Carlisle | Kalte Rache, heiße Lust | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1890, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Carlisle Kalte Rache, heiße Lust


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-2140-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1890, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2140-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Connor, ich brauche dich!' Als seine ehemalige große Liebe Maggie ihn verzweifelt um Hilfe bittet, lehnt sich der sexy Selfmade-Millionär Connor MacLaren zufrieden zurück. Endlich kann er sich dafür rächen, dass sie ihm einst das Herz brach. Er wird ihr helfen, aber nicht ohne Gegenleistung: Maggie muss für eine Woche seine Geliebte sein! Wenn dann sein Verlangen nach ihr ein für alle Mal gestillt ist, wird er sie genauso abservieren wie sie ihn. Doch kaum liegt Maggie in seinen Armen, muss Connor erkennen, dass er nie genug von ihr bekommen kann ...



New York Times Bestseller-Autorin Kate Carlisle konnte sich nie so richtig entscheiden: Sollte sie die Haare lang oder kurz, glatt oder gelockt tragen? Sollte sie beim Fernsehen arbeiten oder Brathähnchen verkaufen? Jura studieren oder doch lieber Schauspielunterricht nehmen? Nachdem sie alles einmal ausprobiert hatte, besann sie sich schließlich auf das Talent, das sie schon auf der Klosterschule entdeckt hatte: das Schreiben. Jetzt handeln ihre Geschichten zwar nicht mehr von wilden Ponys, die Mädchen mit schrecklichen Frisuren retten, aber sie hat ja auch endlich einen Haarschnitt, mit dem sie zufrieden ist. Da sie sich mal wieder nicht entscheiden konnte, ob sie nun Romance- oder Mystery-Romane schreiben soll, macht sie einfach beides.

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1. KAPITEL

„Du brauchst eine Frau.“

Connor MacLaren sah von dem Vertrag, an dem er gerade gearbeitet hatte, hoch. Sein älterer Bruder Ian stand in der offenen Bürotür.

„Was hast du gesagt?“, fragte Connor. Er musste sich wohl verhört haben.

„Eine Frau“, wiederholte Ian langsam. „Du brauchst eine.“

„Na sicher“, erwiderte Connor liebenswürdig. „Wer nicht? Aber …“

„Und du wirst dir einen neuen Anzug kaufen müssen, vielleicht auch zwei.“ Sein anderer Bruder Jake spazierte in Connors Büro.

Ian folgte Jake durch den weitläufigen Raum, und gemeinsam nahmen sie Connor gegenüber auf den zwei Besucherstühlen Platz.

Genervt ließ Connor den Blick von einem Bruder zum anderen wandern. „Für wen haltet ihr euch? Seid ihr von der Modepolizei?“

Ian schüttelte angewidert den Kopf. „Wir haben gerade mit Jonas Wellstones Sohn Paul telefoniert und ein Treffen mit dem alten Herrn auf der Messe vereinbart.“

Stirnrunzelnd sah Connor seine Brüder an. „Und ihr erwartet von mir, dass ich mir dafür einen neuen Anzug kaufe? Das soll wohl ein Witz sein.“

„Nein, kein Witz“, sagte Ian und erhob sich wie zum Zeichen, dass die Diskussion damit beendet wäre.

„Moment mal“, drängte Connor. „Jetzt mal im Ernst. Auf dem Festival dreht sich alles um Bier. Ums Biertrinken und – brauen. Wir gehen nichts ins Ballett.“

„Das ist nicht der Punkt“, setzte Ian an.

„Ganz recht“, beharrte Connor auf seinem Standpunkt. „Es geht darum, dass ich auf einem Bier-Festival noch nie Anzug und Krawatte getragen habe, und damit fange ich jetzt ganz sicher nicht an. Herrgott, im Anzug würde mich kein Mensch erkennen.“

Und das stimmte. Mit seinem unverkennbaren Look, bestehend aus verwaschenen Jeans, uraltem Matrosenpullover und groben Wanderstiefeln, war Connor bedeutend leichter zu identifizieren als in einem dieser Fünftausend-Dollar-Businessanzüge, die seine Brüder jeden Tag trugen.

Offen gesagt war das auch ein Grund, warum er lieber in der MacLaren Brauerei in den Bergen von Marin County, dreißig Meilen und eine Million virtuelle Lichtjahre von der MacLaren Corporation im Herzen von San Franciscos Finanzdistrikt entfernt, arbeitete. Die Brüder waren in diesen Bergen aufgewachsen. Dort hatten sie ihre erste Minibrauerei im Schuppen hinter dem Haus ihrer Mom errichtet.

