Carrington | Latin Lover verzweifelt gesucht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Carrington Latin Lover verzweifelt gesucht

Adonis auf Abwegen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-013-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Adonis auf Abwegen

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-95576-013-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Schwarzes Haar, samtbraune Augen und eine Figur wie ein griechischer Gott: Michael Romero ist für Kyra die pure Verführung. Aber leider ist macht er keinerlei Anstalten, mit ihr zu flirten. Bis sie beschließt, ihr Outfit, ihre Einstellung und besonders ihr Sexleben zu ändern. Plötzlich steht ein heißer Sommer vor der Tür!



Lori und Tony Karayianni haben unter dem Namen Tori Carrington mehr als 35 Liebesromane veröffentlicht, und schreiben seit über 21 Jahren gemeinsam. Diese Tatsache verrät schon einiges über die beiden! Auch wenn sie sich mittlerweile gar nicht mehr vorstellen können, jemals ohne einander gewesen zu sein, gab es auch ein Leben davor: Tony wurde in Smila, einem kleinen Bergdorf in Griechenland, geboren und wuchs in Athen während des politischen und kulturellen Umsturzes auf. Er wurde Drummer in einer Pop Band und immigrierte 1976 in die USA. Lori, geboren und aufgewachsen in Ohio, arbeitete in der Computerindustrie und reduzierte später ihre Arbeitszeit, um gemeinsam mit Tony an ersten Werken zu schreiben. Das war 1984, und ihre ersten gemeinsamen Versuche als Autorenduo waren richtig vielversprechend! Sie begannen mit Liebesgeschichten, später kamen auch humorvolle Mystery Geschichten dazu, die aus den Buchregalen mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind. Ihre erwachsenen Söhne sind ihr ganzer Stolz. Zusammen mit ihrer Katzen leben sie in Toledo, Ohio, von wo aus sie oft in Tonys Heimat reisen, um das griechische Flair in sich aufzunehmen und mediterrane Luft zu atmen.

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2. KAPITEL

Dieser Gedanke ging Michael immer wieder durch den Kopf, während er sich am nächsten Tag durch den dichten Feierabendverkehr von Tampa schlängelte. Er fluchte laut, weil ein anderer Fahrer ihn schnitt. Dieses Verkehrschaos trug nicht gerade zu einer besseren Laune bei.

Schon gestern im Buchladen hatte er den Eindruck gehabt, dass Kyra sich anders verhielt als sonst. Dieser Eindruck hatte sich noch verstärkt, als er sie abends anrufen wollte und nur der Anrufbeantworter angesprungen war. Und heute im Büro war sie so in ihr Buch vertieft gewesen, dass sie sogar ihre Mittagspause vergessen hatte. Und noch immer wusste er nicht, was das für ein geheimnisvolles Buch war. Als er sie dann nach Feierabend zu einem Drink hatte einladen wollen, hatte er feststellen müssen, dass sie bereits eine Stunde eher gegangen war.

Was war nur los mit ihr? Ärgerte sie sich über ihn? Unwahrscheinlich. Sie schien nicht einmal sonderlich bedrückt wegen ihrer Trennung von Craig Holsom. Was noch merkwürdiger war, denn normalerweise war sie eine Woche lang niedergeschlagen und tröstete sich mit Essen über das Ende einer Beziehung hinweg, auch wenn die Beziehung selbst nicht länger als eine Woche gedauert hatte.

Vielleicht hatte er gestern zu schnell aufgegeben. Vielleicht brauchte sie ihn. Vielleicht hatte er die Signale falsch verstanden, und sie hatte die Nacht damit verbracht, in ihr Kopfkissen zu weinen.

Bei dem Gedanken trat er unwillkürlich aufs Gaspedal. Craig Holsom und das Dutzend anderer Trottel, mit denen sie sich eingelassen hatte, verdienten nicht eine Stunde in Kyras Gesellschaft, geschweige denn eine ihrer Tränen.

Er sollte es mit Bestechung versuchen. Zum Beispiel mit einer Packung Eiscreme. Womöglich konnte er Kyra dann dazu bringen, dass sie sich ihm anvertraute. Kurz entschlossen hielt er am nächsten Laden an, besorgte ihr Lieblingseis und fuhr damit zu ihrer Wohnung, die im ersten Stock eines älteren Mietshauses lag. Immer zwei Stufen auf einmal nehmend lief er die Treppe hoch und klopfte erwartungsvoll an ihre Tür.

“Kyra?”, rief er.

Keine Antwort.

Nanu? Ihr Mustang stand doch vor dem Haus. “Ich weiß, dass du da bist, also kannst du auch aufmachen.”

Es bestand natürlich die Möglichkeit, dass sie Holsom schon durch den nächsten Trottel ersetzt hatte. Der Gedanke machte ihm mehr zu schaffen, als ihm lieb war.

Leise fluchend klopfte er erneut.

“Was soll der Lärm! Es gibt hier Leute, die wollen in Ruhe fernsehen. Können Sie nicht leise sein?”, brüllte Kyras Vermieterin von unten.

Michael drehte sich um und spähte durch das gewundene Treppengeländer direkt in Mrs. Kaminskys hageres Gesicht. Er fand es immer wieder erstaunlich, wie solch eine dünne kleine Person mit so einer gewaltigen Stimme gesegnet sein konnte. “Entschuldigung, Mrs. Kaminsky, ich werde mich bemühen, leiser zu klopfen.”

