Bruno | Die heroische Leidenschaft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 302 Seiten

Bruno Die heroische Leidenschaft

De gli eroici furori
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-0875-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

De gli eroici furori

E-Book, Deutsch, 302 Seiten

ISBN: 978-3-7526-0875-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Es gibt im Menschen eine angeborene Sehnsucht nach Gott, nach Transzendenz. C.G. Jung nannte dies den "Archetyp Gottes". Diese Sehnsucht nach dem Göttlichen steht in enger Beziehung zur menschlichen Liebesfähigkeit und Sexualität. Wer sich nicht der Mystik oder Religiosität verdächtig machen will, nennt dies die Suche nach Sinn. Anknüpfend an die antiken Mysterien von Einweihung und Erleuchtung beschreibt Giordano Bruno in diesem Buch die bewusste spirituelle und kontemplative Suche nach dem Göttlichen, die er als "heroische Leidenschaft" bezeichnete. Das Ziel dieser Suche ist die Erfahrung der lebendigen Gottheit und die Erweckung des geistigen Potenzials, das in jedem Menschen schlummert, so dass er Wahrheit und Sinn seiner Existenz verstehen und nicht induktiv forschend, sondern in intuitiver Schau alles Sein begreifen kann. Mehr über die Bücher von Giordano Bruno unter: https://erikarojas.de/GiordanoBruno/GB.html

Der Naturphilosoph Giordano Bruno wurde 1548 in Nola in Süditalien geboren. 1565 trat er in den Dominikanerorden ein. Nachdem er 1576 wegen Ketzerei angeklagt wurde, floh er aus dem Orden zuerst in die Schweiz und dann nach Frankreich. 1583 bis 1585 lebte er in England, wo er unter anderem auch die Schrift "Die heroische Leidenschaft" verfasste. Von dort aus reiste er weiter über Paris nach Deutschland, Prag und Zürich. Als er nach Italien zurückkehrte, wurde er 1592 von der Inquisition verhaftet, nach Rom gebracht und in der Engelsburg inhaftiert. Nach langer Auseinandersetzung mit der Inquisition weigerte er sich, seine Lehren und Thesen zu widerrufen, und wurde am 17. Februar 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Giordano Bruno wird gerne als Vorläufer oder gar Märtyrer der Aufklärung bezeichnet. Dies ist nicht korrekt, denn er kämpfte zwar für Gedankenfreiheit, aber nicht für Atheismus oder Materialismus, und in seinen Werken spielt der Bezug zu lebendiger Spiritualität und Gott eine zentrale Rolle.