Im Lauf der vergangenen zehn Jahre war die Firma zu einem multinationalen Unternehmen mit Geschäftsstellen in zehn Ländern angewachsen. Doch das Herz und die Seele von MacLaren Brewery lagen immer noch in diesen Bergen, und Connor führte Regie; nicht nur über die Brauerei, sondern auch über das umgebende Land, die Molkerei, die Fischerei, die Weinberge und den Pub in der Stadt.

Und er dachte nicht daran, dabei einen verflixten Anzug zu tragen.

Derweil kümmerten sich seine älteren Brüder, Jake, der Geschäftsführer, und Ian, der Marketing-Guru, um die Geschäfte in ihrem Firmenhauptsitz in San Francisco. Beide liebten das Leben auf der Überholspur. Connor dagegen mied die Hektik der Großstadt, so gut es eben ging. Nur an Tagen wie diesem wagte er sich in die Firmenzentrale, weil seine Brüder auf seine Anwesenheit bei der monatlichen Vorstandssitzung bestanden hatten. Selbst dazu trug er seine übliche Kleidung, nämlich Jeans, Arbeitshemd und Stiefel. Der Teufel sollte ihn holen, wenn er sich in Schlips und Kragen warf, nur um mit seinen Brüdern über Aktienanteile und Geschäftserweiterungen zu diskutieren.

Connor sah die beiden Männer an, die ihm näher waren als sonst irgendwer auf dem Planeten. „Wie kommt ihr auf die Idee, dass ich mich zum Herbst-Bierfest in Schale werfe? Man würde mich ja auslachen.“

Unendlich geduldig sah Jake ihn an. Als ältester Bruder hatte er diesen Blick perfektioniert. „Wellstone hat ein Arbeitsessen mit uns allen und seiner gesamten Familie anberaumt. Und der alte Herr legt Wert darauf, dass seine Leute gut gekleidet bei Tisch erscheinen.“

„Ach, hör doch auf.“ Connor rückte seinen Stuhl vom Schreibtisch ab. „Wir kaufen sein Unternehmen auf. Sie brennen darauf, unser Geld in die Finger zu bekommen, damit der Alte sich auf seine Walnussfarm zurückziehen und seine letzten Tage ruhig und in Frieden mit seinen Nüssen verbringen kann. Was interessiert ihn da, wie wir uns zum Essen anziehen?“

„Es interessiert ihn eben“, erklärte Jake. „Sein Sohn Paul hat uns gewarnt. Wenn Jonas bei diesem Essen nicht den Eindruck einer warmherzig-gemütlichen, altmodischen Familie von uns dreien bekommt, besteht die Gefahr, dass er aus dem Geschäft aussteigt.“

„Das ist eine blödsinnige Art, Geschäfte zu machen.“

„Da gebe ich dir recht“, pflichtete Jake ihm bei. „Aber wenn es darauf ankommt, würde ich sogar einen pinkfarbenen Smoking anziehen.“

Connor runzelte die Stirn. „Glaubst du im Ernst, dass Jonas wegen einer solchen Kleinigkeit aus dem Geschäft aussteigen würde?“

Ian lachte leise, wurde aber gleich wieder sachlich. „Jonas Wellstone ist ganz eindeutig alte Schule. Er ist äußerst konservativ und darauf bedacht, dass die Leute, die seine Firma übernehmen, die gleichen Familienwerte hochhalten, für die er einsteht.“

„Er hätte ins Milchshake-Geschäft einsteigen sollen“, brummte Connor.

„Ja, vielleicht“, sagte Jake. „Aber sieh mal, er wird sich nicht mehr ändern, also lassen wir ihm seinen Willen und ziehen den alten Herrn auf unsere Seite. Ich will dieses Geschäft durchboxen.“

Nachdenklich kniff Connor die Augen zusammen. „Glaub mir, ich auch.“ Wellstone Corporation passt perfekt zu MacLaren, überlegte er. Jonas Wellstone hatte seine Brauerei fünfzig Jahre zuvor gegründet, Jahrzehnte bevor die MacLarens auf der Bildfläche erschienen waren. Er hatte an vorderster Front gestanden, als sich in Asien und Mikronesien lukrative Märkte auftaten. Ja, die MacLarens hatten ihre Sache gut gemacht, mussten jedoch zugeben, dass sie immer noch zu den älteren, besser etablierten Unternehmen aufholen mussten. Im letzten Jahr hatten die Brüder sich das Ziel gesetzt, in diesen aufstrebenden neuen Märkten fest Fuß zu fassen. Und jetzt, knapp ein Jahr später, bot sich ihnen die Gelegenheit, Wellstone aufzukaufen.

