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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 211, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

Campen Silvia-Gold 211

Küsse unter Verdacht
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-6731-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Küsse unter Verdacht

E-Book, Deutsch, Band 211, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

ISBN: 978-3-7517-6731-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es geschieht, was niemals hätte geschehen dürfen! Beim ersten Blick in seine Augen verliert Helen ihr Herz an Daniel Montgomery. Dabei soll die Agentin ihm eigentlich einen Versicherungsbetrug nachweisen. Der Stararchitekt soll den Diebstahl eines wertvollen Gemäldes vorgetäuscht haben, um die hohe Versicherungssumme zu kassieren.
Helen gibt sich als Journalistin aus, die eine Interview-Reihe mit ihm führen möchte, und ist mehrere Tage zu Gast bei ihm auf Foxglove Manor. Dort will sie heimlich nach dem verschwundenen Bild suchen.
Doch Daniel Montgomery ist ganz anders als gedacht - gut aussehend, charmant und einfühlsam! Helen verbringt eine leidenschaftliche Nacht in seinen Armen, ist verzaubert von seinen Küssen und will nicht mehr an seine Schuld glauben! Bis sie in seinem Herrenhaus etwas findet, was sie an Daniels Liebesschwüren zweifeln lässt ...

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Küsse unter Verdacht

Ein perfekter Liebeskrimi mit überraschenden Wendungen

Von Carolin von Campen

Es geschieht, was niemals hätte geschehen dürfen! Beim ersten Blick in seine Augen verliert Helen ihr Herz an Daniel Montgomery. Dabei soll die Agentin ihm eigentlich einen Versicherungsbetrug nachweisen. Der Stararchitekt soll den Diebstahl eines wertvollen Gemäldes vorgetäuscht haben, um die hohe Versicherungssumme zu kassieren.

Helen gibt sich als Journalistin aus, die eine Interview-Reihe mit ihm führen möchte, und ist mehrere Tage zu Gast bei ihm auf Foxglove Manor. Dort will sie heimlich nach dem verschwundenen Bild suchen.

Doch Daniel Montgomery ist ganz anders als gedacht – gut aussehend, charmant und einfühlsam!

Helen verbringt eine leidenschaftliche Nacht in seinen Armen, ist verzaubert von seinen Küssen und will nicht mehr an seine Schuld glauben! Bis sie in seinem Herrenhaus etwas findet, was sie doch noch an Daniels Liebesschwüren zweifeln lässt ...

»Kennen Sie sich wenigstens mit Verwaltungssoftware aus?«

Helen Marner schüttelte verneinend den Kopf. »Leider auch nicht.«

Der Mann, der ihr gegenüber an einem unaufgeräumten Schreibtisch saß, seufzte und blätterte weiter in ihren Bewerbungsunterlagen. Helen blickte kurz aus dem Fenster in den verregneten Londoner Frühlingsmorgen.

Hinter den glitzernden Hochhäusern ragten die verschwommenen Umrisse der Westminister-Türme in den Himmel, und auf der Straße eilten Passanten unter aufgespannten Regenschirmen hin und her. Sie hätte einiges darum gegeben, mit ihnen zu tauschen. Sie mussten sich nicht in diesem blöden Büro ausfragen lassen.

Bewerbungsgespräche waren der achtundzwanzigjährigen seit jeher ein Graus. Aber leider brauchte sie dringend einen neuen Job.

Sie lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihr Gegenüber und versuchte, den Mann mit den Augen einer Ermittlerin zu sehen.

Sie schätzte Mr. Rick Mitchell auf Ende fünfzig, er war praktisch und völlig uneitel veranlagt, was sie an seinem raspelkurzen Haar und seiner Garderobe festmachte. Er trug keinen Anzug, sondern einen speckigen Wildlederblouson und Jeans. Doch er war kein lockerer Typ, dafür war sein Blick zu scharf, und er war viel zu unfreundlich.

