Capelli | Sternentänzer, Band 11 - Silbersterns Geheimnis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 11, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

Capelli Sternentänzer, Band 11 - Silbersterns Geheimnis


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3092-9
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 11, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

ISBN: 978-3-8332-3092-9
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sternentänzers Sohn Silberstern wird eingeritten - und Caro hofft, nun endlich zu erfahren, ob der stolze Hengst dieselben magischen Fähigkeiten hat wie sein Vater. Doch bei den ersten Vollmondritten passiert nichts. Caro ist sich nicht sicher, wie sie das deuten soll. Hat Silberstern nun eine geheimnisvolle Gabe oder nicht? Eine spannende Suche nach dem Geheimnis von Sternentänzers Sohn beginnt ...

Capelli Sternentänzer, Band 11 - Silbersterns Geheimnis jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Gewitterwolken über Lindenhain


Es war früher Nachmittag. Doch plötzlich wurde es auf Lindenhain so düster, als wäre es schon weit nach Mitternacht. Innerhalb von wenigen Minuten waren dunkle, fast schwarze Wolken am Himmel über dem Reiterhof aufgezogen und die ersten dicken Tropfen auf die Erde geklatscht. Windböen peitschten über die Weide und ließen die kräftigen Äste der hohen Linden auf dem Hügel tanzen. In der Ferne war leises Donnergrollen zu hören. Die Stimmung hatte etwas Bedrohliches. Dann prasselten mit einem Mal Hagelkörner, groß wie Tischtennisbälle, herab und trommelten geräuschvoll auf das Dach der Reithalle und des Stalls. In Sekundenschnelle überzog eine Hageldecke den ganzen Hof.

Carolin Baumgarten, genannt Caro, saß im Gemeinschaftsraum und blickte aus dem Fenster. „Puh! Nur gut, dass wir die Pferde rechtzeitig in den Stall gebracht haben“, ächzte sie und rubbelte mit den Händen durch ihre kurzen, dunklen, feuchten Haare.

„War ganz schön knapp“, bestätigte Jan. „Cinderellas Hinterteil hat schon ein paar Tropfen abbekommen. Willst du auch ’ne heiße Schoko?“ Jan war seit einiger Zeit Hilfskraft auf Lindenhain und kümmerte sich gemeinsam mit Nick um alle anfallenden Arbeiten.

„Au ja“, antwortete Carolin und knetete ihre Hände. „Kann ich brauchen. Ich bin total durchgefroren. Silberstern und Sternentänzer wären am liebsten draußen geblieben, die wollten überhaupt nicht in den Stall.“

„Dafür waren die anderen Gäule ziemlich durch den Wind“, sagte Jan.

„Boah!“ Nick stürmte in den Raum und schüttelte sich wie ein Hund. „So ein Mistwetter!“ Er blickte sich um. „Sagt mal, hat einer von euch Herrn Maier gesehen?“ Herr Maier war der Hofhund und hatte schon jede Menge Hundejahre auf dem Buckel. Wie viele wusste keiner so genau.

Jan nickte. „Ich hab den betagten Herrn in seine Hütte verfrachtet.“

„Gut“, lobte Nick. „Nicht dass er noch von einem Hagelkorn getroffen wird.“

Carolin konnte den Blick nicht mehr von dem Naturschauspiel vor dem Fenster lassen. Inzwischen fielen dicke Regentropfen aus den Wolken – so, als hätte jemand im Himmel eine Schleuse geöffnet. „Wahnsinn, was da draußen abgeht!“, staunte sie. Ein greller Blitz zuckte über den Himmel. „Sieht total irre aus!“

„So ein gewaltiges Gewitter hab ich schon lange nicht mehr erlebt“, stimmte Jan kopfschüttelnd zu. „Der Donner knallt so laut, dass du dir die Ohren zuhalten musst.“

„Ausgerechnet heute“, seufzte Carolin enttäuscht.

„Warum das denn, wolltest du ausgerechnet heute zum Sonnenbaden?“, zog Jan sie auf. „Oder hattest du eine Poolparty geplant?“

„Nee.“ Carolin nagte an ihrer Unterlippe. „Silberstern wird doch momentan eingeritten. Wir wollten heute wieder mit ihm arbeiten und ihm das erste Mal einen Sattel auflegen. Ich hab mich so darauf gefreut. Aber bei dem Gewitter können wir das echt vergessen.“

Nick klopfte ihr auf die Schulter. „Ach komm, Caro! Was soll’s? Du wartest jetzt schon so lange, da kommt’s auf den einen Tag auch nicht drauf an. Verschieben wir’s halt auf morgen.“

„Eben“, stimmte Jan zu und stellte ihr eine Tasse heißen Kakao vor die Nase. „Was macht das schon für einen Unterschied, ob so ein Gaul heute oder morgen eingeritten wird?“

Carolin pustete in den Kakao. „Ich fühl mich wie ein Marathonläufer kurz vor dem Ziel. Langsam geht mir die Puste aus.“

„Und außerdem“, Jan sah sie an, „so spannend ist das dann auch wieder nicht, oder? Sattel rauf und los.“

„Von wegen Sattel rauf und los!“ Nick zog eine Grimasse. „Da spricht ein Blinder über Farben.“

„Hä?“, machte Jan verdutzt.

„Mach du erst mal eine Ausbildung als Bereiter wie ich, dann reden wir weiter“, erklärte Nick und verdrehte die Augen.

„Außerdem ist Silberstern kein normales Pferd“, murmelte Carolin in ihre Tasse.