„Okay, Jungs, ihr habt gewonnen.“ In gespielter Kapitulation hob Connor die Hände. „Ich kauf mir einen verdammten Anzug.“

Jake nickte. „Ich bin gegen drei wieder hier, dann gehen wir rüber zum Union Square. Uns bleibt nur eine Woche, um dir einen Anzug zu kaufen und ihn für dich ändern zu lassen. Und Schuhe brauchst du auch. Und ein paar Smoking-Hemden.“

„Und Manschettenknöpfe“, ergänzte Ian. „Und einen neuen Gürtel. Und einen Haarschnitt. Du siehst aus wie eine von Angus Campbells Ziegen.“

„Raus mit dir“, sagte Connor, nun endgültig genervt von der Unterhaltung. Doch als seine Brüder zur Tür gingen, fiel Connor plötzlich noch etwas ein. „Moment. Wie war das noch? Ich brauche eine Frau?“

Ian wandte sich um, mied jedoch jeglichen Blickkontakt. „Du musst eine Freundin zum Essen mitbringen. Jonas sieht seine Geschäftspartner gern in glücklichen Beziehungen.“

„Und ihr habt ihm nicht gesagt, dass solch eine Forderung zum Abbruch der Geschäftsbeziehungen führt?“

Ian verzog das Gesicht und verließ den Raum, während Jake und Connor einen vielsagenden Blick tauschten.

„Such dir einfach eine Freundin“, sagte Jake schließlich. „Und vergraule sie nicht gleich wieder.“

Das führt eindeutig zum Abbruch der Geschäftsbeziehungen, dachte Connor.

Lasst alle Hoffnung fahren, ihr, die ihr hier eintretet.

Dieser Rat hätte auf einem Hinweisschild verkündet werden müssen, dachte Maggie Jameson, als sie die massive Doppeltür zu den Büros von MacLaren International Corporation sah. Doch Maggie wollte die Hoffnung nicht aufgeben. Sie befand sich auf einer Mission, und statt zu jammern und sich zu verkriechen, nahm sie allen Mut zusammen, stieß die Türen auf und meldete sich bei der netten, gut gekleideten Empfangsdame an der Rezeption.

„Er erwartet Sie, Ms James“, sagte Susan aufrichtig lächelnd. „Folgen Sie mir bitte.“

James? Du hast einen falschen Namen angegeben, um überhaupt auch nur in seine Nähe zu gelangen, höhnte eine Stimme in ihrem Kopf. Geh lieber, bevor man dich mit einem Tritt hinausbefördert.

„Schsch“, flüsterte Maggie sich selbst zu.

Doch die höhnische leise Stimme in ihrem Kopf wollte nicht schweigen, als Maggie der reizenden Empfangsdame den breiten, plüschig ausgelegten Flur entlangfolgte. Wie um die Sticheleien ihrer inneren Stimme zu verstärken, deutete alles, was sie sah, darauf hin, dass der Erfolg der Gebrüder MacLaren jedermanns kühnste Träume übertraf. Sie passierte riesige Plakate mit den jüngsten MacLaren-Produkten an den Flurwänden. Überall wuchsen üppige Kübelpflanzen. Verglaste Büroräume gaben den Blick frei auf hochmoderne Möbel und Geräte auf dem neuesten Stand der Technik.

Maggie seufzte und blickte sich um. Die Empfangsdame war ihr schon viele Meter voraus, und Maggie musste ihr Tempo verdoppeln, um sie einzuholen. Wie lang war dieser verflixte Flur denn eigentlich? Wo befand sich Connors Büro? Im Nachbarland? Sie hätte eine Spur aus Brotkrumen legen sollen. Falls sie überstürzt flüchten müsste, würde sie nie im Leben den Weg nach draußen finden. Zum Teufel, sie könnte jahrelang in diesen Fluren umherirren. Allmählich machte sich das Gefühl breit, dass sie in einer...



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