Carmack | Forever in Love - Das Beste bist du | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 01, 320 Seiten

Reihe: Forever-in-Love-Reihe

Carmack Forever in Love - Das Beste bist du


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8025-9859-3
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 01, 320 Seiten

Reihe: Forever-in-Love-Reihe

ISBN: 978-3-8025-9859-3
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



COLLEGE, FOOTBALL UND DIE LIEBE! Endlich frei! Dallas Cole kann es kaum erwarten, ihr Studium zu beginnen, fernab von ihrem strengen Vater. Doch gerade hat das Semester angefangen, verkündet dieser ihr, dass er einen anderen Job hat - ausgerechnet an ihrem neuen College, wo er das Football-Team trainieren soll. Dallas ist fassungslos! Ihr einziger Lichtblick ist Carson McClain, dessen attraktives Lächeln sie hoffen lässt, dass es das Schicksal vielleicht ausnahmsweise einmal gut mit ihr meint. Aber Carson ist im Football-Team des Colleges. Und die wichtigste Regel im Football lautet: Fang niemals etwas mit der Tochter deines Trainers an ...

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Kapitel 1


Dallas


Zwei Sachen gehen den Leuten in Texas über alles – Football und Klatsch. Und beides hat schon immer über mein Leben bestimmt.

»Das ist eine beknackte Idee, Stella.«

Stella richtet ihr Oberteil. Und mit richten meine ich, dass sie es runterzieht, bis das bisschen Dekolleté zum Vorschein kommt, das sie vorzuweisen hat (was ungefähr doppelt so viel ist wie bei mir).

»Wir sind jetzt auf dem College«, sagt sie. »Beknackte Ideen sind das Ziel.«

»Deins vielleicht. Von dir arbeitet ja auch kein Elternteil an der Uni. Wenn er davon erfährt …«

Es ist Freitagabend – unser erster auf dem Campus, und sie bleibt direkt vor dem Fußweg zu einem Verbindungshaus stehen, aus dem das gedämpfte Dröhnen von Musik dringt. Stella, die mehr als einen Kopf kleiner ist als ich, greift nach mir und zwingt mich, sie anzusehen. »Okay, Schwester. Um das gleich mal im Keim zu ersticken: Niemand erzählt irgendwem irgendwas. Hier auf dem Campus gibt es um die zehntausend Leute. Endlich bist du, meine Liebe, ein kleiner Fisch im Scheißozean. Mach dich locker und genieß es. Wir sind nicht mehr auf der Highschool.«

Sollte es wirklich so einfach sein?

Sich locker zu machen ist Stella noch nie schwergefallen. Ihre Mutter ist eine noch größere Partylöwin als sie. Die klatscht sie wahrscheinlich ab, wenn wir erwischt werden. Bei mir … na ja. Ich habe ein bisschen Schiss, wenn ich daran denke, wie mein Dad reagieren würde. Das bisschen Freiheit, das ich habe, wäre schneller dahin als in meinem Studentenwohnheim das heiße Wasser an Tagen, in denen ein T vorkommt.

Einen herrlichen Monat lang hatte ich mich Visionen und Fantasien hingegeben, wie es auf dem College sein würde. Rusk war weit davon entfernt, meine erste Wahl zu sein, aber es war immerhin etwas. Endlich konnte ich meine eigenen Entscheidungen treffen und brauchte mir keine Gedanken zu machen, dass sie noch vor der Mittagspause das Büro des Trainers erreichten. Ich hatte auf den Highschool-Abschluss hingefiebert, als hätte ich ein Messer im Bauch stecken, das ich erst herausziehen könnte, wenn Mai war. Dann wurde meinem Dad die offene Stelle hier an der Rusk angeboten, und das Gefühl, um dieses Messer herum nach Luft zu schnappen, hält bis heute an.

Wir sind zwar nicht mehr auf der Highschool, aber es ist dasselbe verdammte Elend mit einem anderen Namen.

Es sei denn, ich ändere etwas daran.

