Carlisle | Schenk mir eine zweite Chance | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Romana

Carlisle Schenk mir eine zweite Chance


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-3616-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Romana

ISBN: 978-3-7515-3616-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wie soll es Macie nur gelingen, dem neuen Arzt im Tropenhospital von Saipan aus dem Weg zu gehen? Sie kennt Landon Cochran von Hawaii - wo er nach einer leidenschaftlichen Nacht verschwand und ihr das Herz brach. Das darf ihr nicht ein zweites Mal passieren!



Als Susan Carlisle in der 6. Klasse war, sprachen ihre Eltern ein Fernsehverbot aus, denn sie hatte eine schlechte Note in Mathe bekommen und sollte sich verbessern. Um sich die Zeit zu vertreiben, begann sie damals damit zu lesen - das war der Anfang ihrer Liebesbeziehung zur Welt der Bücher. Die Liebe zum Lesen entwickelte Susan später zu einer Liebe zum Schreiben weiter, und heute begeistern ihre Bücher unzählige Fans! In ihren Geschichten ist der Held meist ein smarter, sexy Alphatyp, der sein Herz an eine starke Heldin verliert - ein beliebtes Konzept, das zum Träumen anregt. Susan lebt mit ihrem Mann, mit dem sie schon seit über dreißig Jahren verheiratet ist, in der Nähe von Atlanta in den USA. Gemeinsam haben sie vier Kinder, die schon erwachsen sind.

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1. KAPITEL


Dr. med. Landon Cochran scrollte durch die Akte auf seinem Tablet und las noch einmal den Namen. Macie Beck. Das konnte unmöglich dieselbe Frau sein. Macie Becks gab es bestimmt unendlich viele auf der Welt. Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass sich ausgerechnet seine Macie Beck auf den Nördlichen Marianen-Inseln befand? Noch geringer war die Chance, dass sie auf der kleinen Insel Saipan arbeitete. Sie konnte es nicht sein.

Als das kleine Flugzeug über der knapp zwanzig Kilometer langen Insel kreiste, schaute Landon aus dem Fenster. Obwohl es sich um amerikanisches Territorium handelte, lag Saipan geographisch näher an China als an Hawaii.

Der Flughafen lag auf einer Anhöhe und es gab nur eine einzige Landebahn. Von hektischem Treiben war dort nichts zu spüren und nicht einmal ein anderes Flugzeug war in Sicht.

Er packte seine Reisetasche und hoffte, dass sein Koffer mitgekommen war. In diesem Teil der Welt wurde das Volumengewicht der Ladung immer sehr genau berechnet und oft wurde ein Gepäckstück einfach erst mit einem späteren Flug transportiert. Ihm war das zwar erst einmal passiert, aber seitdem hatte Landon immer Kleidung zum Wechseln im Handgepäck dabei.

Bald darauf landete das Flugzeug und die Passagiere gingen von Bord. Während Landon die mobile Treppe herabstieg, betrachtete er die üppige Vegetation. In diesem Teil der Welt herrschte ein schwüles und regnerisches Klima. Willkommen in den Tropen, dachte er und folgte den anderen Passagieren über das Rollfeld zum Terminal.

Landon betrat das klimatisierte Gebäude. Zwanzig Minuten später machte er sich mit seinem Trolley auf den Weg zum Parkplatz, wo die Hitze des Spätnachmittags durch eine leichte Meeresbrise abgemildert wurde.

Plötzlich entdeckte er einen Mann, der ein Schild mit Landons Namen hochhielt.

„Ich bin Dr. Cochran.“

„Willkommen in Saipan.“ Der Mann schenkte ihm ein breites Grinsen, nahm ihm das Gepäck ab und führte Landon zu einem Auto. „Ich bin Mario“, stellte er sich mit leichtem Akzent vor.

Während Mario das Gepäck im Kofferraum verstaute, nahm Landon auf dem Beifahrersitz Platz. Er hatte keine leichte Aufgabe vor sich und musste so schnell wie möglich mit den Menschen und der Insel vertraut werden.

