Carey | Star Trek - Classic: Der Erstschlag | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Carey Star Trek - Classic: Der Erstschlag

Invasion 1 - Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11500-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Invasion 1 - Roman

E-Book, Deutsch, 0 Seiten

ISBN: 978-3-641-11500-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dämonenähnliche Aliens bedrohen die Galaxis

Eine Sonne im klingonischen Imperium explodiert. Die Naturkatastrophe wurde von einem Raumschiff vom anderen Ende der Galaxis ausgelöst. Das fremde Schiff setzt eine unbekannte Technologie ein, um die unvorstellbaren Entfernungen zu überbrücken. Da die Klingonen alleine nicht mit den Fremden fertig werden, bitten sie die Enterprise um Hilfe. Captain Kirk setzt zunächst auf Verhandlungen, um herauszufinden, welche Absichten die Unbekannten verfolgen. Die Aliens scheinen geradewegs einem Horrorfilm entsprungen zu sein. Und die dämonenähnlichen Wesen kennen nur ein Ziel: Sie wollen den Raumsektor zurückerobern, aus dem sie vor Jahrtausenden vertrieben wurden.

Carey Star Trek - Classic: Der Erstschlag jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


»Die Sonne wächst!«

»Unmöglich! Es muss eine optische Täuschung sein!«

»Nein! Nein! Die Instrumente zeigen eine Verringerung der Massendichte an! Sie hat einundsiebzig Prozent erreicht und nimmt weiter ab!«

Ein relativ kleines Sonnensystem – nur fünf Planeten. Zwei für Kolonien geeignet, einer eroberungswürdig.

Irgendeine seltsame Kraft sorgte nun dafür, dass sich die Sonne wie ein Ballon verhielt, den jemand aufblies.

Sie wuchs, schwoll immer mehr an.

»General! Die Planeten sind von der gleichen Veränderung betroffen!«

»Ich stehe direkt neben Ihnen. Beruhigen Sie sich. Hat der Masseverlust eine höhere Orbitalgeschwindigkeit zur Folge?«

»Ja! Und die Planeten drehen sich immer schneller um die eigene Achse!«

»Hören Sie auf zu schreien. Und das gilt auch für die anderen. Ich will keine Schreie mehr hören. Wir sehen uns diese Sache an und treffen alle notwendigen Entscheidungen.«

Die Besatzung des klingonischen Patrouillenkreuzers Jada sah zu den Bildschirmen, die ihnen die fünf Planeten des Sonnensystems zeigten. Die beiden sonnennächsten dehnten sich ebenfalls, folgten dem Beispiel des Zentralgestirns und schwollen vom Kern her an. Wenige Sekunden später veränderten sich auch die drei anderen Planeten. Hinzu kam: Zusammen mit den Asteroiden und Meteoriten drehten sie sich immer schneller um die Sonne.

Die ersten beiden solaren Trabanten blähten sich nicht nur auf, sondern verließen auch ihre Umlaufbahnen – wie an Schnüren herumgewirbelte Bälle, die plötzlich losgelassen wurden. Ihre Entfernung zur Sonne wuchs, als sie immer weitere Bögen beschrieben.

Verblüfft und entsetzt beobachteten die Klingonen ein Geschehen, das ihnen absurd erschien. Noch vor wenigen Minuten hatte die Sonne einen ganz normalen Eindruck erweckt, doch jetzt füllte sie das Projektionsfeld des Hauptschirms. Elektronische Komponenten summten, um die plötzliche Zunahme der Helligkeit auszugleichen. Einige Sekunden lang mussten die Beobachter ihre Augen beschatten.

Sie sahen eine Realität, die eigentlich unmöglich sein sollte. Der korpulente General wandte sich wieder dem Hauptschirm zu, als das grelle Gleißen ein wenig nachließ. Das Licht blendete noch immer, aber nicht mehr ganz so stark wie noch vor wenigen Sekunden.

»Fallen wir dem … Phänomen entgegen?«, fragte er ruhig.

