E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten
Cabot Mord au chocolat
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-641-02660-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Roman
E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten
Reihe: HEATHER WELLS - Amateurdetektivin wider Willen
ISBN: 978-3-641-02660-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Witz, Mord und Schokoriegel
'Rund? Na und!'-Romane: für alle Frauen, für die Kleidergröße 42/44 keine Katastrophe ist!
Heute war einfach nicht ihr Tag: Erst war sie in aller Herrgottsfrühe gejoggt (und jedes einzelne ihrer niedlichen Pfunde hatte dabei gestöhnt). Dann hatte ihr Freund Tad in letzter Sekunde seinen Antrag vertagt. Jetzt hat sie auch noch ihren Chef mit einer Kugel im Kopf vorgefunden! Übrigens schon der dritte tote Boss ... Wie kann da der sexy, aber romantisch anscheinend völlig unterentwickelte Privatdetektiv Cooper Cartwright ernsthaft glauben, dass Heather Wells sich wie versprochen aus den Mordermittlungen heraushält?
Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Plötzlich-Prinzessin-Romane wurden von Hollywood verfilmt.
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'Du bist gekommen!'
Das sagt Tad Tocco, mein Mathematikdozent, als ich ihn an diesem Morgen im Washington Square Park treffe. Selbstverständlich küsst er mich nicht, weil unsere Beziehung geheim bleiben muss. Professoren dürfen keine Romanzen mit Studentinnen anfangen - Dozenten ohne Kündigungsschutz schon gar nicht. Und das nicht einmal mit Studentinnen, die fast dreißig und als Assistenzleiterin eines Studentenwohnheims und mit Kursen beschäftigt sind, für die es nur das Zertifikat 'bestanden' oder 'nicht bestanden' gibt.
'Natürlich bin ich gekommen', erwidere ich in einem Ton, als hätte ich keine Sekunde lang gezögert. Als ich mich vor einer guten halben Stunde im Bett umdrehte, auf den Wecker schaute und den großen Zeiger auf der Zwölf und den kleinen auf der Sechs sah, hätte ich allerdings am liebsten die Decke über den Kopf gezogen, um für weitere zweieinhalb Stunden in seligem Schlaf zu versinken. Ich meine, das ist doch der Grund, warum man nur zwei Häuserblocks vom Arbeitsplatz entfernt wohnt. Damit man bis zur allerletzten Minute schlafen kann.
Aber ich hab's versprochen. Und jetzt bin ich froh, dass ich aus meinen gemütlichen Federn gekrochen bin. Weil Tad umwerfend aussieht. Auf seinem blonden Haar, das zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden ist, der noch länger ist als meiner, glänzt das Licht der Morgensonne. Auch auf den blonden Härchen an seinen nackten Beinen. Die sehe ich, weil er seine Joggingshorts trägt.
Hallo, lieber Gott, bist du da? Ich bin's, Heather, und ich will dir einfach nur für den hellen Sonnenschein und die kühle Luft und die schönen, eben erst erblühten Frühlingsblumen danken. Danke auch für Mathematikdozenten in winzigen Shorts. Für das alles lohnt es sich, zweieinhalb Stunden vor der gewohnten Zeit aufzustehen. Hätte ich das geahnt, hätte ich das morgens schon längst so gehandhabt. Nun ja, vielleicht auch nicht.
'Gehen wir's langsam an', schlägt Tad vor und macht Stretching auf einer Parkbank. An seinen Schenkelmuskeln klebt kein einziges Gramm Fett. Selbst in entspannter Position sind seine Oberschenkel steinhart. Das weiß ich, weil ich's gespürt habe. Obwohl unser gemeinsamer Arbeitgeber, das New York College, Romanzen zwischen Dozenten und Studentinnen verbietet, treiben wir's hinter dem Rücken der Leute. Denn wenn man Ende zwanzig und Anfang dreißig ist und wenn ich bei 'bestanden' später an richtigen Kursen teilnehmen kann - wen kümmert's schon?
Außerdem ist es eine Ewigkeit her, seit ich so was erlebt habe. Soll ich etwa bis zum Ende meines Kurses im Mai warten, bis ich über Tad herfalle?
Insbesondere, wenn ich an seinen Körper denke. Der Typ ist total fit. Teilweise liegt das an seinem sportlichen Lebensstil - er joggt, schwimmt und spielt in einem Killer-Frisbeeteam mit -, teilweise an seiner extrem gesunden Ernährung. Falls man es für gesund hält, kein Fleisch zu essen, was ich persönlich bezweifle.