Helen vermutete, dass er jemand war, der es schlicht nicht für nötig hielt, sich an Konventionen zu halten. Selbstgefällig strich er sich über den groben Schädel.

Einen Moment später gab er ein amüsiertes Grummeln von sich und sah sie an. »Sie sind diplomierte Nahkämpferin?« Sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass er ihre Qualifikation für einen Witz hielt.

»Allerdings!« Helen drückte den Rücken durch. »Ich habe mehrere Jahre fernöstliche Kampftechniken studiert.«

Er warf ihr einen skeptischen Blick zu und sah wieder auf das Papier.

Helen zählte innerlich bis zehn. Es war bei jedem Vorstellungstermin das Gleiche. Jetzt würde er die übliche Frage stellen. Sie war gerade erst bei vier, als Mr. Mitchell auch schon verwundert die Brauen hob.

»Sie waren ein Cop?«

»Ja«, sagte Helen, und ihre Augen begannen zu leuchten. »Ich war drei Jahre Polizeibeamtin in der investigativen Einheit im Kriminalkommissariat.«

»Wieso haben Sie aufgehört?« Rick Mitchell musterte sie von Kopf bis Fuß.

Helen überlegte. Welche Version sollte sie dieses Mal erzählen? Dass sie kein Blut sehen konnte? Eine zu schlechte Schützin war? Beides stimmte kein bisschen, aber die Wahrheit beschämte sie. Sie entschied sich für etwas Unverfängliches.

»Ich habe mich nach etwas mehr Ruhe gesehnt«, behauptete sie und presste die Finger in die Armlehne des Ledersessels.

Mitchell runzelte die Stirn und tippte auf das Papier. »Und deshalb haben Sie anschließend in einem Krimi-Dinner-Restaurant gekellnert?«

Helen räusperte sich. Sie hätte sich wirklich besser vorbereiten müssen. »Das war ja nur eine Übergangslösung«, erwiderte sie. »Bis ich etwas Anspruchsvolleres gefunden habe, wie zum Beispiel diesen Job als Ihre Assistentin.« Sie versuchte, ein überzeugendes Lächeln zustande zu bringen.

Doch Mitchell schüttelte den Kopf. »Miss Marner, ich glaube, wir verschwenden beide unsere Zeit. Sie waren vielleicht eine gute Ermittlerin, aber Sie haben keine Kenntnisse, die man für die Stelle in unserem Sekretariat braucht.«

Helen schluckte. Er hatte natürlich recht, aber das hier war ihr fünftes Bewerbungsgespräch in dieser Woche, und langsam wurde sie mehr als nervös – und ihr Vermieter, der auf die Zahlung wartete, erst recht.

»Mr. Mitchell.« Sie sah ihn eindringlich an. »Ich brauche diesen Job. Ich bin sicher noch keine perfekte Sekretärin, doch ich verspreche Ihnen, eine zu werden. Geben Sie mir eine Chance.«

Der Mann seufzte. »Können Sie wenigstens mit zehn Fingern tippen?«

»Nicht wirklich«, gab Helen kleinlaut zu. »Aber ich lerne sehr schnell!«

Mitchell hob die Hände. »Bedauere, Miss. Ich werde Sie nicht aus Mitleid einstellen. Das ist nicht mein Ding.« In diesem Moment klingelte das Telefon auf seinem Schreibtisch, und er nahm sofort ab.

Er schob ihre Bewerbungsmappe in ihre Richtung und machte eine Geste, mit der er ihr nicht gerade höflich zu verstehen gab, dass er auf ihre Anwesenheit verzichten konnte.

Sie griff mit düsterer Miene nach ihren Unterlagen, erhob sich und verließ das Büro. Im Gang lehnte sie sich einen Moment an die Wand und schloss die Augen.

Sie war fit für einen Marathon, sprintete wie der Blitz und war reaktionsschneller als ein Messerwerfer.

