Capelli | Sternentänzer, Band 34 - Caro gibt nicht auf | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 34, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

Capelli Sternentänzer, Band 34 - Caro gibt nicht auf


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3115-5
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 34, 192 Seiten

Reihe: Sternentänzer

ISBN: 978-3-8332-3115-5
Verlag: Panini KidsBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Carolin ist begeistert, als endlich wieder ein Distanzritt stattfindet. Mit ihrem wunderschönen Araberschimmel Sternentänzer will sie das Turnier gewinnen, und der in Not geratene Gnadenhof für Bären soll das Preisgeld bekommen. Caros Chancen stehen gut, doch der rätselhafte Alexander ist auch bestens in Form und ein ernst zu nehmender Konkurrent. Und er interessiert sich auffallend für Sternentänzer. Caro beschleicht ein ungutes Gefühl. Was hat Alexander vor? Wird sie gegen ihn gewinnen? Die Vision bei ihrem Vollmondritt verheißt nichts Gutes, aber so schnell lässt sich Caro nicht entmutigen ...

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Stress mit Ines


Eigentlich gibt es ja nichts Schlechtes, was nicht auch etwas Gutes hat! Eigentlich mochte Carolin Baumgarten, genannt Caro, den Herbst nicht so gern. Er brachte in der Regel Regen, trübe Wolken, Nebel – und vor allem viel nasses Laub, was das Ausreiten manchmal gefährlich machte. Aber dann gab es auch diese herrlich lauen, sonnigen Tage mit den vielen kunterbunten, trockenen Blättern, die so schön knisterten, wenn man mit dem Fuß durchraschelte oder mit dem Rad drüberfuhr.

Heute war so ein schöner, trockener Herbsttag, und Carolin trat auf dem Heimweg von der Schule so heftig in die Pedale ihres Fahrrads, als wäre eine Horde wilder Stiere hinter ihr her. Denn die schönen Herbsttage waren gezählt und mussten genutzt werden!

Carolin hatte schon ganz genau die Strecke im Kopf, die sie heute mit ihrem Pferd Sternentänzer entlangreiten wollte. „Erst mal auf dem langen Feldweg, dann durch den Wald bis hinunter zum Bach und zurück über die herrlichen Stoppelfelder“, murmelte sie, während sie in den Ahornweg bog. Dort wohnte sie mit ihrer Mutter Ines, ihrem Stiefvater Jo und dessen Sohn Thorben.

Carolin lehnte ihr Rad gegen die Hauswand und sperrte hastig die Haustür auf. „Hallo, Mam!“, rief sie in den Hausflur. „Halloooo!“, setzte sie nach, als keine Antwort kam. Nach einem weiteren „Halloooooooo!“ war klar, dass niemand zu Hause war.

„Umso besser“, freute sich Carolin, stiefelte in die Küche, öffnete den Kühlschrank und blickte sich suchend um. Schließlich nahm sie sich zwei Erdbeer-Smoothies heraus, riss sie auf und trank beide. So, das reicht als Mittagessen! Ich nutze meine Zeit besser zum Ausreiten!

Fröhlich summend lief Carolin nach oben in ihr Zimmer, stieß die Tür auf und stellte schwungvoll ihre Schultasche ab. Dann steuerte sie ihren Kleiderschrank an – was gar nicht so einfach war, weil sich auf dem Boden davor Klamotten und Bücher türmten.

Um die Schranktür öffnen zu können, gab sie einem Stapel Zeitschriften einen kleinen Schubs. Der Stapel kippte zur Seite, und die Pferdehefte lagen verstreut auf dem Boden. Aber der Weg zum Schrank war frei. Eilig riss Carolin die Schranktür auf und suchte nach frischen Reitklamotten. Doch ohne Erfolg!

Als sie sich umdrehte, entdeckte sie die frisch gebügelte Wäsche, die Ines auf einen Stuhl gelegt hatte. Carolin fischte sich schließlich eine Reithose und ein passendes T-Shirt heraus und zog sich um.

Sie wollte gerade aus dem Raum, da fiel ihr Blick auf den Bildschirm ihres Computers. Dieser war vor lauter kleinen gelben Zetteln kaum mehr zu sehen. Oje! Carolin schwante nichts Gutes. Solche Zettel benutzte ihre Mutter immer, wenn sie etwas mitzuteilen hatte. Normalerweise klebten sie in der Küche und im Flur, und normalerweise passte die Nachricht auf ein Zettelchen. Heute war das anders.

Carolin näherte sich dem PC so vorsichtig wie das Kaninchen der Schlange und versuchte, die Nachricht zusammenzusetzen und zu entziffern. „Liebe Carolin, in diesem Zimmer haust ein Schwein! Ich habe Dich schon mehrmals gebeten, aufzuräumen. Wir haben Dir nicht erlaubt, Dein Zimmer neu zu streichen, damit Du anschließend alles vergammeln lässt. Ich weiß nicht, was in Dich gefahren ist, dass Du in letzter Zeit alles nur noch fallen und liegen lässt, wo Du gerade stehst. Wenn Du glaubst, Deine Mutter wird schon Ordnung schaffen, hast Du Dich getäuscht. Jedenfalls werde ich diesen Raum nicht mehr betreten, bis Du aufgeräumt hast.“

„Nee, oder! Was soll das denn, Mam?“, empörte sich Carolin und stemmte aufgebracht die Hände in die Seite. „Manno, Mam! Musst du denn jetzt auch noch Stress machen? Also echt!“, schimpfte sie. „Zimmer aufräumen kann ich noch den Rest meines Lebens! Aber wer weiß, wie lange das schöne Wetter noch anhält! Das ist ideal zum Ausreiten. Und Paps ist auch nur für ein paar Wochen in Lilienthal, dann zischt er wieder ab nach Mallorca. Also!“, zeterte sie weiter und stampfte mit dem Fuß auf. „Außerdem sind da noch die Schule und Lina, und …“

