Bürgel | Dunkler Hass | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 341 Seiten

Reihe: beTHRILLED

Bürgel Dunkler Hass


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7325-7530-5
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 341 Seiten

Reihe: beTHRILLED

ISBN: 978-3-7325-7530-5
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Serienkiller verschleppt junge Frauen, die er grauenvoll verstümmelt und tötet. Hilfesuchend wendet sich Kommissar Marius Bannert an den bekannten Fallanalytiker Falk Hagedorn, der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Gemeinsam tauchen die beiden Kriminalisten nach und nach in die Psyche des Täters ein. Doch als sie beginnen, seine Motivation zu erahnen, holt der Killer zum Gegenschlag aus - und ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...
'Wieso hast du dich entschieden, mir zu helfen?' - 'Ich weiß es nicht genau. Der Fall fasziniert mich. Der Täter fasziniert mich.'
LESER-STIMMEN
'Ich war von Anfang bis Ende komplett gefesselt. (...) Der gesamten Story merkt man an, dass der Autor genau weiß, wovon er schreibt. Eigene Erfahrungen und prima Recherchen machen diesen Plot absolut stimmig.' (Nellsche, Lesejury)
'Die Spannung begleitet den Leser von der ersten Seite bis zur letzten Seite. Die Charaktere sind durchwegs authentisch und lebensecht geschildert (...). Ein absolut genialer Thriller, der mich vollends überzeugt hat und ich allen Thriller-Liebhabern wärmstens empfehlen kann (Andrea1978, Lesejury)
'Für jede Person mit guten Nerven und Interesse an Thrillern und Krimis ein absoluter Must-Read. Eine geniale Abwechslung, die Lust auf mehr Bücher dieser Sorte macht.' (Vivi_2084, Lesejury)
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Seit 1992 im Polizeidienst, versah er seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar in unterschiedlichen Bereichen der Kriminalpolizei, zuletzt beim Kriminaldauerdienst. Aktuell ermittelt er als Sachbearbeiter beim Polizeirevier Donaueschingen. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seiner Reihe rund um den Fallanalytiker Falk Hagedorn. Matthias Bürgel ist Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Krimiautoren).

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27. Kapitel


Konstanz – Polizeipräsidium

Der Staatsanwalt hat mir deine Beratertätigkeit heute Morgen via Mail genehmigt«, eröffnete Bannert das Gespräch, als er mit Hagedorn ungestört war.

»Deine Kosten gehen zu Lasten der Staatsanwaltschaft, wenngleich die nicht sonderlich begeistert war, dass ich dich eigenmächtig ins Boot geholt habe.«

»Gut! Sehr gut!«, brummte Hagedorn. »Somit hat Burger nichts mehr zu meckern. Bist du erleichtert?«

»Natürlich bin ich erleichtert! Was denkst du denn? Aber wir müssen endlich vorankommen. Ich habe das Gefühl, mich ständig im Kreis zu drehen und Phantomspuren nachzujagen, die uns keinen Schritt weiterbringen. Gib mir einen Anhalt. Mit wem haben wir es hier zu tun, was für einen abscheulichen Menschen jagen wir hier eigentlich?«

Hagedorn fuhr sich mit gespreizten Fingern durch die langen Haare, während er kurz nachdachte.

»Ich habe euer Material gründlich gesichtet. Die objektive Spurenlage ist wirklich dünn.«

»Glaubst du, das weiß ich nicht?«, schnaubte Bannert wütend.

»Hey, Marius, beruhige dich wieder! Ich wollte dich und dein Team nicht angreifen. Egal, was Burger sagt, ihr habt bisher hervorragend gearbeitet. Ihr habt euch nichts vorzuwerfen, und du schon gar nicht, weil du einen super Job machst. Obwohl ich gemerkt habe, dass es dir zuweilen Mühe bereitet. Habe ich recht?« Hagedorn sah ihn mit geneigtem Kopf durchdringend an.

Bannert wich seinem Blick aus und drehte sich im Bürosessel zum Fenster.

»Das ist die Untertreibung des Jahres, Falk«, fuhr er leiser fort. »Du kannst dir nicht vorstellen, wie frustrierend es ist, ständig gegen Windmühlen zu kämpfen. Burger macht mir seit vier Jahren das Leben zur Hölle. Egal, was ich tue, egal, wie gut ein Fall bearbeitet und erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde, Burger ist nichts recht. Und glaub mir, ich war nicht scharf darauf, die Soko-Leitung zu übernehmen. Er hat es quasi befohlen und mir mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen gedroht, sollte ich seiner Anordnung nicht Folge leisten.«

»Er will dich scheitern sehen. Burger wartet nur darauf, dir eins reinzuwürgen. Du hättest genauso gut ablehnen können, die Folgen wären dieselben gewesen.«

