Carmack | Forever in Love - Meine Nummer eins | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: LYX.digital

Carmack Forever in Love - Meine Nummer eins


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7363-0164-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-0164-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nur noch wenige Wochen bis zum Abschluss - und Antonella DeLuca wird klar, dass sie ihre Zeit am College vergeudet hat. Zu sehr hat sie sich aufs Lernen konzentriert und dabei ihr Liebesleben völlig vernachlässigt. Doch das wird Nell nun ändern, und zwar mit Hilfe des sexy Footballspielers Mateo Torres. Dieser ist nur zu gern bereit, der hübschen Nell in puncto Lebensgenuss auf die Sprünge zu helfen - auch wenn sie seinen Entschluss, sich niemals fest zu binden, gefährlich ins Wanken bringt.



Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.

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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Nells To-do-Liste:

Den Rest für Fortgeschrittene Biomechanik lernen

Mehr Kaffee besorgen

In meiner Küche steht ein halb nackter Mann.

Genau genommen ist er mit seinen schwarzen, sehr eng anliegenden Retroshorts eher zu 90 Prozent nackt. Doch sie sind so eng, dass ich auf 95 Prozent erhöhe. Ich gebe ein undamenhaftes Quieken von mir, und er schickt sich an, sich umzudrehen. Hastig versuche ich, mich in das Dunkel des Flurs zu verziehen, aber irgendwie bleibe ich mit meinem Flip Flop am Teppich hängen und lasse stattdessen sämtliche Bücher fallen, die ich in den Armen hatte. Ein dickes landet direkt auf meinem Zeh, und ich stöhne auf, während der Rest hinunterpurzelt und sich halb aufgeschlagen zu meinen Füßen verteilt. Ich schließe für einen Moment die Augen, um mit dem Schmerz in meinem Fuß klarzukommen, und als ich sie wieder öffne, steht der nackte Mann vor mir und ist einfach so was von … nackt.

Er hat zerwühltes goldbraunes Haar, das kunstvoll sein Gesicht einrahmt, und um ihm nicht in die Augen zu blicken, sinke ich auf die Knie und fange an, meine Bücher einzusammeln. Peinlicherweise blicke ich jetzt statt in seine Augen auf seinen Schritt.

»Komm, ich helfe dir.« Seine Stimme ist tief und viel zu nah, als er sich neben mir hinkniet. Hektisch versuche ich, meine Sachen aufzuheben, und bekomme alles zu fassen bis auf meinen Collegeblock. Den hat er bereits in der Hand und hält ihn mir hin.

»Du musst Antonella sein«, meint er.

Ich bin froh, dass er es sagt, denn ich bin nicht sicher, ob es mir angesichts der vielen Haut eingefallen wäre.

»Ja, bin ich.«

Eine Tür öffnet sich, und Licht fällt auf den Flur. Ich höre meine Mitbewohnerin rufen: »Silas?«

Ich drehe mich um, und Dylan in einem Rusk-Football-Shirt, das ihr bis zur Mitte der Oberschenkel geht, reibt sich verschlafen die Augen. Sie sieht mich, blinzelt und blickt dann an mir vorbei zu ihrem Freund.

»Silas! Wo sind deine Klamotten?«

Er grinst sie an, und der Blick, den er ihr zuwirft, ist glühend und sollte wirklich besser hinter verschlossenen Türen bleiben.

»Das meiste davon hast du an.«

Dylan schlängelt sich an mir vorbei und sieht aus, als versuche sie, Silas zurück in ihr Zimmer zu schieben, aber er rührt sich nicht von der Stelle. Sie schnaubt entnervt. »Tut mir leid, Nell. Ich habe nicht gehört, dass er aufgestanden ist, sonst hätte ich dafür gesorgt, dass er sich was anzieht.«

»Du kannst mir mein Shirt ja sofort zurückgeben«, grinst er. »Wenn es dir wirklich so wichtig ist.«

Sie gibt ihm einen Klaps, und das Klatschen auf seiner Haut ruft eine lächerliche Röte auf meinen Wangen hervor.

