E-Book, Deutsch, 285 Seiten
Byron Cover FLASH GORDON
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7438-9609-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Roman zum Film
E-Book, Deutsch, 285 Seiten
ISBN: 978-3-7438-9609-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Flash Gordon, Dale Arden und Dr. Hans Zarkov begeben sich auf die weite Reise zum Planeten Mongo, um die Erde vor dem Untergang zu retten: Imperator Ming, der Herrscher von Mongo, untersucht alle tausend Jahre sämtliche Welten seines Reiches - wenn die Planetenbewohner die von ihm ausgelösten Phänomene, über die er sich gleichzeitig köstlich amüsiert, für Naturkatastrophen halten, dann hält er sie für harmlos und verschont sie. Wird ihnen jedoch klar, dass es sich um einen Angriff handelt, dann betrachtet Ming sie als potenzielle Bedrohung und vernichtet sie vollständig. Auf diese Weise testet er nun auch die Erdlinge... Flash Gordon von Arthur Byron Cover ist die actionreiche und humorvolle Roman-Adaption des gleichnamigen Science-Fiction-Kultfilms aus dem Jahr 1980 (Regie: Mike Hodges) mit Sam J. Jones als Flash Gordon, Max von Sydow als Imperator Ming, Ornella Muti als Prinzessin Aura, Timothy Dalton als Prinz Barin, Peter Wyngarde als Klytus und Chaim Topol als Dr. Hans Zarkov. Der Film basiert auf den Comics von Alex Raymond, die erstmals 1934 erschienen. Der Apex-Verlag veröffentlicht Flash Gordon in seiner Reihe APEX SF-KLASSIKER als durchgesehene Neuausgabe.
Autoren/Hrsg.
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Prolog: Kosmisches Schachspiel
»Untergebener, ich langweile mich.« Die gleichgültige Stimme, die darauf antwortete, kannte keine Herzlichkeit und kein Mitleid. Diese Stimme war niemals Träger einer Leidenschaft, nicht einmal des stillschweigenden Eingeständnisses einer Gefühlsregung. »Oh, mein Meister, was kann ich tun, um die Langeweile, die Euch so gnadenlos überfallen hat, abzuwenden?« Stille. »Du könntest mich unterhalten.« »Zur Kurzweil steht Euch Euer Harem ergebener, willfähriger Sklavinnen zur Verfügung.« »Geschmeidige Körper, in allen Schattierungen, je nach Dauer der künstlichen Sonnenbestrahlung, ich weiß. Ich mag mich nicht damit zerstreuen.« Wieder Stille. »Vielleicht später.« »Eure Gelehrten warten nur darauf, dass Ihr ihre phantasievollen und rätselhaften Überlegungen billigt.« »Untergebener, ich habe kein Verlangen danach, einem weinerlichen alten Mann mit tattrigen Knien zuzuhören, der mich in die Geheimnisse der Logik ein weiht, wenigstens heute nicht.« »Gefällt es Euch nicht, wenn Philosophen begründen, dass das Leben nur durch die eiserne Härte Euer erhabenen Ordnung einen Sinn hat?« »Es schmeichelt mir, aber ich langweile mich trotzdem.« »Ich könnte es einrichten, dass noch in dieser Stunde Steuern an Euch abgeführt werden.« »Bemüh dich nicht; das kann warten.« »Gibt es irgendeine Staatspflicht, deren Erfüllung Euch erfreuen würde?« Pause. Diesmal lang und schwermütig. »Klytus.« »Ja, oh, mein Meister.« »Was würdest du sagen, wenn ich dir jetzt verraten würde, dass meine Verdrossenheit die Folge meiner außergewöhnlichen Einsamkeit ist?« »Ich würde sagen, dass die Einsamkeit eines strahlenden Sterns in der Weite des Weltenraums kein hoher Preis ist für die unendliche Macht und den unergründlichen Geist, die neun Monde eines Königreichs zu befehlen, das wahrlich der Mittelpunkt des Universums ist.« »Das würdest du mir antworten?« »Das würde ich, Majestät, ohne Zögern - wenn Sie sagen würden, dass Sie einsam sind.« Glaubst du, dass ich einsam bin?