Capelli | Sternentänzer, Band 2 - Das geheimnisvolle Mädchen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

Capelli Sternentänzer, Band 2 - Das geheimnisvolle Mädchen


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3083-7
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

ISBN: 978-3-8332-3083-7
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein neues Mädchen kommt auf Caros Reiterhof - und was für ein ungewöhnliches! Lina sieht nicht nur anders aus als alle anderen. Sie kann auch viele geheimnisvolle Dinge. Zum Beispiel Menschen mit seltsamen Kräutern heilen oder Wundsalben zusammenmixen. Caro und ihr Pferd Sternentänzer freunden sich mit ihr an. Bis plötzlich eines Tages ein schrecklicher Verdacht aufkommt. Hat Lina die anderen Mädchen im Reitstall bestohlen? Nur mit Hilfe von Sternentänzer kann Caro die Wahrheit über ihre Freundin herausfinden.

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Überraschung auf Lindenhain


„Na, Schatz, was gibt’s Neues in der Schule?“, wollte Ines beim Mittagessen wissen. Sie arbeitete im Moment meist nur halbtags bei einem Rechtsanwalt und war mittags schon wieder da. Das Kostüm hatte sie schon ausgezogen, aber der rosa Lidschatten lag noch über ihren Augen.

Das Mittagessen bestand aus einer großen Portion Spaghetti und einem gemischten Salat ohne Gurken. Carolin hasste nämlich Gurken. „Nichts“, antwortete sie mit vollem Mund. Sie wollte essen und nicht über die Schule sprechen. Außerdem war es ein strahlend schöner Tag, und Carolin wollte so schnell wie möglich nach Lindenhain zu Sternentänzer.

Ines aber war offenbar unbedingt nach Reden. Wenn sie nur halbtags arbeitete und viel Zeit zu Hause verbrachte, fühlte sie sich manchmal einsam und brauchte Ansprache. Am Anfang hatte es Carolin gehasst, dass ihre Mutter wieder arbeiten wollte. Damals noch den ganzen Tag. Jetzt wurde sie oft nur noch halbtags gebraucht und das auch nicht immer. Inzwischen war es Carolin viel lieber, wenn Ines den ganzen Tag arbeitete und gut gelaunt am Abend zurückkam. An ihren Nicht-Arbeitstagen hing sie nur herum, machte ein trauriges Gesicht und nervte mit unendlich vielen Fragen. Wie heute.

„Carolin, ich bitte dich! Irgendetwas muss es doch gegeben haben“, beharrte sie. Carolin wusste, dass Ines nicht eher locker lassen würde, bis sie etwas erfahren hatte. Und das, obwohl sie wusste, dass Carolin an einem so herrlichen Tag unbedingt in den Reitstall wollte.

„Lina“, sagte sie also und schaufelte sich ihre Gabel voll mit Nudeln.

„Und wer ist Lina?“, fragte Ines ganz erfreut über ihren Befragungserfolg.

„Eine Neue.“ Carolin stopfte die Nudeln in den Mund.

„Ja und? Erzähl, wie ist sie denn so?“

„Weiß nicht, ich kenn sie ja noch nicht.“

„Du musst doch wissen, ob sie sympathisch ist, langweilig, nett …?“

Carolin zuckte mit den Schultern. Inzwischen war sie beim Salat ohne Gurken angelangt. „Sie ist irgendwie komisch.“

„Wie komisch?“

Na klar, das musste ja kommen! „Sie sieht ein bisschen komisch aus und hat komische Sachen an“, erklärte Carolin.

„Carolin.“ Ines sah sie streng an. „Du weißt doch ganz genau, dass man Menschen nie nach ihrem Äußeren beurteilen sollte!“

„Ja, ja, tu ich ja nicht, Mam“, sagte Carolin, die überhaupt keine Lust mehr auf das Verhör hatte. „Und jetzt muss ich gehen. Sternentänzer wartet auf mich!“

Ines seufzte und begann, den Tisch abzuräumen. „Aber bitte sei pünktlich zum Abendessen wieder zurück!“, rief sie ihr noch nach.

„Ja, ja.“ Bloß gut, dass sie morgen wieder den ganzen Tag arbeitet, dachte Carolin. Sie rannte hoch in ihr Zimmer und kramte eine alte Jeans aus der hintersten Ecke ihres Schrankes hervor. Ines mochte es nicht, wenn die Sachen, die sie auch in der Schule trug, vom Pferdeschweiß fleckig wurden. Unten zog sie dann demonstrativ schon mal ihre Reitstiefel an. Aber sie war nicht schnell genug.

„Ach, Carolin!“ Ines schaute aus der Küche.

Nein, was denn noch? „Ja, Mam?“

„Wir haben keine Eier mehr. Bringst du auf dem Rückweg bitte welche mit? Ich wollte nämlich am Abend mal wieder ein neues Rezept ausprobieren. Aber das funktioniert nur mit Eiern!“

Carolin seufzte. „Na gut!“

„Hier!“ Ines hielt ihr einen Fünf-Euro-Schein hin. „Müsste reichen, und ein Eis ist da bestimmt auch noch drin!“

„Danke, Mam!“ Im Rausgehen stopfte Carolin den Geldschein in die Tasche. Dabei kam ihr ein zerknüllter Zettel in die Hand. Sie lehnte sich an ihr Bike und faltete ihn auf.

