Carey | Star Trek - Classic: Kirks Bestimmung | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Carey Star Trek - Classic: Kirks Bestimmung

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11743-6
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11743-6
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf Faramond geben die Spuren einer untergegangenen Zivilisation den Forschern Rätsel auf

Der 16-jährige Jim Kirk ist ein Rabauke, doch sein Vater, George Kirk, Sicherheitschef der Enterprise unter Captain April, wünscht sich sehr, dass sein Sohn eines Tages in seine Fußstapfen tritt. Er nimmt seinen Sohn mit auf eine Reise zum geheimnisvollen Planeten Faramond. Dort geben die Spuren einer vor Jahrtausenden verschwundenen Zivilisation den Forschern Rätsel auf. Doch Piraten greifen das Shuttle an, und nur mit Mühe gelingt die Flucht.

45 Jahre später ist James T. Kirk wieder zum Planeten Faramond unterwegs - als Captain der Enterprise. Sie sind auf einer Rettungsmission, die Kirk in eindringlichen Flashbacks zurück in seine Jugend versetzt.

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Prolog


U.S.S. Enterprise 1701-A

Raumschiff der Vereinten Föderation der Planeten

Constitution-Klasse

Schiffskonstruktionstyp 1701-A

Kommandant: Captain James T. Kirk

»Sie werden sich mit außergewöhnlichen Ehren und der grenzenlosen Dankbarkeit einer sich ausweitenden Föderation in den Ruhestand zurückziehen. Es besteht eine reelle Chance, dass die Galaxis einer Blütezeit entgegengeht … und einen großen Teil dieser Chance verdanken wir Ihrem Durchsetzungsvermögen, Ihrer Geradlinigkeit und Ihrem Glauben an uns, Captain Kirk.«

»Ich danke Ihnen, Mr. President. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.«

Auf dem Hauptschirm der Brücke legte der Präsident eine für ihn ungewöhnliche Pause ein. Die weißen Augen in dem bleichen, von langem, kalkweißem Haar umrahmten Gesicht wirkten so ruhig wie immer, doch heute schimmerte Hoffnung in ihnen auf.

»Ich könnte etwas vorschlagen«, meinte er, »wenn Ihnen das recht ist.«

Ein schiefes Grinsen tauchte auf Kirks Gesicht auf, und er umfasste noch einmal die Armlehnen seines Kommandosessels.

»Nochmals danke, Mr. President«, sagte er. »Wir hatten unsere Zeit im Rampenlicht. Jetzt sind andere an der Reihe.«

Der Präsident deutete ein kaum wahrnehmbares Nicken an. Aufgrund seines deltanischen Albinismus ließ sich praktisch jede seiner Gesten nur von besonders aufmerksamen Personen wahrnehmen.

»Wir werden uns noch einmal miteinander unterhalten«, erklärte er, »und dabei in privater Runde ein Glas auf Ihre Karriere, Sir, und auf die Ihrer Offiziere heben. Starfleet Command hat Starbase One die Erlaubnis erteilt, die internen Lauflichter als Ehrensalut an die Enterprise abwechselnd in Weiß und Gold aufleuchten zu lassen. Ich betrachtete es als besonderes Privileg, die Ankunft des Schiffes in Ihrem Bordbuch abzuzeichnen, da es sich um die letzte Rückkehr der Enterprise handelt.«

»Sobald wir zu Starbase One zurückkehren«, betonte Kirk.

»Ganz nach Ihrem Belieben. Niemand wird Ihnen bei Ihrem letzten Flug mit der Enterprise hineinreden. Genießen Sie ihn.«

Der Präsident neigte sein weißhaariges Haupt, dessen Alien-Augen so wirkten, als wären sie blind.

Abrupt wurde der Schirm schwarz. Nur die Audioübertragung arbeitete noch für ein paar Sekunden und übertrug die Stimme eines Kommunikationsoffiziers.

»Vereinte Föderation der Planeten, Büro des Präsidenten, Starbase One, Ende.«

Captain James Kirk winkte knapp zur Kommunikationsstation der Brücke hinüber, registrierte die Bestätigung und ließ sich etwas zu ruhig in den Kommandosessel zurücksinken.

