Carlan | Finding us - Vereint | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Carlan Finding us - Vereint


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7457-5207-6
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-7457-5207-6
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die neue sexy Serie der SPIEGEL-Bestsellerautorin von »Calendar Girl«
Als erfolgreicher Anwalt und Geschäftsmann weiß Nate Walker, wie er bekommt, was er will - nicht nur im Gerichtssaal. Auch die Frauen können ihm nur schwer widerstehen. Bisher hat er noch jede erobert. Doch seitdem er Cami kennt, ist alles anders. Sie zeigt ihm die kalte Schulter und blockt seine Flirtversuche höflich ab. So schnell allerdings gibt Nate nicht auf. In ihrer Nähe empfindet er so viel mehr als nur pures Begehren. Nate setzt sein ganzes Geschick und seinen Charme ein, um sie zu verführen. Aber selbst nach einem hingebungsvollen Kuss spürt er, dass sie etwas vor ihm verbirgt. Er ist entschlossen, all ihre Geheimnisse zu enthüllen. Denn nichts und niemand könnte seine Gefühle für sie je erschüttern, oder?
Der Abschluss der sexy »Finding Us«-Trilogie



Die Romane der SPIEGEL-Bestsellerautorin sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Zusammen mit ihrer Familie lebt Audrey Carlan im sonnigen Kalifornien und verbringt ihre Tage am liebsten - wenn sie nicht schreibt - mit ihren Seelenschwestern bei einem guten Glas Wein oder beim Yogaunterricht.

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Weitere Infos & Material


Kapitel 1

Cami

Zehntausend Dollar. So viel hatte mein Schweigen mir eingebracht. Zu meiner Verteidigung sei erwähnt, dass ich keine Wahl hatte. Achtzehn. Schwanger. Mittellos. Keine Familie. Kein Dach über dem Kopf. Ich tat, was ich tun musste.

Als es passierte, konnte ich es kaum glauben. Welcher Mann schwängert eine Frau, fordert sie anschließend auf, das gemeinsame Kind abzutreiben, und bietet ihr Geld, damit sie sich nicht länger weigert? Doch genau das hatte er getan. Ich war total überfordert gewesen, und so hatte ich es zugelassen. Ich hatte die Dollarscheine genommen, denn ich sah keine andere Möglichkeit, für mich und für das Leben, das in mir heranwuchs, sorgen zu können.

Rückblickend glaube ich, ich hätte ihn unter Druck setzen müssen, ihn zwingen müssen, Verantwortung zu übernehmen. Aber obwohl mein Leben momentan ziemlich hart war und ich jeden Cent zweimal umdrehen musste, war Tanner das alles hundertprozentig wert. Das Zimmer verschwamm vor meinen Augen, sowie ich an jenen Tag vor vier Jahren zurückdachte, als ich zum letzten Mal mit dem Vater meines Sohnes gesprochen hatte.

»Du bist nur eine zweitklassige Hure. Ich hätte wissen müssen, dass die süße Unschuld vom Lande nur eine Masche war. Du bist nur auf die Kohle aus. Ich wette, du hast das alles eingefädelt, um mich einzufangen!«, brüllte er.

»N… nein – hab ich nicht!«, stieß ich erstickt schluchzend hervor. Ich versuchte, nach seinem Arm zu greifen, in dem verzweifelten Wunsch, den Mann festzuhalten, den ich zu lieben glaubte. Angewidert schüttelte er meine Hand ab. Seine Miene war bedrohlich und düster.

»Oh bitte. Du wirst schon bei unserem ersten Fick schwanger? Und das soll ich dir glauben? Ich bin seit fünf Jahren mit meiner Frau zusammen. Fünf. Verdammte. Jahre! Und keine Minute lang gab es auch nur den kurzen Verdacht einer Schwangerschaft.«

Frau. Er hatte eine Frau? Dieses eine Wort dröhnte wie ein Gong in meinem Hirn, ohrenbetäubend, alles übertönend. Schließlich konnte ich seine Worte doch wieder verstehen. »Du und ich, wir haben es nur ein paar Mal miteinander getrieben, und schon bist du schwanger?« Er schüttelte den Kopf und funkelte mich wütend an. »Wahrscheinlich ist es nicht mal von mir!«

»Es ist dein Kind! Du bist der Einzige, Tyler. Ich war dir nie untreu. Ich war noch Jungfrau!«

»Na ja, jetzt bist du’s jedenfalls nicht mehr, Herzblatt. Jetzt schiebst du deinen knackigen Arsch auf direktem Weg in die Klinik und lässt eine Abtreibung vornehmen. Hier ist das Geld.« Er holte ein paar Hundertdollarscheine hervor.

