Busch | Das Licht von Latoy | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 284 Seiten

Busch Das Licht von Latoy


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-944737-59-1
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 284 Seiten

ISBN: 978-3-944737-59-1
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als das 'Licht von Latoy' gestohlen wird, macht sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf, das Wahrzeichen des Planeten zu suchen. Dabei lernt der Speeder Cody den durghanischen Imperator Sandor kennen. Und ohne es zu ahnen wird aus der Suche nach dem Licht auch eine Suche nach der eigenen Identität und der Akzeptanz eines ganzen Sternensystems.

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Kapitel 1


Sektor 4 des Sternensystems Chamos

Planet Latoy

Hauptstadt Latoyanan

Es klingelte an der Tür der luxuriös gelegenen Wohneinheit. Martyn sah nicht einmal von seiner Arbeit auf. Seine Berechnungen waren ihm wichtiger als unangemeldeter Besuch. Außerdem war sein Lebensgefährte ebenfalls zu Hause. Sollte halt Alexander dem hartnäckigen Klingler öffnen, der mittlerweile ein viertes Mal schellte.

Martyn trug eine Datenbrille, die mit seinem Hauptrechner verbunden war. Sie machte einen Monitor oder eine mit Hilfe einer Holocam in den Raum projizierte dreidimensionale Darstellung überflüssig, indem sie die Daten und Bilder direkt in sein Hirn schaltete. Die Brille ließ ihn blind gegenüber seiner Umwelt werden und anfangs hatte sie für Schwindel gesorgt, bis sich Martyn daran gewöhnt hatte, etwas anderes zu sehen als sein Körper fühlte.

Während seine Finger über das Eingabemodul seines Hauptrechners flogen, hörte er Alexander tatsächlich zur Tür gehen. Gleich darauf stand sein Lebensgefährte neben ihm.

„Martyn?“

Mit einem Seufzen nahm er die Brille ab. Er hasste es, während seiner Arbeit gestört zu werden. Alexander wusste das, daher musste es einen triftigen Grund für die Störung geben.

„Ein Bote vom Senat für dich“, sagte Alexander und zwinkerte ihm zu. „Sie sind wohl endlich auf deine Arbeit aufmerksam geworden.“

Das konnte sich Martyn kaum vorstellen, obwohl … Er hatte einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Ob der Bote deswegen hier war? Mit einem hoffnungsträchtigen Lächeln eilte er zur Tür, wo einer der kleinen Botendroiden auf Augenhöhe schwebte. Diese Nachrichtenüberbringer gehörten zu der einfachen Generation von Droiden und bestanden aus einem grob terranischen Oberkörper mit einem röhrenförmigen Kopf. Diese Konstruktion saß auf einem tellerartigen Antrieb, den er bereits vor Jahren in einem Studiumsprojekt perfektioniert hatte. Auf eine künstliche Haut, wie zum Beispiel Hausdroiden trugen, hatten die Hersteller bei diesem Modell verzichtet.

„Doktor Martyn Faas?“, erkundigte sich der Bote mit leicht blecherner Stimme.

Er gehört neu eingestellt, dachte Martyn unwillkürlich, unterdrückte das verlangende Zucken seiner eifrigen Hände und nickte als Antwort.

„Ich habe eine Depesche vom Senat für Sie.“ Der Droide hielt ihm seine metallene Handfläche mit dem integrierten Scanner entgegen. Martyn legte kurz seinen Zeigefinger darauf. Mit einem raschen Aufblenden eines gelblichen Lichtes wurden seine biometrischen Merkmale erfasst, seine Identität überprüft und die Annahme der Botschaft bestätigt. Gleich darauf bekam er einen Nachrichtenwürfel ausgehändigt. Ein bisschen wunderte es ihn schon, dass der Senat die Botschaft nicht über den Hauptrechner schickte, sondern aus der Nachricht ein Geheimnis machte. Von so enormer Bedeutung war seine Arbeit an den Antriebssteinen nun auch nicht.

„Möge das Licht Ihnen leuchten“, verabschiedete sich der Droide höflich.

„Danke, dir auch“, murmelte Martyn und schloss die Tür. Mit gemischten Gefühlen starrte er auf den Würfel und kehrte in sein Arbeitszimmer zurück, wo Alexander auf ihn wartete.

„Bestimmt sind deine Fördermittel genehmigt worden. Oder sie wollen dich als Repräsentant für eine Fachtagung.“

„Und dafür schickt der Senator einen Botendroiden?“

„Na ja, was sollte es sonst sein? Martyn, jetzt hör dir die Botschaft endlich an.“ Wie immer war Alexander derjenige, der am meisten zappelte. Allerdings konnte Martyn nicht leugnen, dass er ebenso neugierig war. Daher aktivierte er den Würfel, woraufhin das lebensgroße Hologramm eines älteren Mannes neben ihnen in den Raum übertragen wurde.

„Mein Name ist Hugh Baisley und ich möchte Ihnen, Doktor Faas, eine Einladung in die Kuppel aussprechen. Ich würde mich freuen, Sie morgen um 19:00 Uhr begrüßen zu dürfen. Möge das Licht Ihnen leuchten.“

Damit endete die Nachricht.

„Das ist alles?“ Martyn fühlte sich wegen der dürftigen Mitteilung ein wenig enttäuscht. Diese Botschaft klang nicht nach einer Bewilligung von Fördermitteln, sondern eher nach etlichen langweiligen Stunden politischen Palavers. Alexander schlang einen Arm um seine Mitte.