Aber sich elend zu fühlen ist einfacher, also schüttele ich Stellas Griff ab. »Es muss nur einer was zu irgendwem sagen, der es einem anderem erzählt, der es in der Kirche oder beim Training oder sonst wo erwähnt, und ich bin tot. Im Sinne von ›Spieß mich auf eine Gabel und tunk mich in heiße Lava.‹«

»Gott, dass du immer alles so überdramatisieren musst. Irgendwann musst du mal aufhören, dir wegen deinem Dad ins Hemd zu machen. Sonst gehst du irgendwann vom College ab als Jungfrau mit einem halben Dutzend Katzen und seinem beschissenen Wunschabschluss, der dir am Arsch vorbeigeht, und die einzigen Freunde, die du noch hast, sind Professoren und akademische Zeitschriften.«

Ich zucke zusammen, weil sie mit fast allem recht hat. Sie wäre stinksauer, wenn sie wüsste, dass ich keine Jungfrau mehr bin und es ihr nicht erzählt habe. Ich wollte es immer, aber ich bin nicht besonders stolz auf diese Erinnerung, und je länger ich es hinausgezögert hatte, desto leichter wurde es, so zu tun, als wäre es keine große Sache. Ich weigere mich, eine große Sache daraus zu machen. Stattdessen verdrehe ich die Augen und sage: »Danke für das Vertrauensvotum.«

»Hey, ich bin hier nur die Stimme der Vernunft.«

»Wohl eher der kleine Teufel auf meiner Schulter.«

»Die Rolle spiele ich gern.« Stella kichert und stupst mir ihren Ellbogen in die Seite, als hätte sie gerade den besten Witz aller Zeiten gerissen. Unfreiwillig muss ich lächeln.

Ich starre am Phi-Beta-Kappa-Haus empor. Sämtliche Verbindungshäuser auf dem Campus sind alte Villen im Kolonialstil, von Efeu überwuchert und mit strahlend weißen Säulen. Sie machen echt was her … wahrscheinlich hofft man, dadurch den völligen Sittenverfall zu vertuschen, der darin herrscht.

Gott, ich habe gerade das Wort Sittenverfall gedacht. Stella hat recht. Ich werde als lahme Katzendame enden, wahrscheinlich Leute von meiner Veranda aus ankeifen und wie eine Irre mit meinem Stock herumfuchteln.

Es ist einfach unfair.

Das College sollte eine Zeit zum Ausbrechen sein, eine Zeit des Neuanfangs. Man könnte vielleicht auf die Idee kommen, es wäre ein Vorteil, die Tochter des Trainers zu sein. Ich weiß mehr über Football als die Hälfte der Jungs an unserer Schule – ein Wissen, das es einem eigentlich erleichtern müsste, ein Date an Land zu ziehen.

Wenn nicht alle aus Angst vor meinem Vater erstarren würden.

Oder noch schlimmer … ihm hinterherschmachten, als wäre er in Nutella getunkter Speck, eingewickelt in noch mehr Speck. Wahrscheinlich könnte ich auf dieser Party aufkreuzen, nur in BH und Slip (mit etwas von besagtem Nutella beschmiert), und immer noch würde irgendein Schwachkopf angezockelt kommen, ohne es zu registrieren, und mich über meinen Dad ausfragen … wie seine Pläne für die Saison sind oder wie viele Highschool State Trophies wir zu Hause rumstehen haben.

Stella schnippt mir mit ihren schlanken Fingern vor dem Gesicht herum.

