Cameron | Molly findet eine Freundin | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Cameron Molly findet eine Freundin

Band 3
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7336-5024-7
Verlag: FISCHER Sauerländer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 3

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-7336-5024-7
Verlag: FISCHER Sauerländer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Worin besteht der Sinn eines Hundelebens? Für die kleine Molly ist das ganz klar: Sie soll bei C.J. sein, mit ihr spielen, schmusen und das Mädchen trösten, wenn es traurig ist. Aber stattdessen muss Molly sich dauernd im Keller verstecken und leise sein ... wie langweilig! Da hilft nur quengeln, bis C.J. wiederkommt und ein Leckerli mitbringt. Dann werden die beiden getrennt, und Molly landet im Tierheim. Das muss ein böser Fehler sein! Wie soll sie denn jetzt auf C.J. aufpassen? Molly muss ganz schnell einen Weg zurück finden! Bestsellerautor W. Bruce Cameron erzählt mit viel Charme und Einfühlungsvermögen von einer besonderen Freundschaft, die alle Hindernisse überwindet! Liebevoll illustriert von Richard Cowdrey Weitere Bände von W. Bruce Cameron: Bailey findet ein Zuhause Ellie findet das Glück Bei Antolin gelistet

W. Bruce Cameron, geboren 1960, ist der New-York-Times-Bestseller-Autor von »Ich gehöre zu dir«, »Ich bleibe bei dir« und »Weihnachten auf vier Pfoten«. 2011 wurde er von der »National Society of Newspaper Columnists« als Kolumnist des Jahres ausgezeichnet. Als er ungefähr acht Jahre alt war, brachte sein Vater ihm eines Tages einen Labrador-Welpen mit. Die Augenblicke der uneingeschränkten Freude und grenzenlosen Zuneigung zu seinem ersten Hund überträgt er auf seine Bücher um Bailey, Ellie und Molly. W. Bruce Cameron lebt mit seiner Frau und seinem Hund in Kalifornien, USA.
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1


Zuerst war alles dunkel.

Um mich herum spürte ich Wärme, und ich roch andere Welpen, die sich an mich kuschelten. Auch meine Mutter spürte ich. Sie bedeutete Sicherheit, Geborgenheit und Essen.

Wenn ich hungrig wurde, kroch ich auf ihren Geruch zu und fand Milch zu trinken. Wenn mir kalt war, drängte ich mich eng an ihre Flanke oder schob mich unter eines meiner Geschwisterchen. Und dann schlief ich, bis ich wieder Hunger bekam.

Als ich ein paar Tage später zum ersten Mal die Augen öffnete, wurde die Sache schon interessanter.

Jetzt sah ich, dass das Fell meiner Mutter kurz, kraus und dunkel war. Die meisten meiner Geschwister ähnelten ihr in dieser Hinsicht. Nur zwei hatten Fell so dunkel wie das meiner Mutter, aber glatt und weich ohne jede Welle.

Eines Tages schlief ich nicht sofort ein, nachdem mein Magen gut gefüllt war. Stattdessen nahm ich alle Kraft zusammen und stellte mich auf meine wackeligen Beine. Ich machte ein paar Schritte und bumste Nase voran gegen etwas Glattes mit einem komischen, langweiligen Geruch. Ich leckte es ab. Es schmeckte auch langweilig, nicht annähernd so interessant wie das Fell meiner Mutter oder meiner Geschwister.

Die ganze Aufregung hatte mich ganz schön mitgenommen, also bahnte ich mir meinen Weg zurück zu meiner schlafenden Schwester und quetschte mich für ein Nickerchen unter sie. Später wagte ich mich noch ein Stück weiter vor. Der Pappkarton schloss uns von allen Seiten ein. Er war auch unter meinen Pfoten. Wir waren in einer Kiste.

Manchmal kam eine Frau, beugte sich über die Kiste und sprach mit uns. Dann blinzelte ich sie verschlafen an. Ihre Stimme klang freundlich, und ihre Hände waren sanft, wenn sie in die Box griff und mich streichelte. Meine Mutter wedelte mit dem Schwanz, um uns zu erklären, dass diese Frau eine Freundin war.

