Bürgel | Kalte Körper | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 385 Seiten

Reihe: Fallanalytiker Falk Hagedorn

Bürgel Kalte Körper

Thriller
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-1837-0
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 3, 385 Seiten

Reihe: Fallanalytiker Falk Hagedorn

ISBN: 978-3-7517-1837-0
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In Konstanz wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt, ihr Körper ist kunstvoll als Statue inszeniert - und tiefgefroren. Und es bleibt nicht bei einer Leiche ... Offenbar tötet ein Serienmörder, um seine Opfer anschließend spektakulär in Szene zu setzen! Die ungewöhnliche Mordserie weckt das Interesse von Fallanalytiker Falk Hagedorn. Nach anfänglichem Zögern willigt er ein, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Ein erster Verdächtiger ist schnell gefunden und in Untersuchungshaft. Doch Hagedorn ist überzeugt: Der wahre Täter läuft noch frei herum - und wird weiter morden ...

»Atmosphärisch, spannend und düster. Auch der dritte Roman rund um Matthias Bürgels unkonventionellen Fallanalytiker Falk Hagedorn hat mich begeistert und gefesselt und mir einige schlaflose Nächte beschert.« (Bestseller-Autor Uwe Laub)

eBooks von beThrilled - mörderisch gute Unterhaltung!



Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Seit 1992 im Polizeidienst, versah er seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar in unterschiedlichen Bereichen der Kriminalpolizei, zuletzt beim Kriminaldauerdienst. Aktuell ermittelt er als Sachbearbeiter beim Polizeirevier Donaueschingen. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seiner Reihe rund um den Fallanalytiker Falk Hagedorn. Matthias Bürgel ist Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Krimiautoren).

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Kapitel 2


Konstanz, Rheinpromenade, Bodenseeforum

Montag, 07:30 Uhr

Erster Kriminalhauptkommissar Marius Bannert pellte sich umständlich aus dem Mercedes und trat die Fahrertür ungehalten ins Schloss.

»Wie ich die Kiste hasse«, maulte er.

Eine junge Streifenbeamtin trat auf ihn zu und nickte zum Gruß.

»Was stimmt denn mit dem Auto nicht?«, erkundigte sich die uniformierte Brünette.

»Die Blechbüchse mag für kleinere Menschen angehen.« Bannert reichte ihr flüchtig die Hand. »Außerdem sitzt man darin so tief, dass man einen Schuhlöffel zum Aussteigen braucht.«

Ihre zierliche Hand versank vollständig in seiner. Bannert überragte die Beamtin um mehr als einen Kopf. Eingeschüchtert sah sie zu ihm auf.

»Sie sind Hauptkommissar Bannert?«, fragte sie unsicher.

»Hm!«, brummte er zustimmend. »Kennen wir uns?«

»Ähm, nein«, sagte sie irritiert. »Reiser, Mirjam Reiser. Einfach nur Mirjam, oder Miri. Ich sollte hier auf Sie warten und Sie sofort zum Tatort bringen, sobald Sie eingetroffen sind«.

»Bist du sicher, dass es der Tatort ist?«

»Na gut! Dann eben der Fundort«, korrigierte sie sich.

Bannert war nicht entgangen, wie sie ihn ansah. Er war sich der Wirkung seiner Augen bewusst und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

»Kontaktlinsen«, witzelte Bannert.

»Echt jetzt?« Die Beamtin fühlte sich ertappt.

»Nein. Ein Scherz! Bringst du mich jetzt hin, oder soll ich mich selbst auf die Suche machen?«

»Ähm, natürlich! ’tschuldigung!«

»Und nenn mich Marius«, bat er.

»Freut mich, Marius«, entgegnete sie strahlend, wandte sich um und ging ihm voraus.

Abgesehen von der Pistole, die Bannert im Gürtelholster trug, wies ihn nichts als Kriminalbeamten aus. Wenn es nach ihm ginge, könnte er auch auf das Tragen der Waffe verzichten. Die neue Chefin bestand jedoch vehement darauf, dass ihre Mitarbeiter, wenn sie das Dienstgebäude verließen, gefälligst die Dienstwaffe und Schutzweste mitzuführen hätten. Bannert dachte jedoch nicht im Traum daran, die kugelsichere Weste zu tragen. Einer der letzten Augusttage versprach ein schwülheißer Tag zu werden, und er würde sich damit nicht noch zusätzlich belasten.