Aber bei Verwaltungssoftware und Rechnungstabellen war sie eine Niete. Sie konnte es diesem Herrn nicht verdenken, dass er sie nach drei Minuten rausgeworfen hatte.

Sie packte ihre Bewerbungsmappe ein, hängte sich ihren Rucksack über und steckte die Hände in die Taschen ihres dunklen Etuirocks. Nachdenklich schritt sie den Gang entlang.

Wahrscheinlich war es wirklich eine Schnapsidee gewesen, sich hier zu bewerben. Sie war einfach kein Typ fürs Büro. Dabei war die Vorstellung, von einem Job ohne Schichtdienst und mit sicherem Gehalt so verlockend gewesen!

Sicher könnte sie noch eine Weile als Kellnerin arbeiten.

Aus den Fällen beim Krimi-Dinner müsste sie sich in Zukunft aber heraushalten, sonst würde es wieder Ärger geben. Beim Gedanken an den Restaurantleiter, der sie verzweifelt ermahnt hatte, sich nicht einzumischen, musste sie grinsen.

Es war für sie aber auch beinah unerträglich, ruhig zu bleiben, wenn die Gäste derart ratlos im Dunkeln tappten. Dazu war sie tief in ihrem Herzen immer noch zu sehr Polizistin.

Sie ging auf den Fahrstuhl zu, und ihre Absätze klapperten auf dem glänzenden Linoleum. Die verdammten hohen Schuhe und das affige Kostüm hätte ich mir sparen können, dachte sie ärgerlich.

»Warten Sie, Miss Marner!«, erklang eine Stimme hinter ihr.

Helen drehte sich um.

Mr. Mitchell war aus der Tür getreten und stand auf dem Gang, den Telefonhörer hielt er noch in der Hand.

»Ich hätte da vielleicht doch was für Sie ...«

???

Mit einer doppelten Portion Fish and Chips und vor Aufregung geröteten Wangen kam Helen zwei Stunden später nach Hause. Die kleine Dachwohnung im Londoner Viertel Bexley teilte sie sich mit ihrem Bruder George, einem avantgardistischen Künstler mit hohen Idealen und wenig Aufträgen. George war humorvoll und selbstsicher und abgesehen davon, dass er chronisch pleite war, ein angenehmer Mitbewohner.

George hatte sich im Flur vor seiner Staffelei aufgebaut und schlug mit dem Pinsel schwarze Striche auf die Leinwand, als hätte diese eine Tracht Prügel verdient. Er hatte ebenso wie Helen tiefschwarzes, halblanges Haar, das bei ihm aber in wilden Locken zu allen Seiten abstand. Sein hübsches Gesicht war konzentriert, als hätte er einen feindseligen Gegner vor sich.

»Es gibt etwas zu feiern!«, trällerte Helen.

George versetzte der Leinwand noch einen gezielten Hieb und drehte sich dann um. »Rieche ich da ein Festmahl? Wie hast du das angestellt? Hast du dem Typen schöne Augen gemacht?«

Helen schmunzelte. George hatte sich von Anfang an über ihren Wunsch nach einem soliden Job lustig gemacht.

Er würde über die Neuigkeit begeistert sein.

Sie schlüpfte aus ihrem Trenchcoat und den Pumps, brachte das Essen in die winzige Küche und holte Teller und Besteck hervor.

»So, jetzt raus mit der Sprache!« George stand im Türrahmen und hielt ihr den Pinsel drohend unter die Nase. »Hast du ihn mit einem Handkantenschlag gezwungen, dich einzustellen?«

Helen grinste. »Den Sekretärinnen-Job habe ich ja gar nicht bekommen«, gab sie zurück und schob ihren Bruder sanft zur Seite. »Aber etwas viel Besseres! Er hat mich als Ermittlerin für die Versicherung engagiert. Und es geht um nichts Geringeres als um ein gestohlenes Gemälde.« Sie sah ihren Bruder triumphierend an.

George ließ sich auf den...



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