Eines Tages schob sich ihre Hand unter meinen Bauch und hob mich hoch in die Luft.

»Du brauchst einen Namen«, erklärte sie, während sie mich vor ihre Nase hielt. Ich schleckte sie ab, und sie kicherte. »Süß bist du allemal. Wie wäre es mit Molly? Du siehst mir ganz wie eine Molly aus. Willst du die Umgebung erkunden? Diese Beinchen haben schon Kraft.« Sie setzte mich auf eine neue Oberfläche. Sie war runzlig und weich. Eifrig steckte ich die Nase hinein. Ich roch Seife, weiche Baumwollfusseln und andere Hunde. Dann knabberte ich daran. Die Frau lachte.

»Das ist nichts zu fressen, Dummerchen. Hier, vielleicht brauchst du etwas Gesellschaft. Ich glaube, diesen hier nenne ich Rocky.« Noch ein Welpe, einer meiner Brüder, landete auf der Decke neben mir. Es war einer mit kurzem Fell. Er legte den Kopf schief, begutachtete mich, nieste und kaute auf meinem Ohr herum.

Ich schüttelte ihn ab und machte mich auf, mehr über diesen neuen Ort herauszufinden. Er war erschreckend groß. Ich konnte viele, viele Schritte hintereinander machen. Staunend nahm ich zur Kenntnis, wie viel Platz es auf der Welt gab! Als ich mit der Nase gegen ein neues Paar Schuhe stieß, war ich völlig erledigt. Ich hatte gerade noch genug Kraft, mit den Zähnen den Schnürsenkel zu packen und ein wenig daran zu zerren.

Die Besitzerin der Schuhe beugte sich über mich und zog mir den Schnürsenkel aus dem Maul. Ich knurrte, um ihr klarzumachen, dass der mir gehörte.

»Wie niedlich!«, sagte die Person mit den Schuhen. »Ist sie ein Pudel, Jennifer?«

»Zur Hälfte«, sagte die Frau, die mich aus der Kiste gehoben hatte. Sie hieß wohl Jennifer. »Die Mutter ist ein reinrassiger Pudel, so viel ist sicher. Aber der Vater – wer weiß? Ein Cockerspaniel vielleicht? Ein Terrier?«

»Wie viele hat sie?«

»Sieben«, sagte Jennifer. »Sie war trächtig, als ich sie gefunden habe. Sobald die Welpen entwöhnt sind, muss ich mich um ihre Kastration kümmern. Dann suche ich ihr ein neues Zuhause.«

»Und ein Zuhause für all die Welpen?«, fragte die Frau mit den Schuhen. »Zwei nehmen wir, mehr geht leider nicht.« Sie nahm mich mit ihren sanften Händen hoch und setzte mich zurück in die Kiste, wo ich mich an meine Mutter kuschelte und mir einen Imbiss genehmigte.

»Natürlich. Das verstehe ich«, sagte Jennifer. »Keine Sorge. Ich kümmere mich schon ziemlich lange um Pflegehunde. Normalerweise kommt zur rechten Zeit auch der rechte Mensch.«

Sie strich mir über den Kopf, als ich mich neben meiner Mutter, wo ich hingehörte, für ein Nickerchen zusammenrollte.

Von da an holte Jennifer uns immer öfter aus der Kiste. Ich bekam die Chance, das Wohnzimmer zu erkunden, wo ich mich auf ein Sofakissen stürzte, um ihm zu zeigen, wer hier das Sagen hatte, und sah mich sogar im Flur um, wo der Boden so glatt war, dass mir die Pfoten unter dem Körper wegrutschten. Als ich hingeplumpst dalag, wollte meine Schwester auf mich klettern, aber auch sie fand mit den Hinterbeinen keinen Halt, also klappte das nicht. Ich musste mich nur zur Seite rollen und sie abschütteln.