Auf der Fahrt über die kurvenreiche Straße in Richtung Küste kamen sie an kleinen quadratisch gebauten Betonhäusern mit grasbewachsenen Vorgärten vorbei. Einige Bewohner hielten auch Hühner auf dem Grundstück. Dann bog Mario nach Süden ab. Zu Landons Erstaunen befanden sie sich plötzlich auf einer belebten Geschäftsstraße an der Küste. Vor den Häusern standen Palmen, deren Wedel sich im Wind wiegten.

Für jemanden, der im Mittleren Westen Amerikas aufgewachsen war, wirkte das hier wie eine ganze andere Welt. Während seiner Zeit beim Militär war er als Marinesoldat auf Hawaii stationiert gewesen und hatte das heiße Klima dort geliebt. Anscheinend herrschten hier auf Saipan ähnliche Temperaturen. Doch Landon bezweifelte, dass er Zeit haben würde, das schöne Wetter zu genießen. Er hatte die Aufgabe, das hiesige Krankenhaus zu evaluieren und notwendige Maßnahmen einzuleiten, damit es medizinisch auf den neuesten Stand gebracht wurde. Die Menschen auf Saipan und auf den umliegenden Inseln sollten die bestmögliche Versorgung erhalten.

Bald kam ein weißes Gebäude mit Fenstern zur Straßenseite in Sicht. Mario bog in die Auffahrt zum Krankenhaus ein und hielt unter dem überdachten Eingang.

„Wir sind da.“ Mario grinste Landon erneut an, bevor er ausstieg, um das Gepäck aus dem Kofferraum zu holen.

Landon dankte ihm, packte den Griff seines Trolleys und betrat das Krankenhaus durch eine gläserne Eingangstür.

Im Inneren des Gebäudes war es angenehm kühl. Vor ihm lag ein langer, gefliester Korridor, links befand sich eine Apotheke und rechts ging es zur Notaufnahme, doch ein Hinweisschild zum Verwaltungsbüro entdeckte er nicht. So lief Landon den endlos erscheinenden Flur entlang und stieß am Ende auf das Büro.

Er öffnete die Glastür zum Empfangsbereich und wandte sich an eine schlanke, circa dreißigjährige Frau, die hinter einem Schreibtisch saß. „Ich bin Dr. Landon Cochran von der Weltgesundheitsorganisation. Macie Beck erwartet mich.“

Erneut löste die Vorstellung, dass es seine Macie sein könnte, eine beunruhigende Vorahnung in ihm aus. Leicht beschämt dachte er an die Umstände zurück, unter denen sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Nach einer leidenschaftlichen Nacht hatte er Macie mit dem Versprechen verlassen, sie anzurufen, sobald seine Schicht im Krankenhaus beendet war. Doch dazu war es nicht gekommen.

Die Empfangsdame schaute auf eine geschlossene Bürotür. „Macie ist im Moment nicht hier.“

„Ich nehme an, dass sie mich erwartet?“

„Das hat sie … äh … tut sie, aber in der Notaufnahme fehlte Personal und sie musste einspringen.“ Die Frau griff zögernd zum Hörer. „Ich sage ihr Bescheid, dass Sie da sind.“

Landon schüttelte den Kopf. „Nein, stören Sie Miss Beck nicht bei der Arbeit.“

Erleichtert stand die Empfangsdame auf und kam um den Schreibtisch herum. „Zu Ihrem Büro geht es hier entlang.“ Sie führte ihn zu einer Tür auf der anderen Seite des Wartebereichs. „Bitte fühlen Sie sich wie zu Hause.“ Dann ließ sie Landon allein.

Er schnappte sich sein Gepäck und betrat den Raum. Es war ein kleines, standardmäßiges Büro, doch es gefiel ihm. Seine Arbeit als Interimsverwalter des Krankenhauses von Saipan erforderte kein aufwendiges Büro. Vor einem fast leeren Bücherregal stand nur ein einfacher Schreibtisch mit Stuhl. Aber der Raum war hell und hatte Fenster zu zwei Seiten. Eine schmale Tür führte, wie Landon vermutete, zu einem privaten WC-Bereich.