»Beim Verfassungsschutz habe ich mir den Arsch aufgerissen, wochenlang, ach was, monatelang ohne freie Tage durchgeackert, Einsätze koordiniert und geleitet«, fuhr Banner fort. »Ich bin dort gegangen, weil ich genau das nicht mehr wollte. Mein Versetzungswunsch nach Konstanz war eine bewusste Entscheidung, weil hier, zumindest war das bis vor ein paar Monaten so, die Welt noch in Ordnung schien. Ich wollte nur ein einfacher Sachbearbeiter sein, meinen Job machen und einigermaßen geregelten Arbeitszeiten nachgehen.«

Hagedorn stieß ein kehliges Lachen aus. »Du und ein einfacher Sachbearbeiter? Marius, du hast das Zeug zum Führen.«

»Mag schon sein«, bemerkte Bannert achselzuckend. »Trotzdem will ich es nicht. Das reibt mich zu sehr auf. Leider habe ich das erst spät erkannt, aber es gibt Wichtigeres als immer nur zu arbeiten.«

Er schob das Scheitern seiner Ehe den unregelmäßigen Arbeitszeiten und den vielen Überstunden seines Jobs zu. Selten konnte er mit einem freien Wochenende rechnen und wichtige Ereignisse, wie Familienfeiern oder Einladungen, verpasste er ständig. Irgendwie hatte er sich vor dem Alleinsein gefürchtet, als seine Frau ausgezogen war. Es hatte einige Wochen gedauert, sich daran zu gewöhnen, dass nicht nur ihre Bettseite leer war, sondern auch sein Kühlschrank, wenn er wieder einmal vergessen hatte einzukaufen.

Bannert scheuchte die Gedanken beiseite. »Zurück zum Fall. Erzähl mir was, Falk!«

»Nun gut, wo fange ich an? Für ein umfassendes Täterprofil ist es noch etwas zu früh, aber wir sind uns sicher einig darüber, dass unser Täter ein Mann sein muss und dazu noch ein sehr kräftiger. Es kostet einige Kraftanstrengung, einen leblosen Körper mehrere Hundert Meter weit zu tragen.«

Bannert pflichtete ihm bei.

»Unser Mann, wenn ich ihn mal so nennen darf, geht sehr kontrolliert vor, überlässt nichts dem Zufall.«

»Denkst du, das trifft auch auf die Opferwahl zu?«

»Das weiß ich eben noch nicht. Außer dass sie alle im gleichen Altersspektrum sind, gibt es äußerlich wenig Ähnlichkeiten. Er scheint diesbezüglich nicht festgelegt zu sein, aber lange Haare sind ihm offenbar wichtig. Darum dürfen wir auch die geschändete Leiche aus der Prosektur nicht außer Acht lassen. Zumindest optisch passt sie in sein Raster. Ob die Frauen nun zufällig seine Opfer wurden oder er sie gezielt und bewusst ausgesucht hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Dort den Anknüpfungspunkt zu finden, würde sehr hilfreich sein.

Nicht selten suchen solche Täter ihre Opfer in ihrem direkten Umfeld, in dem sie sich bewegen. Arbeitsplatz, Uni, Singlebörsen, Partnertreffs, Chatrooms. Das Internet hat solchen Menschen Tür und Tor geöffnet. Du weißt selbst, wie oft gerade die jungen Leute leichtsinnig im Umgang mit dem Internet sind. Wenn junge Frauen, fast noch Kinder, Nacktbilder oder Videoclips, in denen sie masturbieren, durchs Web schicken.«

»Genau dort liegt ja das Problem«, unterbrach ihn Bannert. »Heute benutzt kaum noch jemand den PC zu Hause. Die Smartphones sind heute so leistungsstark, dass sie einen Laptop beinahe ersetzen. Bei keiner der identifizierten Frauen konnten wir in deren Laptops etwas finden, was uns weitergebracht hätte, und die Smartphones fehlen, wie dir bekannt ist.«

»Wieso wurde eigentlich keines der Opfer vermisst?«, knurrte Hagedorn nachdenklich.

»Ja, das ist bemerkenswert. Von den ersten vier Opfern wissen wir, dass sie sich, wie zum Beispiel Lara Brandl, aus den unterschiedlichsten Gründen von ihren Eltern oder Verwandten distanziert hatten. Opfer Nummer zwei hatte keine Eltern mehr, und Nummer drei und vier hatten den Kontakt zu ihren Eltern komplett abgebrochen.

»Auch keine Freunde oder Freundinnen, Mitbewohnerinnen, die sie vermisst haben?«, hakte Hagedorn ungläubig nach.

Bannert schüttelte den Kopf.