»Silas, hör auf. Du machst sie noch verlegener, als sie ohnehin schon ist.«

»Es ist sechs Uhr morgens. Ich habe nicht damit gerechnet, dass schon jemand wach ist.«

Ich zucke mit den Achseln – nicht dass noch jemand von ihnen auf mich achtet. »Ich schreibe heute eine Klausur in Biomechanik und will noch ein bisschen pauken«, erkläre ich, obwohl keiner gefragt hat.

Dylan schiebt Silas zurück zu ihrer Tür, und diesmal bewegt er sich, umfasst ihre Handgelenke und zieht sie hinter sich her.

»Silas.« Sie sagt seinen Namen gedehnt, als würde sie sich beschweren, wehrt sich aber nicht gerade mit Händen und Füßen, als er sie in die Arme nimmt.

Über die Schulter ruft sie: »In zwei Minuten ist er weg. Versprochen.«

»Fünfzehn«, widerspricht Silas.

»Fünf.«

»Zehn.«

»Fünf, Silas.«

Er stöhnt, und dann schließt sich mit einem leisen Klicken Dylans Schlafzimmertür.

Langsam atme ich aus und presse meine warme Wange an die Schulter, weil ich die Hände voll habe. Ich kann bloß hoffen, dass ich nur leicht rosa angelaufen bin statt meinem üblichen Feuermelderrot.

Allerdings bezweifle ich es.

Im Wohnzimmer lade ich meine Bücher auf dem Couchtisch ab. Bei einigen sind Seiten geknickt, und eine Weile bringe ich damit zu, sie zu glätten. Wenn du dich dabei ertappst, dich bei einem Buch entschuldigen und es trösten zu wollen, weißt du endgültig, dass du ein Nerd bist.

Drüben in ihrem Zimmer höre ich Dylan quietschen und schreien: »Silas, nicht!«

Nach den dumpfen Schlägen und der darauf folgenden Stille zu urteilen, hat Dylan diesen Kampf wohl nicht gewonnen.

Ich schlage meinen Collegeblock auf und nehme mein Lehrbuch für die Klausur heute Vormittag in die Hand. Einige Buchseiten sind mit Haftnotizen markiert (weil in Bücher zu schreiben meine Definition von Bösartigkeit ist). Auf die Zettel habe ich in der kleinstmöglichen Schrift meine Gedanken und Fragen gequetscht. Ich blättere zu der Stelle, an der ich gestern mit dem Lernen aufgehört habe, und suche dann nach dem entsprechenden Kapitel, aber auch, als ich es gefunden habe, kann ich mich nicht auf die Wörter vor meinen Augen konzentrieren.

Mit den Gedanken bin ich in dem Schlafzimmer, das nicht mal mein eigenes ist. Nicht aus gruseligen Motiven, sondern einfach … aus Neugier. Ich kenne Dylan jetzt seit über zwei Jahren, wohne die Hälfte dieser Zeit mit ihr zusammen und habe sie bei zahlreichen Gelegenheiten mit ihrem Langzeitfreund vor Silas erlebt, aber jetzt ist es anders. Bei ihrem Ex hatte ich eigentlich nie das Gefühl, dass ich intime Momente störe. Aber jetzt liegen ein Flur und eine Tür zwischen uns, und trotzdem habe ich das Gefühl, zu nah dran zu sein.

Gemessen daran, wie selten ich Dylan dieses Semester bisher gesehen habe und wie sie von ihm spricht, hätte ich mir denken können, dass dieser neue Typ anders ist, aber trotzdem hätte ich niemals vorhersagen können, was für eine greifbare Chemie sie verbindet. Ich denke daran, wie er sie in seine Arme geschlossen hat. Ich halte zwar nicht gerade viel davon, Gefühle so zur Schau zu stellen, neige aber auch nicht zur Eifersucht. Doch die beiden so zu sehen, war, als hielte man sich zu dicht an der Sonne auf. Als wäre ihre gegenseitige Anziehungskraft so stark, dass sie alles in ihrer Umgebung mitreißt, einschließlich meiner Fähigkeit, mich zu konzentrieren.