»Ich möchte Mr. Scott sprechen«, sagte er.

Niemand reagierte. Niemand wollte reagieren. Irgendwie schien das Protokoll in diesem Moment unpassend. Einen Moment später meldete sich die in die Lehne des Kommandosessels eingelassene Kommunikationseinheit.

»Scott hier, Sir.«

»Statusbericht, Scotty.«

»Aye, Sir. Wir haben alle beschädigten Decks evakuiert und versiegelt sowie die vordringlichsten Reparaturmaßnahmen eingeleitet. Die Warptriebwerke sind in Ordnung. Die kosmetischen Reparaturen werden noch warten müssen, doch der Maschinenraum wird in zwanzig Stunden wieder voll einsatzbereit sein.«

Der Captain stützte sich mit dem Ellbogen auf die Armlehne und senkte die Stimme. »Mr. Scott … Sie wissen, dass das Schiff bei unserer Ankunft auf Starbase One außer Dienst gestellt wird.«

»Das weiß ich, Sir. Aber wenn Starfleet Command eine raumtaugliche Enterprise aus dem Verkehr ziehen will, dann wird ihnen das noch verdammt leid tun, dafür garantiere ich. Ich werde sie zwingen, zu den Akten zu nehmen, dass sie ein einsatzbereites Schiff außer Dienst stellen.«

Stille legte sich über die Brücke. Es gab keine Reaktion, doch genau darin lag bereits die Reaktion.

Der Captain starrte ins Nichts, als bereite er sich darauf vor, seinem Schiff in dieses Nichts zu folgen. Er und der Chefingenieur. Ihr Schiff.

»Ich verstehe«, sagte er. »Machen Sie weiter, Mr. Scott.«

»Danke, Sir. Ich tue mein Bestes. Scott Ende.«

Der Captain schlug die Beine übereinander und lehnte sich zurück, als wolle er noch einmal Revue passieren lassen, was er gehört und was er darauf geantwortet hatte.

»Kurs beibehalten«, wies er den Steuermann an.

Auf dem erhöhten Deck hinter ihm spürte ein sehr schlanker Mann mit wasserhellen Augen und mittlerweile völlig ergrautem Haar, wie sich seine kantigen Züge verhärteten. Dr. Leonard McCoy hatte sein Leben lang darauf gewartet, ein einfacher Landarzt zu werden, und er freute sich auf diese Veränderung in seinem Leben. Bald könnte er jedermann anknurren, und niemand würde dagegen aufbegehren.

Mit gerunzelter Stirn ging er zur Wissenschaftsstation hinüber, so wie er es in den vergangenen Jahren hundertmal getan hatte, und wandte sich leise an jene Person, die sein Flüstern ebenso häufig vernommen hatte.

»Was können wir ihm sagen, Spock?«, fragte McCoy laut genug, dass der Captain ihn verstehen konnte.

In der Nische der Wissenschaftsstation richtete sich eine Gestalt auf. Die gesamte Brücke schien nach Luft zu schnappen, als der Vulkanier seine Aufmerksamkeit auf den Raum richtete. Schmale, wachsame Augen strichen über die Brücke, Augen, die in einem Gesicht saßen, das McCoy einmal für hart und kalt gehalten hatte. Nüchtern und sachlich schien es zu untermauern, was einen Vulkanier ausmachte.

Wie alt war der Vulkanier jetzt? McCoy ging die medizinischen Unterlagen durch, die er ständig im Kopf präsent hatte, und versuchte, vulkanische Jahre in Menschenjahre umzurechnen. Wie üblich misslang der Versuch. Beides ließ sich einfach nicht miteinander vergleichen. Spocks glattes Haar, einst pechschwarz, zeigte jetzt einen würdevollen grauen Schimmer. Die dichten Brauen waren noch immer schwarz und zogen sich seitlich nach oben, waren aber buschiger geworden als früher. Trotzdem sorgten sie dafür, dass Spock auf McCoy so wirkte wie alle Vulkanier – wie große, dünne Fledermäuse, die Kleider trugen.