»Nein!«, platzte es aus dem taktischen Offizier heraus. Dann erinnerte er sich daran, was der General über die Lautstärke gesagt hatte. »Unsere Position ist stationär. Aber das Schiff … wir …«

»Sprechen Sie, Mann!«

»Unsere Masse verringert sich ebenfalls! Und das gilt auch für die anderen Schiffe!«

Links von ihnen drehte sich der taktische Offizier zum Zentrum der Brücke um und sah Captain Ruhl an. »Alle fünf Schiffe sind von der Veränderung betroffen«, bestätigte er.

»Kompensieren.« Ruhl – ein schlanker Mann, dem vorn ein Zahn fehlte – war erst seit kurzer Zeit Kommandant der Jada. Als der General keine Einwände erhob, schöpfte er mehr Zuversicht und schnippte mit den Fingern. »Halten Sie die Geschwindigkeit niedrig.«

»Ich versuche es«, erwiderte der Navigator und rang mit den Kontrollen. »Null Komma vier fünf Sublicht … Null Komma fünf null … Wir werden allmählich schneller …«

»Alles wird schneller«, betonte der taktische Offizier und schnappte nach Luft.

Eine der wenigen guten Eigenschaften Ruhls bestand darin, dass ihm die eigene Ignoranz nichts ausmachte – diesem Aspekt seines Wesens verdankte er es, den Befehl über die Jada bekommen zu haben. Er schien überhaupt kein Ego zu haben. Deshalb empfand er es auch nicht als entwürdigend, seine Ratlosigkeit einzugestehen. »Was sollen wir jetzt unternehmen, General Kellen?«, fragte er.

Der General spürte, wie um ihn herum Panik zu keimen begann, und er hob die Hand. Fünf Schiffe, die es zu schützen galt, ein sich auflösendes Sonnensystem … Man erwartete Antworten von ihm, eine Lösung des Problems. Doch er konnte weder das eine noch das andere liefern.

Kellen hatte ein Patentrezept, um sich in kritischen Situationen zu behaupten: Er wurde dann einfach ruhiger als die anderen. Er senkte die Stimme, straffte die Schultern und schob das Kinn vor, gab sich kühl und gelassen. Auf diese Weise konnte man seiner Erfahrung nach am besten Herr der Lage werden: je angespannter die Situation, desto ruhiger werde man. Mit dieser Taktik konnte er sich immer durchsetzen. Wenn er sich gewissermaßen in einen Vulkanier unter Klingonen verwandelte, so erreichte er mehr.

Inzwischen war er ein hochrangiger General. Die Gelassenheit hatte ihm so oft geholfen, dass sie zu einem wesentlichen Bestandteil seines Rufes wurde, was er durchaus begrüßte.

Allerdings … Unter den gegenwärtigen Umständen bahnte sich zwar Panik an, aber es gab keinen Feind, den es zu überlisten galt. Mit Ruhe allein ließ sich eine Naturkatastrophe nicht abwenden. Diese Erkenntnis verärgerte ihn ebenso wie die zunehmende Furcht der Crew des Schiffes.

Einige Sekunden verstrichen, als Kellen seinen massigen Leib zur wissenschaftlichen Station schob.

»Wie heißen Sie?«, fragte er den dort arbeitenden Offizier.

»Was? Ich …«

»Er heißt Karn!«, entfuhr es dem Navigator. Offenbar wollte er verhindern, dass wertvolle Zeit verlorenging.

»Karn …«, sagte Kellen. »Erklären Sie, was Ihrer Meinung nach geschieht.«

Der wissenschaftliche Offizier blickte auf die Instrumente und presste beide Hände an den Kopf, als könnte er den über die Displays huschenden Datenstrom auf diese Weise festhalten. Sein Mund öffnete und schloss sich mehrmals, bevor er die Stimme wiederfand.

»Masse«, brachte er hervor. »Die Sensoren zeigen an, dass Masse fehlt, nicht aber die Materie!«

»Der Himmel stürzt ein«, entgegnete Kellen ruhig. »Und wir fallen mit ihm. Fahren Sie fort.«

Karn versuchte verzweifelt, sich zu beherrschen. Er ließ die Hände sinken, streckte sie dann aus und schien die Worte mit ihnen zu formen.