»Ich werde unser Baby nicht umbringen, Tyler. Seien wir doch vernünftig. Wir kriegen das schon hin«, flehte ich, und Tränen strömten mir über das Gesicht, sodass mein Shirt schon ganz nass war. Schützend legte ich die Hand auf meinen Bauch. Er musterte mich und verzog das Gesicht zu einer Grimasse, als er die Jeans bemerkte, die ich jeden Freitag trug, das einzige Paar Schuhe, das ich besaß und das total abgewetzt war, obwohl ich es im Waschbecken des Hotels sauber geschrubbt hatte.

»Hast du deinen verdammten Verstand verloren? Wahrscheinlich.« Mit dem Zeigefinger stieß er so heftig gegen meine Schläfe, als klopfe er an eine Tür. Ich zuckte zusammen, und in diesem Moment wurde mir klar, dass er nicht der Mensch war, für den ich ihn gehalten hatte. Wie hatte ich nur so dumm sein können? Naiv. In seinen Augen loderte ein weiß glühendes Feuer. Ich stand ganz still da, versuchte, stark zu bleiben, obwohl ich wie gelähmt war. »Krieg es in deinen dämlichen klitzekleinen Schädel. Ich will dich nicht. Ich will dein Kind nicht. Und deshalb wirst du es wegmachen lassen.«

»Werde ich nicht!« Ich reckte das Kinn, das er nun schmerzhaft umklammerte. Ich starrte in seine blauen Augen, die er zu so engen Schlitzen zusammengekniffen hatte, dass ich das, was ich an ihnen so geliebt hatte, nicht mehr erkennen konnte. Jetzt blickt er eisig und kalt drein, fest entschlossen, mir zu schaden.

»Ich werde mich weder um diesen kleinen Bastard noch um dich kümmern.« Er ging zum Schreibtisch hinüber, öffnete eine Schublade und zog eine altmodische Geldkassette hervor. Er holte zehn Bündel frischer Hundertdollarnoten heraus, legte sie übereinander auf die Tischplatte, griff nach meinem Arm und rammte mir das Geld so gewaltsam in die Hand, dass ich einen Schritt zurückwich, weil ich glaubte, er wolle mich schlagen. Nach meiner letzten Pflegefamilie war ich an Schläge durchaus gewöhnt, aber nun, da ich schwanger war, würde ich alles tun, um mich und das Baby zu schützen.

»Du nimmst jetzt dieses Geld und lässt es wegmachen. Mir egal, was du tust oder wohin du gehst. Mehr als das hier kriegst du nicht von mir. Hast du kapiert, du blöde Kuh?«

Ich konnte seine Reaktion kaum fassen. Als ob mein schlimmster Albtraum wahr geworden wäre. Ich umklammerte das Geld, hielt mich daran fest wie an einem Talisman, einer Möglichkeit, dieser Hölle zu entkommen. Ich hatte keine Ahnung, was ich nun tun würde, aber ich musste darüber nachdenken, und zwar schnell. Also sah ich zu Boden und nickte.

Das war’s. Im Bruchteil einer Sekunde hatte ich meine Zukunft gewählt. Als alleinerziehende Mutter.

Ein Schaudern durchfuhr mich, während ich an einem wunderschönen, soliden Eichenschreibtisch im Rezeptionsbereich von Jensen Construction saß. Ich arbeitete nun seit drei Monaten hier für Hank Jensen als Empfangsdame/Sekretärin/persönliche Assistentin in einem.

Mit dieser Anstellung war ein Traum für mich wahr geworden. Mehr als das. Dieser Job war alles. Mein Ticket aus der Armut. Na ja, zumindest beinahe. Den anderen Job hatte ich trotzdem noch. Ich war keineswegs stolz auf die Beschäftigung, der ich nach Feierabend nachging. Tanner würde ich nie erzählen, dass ich es getan hatte, und ich würde das Blaue vom Himmel lügen, sollte er – oder sonst irgendjemand – es herausfinden. Nur meine Mitbewohnerin Jin wusste Bescheid, und das auch nur, weil sie selbst das Gleiche machte.

