Carey Star Trek - Deep Space Nine: Neuer Ärger mit den Tribbles
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11552-4
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, 0 Seiten
ISBN: 978-3-641-11552-4
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Im 23. Jahrhundert mussten sich James T. Kirk und die Enterprise-Crew mit den Tribbles herumschlagen - jenen schnurrenden pelzigen Wesen mit einem unersättlichen Appetit und einer unheimlichen Fortpflanzungsrate.
Nun, über 100 Jahre später, sinnt der damals als klingonischer Spion enttarnte Arne Darvin auf Rache. Er führt mit der Defiant und ihrer Besatzung einen Zeitsprung ins 23. Jahrhundert durch, um Kirk zu töten. Captain Sisko und seine Crew wissen, dass jeder Eingriff in die Zeitlinie verheerende Folgen für die Föderation haben kann. Ihre Chancen, den Anschlag auf Kirk zu vereiteln, stehen also denkbar schlecht.
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Immer die Last mit den Tribbles
Vorwort von David Gerrold
Ich bin auf dieser Welt nun schon länger als ›der Bursche, der die Tribbles erfunden hat‹ bekannt und werde das wohl auch für den Rest meines Lebens bleiben. Hätte ich dies gewusst, hätte ich es mir zweimal überlegt.
Als ich diese Episode schrieb, wollte ich nur eine gute Star Trek-Folge verfassen, einfach um zu beweisen, dass ich es kann. Und zwei oder drei Sachen hatte ich mir bei diesem Drehbuch in den Kopf gesetzt.
Einerseits wollte ich unbedingt den Nebenrollen etwas Wichtiges zu tun geben. Sie sollten nicht nur die Ruffrequenzen öffnen oder die Universaltranslatoren reparieren. In Irwin R. Blackers Seminar für Drehbuchautoren habe ich gelernt, dass ›jeder Schauspieler seine Seite bekommt‹.
Ich liebte diese Charaktere geradezu; nicht nur Kirk und Spock, sondern auch McCoy, Uhura, Scotty und Chekov. Ich wollte, dass jeder von ihnen mindestens zwei oder drei gute Seiten bekommt. Und ich glaube, das ist mit ein Grund dafür, dass das Drehbuch allen Darstellern so gut gefiel. Es gab ihnen Gelegenheit, andere Seiten ihrer Persönlichkeiten zu zeigen und ganz einfach gut drauf zu sein.
Für mich war es natürlich die reinste Freude, beobachten zu können, wie die Schauspieler die Texte sprachen, die ich geschrieben hatte. Ich hatte sie wochenlang beobachtet, sah mir stundenlang einzelne Szenen an, lauschte im Geiste ihren Stimmen, versuchte in den Dialogen, die ich schrieb, nachzuvollziehen, wie sie sprachen.
Und ich hatte natürlich viel zu lernen. Einmal wies Produzent Gene L. Coon mich darauf hin, dass die Uniformen keine Taschen hatten. »Aber wo bewahren sie ihr Geld auf?«, fragte ich.
»Wir verwenden kein Geld mehr. Nur noch Credits, Krediteinheiten.«
Na schön …
Als William Shatner, Leonard Nimoy und die anderen meine Dialoge schließlich zum Leben erweckten, war ich einfach begeistert. Sie fanden Dinge im Drehbuch, Möglichkeiten, die Texte zu sprechen, zu agieren, die die ganze Sache noch lustiger machten, als ich es für möglich gehalten hatte.
Enttäuschend war lediglich die Sache mit dem einen Satz, den ich für mich selbst in das Drehbuch geschrieben hatte. Die Rolle des Fähnrichs Freeman. Gene L. Coon hatte mir gesagt, ich dürfte mitspielen; aber im letzten Augenblick kam etwas dazwischen. Ich sah zu jung aus. Zu dünn. Und so bekam Shatners Ersatzdarsteller, der ihn bei den Beleuchtungsproben zu vertreten hatte, die Rolle. Seufz.
