Capelli | Sternentänzer, Band 20 - Die geheimnisvollen Briefe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 20, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

Capelli Sternentänzer, Band 20 - Die geheimnisvollen Briefe


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3101-8
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 20, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

ISBN: 978-3-8332-3101-8
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dass Liebe manchmal ganz schön kompliziert sein kann, hat Caro schon ein paar Mal feststellen müssen. Doch nun ist sie wirklich verunsichert: Ist ihr Freund Ferdi der Richtige für sie? Oder sollte sie besser ihrem unbekannten Verehrer, der ihr so wunderschöne Liebesbriefe schreibt, eine Chance geben?

Capelli Sternentänzer, Band 20 - Die geheimnisvollen Briefe jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Eine gelungene Überraschung


Es war einer dieser Tage, an denen sich der Nebel wie ein hauchdünner heller Schleier über das Land legt. Einer dieser ungemütlichen Tage, an denen man eigentlich viel lieber zu Hause bleibt. Zudem nieselte es leicht. Doch Carolin Baumgarten, genannt Caro, spürte die feinen, winzig kleinen Regentröpfchen kaum, die ihr Gesicht streiften. Sie war viel zu aufgeregt. „Wir vermuten in den Tiefen der Erde einen alten, geheimnisvollen Schatz“, tönten die Worte von Helmut Lampert in ihren Ohren. „Komm nächsten Freitag am Nachmittag hierher, dann erzähle ich dir alles.“

Nun war Freitagnachmittag, und Carolin ritt auf ihrem Araberhengst Sternentänzer zu der Waldlichtung, wo der Forscher vom Städtischen Museum in Grünstadt archäologische Ausgrabungen leitete. Carolin beugte sich tief über den Hals ihres herrlichen mondhellen Schimmels, um den herabhängenden Ästen auszuweichen. Was mag das nur für ein Schatz sein?, überlegte sie dabei. Je näher sie zu der Grabungsstätte kam, desto aufgeregter wurde sie.

Als sie die Waldlichtung schließlich erreicht hatte, glitt sie von Sternentänzers Rücken, band ihn an einem Baum fest und schaute sich um. Auf der Grabungsfläche, die mit rot-weißen Bändern weiträumig abgesichert war, hielten sich zwei Männer auf. Offensichtlich führten sie Messarbeiten durch. Der Bagger, der eine dicke Erdschicht abgetragen und auch einige tiefe Löcher in den Boden gebuddelt hatte, war inzwischen verschwunden. Auch der Lastwagen, der den Aushub abtransportiert hatte, war weg.

Nur der Baucontainer stand noch da. Zielstrebig marschierte Carolin darauf zu und klopfte an die Tür.

„Herein!“

Carolin drückte die Klinke und betrat den Bauwagen.

Helmut Lampert saß an einer Art Schreibtisch. Vor sich hatte er eine Karte ausgebreitet, die ein wenig aussah wie eine Landkarte – aber so riesig war, dass sie an den Tischenden herunterhing. Carolin hatte den Museumsmitarbeiter kennengelernt, als sie vor einiger Zeit zufällig, oder besser gesagt durch Sternentänzer, eine Moorleiche gefunden hatte. Und zwar nicht weit von der Stelle entfernt, an der jetzt gegraben wurde.

Als der Forscher Carolin erblickte, nickte er ihr freundlich zu. „Hallo, Caro.“ Er sah aus wie immer. Halb Insektenfänger, halb Studienrat. Kurze graue Haare, braune Augen, große Nickelbrille auf der Nase, dunkelblaue Flanellhose, dunkelblauer Pullunder, darunter ein weißes Hemd und um den Hals eine gepunktete Fliege. Herr Lampert schob seine Brille zurück und deutete auf den Holzstuhl vor dem Tisch. „Setz dich doch, Caro!“ Mit einem verschmitzten Lächeln beugte er sich hinunter zu seiner Aktentasche und holte einen Beutel mit Gummibärchen hervor. Er öffnete ihn und platzierte ihn mitten auf der Karte.

Grinsend griff Carolin zu. Der Forscher mochte Gummibären genauso gerne wie sie.

„Nun ja“, begann Herr Lampert dann und blickte sie über seine Nickelbrille hinweg an. „Wie bereits erwähnt, haben wir nun endlich die lang ersehnte Genehmigung für die archäologischen Grabungsarbeiten erhalten und können jetzt das Gebiet um die Moorleichen-Fundstätte herum genauer untersuchen.“ Er seufzte. „Hat ja wahrlich lange genug gedauert. Aber die Mühlen der Bürokratie mahlen eben langsam.“

Carolin zwinkerte ihm verschwörerisch zu. „Stimmt, ist schon ’ne ganze Weile her, dass wir Miss Moor hier draußen entdeckt haben.“

Herr Lampert zwinkerte zurück. „Kann man wohl sagen. Unsere allerliebste Silvana von Stöbe.“

Mit einem kleinen Schmunzeln wanderten Carolins Gedanken zurück zu jenem Tag, an dem Sternentänzer sie zu dem Knochen im Wald geführt hatte. Schnell war klar gewesen, dass sie eine Moorleiche entdeckt hatte. Und Herr Lampert hatte schließlich herausgefunden, dass es sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste der jungen Silvana von Stöbe handelte. Silvana hatte Ende des sechzehnten Jahrhunderts in dieser Gegend gelebt und war die Frau des Bürgermeisters gewesen. Sie hatte wohl im Verdacht gestanden, eine Hexe zu sein und sollte daher festgenommen und verhört werden. Aber eine Freundin hatte sie rechtzeitig gewarnt, und Silvana konnte fliehen. Auf der Flucht hatte sich die damals etwa sechzehn Jahre alte Silvana dann allerdings im Moor verirrt und war umgekommen.