Manchmal musste man einfach Dinge tun, die man selbst niemals für möglich gehalten hätte. Wenn einem ein anderes Leben anvertraut war, für das man sorgen musste, musste man drastische Maßnahmen ergreifen. Meinen vierjährigen Sohn Tanner versorgen zu können war jegliche Hölle wert gewesen, die ich durchgemacht hatte. Er war meine Welt, und ich hätte alles getan, um ihm ein gutes Leben zu ermöglichen. In meiner Kindheit und Jugend war ich, solange ich mich erinnern konnte, von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht worden. Einige waren ganz in Ordnung gewesen, aber die meisten waren unerträglich. Kurz nach meinem achtzehnten Geburtstag nahm ich also die mageren Ersparnisse, die ich hatte zusammenkratzen können, und ließ New Jersey hinter mir, um mein Glück im Big Apple zu versuchen.

Ich wusste nicht, was ich dort tun würde. Ich hatte keine besondere Begabung, aber ich hatte vor, mir meinen Lebensunterhalt irgendwo als Verkäuferin zu verdienen, das College zu besuchen und dann Lehrerin zu werden. Davon träumte ich schon seit Langem. Und ich habe den Traum noch immer nicht aufgegeben. Natürlich hatte es nicht zu meinem Plan gehört, Tyler Thornton kennenzulernen und mich Hals über Kopf in einen reichen Mistkerl zu verlieben. Ebenso wenig wie ich vorgehabt hatte, mit achtzehn schwanger zu werden. Durch die Schwangerschaft konnte ich nach der Highschool nicht gleich aufs College gehen.

Im ersten Jahr arbeitete ich in einem Diner. Ein mörderischer Knochenjob, doch ich beklagte mich nie. Die Besitzer beschäftigten mich weiter, auch als ich schon zu platzen drohte, denn sie wussten, dass ich das Geld brauchte. Dort lernte ich auch meine jetzige Mitbewohnerin Jin kennen. Ich wohnte in einem schäbigen Hotelzimmer, und sie hatte eine Wohnung und brauchte jemanden, der sich an der Miete beteiligen konnte. Ich war damals schon ein paar Monate lang schwanger und wusste, dass ich jeden Cent von den zehn Riesen für mein Kind sparen musste. Wie sich herausstellte, hatte Jin selbst ein einjähriges Kind. Wir teilten uns ein schäbiges Appartement in einer schlechten Gegend der Stadt, arbeiteten wie die Tiere für einen Hungerlohn und zogen gemeinsam unsere Kinder groß, als seien wir eine glückliche Familie. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Jin und ich verstanden uns super, und unsere Kinder waren wie Brüder füreinander. Es war die Familie, die ich nie hatte.

Unsere Wohnung war nicht groß, aber wir hielten sie sauber und warm und hatten immer genug zu essen für die Jungs. Jins Sohn Zach war mittlerweile ein fünfjähriges Energiebündel, während mein Tan Man ein kleiner Engel war. Die beiden waren total gegensätzlich, aber trotzdem beste Freunde, genau wie Jin und ich. Man sagt ja, dass Gott einem nur so viel aufbürdet, wie man bewältigen kann. Keine Ahnung, ob etwas Wahres an dieser Redensart ist, doch was mein Kind anging, hatte ich definitiv das große Los gezogen.

»Hey, Sweetie, haben Sie irgendwo die Bestellung von Bill’s Lumber gesehen?« Mein Boss stützte sich mit den Fingerknöcheln auf meine Schreibtischplatte, was aufgrund seiner Größe ein ungewöhnlich lautes Geräusch verursachte. Der Mann war ein Riese. Nichts als Muskeln und Männlichkeit in einem herkulesmäßigen Cowboy-Gesamtpaket. Und bei seinem gedehnten Südstaatenakzent machte mein Herz immer einen Satz.

»Wen nennst du da gerade ›Sweetie‹?«, klang eine aufgeregte Stimme hinter ihm, nachdem sich die...



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