Schweigend folgte er der jungen Beamtin.

Sie umrundeten das Bodenseeforum und näherten sich über die Promenade der Gebäuderückseite.

»Wann wurde sie gefunden?«, erkundigte sich Bannert.

»Vor etwa zwei Stunden. Wir waren relativ schnell vor Ort. Obwohl um diese Zeit schon viele Leute unterwegs sind, die ihre Hunde ausführen oder joggen, wurde sie erst kurz nach Sonnenaufgang entdeckt.«

»Wann war das?«

»Hm ...« Reiser überlegte kurz. »Kurz nach halb sechs?«

»Ist das eine Frage oder eine Feststellung?« Bannerts Stimme klang harscher als beabsichtigt.

»Sorry! Es war ziemlich genau fünf Uhr dreißig.«

Das Gelände war großräumig mit Flatterband abgesperrt. Bannert zählte nicht weniger als drei Mannschaftstransportwagen der Bereitschaftspolizei, deren Einsatzkräfte den Fundort weiträumig absperrten.

Bannert kannte das Bodenseeforum nur von einem zufälligen Besuch. Er lächelte, als er sich erinnerte, vor drei Jahren mit einer Staatsanwältin das Forum für eine Live-Lyrix-Veranstaltung eines Radiosenders besucht zu haben. Sie hatte zwei Tickets für das Event, und angeblich war ihre Freundin kurzfristig abgesprungen. Im Anschluss daran waren sie die Promenade entlanggeschlendert und hatten wie Teenager auf einer Bank im Herosé-Park rumgeknutscht.

Vermutlich, weil er damals nur Augen für die attraktive Staatsanwältin und weniger für die neu angelegte Promenade gehabt hatte, konnte er sich an den Anblick, der sich ihm jetzt bot, nicht erinnern.

Kriminaltechniker tänzelten um eine Statue herum, die damals definitiv nicht dort gestanden hatte.

Ein Mann Ende fünfzig kam auf ihn zu und begrüßte ihn herzlich. Karsten Kieferle, der leitende Kriminaltechniker. Bannert kannte keinen besseren. Kieferles Schädel war wie immer in letzter Zeit frisch rasiert und schimmerte wie eine frisch gewachste Bowlingkugel in der morgendlichen Sonne.

»Marius. Gut, dich wieder im Team zu haben.«

»Danke!«, entgegnet Bannert abwesend. Er konnte kaum den Blick von der grotesken Statue abwenden.

»Als du sagtest, die Leiche sei tiefgefroren, konnte ich mir kein Bild machen«, sagte Bannert leise, als er umständlich ein Paar Einweg-Handschuhe aus der Gesäßtasche fingerte.

»Ja, die Leiche ist hart wie Stein«, kommentierte Kieferle.

»Wo ist der Rechtsmediziner?«, erkundigte sich Bannert.

»Ist auf dem Weg. Nadine sollte in wenigen Minuten auch hier eintreffen.«

»Gut!«

Während Bannert die Finger in das Nitril zwängte, ging er langsam auf die Statue zu. Einen Meter davor hielt er inne. Der Anblick war bizarr und faszinierend zugleich. Unmittelbar vor der betonierten Kaimauer erhob sich auf einem kleinen Marmorsockel die Leiche einer in Eis erstarrten hübschen jungen Frau, die nicht viel älter als sechs- oder siebenundzwanzig Jahre alt zu sein schien. Bis auf einen weißen Tutu-Rock war sie nackt.

Die wärmenden Sonnenstrahlen hüllten den Körper in eine dampfende Aura diffundierenden Eises.

Die Beine überkreuzt, die Arme hoch über den Kopf erhoben und zu einem fast perfekten Kreis geformt, strahlte sie eine grazile Anmut aus. Das Kinn leicht erhoben, verlor sich ihr nach oben gerichteter Blick im wolkenlosen Himmel.

»Eine Ballerina?«, hörte er Kieferle neben sich mutmaßen.

»Jupp! In der fünften Position.«

»Was?«

»Ballett! Die fünfte Position. Eine von fünf Grundstellungen im Ballett« klärte Bannert ihn auf.

»Klugscheißer!«, spöttelte Kieferle. »Wieso kennst du dich denn mit Ballett aus?«

»Ich musste meine kleine Schwester öfter, als mir lieb war, ins Ballett begleiten.«

»Aha?« Kieferle grinste breit, der offenbar Bilder eines Ballett tanzenden, jungen Bannerts vor dem inneren Auge hatte.