„Vielleicht haben sie von deiner neuesten Studie über die Antriebssteine gehört und laden dich deswegen ein“, sagte er. „Und wenn du ganz großes Glück hast, bekommst du die Gelegenheit einen Prototypen zu bauen.“

„Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es bei dem Gespräch nicht unbedingt um Antriebssteine gehen wird“, murmelte Martyn. „19:00 Uhr ist eine seltsame Zeit für ein Gespräch beim Senat.“

„Weswegen sollten sie dich denn sonst einladen? Wegen deines guten Aussehens?“ Alexander lachte und fuhr ihm durch die blonden, stoppeligen Haare. „Möglicherweise sind sie auf dich aufmerksam geworden, weil du ein Wissenschaftler ohne Schmerbauch und Vollbart bist. Und nun laden sie dich für eine Runde betörenden Cybersex ein.“

„Reizende Vorstellung“, brummte Martyn.

+++

Schräge Musik wummerte durch den Club und trieb die Tanzenden zu ekstatischen Höchstleistungen an. Noah saß vor seinem fünften giftgrünen Longdrink und betrachtete den Grundriss des Museums der Tausend Künste auf seinem DataScreen. Zurzeit war das Museum voll mit neuen Exponaten eines besonders exotischen Planeten, die sich garantiert gut an den einen oder anderen Sammler verkaufen ließen. Er sollte sich daher entscheiden, welche Stücke er problemlos transportieren konnte und einem Käufer Anreiz boten.

„Noah DeBray? Ich habe eine Nachricht für Sie.“

„Verpiss dich“, knurrte er, ohne sich umzuschauen.

„Die Nachricht ist vom Senat.“

Langsam drehte sich Noah zu einem schwebenden Droiden um, der geduldig wartete.

„Du sollst dich verpissen, du dämlicher Blechheini.“

Der Droide näherte sich ein Stückchen, stellte einen Datenwürfel vor ihm ab und streckte ihm die Handfläche zum Scan entgegen.

„Bitte quittieren Sie den Empfang.“

Noah starrte mit schmalen Augen auf den Würfel. Was mochte der Senat wollen? Und wie hatte man ihn hier überhaupt finden können?

„Empfang verweigert.“

„Im Falle einer Empfangsverweigerung habe ich Order, die Gesetzeshüter zu rufen. Dem Senat ist bekannt, dass mehrere Haftbefehle gegen Sie offen sind.“

Wütend fuhr Noah auf: „Das ist Erpressung.“

„Ganz recht, Sir.“

Eine Sekunde lang starrte er dem Droiden in das metallene Gesicht. Natürlich blieb es gleichgültig und gefühllos. Dann legte er fluchend den Finger auf den Scan. Auf Gesetzeshüter hatte er wirklich keine Lust. Außerdem bekam man in der Sicherheitsverwahrung keine Cocktails serviert.

„Vielen Dank, Sir. Möge das Licht Ihnen leuchten.“

„Möge der Rost dich fressen“, grollte Noah und leerte sein Glas. Mit einer Geste orderte er Nachschub und schob den Würfel unentschlossen hin und her. Der Droide hinter der Bar reichte ihm einen weiteren Donginischen Kometen. Mit dem Drink in der Hand drehte sich Noah auf dem Hocker um und beobachtete eine Zeitlang die Tanzenden. Dabei nippte er an seinem Longdrink. Der Würfel lag hinter ihm auf dem Tresen und schien ihm ein Loch in den Rücken zu brennen. Noah bemühte sich, ihn zu ignorieren. Er könnte aufstehen, gehen und den Nachrichtenwürfel einfach in diesem Club vergessen.

Oder sich die Botschaft anhören.

Es musste wichtig sein, wenn sich der Senat solche Mühe gab, ihn zu finden. Normalerweise war er für Behörden nicht so leicht aufzustöbern, wie die ausstehenden Haftbefehle bewiesen. Mit einem neuerlichen Fluch wandte er sich wieder zum Würfel um und aktivierte ihn. Ein Hologramm erschien.

„Mein Name ist …“

„Wichser!“

„Hugh Baisley. Ich arbeite für den Senat von Latoy …“

Noah hörte sich den Rest der kurzen Botschaft an, bevor er einen neuen Donginischen Kometen bestellte.

„Sir, ich muss Sie darauf hinweisen, dass Sie nicht mehr flugtüchtig sind, falls Sie mit einem Gleiter hier sind.“

Irgendwie gingen ihm die Droiden heute mächtig auf die Nerven.

„Leck mich am Arsch!“

„Bedaure, Sir. Darauf bin ich nicht programmiert.“

+++

Der Turbobooster legte sich schnittig in die Kurve und sauste zwischen den leeren Zuschauertribünen entlang.

„Du fliegst heute wie eine lahme Ente“, drang eine Stimme mit einem leicht lispelnden Akzent über den Kommunikator an sein Ohr. Cody grinste vergnügt.

„Warte es ab, Brennan. Du wirst gleich an meinem Heck schnüffeln.“ Er gab seinem Booster mehr Schub und überholte seinen Konkurrenten. In einem gewagten Manöver setzte er den Renngleiter direkt vor den Brennans.

„Hey, du Verrückter!“ Sein Mitstreiter versuchte hartnäckig die Führung zurückzuerobern, was Cody durch weiteres Beschleunigen verhinderte. Hochkonzentriert blickte er nach vorne, um den absolut besten Winkel zum Einfliegen in die Caves abzupassen. Die Caves waren ein Labyrinth aus Felssäulen inmitten einer finsteren Höhle, die es zu passieren galt. Ein tückisches Hindernis auf dieser Rennstrecke.

„Cody, du bist zu schnell“, ertönte Brennans besorgte Stimme. Das wusste Cody selbst, aber der Pilot in ihm flüsterte eindringlich, dass er es schaffen...



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