In einer stürmischen Vollmondnacht schlägt ein Blitz in eine jahrhundertealte Eiche ein, und eine Sternschnuppe fällt vom Himmel. Im gleichen Moment wird ein wunderschöner Schimmel mit einem kleinen schwarzen Stern auf der Stirn geboren … Er verfügt über außergewöhnliche Kräfte, er kann in die Zukunft blicken … Denn seine magischen Kräfte erfährt nur, wer sein Vertrauen besitzt.

Es war der Zettel aus der Bücherei, durch den sie von Sternentänzers magischen Fähigkeiten erfahren hatte. Carolin grinste vor sich hin. Die Jeans war wohl schon ziemlich lange nicht mehr gewaschen worden.

Jedes Mal, wenn Carolin nach Lindenhain fuhr, und das tat sie fast täglich, hatte sie das Gefühl, als würde ein Schwarm Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzen. Und dies umso leidenschaftlicher, je näher sie kam. Wenn sie dann endlich ihr Ziel erreicht hatte, klopfte ihr Herz wie wild. Ein riesengroßes Strahlen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, und sie war bester Laune. Schlechte Noten und Ärger zu Hause lösten sich in Luft auf. Das war schon so, als sie noch als Pferdemädchen auf dem Hof gearbeitet und all die anderen Mädchen mit ihren eigenen Pferden beneidet hatte. Doch seit sie die stolze Besitzerin von Sternentänzer war, war ihre Freude doppelt groß. Und wenn sie auf Sternentänzer ausritt, war sie so glücklich, dass sie sich jedes Mal wieder in den Arm zwicken musste, um festzustellen, ob sie nicht träumte.

Als Carolin an diesem Nachmittag nach Lindenhain kam, erlebte sie eine dicke Überraschung. Nick, Lindenhains Mann für alles – helle, struppige Haare und nette samtbraune Augen –, marschierte zusammen mit einem Mädchen über den Hof. Hofhund Herr Maier hüpfte freudig schwanzwedelnd hinter den beiden her. Das Mädchen war Lina. Die mit den wilden Haaren und den seltsamen Klamotten. Was geht denn hier ab?

„Hallo, Lina, was machst du denn in Lindenhain?“, fragte Carolin verwundert.

„Und was geht dich das an?“, gab Lina zurück. Ihre Stimme klang hart, und ihre grünen Augen blitzten. Komisch, wunderte sich Carolin. Warum macht die mich denn so an? Ich hab der doch gar nichts getan? Vielleicht hat Julia doch recht, und Lina ist tatsächlich eine doofe Pute. Egal!

Sie zuckte mit den Schultern und wollte zu Sternentänzer in den Stall laufen. Er erwartete sie bestimmt schon sehnsüchtig.

„He, Caro, nicht so schnell. Warte mal kurz!“, rief ihr Nick nach.

„Was denn?“, fragte Carolin, ohne sich umzudrehen.

„Ich möchte dir jemanden vorstellen. Das hier ist Lina …“

Carolin blieb stehen. „Ich weiß.“

„Und Lina, das ist Carolin.“

Lina blickte düster vor sich hin, ohne ein Wort zu sagen.

„Lina fängt als Aushilfe bei uns an“, erklärte Nick.

Carolin blieb wie angewurzelt stehen. „Wie bitte?! Sag das noch mal!“

„Lina fängt bei uns auf Lindenhain als Aushilfe an“, wiederholte Nick.

„Wie bitte …?“

Nick war von ihrem Erstaunen unbeeindruckt. „Könntest du sie bitte ein bisschen rumführen und ihr alles zeigen?“

„Ich weiß nicht …“ Carolin hatte nichts gegen Lina, doch sie war immer noch sauer über die feindliche Begrüßung. Außerdem gehörte Lindenhain irgendwie ihr. Der wunderschöne Reiterhof hoch oben auf dem Hügel zwischen großen alten Linden, mit dem lang gestreckten, hellgelben Stall mit blauen Türen und der weißen Reithalle. Und Nick mit dem Lausbubengrinsen gehörte doch auch ihr. Irgendwie. Als Kumpel, als Freund, als eine Art älterer Bruder. Obwohl, manchmal kribbelte es schon ein ganz kleines bisschen, wenn er so neben ihr saß. Aber nur manchmal. Manchmal fand sie ihn auch einfach nur total doof. Jedenfalls war es ihr Nick. Was hatten sie nicht schon alles zusammen erlebt? Und jetzt wollte sich ausgerechnet diese komische Lina dazwischendrängen?

„Los, komm schon, Caro! Tu mir den Gefallen. Ich hab keine Zeit. Ich muss mich um ein neues Pferd kümmern“, drängelte Nick.

„Na gut“, gab Carolin schließlich nach. „Weil du’s bist! Komm mit, Lina.“ Sie wollte auch nicht unfair sein. Lina hatte schließlich eine Chance verdient. Wortlos trabten die beiden Mädchen nebeneinander her zum Stall.

„Kannst du eigentlich reiten?“, fragte Carolin dann in die Stille, um überhaupt etwas zu sagen.

Lina brummte ihr ein recht feindseliges „Natürlich!“ entgegen.

Carolin zuckte mit den Achseln. Dann eben nicht. „Da vorne, das lang gestreckte, hellgelbe Ding mit den blauen Türen ist der Stall. Davor ist der Auslauf, und in dem weißen Gebäude ist die Reithalle. Der große Paddock mit dem blauen Holzzaun gehört auch dazu. In dem Gebäude da hinten hat Gunnar, der Big Boss, sein Büro. Da ist auch der Gemeinschaftsraum.“

„Das ist alles?“, fragte Lina, ohne...



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