« »Nein, Majestät, doch wenn Sie es sagen würden, würde ich augenblicklich und von ganzem Herzen davon überzeugt sein.« »Klytus, du enttäuschst mich.« Ohne die geringste Andeutung von Überraschung antwortete die gleichgültige Stimme. »Majestät! Wie konnte ich Sie enttäuschen?« »Wir können nicht die Bestie, den Raumhund, für seine Wildheit verurteilen, ebenso wenig können Wir dir Mängel vorwerfen, die ihn deiner Natur liegen.« »Mein ganzes Sein ist darauf ausgerichtet. Euch zu dienen.« »Und, Klytus - du hast keine Seele.« »Auf den Knien bitte ich um Vergebung.« Das Rascheln von Kleidung, die gegen Metall streift. Ein Seufzer. »Da Wir scheinbar zu dieser Langeweile verdammt sind, so erzähle Uns, Klytus, um die Zeit totzuschlagen, mit welchen Staatsgeschäften könnten Wir uns befassen?« »Vielleicht - eine neue Zivilisation ausprobieren?« »Hmm, ja vielleicht. Leben und Tod von Millionen und Abermillionen. Das lässt das Blut durch die müden Adern fließen. Die Computer sollen die Wahl treffen.« Eine mit goldenem Metall behandschuhte Hand betätigte einen Schalter, drückte einen Knopf und wartete geduldig vor einem Schlitz. Grüne, gelbe und rote Lichter flammten auf. Dann ein Scharren und Kratzen. In die behandschuhte Hand fiel aus dem Schlitz eine weiße Karte. »Majestät, die Computer haben einen unbedeutenden Planeten im Bereich 468G29 ausgewählt.« »Nicht Bereich 468G29! Es gibt keinen trostloseren. Er ist so unbarmherzig, so entsetzlich langweilig. Selbst in der Dronengesellschaft, um unsere schöne Zitadelle erzählt man sich Geschichten darüber. Dort ist noch nie etwas passiert.« »Auch mir schmecken die Aussichten nicht, Majestät. Doch wenn man den Computer glauben darf, so ist aus einem unerklärlichen Versehen heraus die Zivilisation dieses Planeten noch nie zuvor begutachtet worden.« »Oh?« »Wir müssen diesen unbedeutenden Planeten in diesem furchtbar langweiligen Bereich aus Gründen der Reichssicherung testen.« »Also gut. Der Wartungsmonteur und der verantwortliche Programmierer sollen entlassen werden.« »Oh mein Meister, sie wurden schon letzte Woche wegen des kleinen Fehlers entlassen, der es Vultan möglich machte, die Existenz seiner Tochter so lange zu verheimlichen.« »Dann sollen die Nachfolger entlassen werden.« »Die Stellen sind noch nicht neu besetzt worden.« »Dann such ein paar Freiwillige aus, Klytus, sag ihnen, worum es geht.« »Ja, mein Meister.« »Fang an.« Die behandschuhte Hand bediente Schalter und Knöpfe. Das Dröhnen des Computers kündigte an, dass die Verbindungen hergestellt wurden; Triebwerke setzten sich in Bewegung und Elektronen sausten durch Spiralen. Interferenzen zuckten über den Bildschirm in der Mitte der Computeranlage. Allmählich tauchten leuchtende Sterne auf, wie eine Handvoll radioaktiven Staubs in die Dunkelheit geworfen. Sektor 468G29. Der Meister unterdrückte ein königliches Gähnen. Eine in schillerndes Rot gekleidete Hand winkte ab. »Bitte Klytus, erspare mir den Panoramablick. Den kann ich genießen, wenn ich meditiere. Geh' näher heran.« »Ja, Majestät.« Die Hand im metallenen Handschuh drückte einen Knopf und auf dem Bildschirm erschien eine blaue Welt, in zerrissene, weiße und graue Nebel eingehüllt und von einem kahlen, steinigen Mond behütet. Die Welt war die Erde. »Was weißt du über die Zivilisation auf dieser Welt, Klytus?« »Sicher nicht genug, um euren unendlichen Wissensdurst zu befriedigen, Majestät.« »Versuche es.