Carey | Star Trek - The Next Generation: Altes Blut | E-Book | www.sack.de
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Carey Star Trek - The Next Generation: Altes Blut

Tag der Ehre 1 - Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11712-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tag der Ehre 1 - Roman

E-Book, Deutsch, 0 Seiten

ISBN: 978-3-641-11712-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Am Tag der Ehre muss Worf sich entscheiden

Der "Tag der Ehre" ist ein wichtiges klingonisches Fest. Da Lieutenant Commander Worf an diesem Tag einen Geheimauftrag erledigen muss, bittet er Picard, den Lehrmeister für seinen Sohn Alexander zu geben.

Worf muss, zusammen mit seinem Freund, dem Geheimdienstagenten Ross Grant, der korrupten Gouverneurin Odette Khanty das Handwerk legen. Diese vergiftet ihren im Koma liegenden Mann. Grant allein beobachtet die Mord, doch Worf weigert sich, zu lügen und damit Grant zu bestätigen, weil es seinem Verständnis von Ehre zuwider läuft. Als Alexander erfährt, daß eine Lüge Grant das Leben retten könnte, Worfs Verständnis von Ehre ihm das aber verbietet, kommt es zum Streit zwischen Vater und Sohn.

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Kapitel 1


»Captain Picard, mein Auftrag ist dringlich. Wenn er scheitert, geraten sechs Sonnensysteme und zehn Kolonien der Föderation unter den Einfluss des ruchlosesten Planeten dieses Sektors. Mehr, als Sie bereits wissen, kann ich dazu nicht sagen. Ich kann Ihnen nur verraten, dass wir zwei wichtige Zeugen an Bord nehmen werden, von denen unser gesamter Plan abhängt.«

Interessante Worte.

Eigenartige Worte.

Ausweichende Worte. Und irgendwie auch aufschlussreich.

»Herr Kommissar … Sie verlangen von mir, dass ich mein Schiff einsetze, um einen legalen Transportflug in allgemein zugängliches Gebiet zu verzögern.«

»Richtig, Captain.«

»Damit Sie zwei an Bord befindliche Passagiere festnehmen können?«

»Festnehmen klingt etwas grob. Ich würde es lieber so ausdrücken: Ich will sie in Schutzhaft nehmen.«

»Na schön. Wenn es lebenswichtig ist, bringen wir es hinter uns.«

Jean-Luc Picard hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, im Besprechungszimmer neben der Brücke Platz zu nehmen. Als der Kommissar ihm hinaus folgte, spürte er seinen Blick während des ganzen Weges in seinem Rücken.

Auf der Brücke warteten der Erste Offizier und der Sicherheitschef auf sie. Sie waren die einzigen Anwesenden, die ihm einen Blick schenkten. Die anderen – an der Funktionsstation, an der Navigation, an der wissenschaftlichen, taktischen und technischen Station – interessierten sich nur für ihre Pflicht. Lieutenant Commander Data konzentrierte sich auf typisch androide Art auf seine Instrumente und den im vorderen Teil der Brücke befindlichen, alles beherrschenden Hauptbildschirm. Dieser zeigte das Bild eines sich nähernden Schiffes.

»Raumer befindet sich auf dem Schirm, Captain«, meldete William Riker. »Knapp zehn Kilotonnen, befördert Fracht und zweiunddreißig Lebensformen.«

»Ziehen Sie ihn ran, Nummer Eins.« Picard wandte sich an den Sicherheitsoffizier. »Mr. Worf, Sie gehen gleich an Bord und nehmen zwei Personen in Gewahrsam. Wir werden sie Kommissar Toledano überstellen.«

Der klingonische Offizier nickte. »Aye, Sir.«

Der neben Picard stehende Kommissar neigte sich ihm zu. »Wird nicht einfach gewesen sein, sich auf der Brücke eines Föderationsschiffes an einen Klingonen zu gewöhnen«, murmelte er.

Will Riker, der zwar etwas größer als der Klingone, doch weniger muskulös war, kam die Treppe herunter. Sein Blick heftete sich auf den näher kommenden Raumer. »Rufen Sie ihn, Mr. Worf.«

»Aye, Sir«, erwiderte Worf. Seine Finger flogen über die Tasten der Konsole vor ihm und öffneten eine Frequenz. »Hier ist die U.S.S. Enterprise. Schalten Sie die Triebwerke aus und nehmen Sie ein Prisenkommando an Bord.«

»Wissen unsere … Passagiere, dass wir kommen?«, fragte Picard.