»Erde an Dallas. Bist du jetzt etwa vor Angst versteinert?«

Ich verdrehe die Augen, eine Angewohnheit von mir, insbesondere bei Stella. »Ich habe keine Angst. Ich bin nur … nicht optimistisch.«

»Ach komm … wahrscheinlich hast du ein Brainstorming gemacht, auf wie viele Arten du heute Abend die Spaßbremse spielen könntest.«

Neckend stupse ich sie an. »Eigentlich habe ich gerade darüber nachgedacht, mich mit Nutella zu beschmieren.«

»Ja, so was will ich hören! Zehn Kreativitätspunkte.«

»Ja, ja. Lass es uns einfach hinter uns bringen.«

Stella hüpft vor mir her, und ich muss mich im Geist ermahnen, nicht zu schlurfen. Ich hab das Mädchen echt gern, und sie ist meine weltbeste Freundin, aber ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wieso. Sie ist kontaktfreudig, ich dagegen ziehe (oft) die Gesellschaft von Büchern der von Menschen vor. Oder von Filmen. Eigentlich ziehe ich alles den Menschen vor. Ich bin schnell verunsichert, noch schneller irritiert, und sie stürmt durch die Vordertür dieses Verbindungshauses, als wären wir Seniorstudenten und nicht etwa blutige Studienanfänger.

Und die vielleicht größte Kluft …

Stella liebt Football.

Und damit meine ich: völlig fanatischer Groupie. Sie geht zu Spielen und sieht sie sich im Fernsehen an, liest die Blogs und folgt einer Milliarde Spielern auf Twitter. Ich bin überzeugt, wenn sie nicht ein Winzling von knapp über eins fünfzig wäre, würde sie selbst da draußen auf dem Feld stehen. Ja, vielleicht macht sie das eines Tages. Man sollte sie nicht unterschätzen.

Ich gehe auch zu Spielen und sehe sie mir im Fernsehen an. Ich kenne die Namen der Spieler und kann die verschiedenen Spielzüge und Positionen runterrattern und alles, was du sonst noch wissen willst.

Aber nicht weil ich Football liebe. Sondern weil ich damit lebe, und das jeden Tag meines Lebens, seit ich denken kann. In jeder neuen Stadt, jeder neuen Schule mit neuen Freunden war Football das Einzige, was sich nie geändert hat. Und wenn du so viel Zeit mit etwas verbracht hast, liebst du es entweder, oder du hasst es.

Rate mal, in welche Kategorie ich falle.

Ich trete nach Stella ins Haus, und das manische Grinsen, das sie mir über die Schulter zuwirft, sagt mir, dass sie gerade ihren ganz persönlichen Himmel betreten hat. Etwa ein Dutzend Leute in der Nähe des Eingangs sehen hoch, und ihre Blicke schweifen über uns. Die versteinerte Position meiner Schultern entspannt sich nur minimal.

Von der Küche her schwillt Gebrüll an, ich sehe hoch und erblicke zwei Menschenreihen, von denen eine die andere mit Pistolen bedroht. Na ja, mit Wasserpistolen. Aber dem aufbrandenden Jubel nach zu urteilen, als die eine Seite zu schießen beginnt und dabei auf die offenen Münder ihrer Partner zielt, vermute ich mal, dass sie statt Wasser Bier versprühen.

»Das müssen wir unbedingt machen!«, schreit Stella über die wummernde Musik hinweg.

Notiz an mich: Immer schön von den Bierpistolen fernhalten.

Bei meinem Glück würde ich wahrscheinlich ins Auge geschossen bekommen.

Ein Typ mit Tutu und einer dunkelroten Perücke rennt an uns vorbei und brüllt aus vollem Hals irgendwas Unverständliches. Stella grinst mich an, und ihre Augen schnellen zu meinen roten Haaren. »Ich habe deinen lange vermissten Zwilling gefunden. Tutu und so.«

»Was für ein Zufall! Ich habe deinen Zwilling auch gefunden.« Ich deute mit den Augen auf zwei Mädchen, die eine dritte Freundin zwischen sich zur Tür tragen. »Saufnase und so.«

»Das nimmst du zurück! Ich bin keine Saufnase.«

»Und ich bin kein riesiger Kerl, vermutlich mit Haarausfall und einer Identitätskrise.«

Sie wirft theatralisch die Hände in die Luft. »Du hast recht. ’tschuldigung.« Einsatz für ihr boshaftes Grinsen. »Der hatte viel größere Titten.«

Ich versetze ihr einen unsanften Rippenstoß, aber wir lachen...


Carmack, Cora
Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.

Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.



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