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E-Book, Deutsch, Band 30, 192 Seiten
Reihe: Sternentänzer
Capelli Sternentänzer, Band 30 - Caro und der rätselhafte Dieb
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3111-7
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 30, 192 Seiten
Reihe: Sternentänzer
ISBN: 978-3-8332-3111-7
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Für Carolin Baumgarten ist der schönste Platz der Welt der Reiterhof Lindenhain. Denn dort ist ihr schöner Hengst Sternentänzer zu Hause. Eines Tages soll Gunnar Hilmer, der Besitzer des Reiterhofs, Tiere von einem Bauernhof aufnehmen. Gunnar ist sofort Feuer und Flamme, da er ein großes Herz hat für alles, was in Not ist. Doch mit der Ankunft der Tiere beginnt auch ein Dieb, sein Unwesen auf Lindenhain zu treiben. Caro und ihre Freunde versuchen, ihm auf die Spur zu kommen ... werden aber plötzlich von einer neuen Meldung abgelenkt: Ein Junge wird vermisst. Gibt es zwischen all dem eine Verbindung? Caro will für Klarheit sorgen und hofft auf Sternentänzers magische Gabe bei ihrem nächsten Vollmondritt ...
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Was hat Gunnar mitgebracht?
Als Carolin am nächsten Tag nach Lindenhain radelte, war ihre Vorfreude noch eine ganze Portion größer als sonst. Ich bin ja schon so gespannt, welche Pferde Gunnar diesmal gerettet hat!, überlegte sie, während sie ihr Rad über den Hof rollen ließ. Vielleicht wieder geschundene Ponys? Carolins Blick wanderte hinüber zur Weide. Dort grasten die Haflinger Lila und Moritz und die Shettys Bella und Lola. Alle vier waren gequälte Jahrmarktponys, die vor längerer Zeit auf Lindenhain ein neues Zuhause gefunden hatten. Auch Marhaba stand dort, ein brauner Hengst mit schwarzer Mähne und schwarzem Schweif. Er war ehemals das Geburtstagsgeschenk eines wohlhabenden Vaters an seine Tochter gewesen. Als die sich dann nicht mehr für das Pferd interessierte, kam Marhaba nach Lindenhain. Und die drei Musketiere waren da, drei Pferde, die Carolin und ihre Freunde in einer Nacht- und Nebelaktion befreit hatten. Alles Notfälle! Dann war da noch Aziza, eine Araberstute, eigentlich auch ein Notfall. Sie war ein wertvolles Turnierpferd, konnte aber wegen einer Verletzung keine Leistung mehr bringen. Gunnar hatte schließlich zugestimmt, dass sie auf Lindenhain bleiben durfte. Carolin schmunzelte. Wir haben hier echt ein Sammelsurium an Notfall-Pferden. Mal sehen, welche Rasse diesmal noch dazukommt!
„Hallo,
Caro!“ Carolin drehte sich um.
Hinter ihr stand Jan, Lindenhains Mann für alles, mit einem Schubkarren voller Stroh, Kaugummi kauend wie immer. Jan war Vickys Neffe, hatte kurze blonde Haare und fast immer gute Laune.
„Hi, Jan!“ Carolin deutete auf den Schubkarren. „Streust du schon die Boxen für die neuen Pferde ein?“
„Pferde?“ Jan schob die Basecap auf seinem Kopf zurück und kratzte sich. „Ich weiß nix von neuen Pferden.“
„Hi, Caro!“ Tim kam auf die beiden zu. Tim machte auf Lindenhain gerade eine Ausbildung als Pferdewirt. Genau wie Jan war er für Carolin inzwischen ein richtig guter Kumpel geworden.
Jan sah Tim fragend an. „Weißt du vielleicht was von neuen Pferden?“
Tim schüttelte ratlos den Kopf. „Nee! Keine Ahnung. Wo sollen die denn herkommen?“
„Ich meine die Pferde, die Gunnar gestern mitgebracht hat“, setzte Carolin nach. „Er ist doch extra deswegen los.“
„Pferde?“, wiederholte Jan. Auf seinem Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. Er nickte Tim zu. „Tim, Caro meint die Pferde von gestern Abend, du weißt schon!“
„Ach diese Pferde!“ Jetzt grinste auch Tim übers ganze Gesicht.
Carolin blickte fragend von einem zum anderen. „Was geht denn bei euch ab? Was bitte ist so furchtbar komisch an meiner Frage nach den Pferden?“
„Och, gar nichts!“, meinte Tim, hatte dabei allerdings größte Mühe, nicht laut loszuprusten.
„Gar nichts“, bestätigte Jan, der ebenso angestrengt um einen ernsten Gesichtsausdruck bemüht war.
Doch man sah den beiden an den Nasenspitzen an, dass sehr wohl etwas war. „Ist was mit den Pferden?“, wollte Carolin wissen. „Sind die seltsam?“
„Nö, mit den Pferden ist nichts, oder, Tim?“
„Nö, Jan, mit den Pferden ist gar nichts“, lachte Tim los.
„Manno!“ Carolin stampfte mit dem Fuß auf. „Was soll denn dieses komische Getue? Jetzt sagt mir doch endlich, was so schrecklich witzig ist und wo die Pferde sind?“
Jan hakte sich prustend bei Tim unter. „Am besten, Caro hält selbst Ausschau nach den Pferden, nicht wahr, Tim?“
„Oh ja, sie soll Ausschau halten nach den drei Schönheiten“, kicherte Tim.
„Es sind also drei Pferde?“, hakte Carolin nach. „Und wo sollen die sein?“
„Wo sind die drei Pferde, Tim?“, fragte Jan belustigt.