»Nein«, erwiderte Toledano. »Es war zu riskant, es ihnen zu sagen. Die beiden Leute auf dem Schiff dort müssen isoliert und beschützt werden. Und einen sichereren Ort als ein Raumschiff gibt es nicht. Wir treffen uns anschließend mit einem anderen Schiff, das die beiden zu einer noch unbekannten Raumbasis bringt. Ich weiß selbst nicht, wie das Schiff und die Basis heißen. Noch nicht.«

»Wir sind doch in der Nähe des Systems Vaughn-Creighton, nicht wahr?«

»Ähm … ja.«

»Hat dieser Fall irgend etwas mit dem Planeten Sindikash zu tun?«

»Darüber kann ich noch nicht mit Ihnen reden.«

»Ja, das sagten Sie schon.«

»Sir, der Raumer geht nicht mit der Geschwindigkeit herunter.« Commander Datas Androidengesicht blieb ausdruckslos. Auch dies war typisch für ihn.

»Keine Antwort auf unseren Ruf, Sir«, fügte Worf vom oberen Teil der Brücke aus hinzu. Seine Bassstimme klang wie leiser Donner.

Picard sagte absichtlich nichts. Als Captain musste man auf gewisse Weise Künstler sein, und dazu gehörte es, nicht in die Arbeit seiner Leute einzugreifen.

»Traktorstrahl«, entschied Riker.

Data schaute auf seine Kontrollen und bearbeitete sie. »Traktorstrahl aktiviert, Sir … Aber sie gehen noch immer nicht mit dem Tempo herunter. Es erfolgt keine Reaktion. Sie haben auch keine Abwehrschirme aktiviert.«

»Wir beamen jetzt sofort an Bord«, warf Picard ein. »Wir schalten die Maschinen selbst ab, sonst überlasten sie noch.«

»Warum meldet sich niemand?«, fragte Toledano und schritt zusammen mit Picard und Worf zum Turbolift. »Sie müssen Ihnen doch antworten, oder?«

»Vielleicht haben sie irgendein Problem«, sagte Picard. Worf trat zur Seite, um ihn den Lift als ersten betreten zu lassen.

Obwohl Toledano »noch nicht« mit Picard darüber hatte reden wollen, hatte er schon eine Menge gesagt. Zwei Zeugen waren in ein riesiges Spionagenetz verwickelt und bereit, bei der Föderation auszusagen – wenn man sie dafür schützte. Ihr Wissen betraf möglicherweise Sindikash, den einzigen bewohnbaren Planeten im System Vaughn-Creighton, eine Föderationskolonie, die von Menschen der Erde bewohnt wurde. Sie kamen aus Kleinasien … Nein, aus Bulgarien? Irgendwo aus dieser Gegend.

Picard spürte, dass Rikers fragender Blick ihm bis in den Lift folgte. Der Erste Offizier hätte eigentlich wissen müssen, was hier vor sich ging. Sein Blick enthielt einen unterschwelligen Vorwurf.

Als die Lifttür sich schloss, kochte stechender Groll in Picard hoch. Nicht wegen Riker, sondern wegen Toledano. Hätte die Föderation ihn ins Bild gesetzt, wäre sie der Prozedur gefolgt, die für verdeckte Aktionen galt, hätte er längst gewusst, ob er es mit Romulanern, Orionern, Eidechsen oder Insekten zu tun hatte. Dann hätte er über die Situation nachgedacht und seine Offiziere informiert. Verlangte er etwa zuviel von der Föderation, wenn er darauf bestand, dass sie den Kommandanten ihrer Raumschiffe soweit vertraute wie er als Captain seinen Offizieren?

In seinem Kopf ging sofort eine Diskussion über das Für und Wider dieser Frage los, aber er biss sich auf die Lippe und sagte Kommissar Toledano nichts davon, der gewiss gern bereit war, das auszusprechen, was die Föderation dachte. In diesem Fall wäre er verpflichtet gewesen, mit dem zu kontern, was er als Captain davon hielt, doch da er ohnehin schon alles in seinem Kopf vernahm, warum sollte er es sich im Lift noch mal anhören?