Da erhaschte ich zum ersten Mal den Geruch eines anderen Hundes in der Luft.

Mein Kopf schoss hoch. Auch die Ohren spitzte ich. Mit großen Augen und angestrengt schnüffelnd kam ich auf die Beine. Am anderen Ende des Flurs stand ein großer Hund und beobachtete mich.

»Barney? Sei nett zu den neuen Welpen«, sagte Jennifer.

Barney war sehr groß, viel größer als meine Mutter, und ich roch, dass er ein Männchen war. Er hatte überraschend lange Ohren, die an beiden Seiten seines Gesichts herunterhingen und hin und her pendelten, als er den Kopf senkte.

Ich war wie hypnotisiert. Solche Ohren hatte ich nicht. Genauso wenig wie meine Mutter oder meine Geschwister. Dem musste ich auf den Grund gehen. Meine Schwester blieb hinter mir und winselte leise nach unserer Mutter, damit sie kam und uns rettete. Aber ich wollte mehr erfahren.

Bei jedem Schritt rutschten meine Pfoten fast unter mir weg. Meine Krallen waren keine Hilfe, auf dem polierten Holz fanden sie einfach keinen Halt. Aber ich gab nicht auf, und bald stand ich vor dem neuen Hund.

Barney senkte seine riesige Schnauze auf den Boden. Sie war genauso groß wie ich! Er schnüffelte mir ins Gesicht. Dann beschnupperte er mich am ganzen Körper und schubste mich so fest mit der Nase, dass ich das Gleichgewicht verlor und auf den Hintern plumpste. Aber ich hielt still. Er war größer und älter, und ich wusste, dass ich mich ruhig verhalten musste, während er machte, was ihm einfiel.

»Braver Hund, Barney«, sagte Jennifer. Seine Nase wanderte zurück zu meinem Kopf. Er ließ ein Seufzen hören und wandte sich zum Gehen.

Seine langen, labbrigen, seidenweichen Ohren schwangen vor und zurück, vor und zurück. Und ich konnte nicht widerstehen.

Ich sprang vor und schnappte mit meinen Zähnchen nach diesen Ohren. Barney schnaubte und zog den Kopf weg. Ich ließ nicht los. Das war wie Tauziehen! Wirklich fest zubeißen konnte ich mit meinem schwachen Kiefer noch nicht, aber dieses Spiel liebte ich bereits. Ich spielte es mit meinen Geschwistern in der Kiste, wann immer wir etwas zum Zerbeißen fanden. Aber mit etwas so Tollem wie diesem langen, weichen, baumelnden Ohr hatte ich noch nie gespielt.

»Molly, nein!«, rief Jennifer und versuchte, streng zu klingen. Aber sie lachte. Barney wich mit ratloser Miene zurück. Weil ich immer noch an seinem Ohr hing, schleppte er mich mit. Dann schüttelte er seinen großen Kopf, und ich verlor den Halt, machte einen Salto und landete, alle viere von mir gestreckt, flach auf dem Boden.

Barney schnaubte noch einmal und trabte davon. Ich rappelte mich auf, bereit, ihn zu jagen und das Ohr wieder zu erbeuten. Aber Jennifer sammelte mich rasch auf und setzte mich zurück zu meinen Geschwistern in die Kiste.

Fair war das nicht, denn ich wusste, wenn ich mich mit den Füßen hätte abstemmen können, hätte ich ganz doll an seinem Ohr gezerrt. Aber eine anständige Mahlzeit und ein Nickerchen brachten mich schnell auf andere Gedanken.

Während meine Wurfgeschwister und ich immer größer wurden, schien die Kiste mehr und mehr zu schrumpfen, und unsere Mutter brauchte öfter mal welpenfreie Zeit. Jennifer ließ uns jetzt immer wieder zum Spielen nach draußen.

Ich Draußen. Es war toll!