»Alle Objekte in Bewegung haben Energie. Die Schnelligkeit der Bewegung hängt von Energie und Masse ab. Wenn sich die Masse verringert, so muss ein Ausgleich geschaffen werden, was bedeutet: Die Geschwindigkeit wächst. Anders ausgedrückt: Wenn Masse weggenommen wird, so ist nach wie vor Energie vorhanden und bewirkt eine Beschleunigung!«

Verwirrung flackerte in Karns Augen. Der feste Halt seines Lebens – die Prinzipien der Wissenschaft – schien sich aufzulösen.

»Wie kann Masse weggenommen werden?«, fragte Kellen.

»Ich weiß es nicht! Aber wir sehen, dass es hier geschieht!«

»Ich fühle, dass es geschieht. Wer soviel auf den Rippen hat wie ich, merkt sofort, wenn er leichter wird.«

Karn nickte und atmete so schwer, als sei er nach einer halben Ewigkeit unter Wasser aufgetaucht. »Wenn die Werte auf null sinken … Wenn sie auf null sinken … Wenn die Masse von Sonne und Planeten den Wert null erreicht … Wenn es nur noch Energie und keine Masse mehr gibt … Dann wird alles auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt! Jedes einzelne Partikel!«

»Wie Photonen«, murmelte Kellen. »Sind Sie sicher, dass so etwas passieren wird?«

Karn wurde immer nervöser, weil der General darauf bestand, seine Theorie mit ihm zu erörtern – eine Theorie, die immer mehr zur erschreckenden Praxis wurde. Die Farbe wich aus dem bronzefarbenen Gesicht des wissenschaftlichen Offiziers. »Nein, ich bin mir nicht sicher! Etwas in dieser Art hat sich nie zuvor ereignet. Aber ich glaube, dass es passieren wird!«

»Kein Objekt, ob groß oder klein, kann die Lichtgeschwindigkeit erreichen«, wandte der Navigator ein. »Das ergibt überhaupt keinen Sinn.«

Karn drehte sich ruckartig um. »Die Verringerung der Masse ergibt ebenso wenig Sinn!«

»Die Planeten explodieren«, sagte der Navigator. »Na und?«

»Idiot!« Karn vollführte eine abrupte Geste. »Verstehen Sie denn nicht? Wir alle sind Teil des existierenden Universums!« Er deutete auf die Anzeigen der Instrumente. »Auch unsere Masse schwindet. Und wenn ihr Wert auf null sinkt … Dann fliegen unsere Moleküle mit Lichtgeschwindigkeit auseinander! Weil sich die Energie irgendwie entfalten muss!«

Ruhl musterte ihn. »Wir explodieren ebenfalls?«

Karn nickte heftig. »Mit Lichtgeschwindigkeit!«

Nach vielen Jahren im All verstand Kellen, und die Mienen der anderen Klingonen zeigten, dass es ihnen ebenfalls dämmerte. Ihre Gesichter waren blass.

»Wie stark hat sich die Masse reduziert?«, fragte Kellen leise.

Im knorrigen Gesicht des wissenschaftlichen Offiziers zeigte sich Furcht, als er auf die Displays starrte. Er versuchte, die Panik zu unterdrücken und sich ein Beispiel am General zu nehmen. »Der Wert ist auf vierzig Prozent gesunken und nimmt weiter ab, Sir.«

Ruhl bedachte ihn mit einem durchdringenden Blick. »Ist es eine Waffe?«

Kellen strich sich eine Strähne des sorgfältig gestutzten Haars aus der Stirn und schenkte der Frage keine Beachtung. »Gefechtsalarm«, sagte er statt dessen. »Schilde hoch.«

Ruhl gab den Befehl nicht etwa weiter, sondern trat selbst an die entsprechenden Kontrollen heran und aktivierte die Schilde.

Von einem Augenblick zum anderen strich eine Welle aus Übelkeit über die Klingonen hinweg, und sie verloren den Boden unter den Füßen. Das Deck glitt unter ihnen fort.

Keine Masse mehr – keine Gravitation.

Kellen trachtete danach, sich irgendwo festzuhalten. Gleichzeitig...


Brandhorst, Andreas
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit Romanen wie »Äon«, »Das Erwachen« oder »Das Schiff« die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thriller-Plot sind zu seinem Markenzeichen geworden und verschaffen ihm regelmäßig Bestsellerplatzierungen. Zuletzt sind bei Heyne seine Thriller »Der Riss« und »Messias« erschienen. Andreas Brandhorst lebt im Emsland.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.