Ich wusste gar nicht, dass es solche Beziehungen gibt. Ich dachte immer, das sei alles eine maßlose Übertreibung von Schriftstellern, Filmstudios und Marketingleuten, die das naive Bedürfnis der Menschen nach Liebe zu Geld machen wollen. Ich lebe in einer Welt der Fakten, Zahlen und Gleichungen, aber das mit Silas und Dylan … so schwer es auch zuzugeben ist, geht über alle Logik hinaus. Zusammen sind sie mehr als die Summe ihrer Einzelteile.

Vielleicht ganz gut, dass ich bald meinen Abschluss mache, in ungefähr zwei Monaten, um genau zu sein. Mein Instinkt sagt mir, dass ich mich ansonsten bald nach einer neuen Mitbewohnerin umsehen müsste.

Erst nach einundzwanzig Minuten öffnet sich Dylans Zimmertür, und die beiden tauchen wieder auf, komplett angezogen und mit feuchten Haaren, wahrscheinlich von einer gemeinsamen Dusche. Meine Mitbewohnerin wirkt verlegen, und bei dem zufriedenen Gesichtsausdruck ihres Freunds muss ich an die Belehrungen meiner Nonna über die verführerische Schönheit Luzifers denken.

Irgendwie glaube ich nicht, dass Dylan es gut fände, wenn ich Silas mit Satan vergleiche, auch wenn die streng katholische Erziehung meiner Familie bei mir nicht so richtig gegriffen hat.

Ich stecke den Kopf in meine Bücher, während sich die beiden an der Tür voneinander verabschieden. Es sind ein paar eindeutige Kussgeräusche zu hören, etwas Gekicher und ein leises Murmeln, und ich bin froh, dass ich die Worte nicht verstehen kann. Ich sollte sie eigentlich ausblenden können, aber aus mir unerklärlichen Gründen ist mir jeder Laut und jede Bewegung, die sie in meinem peripheren Gesichtsfeld machen, überbewusst.

Selbst als sich die Tür schließt und Silas längst weg ist, bleibt noch eine merkwürdige Andersartigkeit im Raum zurück, als hinterließe ihre Beziehung Gespenster, um einsame Singles mit ihrer strahlenden Glückseligkeit zu verhöhnen. Dass Dylan mit glasigen Augen und einem Lächeln auf den Lippen an der Tür lehnt, macht das Ganze auch nicht besser. Hm. So muss wohl echt guter Sex aussehen.

»So, so«, sage ich. »Scheint was … Ernstes zu sein.«

Sie schwebt geradezu zur Couch hinüber, und ich vergewissere mich doch tatsächlich, ob ihre Füße den Boden berühren. Sie setzt sich neben mich, zieht die Beine hoch und schlingt die Arme um ihre Knie.

»Ja. Das ist es wirklich

»Und findest du nicht, dass es etwas schnell geht?«, frage ich. Sie kennen sich erst seit ein paar Monaten und waren erst irgendwie zusammen und irgendwie auch wieder nicht. Dann hatten sie sich zu Anfang des Schuljahrs wohl getrennt, ehe sie es dann geklärt haben. Soweit ich weiß, sind sie offiziell erst seit etwa zwei Wochen zusammen.

Sie lacht. »Ja, es geht unglaublich schnell. Aber das war mir bei ihm von vornherein klar. Bei ihm gibt es nur alles oder nichts.«

»Und das ist okay für dich … alles?«

Dylans Augen begegnen meinen, und in meinem Bauch zieht etwas. Vielleicht bin ich ein kleines bisschen eifersüchtig. Aber nicht auf den Typen, auch nicht auf die Beziehung … eher auf die Gabe, eine solche Beziehung führen zu können. Nach ein paar völlig nichtssagenden Beziehungen habe ich beschlossen, dass ich einfach nicht das gewisse Etwas habe, in das sich Typen verlieben. Nonna sagt, ich bin zu wählerisch. Dad behauptet, ich bin stur. Mom glaubt, dass ich einfach jemanden brauche, der so schlau ist...


Carmack, Cora
Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.

Cora Carmack hat unterrichtet und am Theater gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihrem Debütroman Losing It - Alles nicht so einfach, der in über zehn Sprachen übersetzt wurde, landete sie aus dem Stand einen weltweiten Bestseller.



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