Es gab Gras, auf dem man herumkauen konnte, und sein spannender, fruchtiger Geschmack war anders als alles, was ich aus dem Haus kannte. Dann gab es da Stöckchen, die sogar noch besser schmeckten. Vögel flatterten über unseren Köpfen. Einmal kratzte ich die Erde auf und fand einen Wurm, der sich unter meinen Pfoten drehte und wand. Freudig schnupperte ich an ihm, bis einer meiner Brüder mich umrannte. Der Wurm grub sich wieder ins Erdreich, während ich mich um den Störenfried kümmerte.

Barney kam selten nach draußen. Am liebsten verbrachte er seine Tage schlafend auf einem weichen Bett in einer Ecke im Haus. Aber da war noch ein Hund namens Che, der fast nie nach drinnen ging, höchstens zum Essen. Che war groß, hatte graues Fell und liebte es, zu rennen. Noch besser gefiel es ihm, wenn er gejagt wurde.

Als ich das allererste Mal draußen war, schoss er auf mich zu, als ich neben Rocky saß. Che legte seine Vorderbeine flach auf den Boden, das Hinterteil streckte er in die Luft, sein Schwanz wedelte wild hin und her. Dann sprang er auf und rannte weg. Mit einem Blick über die Schulter prüfte er, ob wir verstanden hatten.

Rocky und ich schauten ihn mit großen Augen an. Was wollte er?

Che bemerkte wohl, dass wir es nicht kapiert hatten. Er kam zurück, verbeugte sich ein weiteres Mal und flitzte wieder davon. Ches buschiger Schwanz schien Rocky zu...


Cameron, W. Bruce
W. Bruce Cameron, geboren 1960, ist der New-York-Times-Bestseller-Autor von 'Ich gehöre zu dir', 'Ich bleibe bei dir' und 'Weihnachten auf vier Pfoten'. 2011 wurde er von der 'National Society of Newspaper Columnists' als Kolumnist des Jahres ausgezeichnet. Als er ungefähr acht Jahre alt war, brachte sein Vater ihm eines Tages einen Labrador-Welpen mit. Die Augenblicke der uneingeschränkten Freude und grenzenlosen Zuneigung zu seinem ersten Hund überträgt er auf seine Bücher um Bailey, Ellie und Molly. W. Bruce Cameron lebt mit seiner Frau und seinem Hund in Kalifornien, USA.

W. Bruce CameronW. Bruce Cameron, geboren 1960, ist der New-York-Times-Bestseller-Autor von 'Ich gehöre zu dir', 'Ich bleibe bei dir' und 'Weihnachten auf vier Pfoten'. 2011 wurde er von der 'National Society of Newspaper Columnists' als Kolumnist des Jahres ausgezeichnet. Als er ungefähr acht Jahre alt war, brachte sein Vater ihm eines Tages einen Labrador-Welpen mit. Die Augenblicke der uneingeschränkten Freude und grenzenlosen Zuneigung zu seinem ersten Hund überträgt er auf seine Bücher um Bailey, Ellie und Molly. W. Bruce Cameron lebt mit seiner Frau und seinem Hund in Kalifornien, USA.

W. Bruce Cameron, geboren 1960, ist der New-York-Times-Bestseller-Autor von »Ich gehöre zu dir«, »Ich bleibe bei dir« und »Weihnachten auf vier Pfoten«. 2011 wurde er von der »National Society of Newspaper Columnists« als Kolumnist des Jahres ausgezeichnet. Als er ungefähr acht Jahre alt war, brachte sein Vater ihm eines Tages einen Labrador-Welpen mit. Die Augenblicke der uneingeschränkten Freude und grenzenlosen Zuneigung zu seinem ersten Hund überträgt er auf seine Bücher um Bailey, Ellie und Molly. W. Bruce Cameron lebt mit seiner Frau und seinem Hund in Kalifornien, USA.

Naemi Schuhmacher wurde 1993 geboren und lebt in Weiden in der Oberpfalz. Sie übersetzt erfolgreich Kinderbücher, Romane und Sachbücher aus dem Englischen.



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