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Vorwort des Nolaners
Vorwort des Nolaners zu den heroischen Leidenschaften
geschrieben an den hochedlen Sir Philipp Sidney
Es ist in Wahrheit, oh hochedler Ritter, ein Zeichen für eine niedrige, gemeine und schmutzige Gesinnung, sein ständiges Trachten darauf zu fixieren, in Gedanken die Schönheit eines weiblichen Körpers zu begaffen. Bei Gott, kann es für die Augen eines reinen Empfindens ein unwürdigeres Spektakel geben als einen sinnierenden, kummervollen, leidenden, resignierten und melancholischen Mann, dem bald kalt, bald heiß ist, der bald glüht, bald zittert, bald bleich, bald rot wird, der bald erstaunt, bald entschlossen auftritt, der seine besten Stunden und die schönsten Blüten seines verrinnenden Lebens damit verschwendet, das Elixier seines Verstandes zu destillieren, um unter der Tyrannei einer unwürdigen, törichten, dummen und schmutzigen Schweinerei jene ewigen Selbstquälereien, jenen tiefen Schmerz, jenes vernünftige Argumentieren, jene ermüdenden Gedanken, jenes bittere Sehnen in Worte zu fassen, der Schrift anzuvertrauen und in öffentlichen Denkmälern zu verewigen? Was für eine Tragikkomödie! Was könnte, so meine ich, in diesem Theater des Lebens gezeigt, was könnte vor unseren Augen inszeniert werden, das lächerlicher und mitleiderregender wäre als jene Akteure, die in so großer Zahl und so heftig verstrickt dieses Stück aufführen, und sich in tiefsinnige, grüblerische, hartnäckige, entschlossene, treue, verliebte, bemühte und bewundernde Diener verwandeln von etwas ohne jede Treue, das keinerlei Beständigkeit besitzt, dem jeder Geist fehlt, das keinen Wert hat, ohne jegliche Dankbarkeit oder Erkenntlichkeit, wo du nicht mehr Gefühl, Bewusstsein oder Güte erkennen kannst, als sich in einer Statue oder in einem an die Wand gemalten Bild finden lässt? Dort befindet sich mehr Hochmut, Arroganz, Anmaßung, Eitelkeit, Zorn, Gehässigkeit, Falschheit, Lüsternheit, Geiz, Undankbarkeit und andere Verderben bringende Laster, als hätten Gifte und tödliche Waffen der Büchse der Pandora entspringen können, denn sie haben einen zu großen Unterschlupf im Hirn eines solchen Scheusals gefunden. Allein, da seht ihr es! Auf Papier geschrieben und in Büchern gedruckt, es wird den Augen präsentiert und erklingt für die Ohren. Es ist ein Lärmen, ein Geschrei, ein geistiger Krawall von Wahlsprüchen, von Schlagworten, von Episteln, Sonetten und Epigrammen, von Büchern, von weitschweifigen Schmierereien, von vergossenem Schweiß, von verlorenem Leben, von Geschrei, das die Sterne betäuben könnte, von Geheul, das bis zu den Pforten der Hölle dröhnt, von Klagen, die lebende Seelen erschrecken und von Seufzern, die selbst in den Göttern Mitleid erregen, für diese Augen, diese Wangen, diesen Busen, diese Blässe, dieses Rot, diese Stimme, diese Zähne, diese Lippen, dieses Haar, dieses Kleid, dieses Gewand, diese Handschuhe, dieses Stiefelchen, dieses Pantöffelchen, diese Spröde, dieses Schmollen, diese Herablassung, dieses verlassene Fenster, diese verdunkelte Sonne, diese Schwere, diesen Abscheu, dieses übertünchte Grab, diese Jauchegrube, diese Menstruation, dieses Aas, dieses Viertagefieber, diese Beleidigung und diesen Betrug der Natur, die durch eine Oberfläche, durch einen Schatten, einen bloßen Schein, ein Phantasma, einen Zaubertrank der Circe uns zum Zweck der Fortpflanzung mit dem Anschein von Schönheit verführt, die verschwindet sobald sie erscheint, entsteht und vergeht, erblüht und verwelkt. Hinter ein bisschen Fassade von Attraktivität im Äußeren, enthalten sie im Innern beständig wahrlich eine ganze Flotte, einen Krämerladen, eine Zollstelle, einen Markt voll von so viel Dreck, Drogen und Gift wie unsere stiefmütterliche Natur nur hervorbringen kann. Nachdem sie den Samen eingesammelt hat, der ihr so nützlich ist, bezahlt sie uns meist mit Gestank, Schuldgefühlen, Traurigkeit, Verdruss, Kopfschmerzen, Müdigkeit und anderen und wieder anderen Gebrechen, die alle Welt kennt, so dass zuletzt bitter schmerzt, was vorher süß verlockte. Aber was mache ich? Was denke ich? Bin ich denn ein Feind der Fortpflanzung? Hasse ich denn das Licht der Sonne? Bedauere ich gar mein Leben und all das Leben in der Welt? Will ich es den Menschen verweigern, von der süßesten Frucht des irdischen Paradieses zu kosten? Will ich denn verhindern, was die Natur so heilig eingerichtet hat? Soll ich es wagen, mich und andere von der bittersüßen Bürde zu befreien, die uns die göttliche Vorsehung auferlegt hat? Will ich denn mir selbst und anderen einreden, dass zwar unsere Vorfahren für uns, wir aber nicht für unsere Nachkommen geschaffen wurden? Gott behüte, dass ich je solches denken könnte! Nein, und ich füge noch hinzu: Wie viele Königreiche und Herrlichkeiten sie mir auch hätten anbieten und erwählen können, wäre ich doch niemals so weise oder gut gewesen, dass es mir in den Sinn gekommen