Hinzu kam natürlich jene Eigenheit, die es so schwer machte, Vulkanier ernst zu nehmen … die langen, spitz zulaufenden Ohren. McCoy vermutete, die Ohren seien der Grund, weshalb die Vulkanier ihre Emotionen verdrängt hatten. Sie konnten es einfach nicht ertragen, deswegen aufgezogen zu werden.

Plötzlich war McCoy froh darüber, neben diesem Mann zu stehen. Trotz ihrer ständigen Auseinandersetzungen waren er und Spock durch Mühen und Gefahren aller Art geschritten. Jeder von ihnen hatte wieder und wieder sein Leben für den anderen aufs Spiel gesetzt, und trotzdem hatten beide irgendwie das Glück, noch immer hier zu stehen.

Überdies war McCoy bewusst, dass er neben dem ersten Vulkanier stand, der sich Starfleet angeschlossen hatte, dem ersten, dem mittlerweile viele andere nachgefolgt waren. Die Vulkanier waren immer bestrebt gewesen, sich abzuschotten und für sich zu bleiben, doch wegen diesem einen Mann hatten sie ihre Ansichten geändert.

Wegen des rebellischen jungen Spock, der die Zurückgezogenheit seiner Rasse ablehnte, beharrten die Vulkanier nicht mehr auf ihrer stolzen Unnahbarkeit. Sie entdeckten, dass Starfleet, obzwar von den albernen Menschen gegründet und noch immer hauptsächlich von ihnen geleitet, keineswegs jenes gesetzlose Durcheinander darstellte, das die Vulkanier früher mit der Menschheit gleichgesetzt hatten, und dass ihre Lebensweise dadurch nicht in Frage gestellt wurde. Tatsächlich stellten sie fest, dass Starfleet im besiedelten Raum das Recht verkörperte, auf das sich Dutzende wehrloser Welten in einer von zahllosen Kontakten geprägten Galaxis verließen. Die Föderation war die große Burg, die sie beschützte, und Starfleet stellte ihre Ritterschaft dar.

Selbst den Feinden war das bewusst. Und genau aus diesem Grund herrschten schon so lange Frieden und Wohlstand. Starfleet wollte es so und besaß die Macht, sich durchzusetzen.

Heute waren die Vulkanier stolz, ja, tatsächlich stolz, zu Starfleet zu gehören, aktiv die Föderation zu verteidigen, teilzuhaben an der Stärke, die nötig war, um Wachstum und Wohlstand zu garantieren, und auch sie gerieten in Zorn, wenn jemand diesen Weg blockierte. Jene, die einst Spock und dessen Starfleet-Uniform den Rücken gekehrt hatten, drängten heute ihre eigenen Söhne und Töchter, die Starfleet-Akademie zu besuchen, einem Aufruf zu folgen, den sie selbst einst zurückgewiesen hatten, und an jenen Operationen im All teilzunehmen, die eine vorwärtsstrebende interstellare Gemeinschaft durchführen musste.

Ja, die Dinge hatten sich geändert.

Obwohl Spock direkt neben McCoy stand, sah er ebenfalls keinen Grund, zu flüstern oder auch nur die Stimme zu senken. Dieses spezielle Deck war mit derartiger akustischer Perfektion konstruiert worden, dass kein Befehl ungehört, kein Flüstern unbeachtet, kein Warnsignal unbeantwortet blieb.

Und dazu kam auch noch die verdammte Wachsamkeit des Captains. Wie die eines Leoparden.

»Was können wir sagen«, seufzte McCoy, »damit es ihm leichter fällt zuzusehen, wie die Enterprise im Dunkel der Geschichte verschwindet?«

Spock verlagerte sein Gewicht auf den anderen Fuß. »Die Schiffe der Constitution-Klasse werden als nicht mehr zeitgemäß für den Patrouillen- und Forschungsdienst erachtet, Doktor. Diese Auszeichnung gebührt jetzt der Excelsior-Klasse.«

»Excelsior-Klasse«, knurrte McCoy. »Sieht aus wie ein aufgeblasener Luftballon bei einer...



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