»Das hatte mich auch gewundert. Diejenigen, die wir ermitteln konnten, gaben fast alle unisono an, dass es nicht außergewöhnlich gewesen sei, wenn die Frauen sich einige Tage oder Wochen nicht meldeten.«

»Fällt mir schwer zu glauben«, brummte Hagedorn zweifelnd. »Die jungen Leute sind doch den ganzen Tag nur am Nachrichten-Versenden. Und dann herrscht plötzlich Sendepause. Niemand macht sich Gedanken oder Sorgen, warum sich die Mädchen nicht mehr melden?«

Bannert konnte Hagedorn darauf keine Antwort liefern, weshalb sie sich schweigend anschauten.

»O. k.«, unterbrach Hagedorn die Stille. »Stellen wir die Viktimologie zurück. Ich halte unseren Killer für ausgesprochen intelligent. Ich spreche nicht von Bauernschläue, sondern hochgradiger Intelligenz. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass er irgendwo ein hohes Amt bekleidet, das kann genauso gut ein kleiner Angestellter sein. Schüchtern, zurückhaltend, unauffällig. Bei keinem der Leichenfundorte handelte es sich um den Tatort, weshalb der Täter die Frauen zunächst irgendwo versteckt hielt und sie dort verstümmelte und tötete oder tötete und sie dann verstümmelte. Er muss also einen Rückzugsraum haben, an dem er ungestört arbeiten kann. Ein schalldichter Kellerraum, ein Ferienhaus, eine alte Lagerhalle, Scheune, eine Jagdhütte, ein altes Fabrikgebäude oder …«

»… oder eine Prosektur …?«, vollendete Bannert den Satz.

»Richtig! Oder eine Prosektur. Wobei man, wie der Vorfall von heute Nacht belegt, auch hier nicht ganz ungestört wäre«, gab Hagedorn zu bedenken.

»Du erinnerst dich daran, was Dr. Strasser zu den Verstümmelungen ausgeführt hat. Dass man zwar kein Chirurg sein, aber dennoch medizinische Grundkenntnisse haben müsse, um die Eingriffe durchzuführen?«, erklärte Hagedorn, wobei er das Wort Eingriffe besonders betonte und in imaginäre Anführungszeichen setzte, die er in die Luft zeichnete.

Bannert nickte. »Ich weiß, worauf du hinauswillst.«

»Hinzu kommt, dass unser Täter sich mit Narkosemitteln auszukennen scheint. Nicht nur, dass er weiß, wie und wo er sie sich beschaffen kann, er weiß sie auch anzuwenden.«

»Das heißt, du vermutest unseren Täter im Umfeld eines Krankenhauses?«

»Langsam Marius, bisher habe ich nur laut gedacht. Aber es wäre plausibel. Vielleicht fänden wir hier auch die Verbindung zu unseren Opfern. Möglicherweise waren sie dort Patientinnen oder haben dort gearbeitet?«

»Hm«, brummte Bannert nachdenklich. Den gemeinsamen Arbeitsplatz können wir, denke ich, ausschließen, aber auf die Idee, dass sie alle in einem Krankenhaus behandelt worden sein könnten, bin ich noch nicht gekommen.«

Bannert kritzelte eine Notiz auf den Block, den er neben sich liegen hatte.

»Diese Art Täter ist oftmals extrem ordnungsliebend«, nahm Hagedorn das Gespräch wieder auf.

»Regelrechte Kontrollfreaks sind das. Studien haben gezeigt, dass solche Menschen oft geplagt werden von Zwangsneurosen, wie Waschzwang, Ordnungszwang, Berührungszwang und was weiß ich noch alles.«

»O. k., verstanden! Aber warum tut er, was er tut? Sein Verhaltensmuster kann ja nicht nur eine Zwangsneurose sein?«

»Ich hatte in der Besprechung ja schon ausgeführt, dass es die Phänomene Nekrophilie und Nekrosadismus gibt. Das alles sind sexuelle Paraphilien. Es gibt da sehr viele Spielarten. Gerontophilie, Sodomie, Pädophilie, Koprophilie, Urophilie zum Beispiel, Voyeurismus und Exhibitionismus ebenso.

Du würdest dich wundern, in wie vielen Menschen, quer durch alle...


Bürgel, Matthias
Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Seit 1992 im Polizeidienst, versah er seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar in unterschiedlichen Bereichen der Kriminalpolizei, zuletzt beim Kriminaldauerdienst. Aktuell ermittelt er als Sachbearbeiter beim Polizeirevier Donaueschingen. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seiner Reihe rund um den Fallanalytiker Falk Hagedorn. Matthias Bürgel ist Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Krimiautoren).

Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Seit 1992 im Polizeidienst, versah er seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar in unterschiedlichen Bereichen der Kriminalpolizei, zuletzt beim Kriminaldauerdienst. Aktuell ermittelt er als Sachbearbeiter beim Polizeirevier Donaueschingen. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seiner Reihe rund um den Fallanalytiker Falk Hagedorn. Matthias Bürgel ist Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Krimiautoren).



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