Carolins Hand wanderte zu der Tüte mit den Gummibärchen. „Sie sagten neulich etwas von einem Schatz“, schmatzte sie.

„Exakt.“ Herr Lampert zeichnete mit dem Finger einen Kreis auf die Karte. „Irgendwo hier hoffe ich, etwas zu finden.“

„Einen Schatz?“, wiederholte Carolin.

„Ja, einen Schatz“, bestätigte Helmut Lampert.

„Und was für einen Schatz?“, wollte Carolin neugierig wissen.

Der Forscher beugte sich ein Stück nach vorne und senkte seine Stimme. „Es soll sich um eine uralte Truhe voller Goldmünzen handeln“, raunte er ihr zu.

„Echt?“, staunte Carolin. „Hier in unserem Wald, ganz in der Nähe von Lindenhain?“

„Ganz genau.“

Carolin rollte ein Gummibärchen zwischen den Fingern. „Aber woher wollen Sie das denn wissen?“

Der Museumsmitarbeiter lehnte sich zurück, nahm seine Brille ab und schlenkerte sie an einem Bügel hin und her. „Es sind Papiere aufgetaucht, in denen so etwas angedeutet wurde.“

„Wo sind die aufgetaucht?“, fragte Carolin und spürte ganz plötzlich und ohne Grund Gänsehaut auf ihren Armen.

Der Forscher warf ihr einen kurzen Blick zu. Seine Augen flackerten merkwürdig. „Das spielt keine Rolle“, erklärte er knapp. Aus irgendeinem Grund wollte er über die Papiere offenbar nicht reden.

Komisch! „Aber ...“

„Hier.“ Herr Lampert fiel ihr ins Wort und deutete erneut mit dem Finger auf die Karte. „Hier irgendwo müssten wir nach meinen Berechnungen fündig werden.“

„Und wann?“

Er seufzte. „Das kann noch ein weiter Weg sein. Wir haben inzwischen die oberste Erdschicht abgetragen und die Grabungsfläche freigelegt. Nun geht’s erst mal mit Schaufel und Spaten weiter.“

„Wahnsinn!“ Carolin nagte aufgeregt an ihrer Unterlippe. „Bin mal gespannt, was Sie da noch alles finden werden! Vielleicht noch weitere Moorleichen?“

Helmut Lampert zuckte mit den Schultern. „Kann schon sein. Lassen wir uns überraschen.“

„Kann ich bei den Grabungsarbeiten mal zusehen?“, fragte Carolin. „Und kann ich dann auch meine Freunde mitbringen?“

Der Forscher runzelte die Stirn. „Nun ja, eigentlich dürfte ich das nicht erlauben. Unberechtigte Personen haben in solchen Ausgrabungsstätten keinen Zutritt.“

Carolin zog eine Grimasse. „Ach, Herr Lampert, bitte! Immerhin hab ich ja auch Miss Moor gefunden“, entgegnete sie empört. „Ohne mich wüssten Sie gar nicht, wo Sie suchen müssten.“

Der Wissenschaftler schmunzelte. „Also gut“, gab er schließlich nach.

„Super!“ Carolin sprang auf. „Das muss ich gleich meinen Freunden erzählen.“

Helmut Lampert rollte die riesige Karte sorgfältig zusammen. „Aber nur, wenn ihr euch vorsichtig verhaltet, die Arbeiten nicht behindert und nichts zerstört.“

Carolin stürmte zur Tür und wollte nach draußen. Doch die Stimme des Forschers hielt sie zurück. Er klang ernst. „Moment noch! Ich muss mich auf eure Verschwiegenheit verlassen, Carolin! Kein Wort über den Schatz, zu niemandem!“

„Schon klar“, versprach Carolin. Ein munteres Grinsen huschte über ihr Gesicht. „Wenn sich rumspricht, dass hier Goldmünzen liegen, kommt noch ganz Lilienthal zum Graben.“

„Das auch“, nickte der Forscher. „Das auch.“ Damit griff er nach seinem Handy.

Das auch?, wiederholte Carolin in Gedanken, während sie den Bauwagen verließ. Nachdenklich stiefelte sie zu ihrem Pferd. Was denn noch?Hm!Egal. Bestimmt nicht weiter wichtig. Doch da sollte sie sich wohl täuschen.

Als Carolin nach Lindenhain zurückkehrte, war es schon später Nachmittag. Zwar nieselte es immer noch, aber der dichte Nebel hatte sich zumindest aufgelöst. Aber egal, ob Sonnenschein, Regen oder Schnee – für Carolin war Lindenhain zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter der schönste Reiterhof der Welt. Jetzt erst merkte sie, dass sie feucht und völlig durchgefroren war. Sternentänzer rasch in den Stall bringen, trocken reiben und dann ab nach Hause!, überlegte sie.

Auf dem Hof saß sie ab, tätschelte kurz Sternentänzers Hals und führte ihr Pferd am Zügel Richtung...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.