›The Trouble with Tribbles‹ (›Kennen Sie Tribbles?‹) wurde erstmals am 29. Dezember 1967 ausgestrahlt. Ich hatte gerade meinen Collegeabschluss gemacht und alle ehemaligen Klassenkameraden zu mir nach Hause eingeladen. Wir sahen uns die Folge gemeinsam an und hatten einen höllischen Spaß. Ich zog unter dem Strich das Fazit, dass der größte Teil meiner Einfälle funktionierte, aber nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, und fragte mich des Öfteren: O je, warum haben sie ausgerechnet diese Einstellung genommen und nicht die andere?
Das ist das Problem, wenn man bei den Dreharbeiten dabei ist. Wenn später der Schnitt fertig ist, sieht man nicht die Fernsehfolge, sondern nur deren Produktion.
Doch meiner Familie und meinen Freunden gefiel die Episode, alle gratulierten mir zu meinem ersten verkauften Drehbuch, und auch sonst war es ein wunderbarer Abend. Aber ich erinnere mich noch ziemlich genau daran, dass ich irgendwann sagte: »He, das ist nur eine Fernsehserie. Wer wird sich in dreißig Jahren noch daran erinnern?«
Hah!
Alle erinnern sich daran!
Aber das konnte damals keiner ahnen, nicht wahr?
Dass die Tribble-Folge überhaupt Eindruck auf jemanden gemacht hatte, dämmerte mir zum ersten Mal, als ich erfuhr, dass sie als beste ›Dramatische Präsentation‹ (also Kinofilm, Fernsehfolge, aber auch Hörspiel und so weiter) für den Hugo-Award nominiert worden war. Mitbewerber waren in diesem Jahr ›Amok Time‹ (›Weltraumfieber‹) von Theodore Sturgeon, ›The Doomsday Machine‹ (›Planeten-Killer‹) von Norman Spinrad, ›Mirror, Mirror‹ (›Ein Parallel-Universum‹) von Jerome Bixby und ›City on the Edge of Forever‹ (›Griff in die Geschichte‹) von Harlan Ellison.
Schließlich wurde ›City on the Edge of Forever‹ mit dem Hugo ausgezeichnet, und auch mit dem Writer's Guild Award. Und, ja, ich war enttäuscht. Seitdem haben Star Trek-Fans zahlreiche Abstimmungen über ihre Lieblingsfolge durchgeführt. Bei einigen hat ›City on the Edge of Forever‹ als beste Folge der ersten Serie abgeschnitten, bei anderen ›The Trouble with Tribbles‹. Wie dem auch sei, es ist keine Schande, sich mit einem Drehbuch von Harlan Ellison ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu liefern.
In den folgenden Jahren habe ich für andere Fernsehserien gearbeitet. Keine hat mich natürlich so stark inspiriert wie Star Trek, aber alle haben auf ihre eigene Art und Weise Spaß gemacht. Ich habe Land of the Lost für den Sonntagmorgen entwickelt, eine Serie, die in den USA noch heutzutage immer wieder einmal wiederholt wird. Ich schrieb Drehbücher für Logan's Run, Tales of the Darkside, Twilight Zone, The Real Ghostbusters, Superboy und Babylon 5.
Ich habe auch ein paar Romane geschrieben (etwas Werbung muss ja sein): When HARLIE Was One (Ich bin Harlie), The Man Who Folded Himself (Zeitmaschinen gehen anders), Moonstar Odyssey (Unter dem Mondstern), A Matter for Men (Die biologische Invasion), A Day for Damnation (Der Tag der Verdammnis), A Rage for Revenge, A Season for Slaughter, The Voyage of the Star Wolf (Die Reise der Jona), The Middle of Nowhere (Inmitten der Unendlichkeit), Star Hunt (Sternenjagd), Under the Eye of God, A Covenant of Justice, Deathbeast (Die Bestie), Chess with a Dragon und noch ein paar andere, zum Beispiel Space Skimmer (Raumspringer) und Yesterday's Children (Raumschiff der Verlorenen). Einige davon wurden ebenfalls für den Hugo und den Nebula Award nominiert.