Wenn ich mich entspanne, fühlen sich meine Schenkel schwammig an. Teilweise, weil ich weder jogge noch schwimme oder Frisbee spiele, und teilweise, weil ich alles esse, was mit Schokoladensauce oder Ketchup verfeinert wird. Oder schlichte Krispy Kreme Donuts, die Tad auch isst, weil sie in pflanzlichem Öl gebraten werden. Aber er begnügt sich mit einem einzigen, während ich die ganze Packung konsumiere, denn ich kann nicht aufhören, an die Krispy Kremes zu denken, bevor ich weiß, dass alle verschwunden sind. Na und?
Moment mal. Warum denke ich an Krispy Kremes? Wir wollen doch trainieren.
'Möchtest du ein paar Dehnübungen machen?', fragt Tad und drückt eine Ferse an seinen Hintern. Der ist genauso steinhart wie seine Schenkel. Meiner ist sogar noch schwammiger als meine Schenkel, aber groß genug, sodass ich ihn mühelos mit einer Ferse berühren kann. Richtiges Stretching ist nicht nötig.
Deshalb bin ich froh, dass ich eine Jogginghose mit Schlag gefunden habe. Die trage ich statt Leggings oder Shorts. Ich hoffe, sie überspielt meine Proportionen, und ich sehe nicht wie ein Wackelpudding aus.
'Okay.' Tad lächelt mich an. Mit seiner goldgeränderten Brille gleicht er einem Gelehrten. Diese Brille liebe ich, weil man nicht ahnt, dass hinter den Gläsern traumhaft blaue Augen leuchten. Bis er sie abnimmt. Das tut er nur zur Schlafenszeit. 'Vier Runden, das ist eine Meile. Fünf Kilometer sind etwa drei Meilen. Normalerweise drehe ich etwa zwölf Runden. Einverstanden? Ganz langsam, weil's für dich das erste Mal ist.'
'Oh ... Sorg dich nicht um mich. Lauf in deinem gewohnten Tempo, da kann ich sicher mithalten.'
Seine goldenen Brauen ziehen sich zusammen. 'Bist du sicher, Heather?'
'Klar', behaupte ich und lache. 'Ich bin okay. Nur ein bisschen Jogging am Morgen.'
'Heather', mahnt er, immer noch beunruhigt. 'Nimm's nicht auf die leichte Schulter. Für dich ist das ganz was Neues. Ich bin stolz auf dich, weil du dich dazu entschlossen hast. Ehrlich gesagt, ich mag dich. Deine Gesundheit ist mir wichtig. Bei so einem Training geht's ernsthaft zur Sache. Wenn du was falsch machst, könntest du dich verletzen.'
Sportler! Eine ganz besondere Spezies. Joggen, Schwimmen - wen interessiert das schon? Für mich klingt das alles mörderisch. Moment mal, was habe ich gerade gedacht? So war's nicht gemeint, wirklich nicht. Es wird mir Spaß machen, weil ich dabei in Form komme. Und weil ich, wie Tad mir immer wieder versichert, nicht dick bin, sondern nur ein paar Muskeln aufbauen muss.
'Lauf voraus', schlage ich ihm lächelnd vor, 'ich bleibe dir auf den Fersen.'
Tad zuckt die Achseln, zwinkert mir zu - wahrscheinlich weiß er ebenso gut wie ich, dass er mich abhängen wird - und läuft los. Zu schnell für mich. Aber das ist okay, ich werde einfach in meinem eigenen Tempo joggen. Schön gemächlich. Oh, tatsächlich - ich laufe. Schaut mich doch an, Leute, ich laufe, ich ...
Jetzt reicht's. Bei so was kann ein Mädchen hyperventilieren. Und ich mach's zum ersten Mal, also darf ich's nicht übertreiben. Außerdem glaube ich, da unten hat sich irgendwas gelockert. Ich will nicht überreagieren, aber ich glaube, es ist mein Uterus. Ehrlich, ich fürchte, mein Uterus hat sich losgerissen. Ist das möglich? Ich meine, kann er rausrutschen? Hoffentlich nicht, denn die Yogahosenbeine sind zu weit, um ihn festzuhalten.