« »Die Zivilisation hat Stufe zwei erreicht, obwohl der Intellekt der Bewohner dem nicht wirklich entspricht. Ein besonderer Charakterzug aller Bewohner, mehr oder weniger, ist die erstaunliche Fähigkeit, keine Verantwortung zu tragen, weder für ihre Taten noch für ihr Leben, ganz allgemein. Das geht so weit, dass sie immer noch in vielen Staaten leben, jeder mit seiner eigenen Regierung. Kein Diktator, der endlich das rote Band zerschlägt, und damit die Bürokratien. »Ich muss leider sagen, Majestät, die Bewohner sind nicht sehr vernünftig.« »Interessant, interessant.« »Sie sind mit noch anderen ungewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet, Majestät. Darunter ihre Lebensphilosophie, einzigartig in der gesamten Galaxie, aber leider hat sie nichts Vorteilhaftes bewirkt.« »Was ist es, Klytus?« »Alles, was ein Bewohner in seinem Leben denkt und tut, wird irgendwie willkürlich aufgeteilt, in das, was sie >Gut< und >Böse< nennen. Das Gute soll für alle Leute das Leben besser machen, das Böse soll es verschlechtern.« »Und ist also dieser Planet ein Utopia gutgemeinter Absichten, ein Freudenparadies?« »Nein, Majestät, nicht im geringsten. Nur wenige verhalten sich entsprechend der Normen, die sie aus ihren Idealen abgeleitet haben und die anderen tun nur so. Sie kennen vielfältige Wege der Verstellung. Eine Methode ist es, einen gewaltigen, unpersönlichen Apparat zu errichten, den sie Behörde nennen. In der Behörde weiß kein Mensch mehr, was aus seinen Entscheidungen wird. Befehle werden von einem zum anderen weitergegeben und ausgeführt, in langen Ketten, und wenn eine Entscheidung fehlschlägt und eine ungewöhnlich hohe Umweltverschmutzung oder gar die Verseuchung eines Dorfes zur Folge hat, so kann die eigentlich verantwortliche Person, Untergebene oder Kräfte, die ihm unterstehen, anschwärzen. Für sich selbst aber kann der Verantwortliche den Anschein erwecken, dass er nie aufgehört hat, den hohen philosophischen Anforderungen zu entsprechen.« »Und welchen Zweck haben diese Behörden angeblich?« »Berge von Krediten anzuhäufen, um sie in die kapitalistischen Programme zu stecken, damit diese mehr Profite erzielen.« »Warum verlangen sie nicht ganz einfach Steuern von ihren Untergebenen?« »Wie ich schon bemerkte, Majestät, sie sind nicht sehr vernünftig.« »Wissen die Leute dieser Zivilisation um die wahre Größe des Universums? Geben sie sich regelmäßig der Meditation hin, um die unzähligen Kräfte des Kosmos zu erfahren?« »Wenige, Majestät, die meisten sehen darin keinen unmittelbaren Gewinn.« »Hmm, ich frage mich, ob es nicht vergeudete Energie ist, diesen Planeten zu erforschen.« »In diesen Leuten stecken ungeahnte Möglichkeiten.« Der Meister warf ein. »Würden sie mich als gut oder als - böse beurteilen?« »Als böse, vermutlich. Ich muss jedoch gestehen, dass es für mich schwierig ist, die beiden Kategorien auseinanderzuhalten. Sie sind eben unwillkürlich. Falls es mir gestattet ist, noch eine Beobachtung anzufügen...« Schweigen. Offenbar machte der Meister eine zustimmende Geste. »Dieser Planet, der in einer seiner Hauptsprachen Erde heißt, hat Persönlichkeiten hervorgebracht, die Ihr bewundern würdet. Chamberlain, Dschingis Khan, Stalin. Einer, Hitler war sein Name, besaß genügend Willen, aber nicht genügend Verstand, um den Kampf gegen die Philosophie aufzunehmen, und so wurde er ein Opfer seiner eigenen Verblendung, mit der er die anderen in seinen Bann gezogen hatte. Unsere Seher haben durch die Schleier der Zeit geschaut, in Räume der Zukunft, und mir gesagt, dass dieser Planet vielleicht einmal beachtliche Wesen würde hervorbringen können. In der Tat, diese Welt ist jetzt noch unbedeutend, aber sie birgt Möglichkeiten, über die wir uns im Klaren sein müssen.« »Das...