1994 schrieb ich eine Geschichte über die Adoption meines Sohnes, ›The Martian Child‹, die erste, die ich an The Magazine of Fantasy & Science Fiction verkaufte. ›The Martian Child‹ wurde mit dem Hugo, dem Nebula und dem Locus Award ausgezeichnet.
Nun ja … ich habe also auch außerhalb von Star Trek etwas zustande gebracht, war in der ›normalen‹ SF sogar ziemlich erfolgreich. Trotzdem wurde ich noch immer als ›der Bursche, der die Tribbles erfunden hat‹ vorgestellt. Manchmal fragt mich jemand, ob mir das etwas ausmacht. Nun – ja und nein. Ja, weil der Schatten der Tribbles auf einige meiner späteren (und, wie ich glaube, besseren) Werke fällt. Und nein, mir macht das nichts aus, weil die Tribbles mir jede Menge Türen geöffnet haben. Die Tribbles haben mir sogar die erste und wichtigste Tür aufgestoßen. ›The Trouble with Tribbles‹ war der erste Stoff, den ich verkauft habe, egal, ob nun Kurzgeschichte, Roman oder Drehbuch, und ich habe mir damit im Genre Science Fiction, für das ich mich nun mal entschieden habe, einen Namen gemacht. Die Tribbles waren mein Sprungbrett, und deshalb habe ich immer sehr an ihnen gehangen.
Und jetzt springen wir mal neunundzwanzig Jahre vorwärts.
Im Sommer 1996 fassten Ira Steven Behr, Ron Moore und René Echevarria, die Produzenten von Star Trek: Deep Space Nine, den Entschluss, zum dreißigjährigen Jubiläum von Star Trek eine ganz besondere Geburtstagsfolge zu drehen. Sie teilten dem Executive Producer Rick Berman mit, dass sie zusätzliche finanzielle Mittel benötigten und die digitale Technik einsetzen wollten, die in dem Film Forest Gump perfektioniert worden war, um die Schauspieler von Deep Space Nine in eine Episode der klassischen Star Trek-Serie einzufügen. Berman war einverstanden, das Studio ebenfalls. Danach mussten sie sich entscheiden, welche Episode der ursprünglichen Serie sie benutzen wollten.
Es kamen mehrere Folgen in Betracht. Die Tribble-Episode war nur eine davon. Eines Tages gingen sie alle zu einem ›Arbeitsessen‹ in ein Restaurant ganz in der Nähe, um die Probleme zu besprechen und sich auf eine Folge zu einigen. Sie kamen immer wieder auf die Tribble-Episode als aussichtsreichen Kandidaten zurück; sie konnten Arne Darvin, den klingonischen Spion, in die Vergangenheit reisen lassen, um Kirk dort zu töten, und ihm die Crew von Deep Space Nine hinterherschicken, die ihn aufhalten musste, bevor er seinen Plan verwirklichen konnte. Aber stand Charlie Brill zur Verfügung, der Schauspieler, der Arne Darvin damals dargestellt hatte? War er überhaupt bereit, die Rolle noch einmal zu übernehmen?
Und während sie dort saßen und sich die Köpfe heißredeten … na, wer kam da in das Restaurant marschiert? Klar doch, Charlie Brill persönlich. Und damit war die Entscheidung gefallen. Es war ein Zeichen Gottes, oder zumindest des Great Bird of the Galaxy. Brill machte mit.
Das Drehbuch wurde im geheimen geschrieben. Eigentlich wurde sogar das gesamte Projekt unter strengster Geheimhaltung angegangen, während das Studio sich ins Zeug legte, um die nötigen Genehmigungen der Schauspieler der ursprünglichen Serie einzuholen. Ich habe von der Sache erst erfahren, als … na ja, schon gut. Durchs Internet schwirrten ein paar Gerüchte, bei America Online und CompuServe, ich bekam ein paar Emails und Anrufe und wurde um Interviews und meine Meinung zu der neuen Folge gebeten.
Ich wimmelte die ersten Anrufer ab und rief dann meinerseits den Executive Producer Rick Berman an. Ich hatte seit ein paar hundert Jahren nicht mehr mit Rick...