wäre, mich kastrieren zu lassen oder ein Eunuch zu werden. Im Gegenteil, es würde mich beschämen, dass man glauben könnte, ich unterscheide mich in meiner Erscheinungsweise auch nur um ein Haar von irgend jemandem, der sich redlich von seinem Brot nährt und der Natur und dem gütigen Gott dienstbar ist. Ob für diesen guten Willen bestimmte Teile und Mühen hilfreich sind oder sein können, lasse ich allein jenen entscheiden, der dies beurteilen und darüber richten kann. Ich glaube nicht, gebunden zu sein, denn ich bin sicher, dass nicht alle Fesseln und Fallen genügen würden, die sie mir je binden oder stellen könnten, um mich zu fangen oder zu fesseln, wie viele Fallen oder Fesseln sie auch schon banden oder aufstellten, nicht einmal - ich weiß nicht, ob ich es sagen darf - wenn der Tod selbst jenen zur Seite stünde, die mich verfluchen wollen. Ich bin gewiss nicht kalt, denn ich denke, nicht der Schnee des Kaukasus oder des Ripheus würde genügen, meine Glut zu kühlen. Nun sieh, ob Verstand oder Mangel aus mir spricht! Was also will ich sagen? Was will ich beweisen? Was will ich festlegen? Was ich schließen und sagen will, oh hochedler Ritter, ist dass man dem Kaiser geben soll, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist. Ich will damit ausdrücken, dass man den Frauen, obwohl ihnen manchmal selbst göttliche Verehrung und Anbetung nicht zu genügen scheint, nicht deshalb auch göttliche Ehren und Anbetung zollen soll. Die Frauen sollen verehrt und geliebt werden, wie es den Frauen gebührt, aus dem Grund, so sage ich, und soweit und so oft es sein muss, ein wenig, manchmal und bei der Gelegenheit, wenn sie keine anderen als natürliche Vorzüge besitzen, nämlich jene Schönheit und jene Anmut für einen ganz bestimmten Zweck. Denn ohne diesen muss man glauben, sie kämen als ein nutzloseres Geschöpf zur Welt als ein morbider Pilz, der zum Schaden besserer Pflanzen die Erde überwuchert, und dass sie lästiger sind als irgendeine Giftpflanze oder eine Viper, die ihren Kopf aus der Erde streckt. Sagen will ich, dass alles im Universum, um Festigkeit und Dauer zu besitzen, sein Gewicht, seine Zahl, seine Ordnung und sein Maß haben muss, um gerecht und sinnvoll verwaltet und regiert werden zu können. Ebenso haben Silenos, Bacchus, Pomona, Vertumnus, der Gott von Lampsakos und die Götter von Küche und Keller, des Starkbiers, des gegorenen Weins und andere ihresgleichen ihre eigenen Heiligtümer, Tempel, Opfer und Kulte und wohnen nicht im Himmel, um sich gemeinsam mit Zeus, Saturn, Pallas, Phöbus und ihnen ähnlichen Göttern an Nektar und Ambrosia zu laben. Zum Abschluss will ich betonen, dass diese heroischen Leidenschaften ein heroisches Subjekt und ein heroisches Objekt voraussetzen, und deshalb ebenso wenig für gewöhnliche und natürliche Liebe gehalten werden dürfen, wie Delfine auf Baumwipfeln gefunden werden oder Wildschweine unter den Riffen des Meeres. Um es von vornherein ganz vor diesem Verdacht zu bewahren, dachte ich sogar anfänglich daran, diesem Buch einen ähnlichen Namen zu geben wie demjenigen Salomons, das ebenfalls unter der Hülle von Liebe und gewöhnlichen Gefühlen auf ähnliche Weise göttliche und heroische Leidenschaften enthält - so wird es jedenfalls von kabbalistischen Mystikern und Gelehrten interpretiert - kurz, ich wollte es Cantica oder Hohes Lied nennen. Doch mehrere Gründe haben mich davon abgebracht, von denen ich hier nur zwei aufzählen will. Einmal die von mir erlernte Furcht vor der hochgezogenen Augenbraue gewisser Pharisäer, die mich für frevelhaft halten könnten, wenn ich mir für eine natürliche und philosophische Schrift einen heiligen und übernatürlichen Titel anmaße, obgleich sie selbst als frevelhafte Heuchler und Diener aller möglichen Gaunereien für sich mit weit größerer Anmaßung, als es sich sagen lässt, die Titel von Heiligen, Auserwählten, göttlichen Predigern, Söhnen Gottes, Priestern und Königen beanspruchen. Indessen warten wir auf das Urteil Gottes, das ihre boshafte Unwissenheit gegenüber anderen Lehren, und unsere Einfachheit und Freiheit gegenüber ihrem boshaften Regelwerk, ihrer Zensur und ihren Einrichtungen offenbar machen wird. Der andere Grund ist die große Unähnlichkeit zwischen diesem und jenem Werk, auch wenn sich unter dem Schatten des einen wie des anderen dasselbe Mysterium und derselbe seelische Wesenskern verbirgt. Denn während niemand daran zweifelt, dass jener Weise in erster Linie Göttliches und nichts anderes im Sinn hatte und darstellen wollte, da dort die Bilder klar und deutlich bloße Bilder sind, und ihre Bedeutung als Gleichnis nicht geleugnet werden kann, wenn er von Taubenaugen spricht, von einem Hals, der einem Turm gleicht, von einer Zunge wie Milch, vom Duft des Weihrauchs, von Zähnen wie eine Herde, die aus der Tränke kommt, vom Haar, das Zicklein gleicht, die vom Berg Galaad herabkommen. Doch diese...



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