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Carmack | Forever in Love - Keine ist wie du | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Reihe: LYX.digital

Carmack Forever in Love - Keine ist wie du


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8025-9911-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9911-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dylan hat eine Schwäche für hoffnungslose Fälle und engagiert sich deshalb in den verschiedensten Protestbewegungen. Bis sie auf einer Demonstration festgenommen wird und für ein paar Stunden im Gefängnis landet. Dort lernt sie Silas Moore kennen, der ganz eigene Probleme hat. Eigentlich ist Silas überhaupt nicht ihr Typ, und doch fasziniert er sie. Als Silas seine Position im Footballteam der Rusk University zu verlieren droht, bietet Dylan ihm ihre Hilfe an. Und die beiden stellen fest, dass sich Gegensätze durchaus anziehen können.

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Kapitel 1


Silas


Das Blitzlicht einer Kamera blendet mich, als ich mich vorne im Raum auf meinen Platz setze. Ich rücke meinen Stuhl heran, und das Geräusch, als er über den Boden kratzt, reißt an meinen Nerven.

Ein zweiter Blitz. Dann ein dritter. Dann höre ich auf zu zählen. In meinem Nacken sammelt sich der Schweiß, und ich habe Mühe, noch langsam und gleichmäßig zu atmen.

Was für ein Scheiß.

Ich will nicht hier sein. Ich spiele Football, damit ich nicht denken oder reden muss. Generell rede ich lieber mit dem Körper, wenn irgend möglich.

Football. Fights. Ficken.

Damit kenne ich mich aus.

Hiermit nicht.

Der Coach hat sich endlich hingesetzt, und als er beginnt, zur Presse zu sprechen, spüre ich, wie die Anspannung in meiner Wirbelsäule nachlässt. Er sitzt in der Mitte, ich, Carson McClain, Jake Carter und Mateo Torres, die Anführer der Mannschaft, um ihn herum. Der Coach bringt das Vorgeplänkel hinter sich und fängt an, über seinen Plan für das Vorsaison-Trainingslager zu reden, während ich unsere Gruppe betrachte. Alle außer mir wirken ruhig. McClain ist ein verfluchter Chorknabe. Wahrscheinlich lebt er für solchen Mist. Torres ist noch keinem Streit begegnet, aus dem er sich nicht rausreden konnte, und keinem Rock, in den er sich nicht reinzureden versucht hat. Und Carter hat so viel Schwachsinn im Kopf, dass er kein Problem damit hat, die anderen damit zuzutexten. Und ich? Meine Hände zittern unter dem Tisch wie bei einem Junkie, der dringend einen Schuss braucht.

Wenn der Coach nicht so streng und wachsam wäre, hätte ich versucht, meine Nerven vor diesem ganzen Medienrummeltag ein bisschen mit Gras zu beruhigen. Aber nie im Leben hätte ich es an ihm vorbeischmuggeln können. Und seit Levi hopsgenommen wurde, versuche ich das zu lassen. Der Coach ist wie einer von diesen sadistischen Lehrern geworden, die liebend gern unangekündigte Tests schreiben lassen … nur dass es Drogentests sind.

»Wir haben ein junges Team. McClain und Moore haben beide noch zwei Jahre Spielberechtigung«, sagt der Coach, was mich schlagartig wieder in die Gegenwart versetzt. »Torres drei. Und es ist zwar Carters letztes Jahr mit uns, aber wir haben eine solide Gruppe von Linemen, die aufrücken. Wir haben unser Fundament, und ich denke, wir werden die Leute damit überraschen, was wir in dieser Saison aufbauen können.«

Der Coach stellt sich den Fragen, und obwohl ich weiß, was kommt, verkrampft sich mein Körper trotzdem bei der ersten.