Entschlossen riss Carolin einen gelben Zettel nach dem anderen vom Bildschirm und knüllte sie dann so lange zusammen, bis sie einen kleinen gelben Papierball in der Hand hielt. „Du mit deinem ewigen Putzfimmel, Mam!“, knurrte sie. „Wenn’s dich nervt, wie es in meinem Zimmer aussieht, bleibst du halt draußen! Du musst mein Zimmer nicht betreten!“ Aufgebracht schleuderte Carolin den Papierball in eine Zimmerecke. „Mann, ich hab echt Besseres zu tun, als aufzuräumen!“

Sie holte sich noch eine Jacke aus dem Schrank und wollte aus dem Zimmer stürmen, hielt dann aber kurz inne. Kommt vielleicht nicht ganz so gut, wenn Mam sieht, dass ich die Zettel einfach in die Ecke geknallt hab, überlegte sie. Rasch suchte Carolin mit den Augen ihr Zimmer ab, konnte aber die gelbe Papierkugel nirgendwo mehr entdecken. Ach was, darum kümmere ich mich später!

Sie blickte aus dem Fenster. Die Sonne ließ die bunt gefärbten Blätter des Apfelbaums herrlich leuchten. Nichts wie raus! Carolin schloss hinter sich die Tür zu ihrem Zimmer, lief die Treppe hinunter, zur Haustür hinaus, holte sich ihr Rad und fuhr nach Lindenhain.

Mein Lindenhain! In der Hofeinfahrt blieb Carolin kurz stehen und ließ den Blick über ihren geliebten Reiterhof schweifen. Er erhob sich auf einem sanften, grünen Hügel zwischen großen, knorrigen, alten Linden. Über die riesige Koppel führte ein Weg zu einem zweiten Hügel mit Linden. Carolin legte die letzten Meter bis zum Haupthaus zurück und hatte dabei so viel Schwung, dass sie kräftig bremsen musste, um nicht gegen die Hauswand zu donnern.

„Hallo, Caro!“

Carolin drehte sich um. An ihr vorbei fuhren gerade Vicky und Baby Luisa. Oder besser: Vicky ging, und Luisa wurde im Kinderwagen geschoben. Vicky Heuber war die Lebensgefährtin von Gunnar Hilmer, dem Besitzer des Reiterhofs. Sie war Reitlehrerin, doch seit ihre Tochter auf der Welt war, kam sie kaum noch zum Reiten.

„Bei diesem Traumwetter müssen Luisa und ich eine Runde drehen“, erklärte Vicky vergnügt, während sie an Carolin vorbeispazierte.

Carolin nickte. „Echt super heute! Ich will auch gleich mit Sternentänzer los.“

„Dann viel Spaß!“ Vicky schob weiter.

Carolin beschloss, noch rasch etwas zu trinken, bevor sie zu Sternentänzer ging. Sie lief ins Haupthaus, durch den langen Gang, wo der Getränkeautomat stand. Cola oder Limo?, überlegte sie. Dabei fiel ihr Blick auf einen Aushang, der an der Wand neben dem Getränkeautomaten hing.

Darauf stand: „5. Espenlaub-Distanzritt: Zum fünften Mal ist der Espenlaub-Hof Gastgeber eines Distanzritts, der längst schon kein Geheimtipp mehr ist für guten Distanzsport in herrlicher Landschaft, mit professionellem Veranstaltungsmanagement und Gastfreundlichkeit. Wir erwarten wie jedes Jahr ein großes, bunt gemischtes Teilnehmerfeld. Frühzeitige Anmeldung erbeten. Wir freuen uns auf ein spannendes Turnier und ein großes Starterfeld. Euer Espenlaub-Team.“

„Distanzreiten“, wiederholte Carolin begeistert. „Das wär mal wieder was!“ Sie schloss die Augen und erinnerte sich an ihren letzten Distanzritt. Damals hatte ihre Erzfeindin Julia Schlupf teilgenommen und auch gewonnen – aber nur, weil deren Trainer den Turnierablauf manipuliert hatte. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Und alle meinten, ich hätte Talent, erinnerte sie sich. Eigentlich war das richtig cool, überlegte sie weiter, während sie die Münzen in den Automaten warf. Ich hätte echt Lust, bei so einem Turnier wieder mal mitzureiten. Wenn alles fair und korrekt abläuft, ohne Manipulation und ohne Betrügereien! Sie drückte auf die Orangenlimo-Taste. Vielleicht hätten Sternentänzer und ich dann eine echte Chance zu gewinnen, vielleicht …

Carolin stockte, denn plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Sie drehte sich um und blickte in Ferdis strahlendes Gesicht. „Hi, Carolinchen, Überraschung!“

Carolin musste schmunzeln. Nur ihr Freund Ferdinand Reifenbach durfte sie so nennen. Ferdi hatte wasserblaue Augen, kurze blonde Haare, ein freches Lausbubengrinsen und stammte eigentlich aus Berlin. Mit Pferden hatte er allerdings nicht so viel am Hut, seine große Leidenschaft war das Eishockeyspielen.

Hocherfreut, aber auch verwundert blickte Carolin ihren Freund an. „Hi, Ferdi! Was machst du denn hier? Wolltest du heute Nachmittag nicht mit einem Kumpel Latein pauken?“

„Haben wir auf morgen verschoben. Und da dachte ich mir, dass ich doch mein Carolinchen besuchen und mit ihr ausreiten könnte.“

Carolin nahm die Orangenlimonade aus dem Automaten. „Cool“, freute sie sich. „Ich wollte...



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