»Idiot!«, brummte Bannert. »Hör auf, so blöd zu grinsen.«

Kieferle wand sich kichernd ab und ging auf das Tatortfahrzeug der Kriminaltechnik zu.

»He!«, rief Bannert ihm hinterher. »Kannst du etwas über die Todesursache sagen?«

»Nö, du wirst dich gedulden müssen, bis die Rechtsmedizin eintrifft.«

»Seid ihr fertig mit der Spurensicherung?«

Kieferle reckte den erhobenen Daumen in die Höhe.

Bannert seufzte, wandte sich der Statue zu und ließ den Blick akribisch über den nackten, toten Frauenkörper gleiten. Er konnte nicht erkennen, ob sie mit dem Marmorsockel verbunden war oder sich, perfekt ausbalanciert, alleine trug. Von den Knöcheln bis zu ihrer Scham wanden sich filigrane Ornamente. Bannert vermochte nicht zu beurteilen, ob sie in das gefrorene Fleisch gebrannt, geprägt oder geschnitzt worden waren. Die Verzierungen waren so fein, so kunstvoll, dass es den Anschein erweckte, als würde sie eine gemusterte Feinstrumpfhose tragen.

Im Abstand von wenigen Zentimetern ließ er seine offene Hand über ihrer Brust schweben.

Die Frau war nicht einfach nur tiefgekühlt – sie war weit über den Gefrierpunkt hinaus kryostatisch konserviert.

Sie zu berühren, wagte er nicht. Zu groß waren seine Befürchtungen, dass sie kippen und in mehrere Teile zerbrechen könnte.

Nachdem Bannert die eisige Statue einmal umrundet hatte, zog er ein kleines Diktiergerät aus der Brusttasche seines Hemds und verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust.

»Weiblicher Leichnam, circa fünfundzwanzig bis dreißig Jahre alt, augenscheinlich keine äußeren letalen Verletzungen«, diktierte er gedämpft in das Gerät.

»Stimmt!«, pflichtete ihm Kieferle bei, der unbemerkt zurückgekehrt war. »Sind dir ihre Beine aufgefallen?«

»Natürlich«, entgegnete Bannert. »Die Muskeln sind atrophiert.«

»Komisch. Was kann das sein?« Die uniformierte Beamtin war Kieferle gefolgt.

»Hast du nichts Besseres zu tun?«, fuhr Kieferle sie an.

»Irgendetwas absperren oder Reporter im Zaum halten?«

Beleidigt wandte sich die uniformierte Beamtin um und ging eilig den Weg zurück, den sie zuvor mit Bannert gekommen war.

»Findest du nicht, dass du etwas forsch zu ihr warst, Karsten?«

Kieferle schnaubte entnervt.

»Mirjam ist ein liebes Mädel, aber sie kann echt nervtötend sein.«

»Wieso?«

»In den vergangenen neun Monaten hat sie sich insgesamt viermal bei der Kripo beworben. Sie möchte unbedingt zur Kriminaltechnik.«

»Wo liegt das Problem?«

»Sie ist mir zu unerfahren. Sie ist nach dem Abitur direkt in den gehobenen Dienst eingestiegen, hat das Studium an der...


Bürgel, Matthias
Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Seit 1992 im Polizeidienst, versah er seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar in unterschiedlichen Bereichen der Kriminalpolizei, zuletzt beim Kriminaldauerdienst. Aktuell ermittelt er als Sachbearbeiter beim Polizeirevier Donaueschingen. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seiner Reihe rund um den Fallanalytiker Falk Hagedorn. Matthias Bürgel ist Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Krimiautoren).

Matthias Bürgel, Jahrgang 1970, studierte an der Fachhochschule der Polizei Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Seit 1992 im Polizeidienst, versah er seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar in unterschiedlichen Bereichen der Kriminalpolizei, zuletzt beim Kriminaldauerdienst. Aktuell ermittelt er als Sachbearbeiter beim Polizeirevier Donaueschingen. Trotz der menschlichen Abgründe, die er in seiner täglichen Arbeit erfährt, liebt er seinen Beruf. Seine langjährigen Erfahrungen inspirierten ihn zu seiner Reihe rund um den Fallanalytiker Falk Hagedorn. Matthias Bürgel ist Mitglied im Syndikat (Verein deutschsprachiger Krimiautoren).



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