»Coach Cole, Ihr Team wurde im letzten Jahr von einem Skandal erschüttert, nämlich der Verhaftung des Starting Quarterback, Levi Abrams. Trotzdem konnte die Mannschaft ein paar beeindruckende Siege einfahren, aber in der zweiten Saisonhälfte ist dann doch alles auseinandergebrochen. Wo steht Ihr Team im Moment mental?«

»Letzte Saison mussten wir aus dem Stegreif einiges lernen und herausfinden. Und unglücklicherweise gleichzeitig versuchen, Spiele zu gewinnen. Aber ich bin stolz auf die Saison, die diese Jungs hingelegt haben.«

Sein Ausdruck wird hart, und ich bin froh, dass ich nicht der Einzige bin, der ein finsteres Gesicht macht. Ich widerstehe dem Drang, die Flasche Wasser vor mir zu nehmen und sie nach dem Reporter zu schmeißen.

»Ich finde nämlich nicht, dass sie auseinandergebrochen sind. Die letzte Hälfte unseres Zeitplans war sicherlich anspruchsvoller, mit größeren und besseren Konkurrenten. Aber gewonnen oder verloren, die Mannschaft ist nie auseinandergebrochen. Sie hat jedes Mal bis zur letzten Sekunde gekämpft, und ich bin mir sicher, dass sie alles gegeben hat. Wo die Jungs jetzt mit ihren Köpfen sind, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Aber ich weiß, wo ich ihnen rate zu sein.«

Ein Lachen geht durch den Raum, und derselbe Reporter sagt: »Carson McClain, möchten Sie das kommentieren?«

McClain beugt sich zum Mikrofon vor und sagt in aller Seelenruhe: »Die Mannschaft ist konzentriert. Wir haben in diesem Sommer konzentriert und hart gearbeitet. Wir sind bereit für das Trainingslager. Alles in allem sind wir fest entschlossen, dass dieses Jahr hauptsächlich darüber gesprochen wird, was wir auf dem Spielfeld tun, nicht außerhalb davon.«

Ein neuer Journalist meldet sich zu Wort. »Silas Moore, Sie waren eng mit Levi Abrams befreundet. Sie haben als Freshman mit ihm zusammen mit Redshirt zu trainieren begonnen. Wie ist es, ohne ihn zu spielen?«

Besser. Schlechter. Beschissen. Keine Ahnung.

Ich kann nicht über Levi sprechen. In meinem Kopf beginnt sich alles zu drehen, wenn ich über ihn nachdenke. Er hatte alles – eine gute Familie, Geld, ein Stipendium, Talent, Köpfchen –, und er hat es total vergeigt. Ich habe von alldem nicht halb so viel. Es ist ein Witz, dass ich überhaupt hier sitze. Wenn er es nicht packt, ohne abzukacken, wie viel Hoffnung hab ich dann?

Meine Hand zittert, als ich das Mikrofon zurechtrücke, und ich balle sie zu einer harten Faust. »McClain ist ein guter QB.« Der ganze Raum hält den Atem an, und der Reporter schaut mich erwartungsvoll an, und mir wird klar, dass ich mehr sagen soll. Mist. »Er ist ehrgeizig und konzentriert, und der Rest der Mannschaft arbeitet seinetwegen härter.«

Ich belasse es dabei, denn über Levi rede ich nicht. Als die Diskussion weitergeht, ist es, als hätte man mir einen Felsbrocken von der Brust gerollt. Ich habe kein Lampenfieber oder so was. Es ist nur … ich gehöre einfach nicht hierher. Und immer wenn wir so was hier haben, fühle ich mich, als würden die mich unter ein Mikroskop klemmen, und wenn sie mal richtig hinsehen, werden sie feststellen, wie sehr ich mich von diesen anderen Jungs hier unterscheide, und mir alles wegnehmen.

Ein anderer Reporter fragt mich, ob ich glaube, dass unsere Offense trotz des turbulenten letzten Jahrs (wer zum Geier sagt turbulent?) gut zusammengefunden hat.

»Ich denke schon.«

Wieder warten sie darauf, dass ich mehr sage, aber diesmal gebe ich ihren Blicken nicht nach. Wenn sie wollen, dass jemand munter drauflosplappert, hätten sie Torres fragen müssen.