»Mr. Worf, ist das Sicherheitskommando informiert?«, fragte Picard in der festen Absicht, die innere Diskussion zu beenden.

»Im Transporterraum stoßen vier Mann zu uns, Sir«, sagte der große Klingone grollend. »Dazu noch ein Techniker, der die Maschinen des Raumers abschaltet, falls sie bis dahin nicht schon abgeschaltet sind.«

»Sehr gut. – Herr Kommissar, ich würde es begrüßen, wenn Sie mir sagen würden, warum ich meine Leute überhaupt in den Transporterraum schicke.«

Toledano, ein Mann in den mittleren Jahren, der einst recht gut ausgesehen hatte, doch jetzt nur noch ein silberhaariges Echo seiner Jugendzeit war, seufzte. »Darüber kann ich noch nicht mit Ihnen sprechen, Captain.«

»Trotzdem. Ich muss meinen Leuten doch in etwa sagen können, wonach sie suchen sollen, wenn sie ihrem Auftrag gerecht werden sollen. Sie können doch wirklich niemanden beschützen, wenn sie nicht wissen, vor wem.«

Der Kommissar runzelte die Stirn. Er schien darüber nachzudenken. Dann seufzte er noch einmal.

»Die beiden waren Zeugen eines Ereignisses, das ein interstellares Spionagenetz möglicherweise mit einer Persönlichkeit in Beziehung bringt, gegen die bisher kein Beweismaterial vorliegt«, sagte Toledano. »Niemand in dem Raumer weiß, wer die beiden sind. Wenn wir an Bord sind, werden sie ihre Identität enthüllen. Dann nehmen wir sie in Schutzhaft. Mehr gibt es wirklich nicht dazu zu sagen.«

»Hmmm«, machte Picard und richtete den Blick auf die vor ihm befindliche Tür.

»Niemand an Bord weiß, wer die Zeugen sind?«

»Nur die Zeugen selbst«, sagte der Kommissar.

»Natürlich.«

»Sie haben alles selbst gemacht. Sie haben Verbindung zu uns aufgenommen und sich um den Flug gekümmert. Sie haben erst in letzter Sekunde gebucht und die Tickets erstanden. Wir wissen nicht mal, wie sie aussehen.«

Worfs Kom-Abzeichen summte, und er berührte es. »Lieutenant Worf.«

»Sicherheitsabteilung. Transporterraum Eins wird gerade überholt, Sir. Die Molekularstabilisatoren sind abgeschaltet.«

»Na schön. Weichen auf Transporterraum Drei aus. – Worf, Ende.«

»Na, wunderbar«, sagte Picard. Also noch einmal 45 Sekunden Liftfahrt.

»Wenn wir im Transporterraum ankommen, hat Mr. Riker den Raumer hoffentlich mit dem Traktorstrahl erwischt und hält ihn fest. Dann müssten wir direkt an Bord beamen und die beiden Zeugen schnellstens isolieren können.«

»Dann kann ich nur noch erleichtert seufzen, Captain«, sagte der Kommissar.

Im Transporterraum stießen sie auf vier Bordwachen und Fähnrich Jensen, einen Neuzugang, der die Starfleet-Akademie gerade abgeschlossen hatte. Worf hielt große Stücke auf ihn. Da die Enterprise vom zentralen Machtbereich der Föderation weit entfernt war, hatte der junge Mann zwei Raumschiffe, zwei Frachter und vier Nachschubeinheiten der Flotte benutzen müssen, um hier anzukommen. Er konnte es kaum erwarten, in Gesellschaft des Captains auf ein anderes Schiff zu beamen.

Picard sah es sofort. Er war Leuten seiner Art schon oft begegnet. Jensens Blick wich keine Sekunde von ihm. Als wäre die aufgekratzte Aufmerksamkeit des Kommissars nicht schon genug.

»Fertig, Sir«, sagte der Transporteringenieur, als sie eintraten. »Der Raumer wurde stabilisiert. Mr. Data hat sich in seinen Computer eingeklinkt. Es ist ihm gelungen, die...



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