„Ich weiß ja, dass er das Fohlen von deinem heiß geliebten Sternentänzer ist“, gab Jan zurück und grinste.

Aber nicht nur das, fügte Carolin in Gedanken hinzu und wechselte einen raschen Blick mit Nick. Der zuckte nur mit den Schultern. Carolin schaute wieder nach draußen. Ohrenbetäubender Donner zerriss die Stille. „Tagelang war bestes Wetter. Jeden Tag Sonnenschein“, sagte sie. Es scheint fast so, als ob jemand verhindern will, dass wir Silberstern weiter einreiten und an den Sattel gewöhnen, schoss es ihr für eine Sekunde durch den Kopf. Doch dann wischte sie den Gedanken gleich wieder weg. Blödsinn, Caro!

Nick blickte besorgt in den tiefschwarzen Himmel. „Das wird immer schlimmer statt besser. Diese Hagelkörner vorhin waren dick wie Hühnereier. Hoffentlich hauen die uns nicht den ganzen Laden hier kaputt.“

Jan trank einen Schluck Kakao. „Ich seh schwarz für den hinteren Stallbereich, Nick. Der ist auch schon ohne Hagellöcher renovierungsbedürftig.“

Ein greller Blitz durchzuckte erneut den Himmel. Kurz darauf war ein krachendes Geräusch zu hören.

Carolin zuckte zusammen. „Was war das?“

Nick riss das Fenster auf. „So ein Mist! Die Reithalle hat was abbekommen“, schrie er.

Jan schoss hoch. „Verdammt!“ Er wollte zur Tür laufen, doch Nick hielt ihn am Arm zurück. „Warte. Das ist viel zu gefährlich.“

Als das Gewitter endlich weiterzog und der Regen langsam aufhörte, liefen Nick und Jan nach draußen. Carolin hinterher. Die Luft war herrlich klar. Durch den Regen hatten sich große Pfützen auf dem Hof gebildet. Carolin atmete tief durch, nahm Anlauf und hüpfte mit voller Wucht in eine Pfütze. Klatsch! Das Wasser spritzte bis zu ihren Ohren, sie quiekte vor Vergnügen. „Jippieeehh!“ Pfützenhüpfen war eindeutig das Beste am Regen. Klatsch!

Ein dunkelblauer Wagen kam auf den Hof gerollt und Ferdi stieg aus. Er lehnte sich an die Autotür und beobachtete sie mit einem amüsierten Lächeln. „Carolin Baumgarten, manchmal könnte man meinen, du wärst vier und nicht vierzehn!“

Carolin winkte ihm zu und hüpfte fröhlich in die nächste Pfütze. Klatsch! Das Wasser spritzte bis zu ihrem Gesicht. Glucksend wischte sie es mit ihrem Jackenärmel weg.

Ferdi zog seine Sporttasche mit den Eishockeysachen aus dem Auto. „Aber das ist mit ein Grund, warum ich dich so lieb habe“, sagte er dabei.

Carolin hüpfte zu ihm und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Und ich dich.“

Ferdi schlug die Autotür zu. „Kommst du mit rein?“ Er guckte nach oben zum Himmel, wo erneut dicke, dunkle Wolken aufzogen. „Ich glaub, es geht gleich wieder los.“

Carolin schüttelte den Kopf. „Ich muss erst mal zu Sternentänzer. Vielleicht hat er sich ja erschreckt“, erklärte sie. Doch im gleichen Moment wusste sie, dass sich Sternentänzer ganz sicher nicht erschreckt hatte.

Sternentänzer war ihr Pferd. Ihr über alles geliebter, wunderschöner, mondheller Araberhengst. Er war in einer stürmischen Gewitternacht auf die Welt gekommen. Und wie sollte jemanden, der selbst in einer stürmischen Nacht geboren wurde, wildes Wetter erschrecken? Genau wie Silberstern, dachte Carolin. Auch Sternentänzers Sohn war in einer Nacht zur Welt gekommen, in der ein Sturm die Bäume bog und gellende Blitze über den Himmel zuckten. Klar, dass auch für den prächtigen schwarzen Junghengst ein Gewitter keine Bedrohung darstellte.

Ferdi schulterte seine Sporttasche. „Also dann, bis später, Carolinchen“, sagte er und stiefelte in Richtung Gästehaus davon.

Carolin blickte ihm lange nach. Ferdinand Reifenbach. Wasserblaue Augen, kurze blonde Haare und freches Lausbubengrinsen. Ihr Freund. Eigentlich stammte Ferdi aus Berlin, doch ihr zuliebe war er nach Lindenhain gezogen und wohnte jetzt im Ferienhaus. Sie und Ferdi waren nun schon seit etlichen Monaten zusammen und jeder Augenblick mit ihm war schön.

Auch eine erste Krise hatten sie gemeinsam gemeistert. Ferdi hatte sich beklagt, dass Carolin zu wenig Zeit für ihn hatte. Er war schrecklich drauf gewesen und hatte nur noch herumgemeckert. Ihr vorgehalten, dass alles andere wichtiger sei als er. Dass sie lieber mit Sternentänzer und sogar mit Lina, ihrer besten Freundin, die Zeit verbringe als mit ihm. Als dann auch noch Linas Onkel Rocco in Lilienthal eine Zirkusshow aufzog und Carolin darin auf Sternentänzer eine Voltigiernummer vorführte, war es zum großen Streit gekommen. Ferdi war so stinksauer gewesen, dass er nicht einmal zur Premiere erschienen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.