Der Reporter stochert nach: »Was glauben Sie, wodurch das gelungen ist?«

»Harte Arbeit«, sage ich.

Mir wird nur noch eine Frage gestellt, und als ich wieder eine knappe Antwort gebe, fangen sie an, mich zu ignorieren, und halten sich an den Coach und die anderen Spieler. Endlich gelingt es mir, mich ein bisschen zu entspannen. Ich will nur noch nach Hause und das Wochenende damit verbringen, Dampf abzulassen, bevor am Montag das Vorsaison-Trainingslager beginnt.

Als die Pressekonferenz zu Ende ist, hole ich Torres ein, der diesen Sommer Levis WG-Zimmer übernommen hat.

Ich frage ihn: »Was dagegen, wenn heut Abend ’n paar Leute vorbeikommen? Sonst schick ich Brookes ’ne Nachricht, er soll es weitersagen.«

»Da fragst du noch? Ich bin ziemlich sicher, mein erstes Wort war Party.«

»Ich halte das für keine gute Idee«, sagt McClain, der sich im Gehen zu uns gesellt.

Torres stöhnt. »Jetzt lass uns doch auch unseren Spaß. Nicht jeder von uns hat das Glück, mit der Tochter vom Coach nach Hause zu gehen.«

McClain verpasst Torres einen Faustschlag gegen die Schulter, und ich sehe mich um und versichere mich, dass der Coach nicht in Hörweite ist. Nein. Er ist mit ein paar Presseleuten ins Gespräch vertieft. Als ich wieder zu Torres schaue, lässt er seinen Arm kreisen, als würde er versuchen, den Schmerz wegzutrainieren.

»Mann, QB. Wenn du schon bei ihrer bloßen Erwähnung so reagierst, wie soll ich denn dann die ganzen schmutzigen Witze loswerden, die ich auf Lager habe?«

Torres macht nur Spaß. Das wissen wir alle, aber McClain versteht keinen Spaß, wenn es um Dallas geht. Bei allem anderen ist er locker, aber nicht bei ihr. Vielleicht, weil er sich wochenlang anhören musste, wie Levi damit rumgeprahlt hat, dass er auf der Highschool mit ihr zusammen war (ja, okay, und wie ich auch ziemlichen Mist verzapft habe). Oder vielleicht wegen der ganzen Gerüchte, die es ihnen letztes Jahr für eine Weile vermasselt haben. Jedenfalls ist der Kerl heftig drauf, wenn es um sie geht. Heftiger als auf dem Spielfeld.

Wo er schon verdammt heftig ist.

»Reiß deine schmutzigen Witze doch über Carters Freundin«, sage ich.

Torres macht ein spöttisches Gesicht. »Carters Beziehungen werden schneller schlecht als das Essen in unserem Kühlschrank. Als würde ich mein Comedy-Gold dafür verschwenden.«

Carter gibt als Antwort nur ein Grunzen von sich.

»Und du.« Torres wendet sich an mich, »ich bin mir nicht mal sicher, ob du ohne Anfall bis zur dritten Silbe in dem Wort Beziehung kommen würdest.«

Ich verdrehe die Augen und lenke das Gespräch wieder auf wichtigere Themen. »Ich will mich heute Abend volllaufen lassen. Mir egal, ob zu Hause oder in der Kneipe. Aber der arme Torres hier ist noch minderjährig, ich versuche ihm also nur entgegenzukommen.«

»Du alter barmherziger Samariter«, sagt Carson. Er seufzt und fügt hinzu: »Haltet einfach den Ball flach. Den ganzen Morgen haben wir diesen Reportern erzählt, wie konzentriert wir sind. Seht zu, dass es nicht aus dem Ruder läuft.«

Sein Blick fällt erst auf Torres, dann auf mich.

Er versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen,...


Carmack, Cora
Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.

Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.



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