsamerweise sehe ich mich selbst in diesem kleinen Mädchen. Mein bemitleidenswertes Kindheits-Ich. Weshalb ich meinen Schläger nach oben strecke und ihn über das Plexiglas gleiten lasse, das uns trennt, damit er in ihre zitternden Hände fällt. Mit vor Ungläubigkeit weit offenem Mund greift sie danach.

Durch das Plexiglas sehe ich, wie sie nervös mit den Lippen das Wort Danke formt. Ich nicke als Antwort, und dann höre ich den Trainer über die Menge hinwegbrüllen. Als ich hochschaue, bedeutet uns Coach Young, dass wir in den Umkleideraum zurückkommen sollen, das Aufwärmen ist endlich vorbei.

Als ich gerade in den Tunnel einlaufe, höre ich hinter mir Bruce’ Stimme. »Ich habe das übrigens gesehen. Pass bloß auf, Mitch, sonst merken die Fans noch, dass du ein Herz hast.«

Ich weiß, das soll ein Witz sein, aber er hat recht. Ich muss vorsichtiger sein, außer ich möchte, dass mir die Fans die Tür einrennen.

Nein danke.

Wir finden uns in der Umkleide an unseren angestammten Plätzen ein und warten darauf, dass Remy, Remington Ford, unser Mannschaftskapitän, seine übliche Einstimmungsansprache vom Stapel lässt. Er steht vorne im Raum neben Coach Young und wartet, bis wir alle so weit sind.

Weston Kershaw stellt sich neben die beiden. Auf seiner Brust prangt bereits das A für Assistenzkapitän. Er ist jetzt seit etwas über einem Jahr in der Mannschaft und bereits aufgestiegen. Ich gebe es nur ungern zu, aber er ist ein guter Spieler … dagegen ist kaum etwas einzuwenden, hat er doch in dieser Saison die meisten Tore in der NHL geschossen – also gut. Auch schon letzte Saison – aber er geht mir auf die Nerven. Ich bin mir nicht sicher, ob es daran liegt, dass er Menschen so schnell für sich einnehmen kann und sie mit seinem »Charme« um den kleinen Finger wickelt. Oder daran, dass er sich in einem Jahr besser in Washington eingelebt hat als ich in fünf Jahren. Oder aber daran, dass seine Verlobte und er vermutlich in den nächsten paar Jahren den »Daddy-Trikot-Club« verstärken werden. Er ist einfach jemand, den alle sofort mögen, er hat eine liebende Familie, und alles fällt ihm in den Schoß. Er ist wie eine viel gesehene Serie, die man sich nach einem langen Tag gönnt, die jeder mag und aus der jeder jederzeit ein Zitat zum Besten geben kann. West ist der FRIENDS der Mannschaft, und dafür hasse ich ihn.

Colby Knight, der rechts neben mir sitzt, stößt mir den Ellbogen in die Rippen. Ich sehe hoch und stelle fest, dass Remy und West mich anstarren.

»He, Mitch, hörst du mir zu?« Remys laute Stimme ist problemlos im gesamten Umkleideraum zu hören.

Ich fahre mir mit der Hand durch mein bereits schweißverklebtes Haar. »Tut mir leid, ich hatte mich gerade auf die nächsten Spiele konzentriert.«

Bruce, dessen Spind links neben meinem ist, wirft mir einen Blick zu, der besagt, dass ich völligen Stuss rede.

Remy grinst und verschränkt die Arme vor der Brust, und West schaut mich amüsiert an. Vermutlich sonnen sie sich darin, dass ich dabei erwischt wurde, wie ich in Gedanken woanders war.

»Ich sagte, passen wir alle auf, dass wir nicht auf der Strafbank landen. Wir dürfen uns nicht massenhaft Zeitstrafen einhandeln und den Renegades so einen Vorteil verschaffen.«

Ich nicke leicht, fahre mit der Zunge an meinen Zähnen entlang und versuche, mich nicht über die offensichtliche Rüge zu ärgern. Dabei weiß ich, dass ich sie verdient habe. Letzte Saison war ich für fünf Spiele gesperrt und habe Tausende von Dollar an die NHL gezahlt, weil ich einen anderen Spieler gefoult hatte. Es ist nicht meine Schuld, dass er sich anschließend mit mir prügeln wollte und sich dabei das vordere Kreuzband gerissen hat. Man sollte sich nicht in eine Prügelei stürzen, die man nicht gewinnen kann.

Jetzt übernimmt Coach Young die Ansprache, und aller Aufmerksamkeit richtet sich auf ihn. Er sagt etwas in der Richtung, dass wir bei unserem ersten Spiel ordentlich Gas geben sollen, aber ich schaue Remy an, dessen Blick wie ein Laserstrahl auf mich gerichtet ist. Offenbar bin ich nicht der Einzige, dem aufgefallen ist, dass ich am Anfang der Saison besonders viele Zeitstrafen absitzen muss – und ganz besonders gern gegen die Carolina Renegades, unsere gefährlichsten Konkurrenten in der Metropolitan Conference.

Dreißig Minuten später stehen wir in Position auf dem Eis und sind bereit für den Spielbeginn. Ich werfe rasch einen Blick auf die Tribüne, aber das Mädchen von vorhin ist nicht mehr da. Stattdessen sehe ich einen Haufen Frauen mit Schildern, auf denen sie fragen, ob Weston Kershaw und Colby Knight sie heiraten wollen. Rasch schaue ich weg und fluche leise vor mich hin. Da ist nicht ein einziges Schild mit meinem Namen drauf, was okay ist. Ich fliege gern unter dem Radar. Aber es ruft mir auch in Erinnerung, dass ich derjenige im Team bin, der immer Ärger macht … der Unsympathische.

Ich kann regelrecht spüren, wie meine aufgestaute Energie und Aggression von mir abstrahlen, und so wie Wasser die Felsen nach und nach aushöhlt, höhlt die aufgestaute Energie meine Selbstbeherrschung aus. Und das darf sich heute Abend nicht in meinen Schlägen zeigen.

Endlich fällt der Puck, und ich rase auf ihn zu, im Hinterkopf unsere Spielzüge aus dem Training. Neben mir taucht Nummer 37 von den...


Brunner, Leah
Leah Brunner ist eine Amazon-Bestseller-Autorin, die Liebesromane mit explosiver Chemie und liebenswerten Charakteren schreibt. Wenn sie nicht arbeitet, verwöhnt sie ihre Maine-Coon-Katzen oder schaut mit ihren Kindern The Office. Obwohl sie aus dem Mittleren Westen stammt, ist sie mit ihrem Mann, der bei der Air Force ist, und ihren drei Kindern durch die ganzen Vereinigten Staaten gezogen.

Leah Brunner ist eine Amazon-Bestseller-Autorin, die Liebesromane mit explosiver Chemie und liebenswerten Charakteren schreibt. Wenn sie nicht arbeitet, verwöhnt sie ihre Maine-Coon-Katzen oder schaut mit ihren Kindern The Office. Obwohl sie aus dem Mittleren Westen stammt, ist sie mit ihrem Mann, der bei der Air Force ist, und ihren drei Kindern durch die ganzen Vereinigten Staaten gezogen. Weitere Informationen unter: leahbrunner.com



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