Die Empfangsdame kehrte kurz zurück und sagte: „Ich habe mit Macie gesprochen. Sie versucht, so rasch wie möglich hier zu sein. Wie kann ich Ihnen bis dahin behilflich sein?“

„Verraten Sie mir doch als Erstes Ihren Namen.“ Landon stellte seinen Trolley neben den Schreibtisch und trat dahinter.

„Ich bin Tatiana Yuka.“

Er lächelte und die Frau entspannte sich sichtlich. „Ich freue mich, Sie kennenzulernen.“

„Ganz meinerseits, Sir. Möchten Sie, dass ich Sie herumführe?“

Er zog den Stuhl unter dem Tisch hervor, entledigte sich seiner Anzugsjacke und hängte sie über die Stuhllehne. „Ich würde mir gerne als Erstes das Handbuch für Richtlinien und Vorgehensweisen anschauen.“

„Dort steht es.“ Sie zeigte auf eine dicke weiße Kladde in dem Regal hinter dem Schreibtisch.

Landon zog es aus dem Regal und setzte sich auf den Stuhl. „Danke. Bitte sagen Sie mir Bescheid, wenn Miss Beck wieder da ist.“

„Ja, Sir.“

Landon machte sich an die Arbeit. Wenn er die vor ihm liegende Aufgabe mit Bravour löste, hatte er die Beförderung, auf die er schon seit Jahren hinarbeitete, in der Tasche. Nach einer Weile blickte er auf und stellte fest, dass bereits ein paar Stunden vergangen waren und Macie Beck sich immer noch nicht bei ihm gemeldet hatte. Offensichtlich musste er sich der Sache selbst annehmen. Normalerweise ließ man ihn nicht warten. Er verließ das Büro. „Tatiana?“

„Sir?“

„Falls mich jemand sucht, ich bin in der Notaufnahme.“

Ein Anflug von Besorgnis huschte über ihr Gesicht. „Ja, Sir. Wissen Sie denn, wo die Notaufnahme ist?“

„Ja, ich habe das Hinweisschild am Eingang gesehen.“

Landon ging den Weg zurück, den er gekommen war. Schließlich stand er vor dem Eingang zur Notaufnahme. Aus der Ferne vernahm er das Martinshorn eines Rettungswagens.

Er betrat den Wartebereich und sprach mit dem Mann hinter dem Anmeldeschalter. „Können Sie bitte Macie Beck sagen, dass sie zu mir kommen soll?“

Der Mitarbeiter wirkte verunsichert. „Äh, sie hat gerade viel zu tun.“

Landon stand kurz davor, seine Geduld zu verlieren. Immerhin war bekannt gewesen, wann er in Saipan ankommen würde. Und es war inzwischen über zwei Stunden her, dass Miss Beck darüber informiert worden war, dass er sie sehen wollte. Es war an der Zeit, sie ausfindig zu machen. „Ich bin sicher, dass sie einen Moment für mich erübrigen kann. Ich bin der Interimsverwalter, Dr. Cochran.“

Erschrocken riss der Mann die Augen auf und zeigte hinter sich. „Äh … hallo, Sir. Ich begleite Sie nach hinten.“ Landon folgte dem Mann durch die Schiebetüren in einen großen Raum, der durch Vorhänge in kleinere Bereiche unterteilt war. In der Mitte des Raumes stand ein runder Schreibtisch. Davor stand eine zierliche Frau, die den gleichen hellgrünen Kittel trug wie der Rest des Personals. Sie stand mit dem Rücken zu ihm und hatte das dunkelbraune Haar im Nacken zusammengefasst.

Sein Herz klopfte laut. Er kannte diese weiblichen Kurven. Es war tatsächlich seine Macie Beck.

Sie drehte sich um und ihre Blicke trafen sich.

Von allen Inseln der Welt musste er ausgerechnet die Leitung des Krankenhauses übernehmen, in dem sie arbeitete. Jetzt wusste er, wie Rick sich in Casablanca gefühlt haben musste, als Ilsa in seiner Bar aufgetaucht war.

Sieh an. Wenn das nicht der Landon...



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