„Ich hab keine gesehen“, antwortete Tim. „Aber auf der Weide suchen kommt bestimmt gut!“
Carolin schüttelte den Kopf und machte auf dem Absatz kehrt. Die benehmen sich heut wie richtige Blödmänner! Außer doofes Gelächter kommt bei den beiden heute nicht viel mehr raus. Dann frag ich eben Gunnar! Sie wollte Richtung Haupthaus gehen.
Doch Jan hielt sie zurück. „Keiner zu Hause. Gunnar ist weg“, sagte er grinsend. „Du musst schon selber nach den Neuzugängen suchen.“
Jan und Tim schütteten sich schier aus vor Lachen.
Nee! Carolin schüttelte den Kopf. Es reicht! Langsam wird mir das hier echt zu blöd! Sie lief hinüber zu Sternentänzer in den Stall, sattelte ihn in Windeseile und führte ihn fünf Minuten später hinaus auf den Hof. Weiter oben, wo der Feldweg begann, schwang sie sich auf den Rücken des mondhellen Hengstes und ritt los. Zunächst ein kleines Stück im Schritt, dann weiter im Leichttrab, schließlich wechselte sie in den Galopp. Als sie in den schmalen Waldweg bog, der hinunter zu dem kleinen Bach führte, verlangsamte sie das Tempo wieder. Kurz vor dem Bach stoppte sie, saß ab und ließ Sternentänzer von dem erfrischenden, klaren Wasser trinken. „Du bist durstig, mein Süßer, stimmt’s? Und das Wasser hier magst du doch so gerne.“
Während Sternentänzer genüsslich das kristallklare Wasser trank, ging Carolin in die Hocke und tauchte ihre Unterarme in das Wasser. „Das tut gut“, seufzte sie dabei. Sie stand wieder auf und drückte ihre Wange gegen Sternentänzers weiches Fell. Wie immer, wenn sie ihrem geliebten Pferd nahe war, fühlte sie eine tiefe Ruhe in sich.
Sie genoss noch eine Weile die Idylle am Bach, dann schwang sie sich wieder in den Sattel und trat allmählich den Rückweg an.
Mit vom schnellen Ritt geröteten Wangen erreichte sie dann Lindenhain. Auf dem Hof glitt sie von Sternentänzers Rücken und schlang liebevoll die Arme um den Hals des Pferdes. „Das war heut wieder ein super Ausritt, nicht wahr, mein Schöner? Und nun werde ich dich noch richtig schön putzen.“ Sie drückte Sternentänzer ein Küsschen auf die samtweichen Nüstern. Dann band sie ihn vor dem Stall fest und sattelte ihn ab. „Bin gleich wieder zurück“, versprach sie und lief in die Sattelkammer.
Nachdem sie ihre Reitsachen aufgeräumt hatte, schnappte sie sich den Korb mit den Putzutensilien und flitzte wieder nach draußen. „So, los geht’s!“, verkündete sie fröhlich, nahm Striegel und Kardätsche und bearbeitete ausgiebig Sternentänzers mondhelles Fell. Danach nahm sie sich seine Hufe vor und kratzte sorgfältig einen nach dem anderen aus.
Sternentänzer hielt die ganze Zeit brav still. Nach der Putzorgie klopfte sie liebevoll seinen Hals, dabei überlegte sie. „Ich bring dich noch ein bisschen auf die Weide“, beschloss sie dann. „Es ist noch so schön. Was hältst du davon, Sternentänzer?“
Der schöne Hengst hob und senkte sogleich sein edles Haupt – es sah fast aus, als würde er zustimmend nicken. In diesem Moment fiel Carolins Blick auf ihre Armbanduhr. „Oh nee, schon so spät, ich muss nach Hause“, murmelte sie erschrocken. „Ich muss noch jede Menge Hausaufgaben machen.“
Rasch band sie Sternentänzer los und führte ihn hinüber zur Koppel. „Nun kannst du dich noch ein bisschen austoben und grasen.“ Carolin öffnete das Gatter und gab ihrem Pferd einen liebevollen Klaps auf die Flanke. „Lauf los, mein Schöner!“
Sternentänzer schnupperte einmal über ihr Gesicht, dann schnaubte er zufrieden und lief zu den anderen Pferden. Seine mondhelle Mähne flatterte im Wind. Carolin blinzelte in die Sonne und schielte zu ihrem Lieblingsplatz. „Wie gern würd ich mich jetzt noch eine Weile auf das Gatter setzen und Sternentänzer beobachten!“, seufzte sie. „Echt schade! Aber das geht heute nicht, Carolin Baumgarten. Und jetzt beeil dich, dass du nach Hause kommst!“ Sie nickte entschlossen vor sich hin, während sie ihren Blick noch einmal über die Weide schweifen ließ.
Plötzlich stutzte sie. „Was ist denn das?“ Ganz hinten, am oberen Ende der Koppel nahe am Waldrand, schien es ihr, als habe sie drei Tiere entdeckt. Das müssen sie sein! Das müssen die Pferde sein, die Gunnar mitgebracht hat! Carolin kniff die Augen zusammen. Die Sonne blendete sie. Das Stück Weide dort hinten lag im Schatten. Irgendwie sehen die Pferde merkwürdig aus, oder? Irgendwie etwas seltsam. Carolin kämpfte einen Moment mit sich, aber dann schüttelte sie den Kopf. Nee, ich muss los! Die Pferde seh ich mir halt dann morgen genauer an! Sie rannte zu ihrem Rad, schwang sich drauf und radelte nach Hause.
Zu Hause verzog sich Carolin sofort auf ihr Zimmer und machte sich daran, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Was sein muss, muss...