“Tun Sie das!”, schrie sie so laut, dass beinahe das ganze Treppenhaus erzitterte.

Michael wandte sich wieder Kyras Tür zu. Warum Kyra sich mit dem alten Drachen abgab, war ihm ein Rätsel. Merkwürdigerweise schienen ihr die Einmischungen ihrer Vermieterin nichts auszumachen. Vielleicht deshalb, weil sie so wenig elterliche Einmischung in ihrem Leben erfahren hatte.

“Kyra?”, sagte er und legte die Hand auf den Türknauf. Er ließ sich drehen. Typisch für Kyra, die Tür nicht abzuschließen. Andererseits käme wahrscheinlich sowieso kein Dieb ungeschoren an Mrs. Kaminsky vorbei.

Er stieß die Tür auf und schaute sich in der Wohnung um. Mit den großen Räumen, den hohen Decken und dem auf Hochglanz polierten Holzfußboden wirkte sie hell und freundlich und machte somit fast die tyrannische Vermieterin wieder wett. Aber nur fast. An Kyras Stelle wäre er schon längst ausgezogen.

“Kyra?” Erstaunt betrachtete er die verstreuten Kleidungsstücke auf dem Boden. Er runzelte die Stirn und hob den Rock auf, den sie heute im Büro getragen hatte. Kyra war sonst penibel ordentlich. Es sah ihr gar nicht ähnlich, die Sachen einfach hinzuwerfen. Er öffnete die Tür zum Schlafzimmer einen Spaltbreit und äugte hinein. Leer. Wo steckt sie, fragte er sich und sah sich wieder suchend um. Plötzlich fiel sein Blick auf eine kleine Schachtel, die vor der geschlossenen Badezimmertür lag. Er ging hin, hob sie auf und klopfte an die Tür.

“Kyra, bist du da drin?”

Ein Quieken verriet ihm, dass dem so war. Er besah sich die Schachtel und stellte fest, dass es die leere Verpackung einer Blondierungscreme war.

Das Schloss klickte, und er trat einen Schritt zurück, in der Annahme, dass Kyra jetzt herauskam. Doch anscheinend hatte sie nur abgeschlossen, damit er nicht hereinkam.

“Kyra, was, zum Teufel, ist los?”, rief er ungehalten.

“Geh weg”, befahl sie ihm.

Michael lehnte sich gegen die Tür und seufzte. “Du hast dich über mich geärgert, stimmt’s? Das ist der Grund, warum du gestern nicht mit mir essen gehen wolltest, und warum du heute im Büro kaum mit mir gesprochen hast.”

“Sei nicht albern.”

Er schaute auf das Eis in seiner Hand und überlegte, ob er es in den Gefrierschrank legen sollte. “Wenn ich etwas gesagt oder getan habe, das dich verärgert hat, dann entschuldige ich mich dafür.”

“Nicht nötig.”

“Ich verstehe. Liegt es daran, dass es nichts gibt, wofür ich mich entschuldigen müsste? Oder meinst du damit, dass mein Verhalten nicht zu entschuldigen ist?”

Ein leises Kichern drang durch die Tür, und er fragte sich, was daran wohl so lustig war.

“Kyra, komm bitte raus. Ich spreche nicht so gern durch Türen.”

Stille.

Oh, oh. Das war schlimmer, als er befürchtet hatte. Und er wusste wirklich nicht, was er jetzt noch tun sollte. Seufzend lehnte er sich wieder gegen die Tür.

Plötzlich öffnete sie sich nach innen, und er fiel ins Badezimmer.

“Kannst du nicht aufpassen?”, fauchte Kyra ihn an und bemühte sich, selbst auf den Beinen zu bleiben.

Nachdem er sich aufgerappelt hatte, hätte er sich fast wieder auf den Boden gesetzt. Aber diesmal nicht wegen der Tür, sondern wegen Kyra.

“Nun?”, fragte Kyra und konnte ihre Aufregung kaum verbergen, während Michael sie nur fassungslos ansah. “Was denkst du?”

Er machte ein paar Schritte rückwärts und bewegte den Mund, doch kein Ton kam heraus.

“Ganz schön krass, oder? Ich habe mich selbst kaum wiedererkannt.”

Und das stimmte. Wer hätte gedacht, dass ein paar Stunden ein ganzes Leben verändern konnten? Kyra strich sich über ihr frisch geschnittenes Haar und fühlte sich noch immer ganz beschwingt, weil die langen Haare endlich ab waren. Aber die freche Kurzhaarfrisur war nicht alles. Oh nein. Noch beim Friseur hatte sie beschlossen, auch die Haarfarbe zu wechseln, und hatte sich eine Packung Blondierung gekauft. Sie hatte schon immer wissen wollen, ob es stimmte, dass Blondinen bevorzugt wurden. Jetzt würde sie es herausfinden.

Und dann war da noch ihre neue Garderobe. Da sie sich ohnehin neue Sachen hatte kaufen müssen, um das zu ersetzen, was in der Reinigung abhanden gekommen war, war sie mit dem Scheck, den die Reinigung ihr als Entschädigung ausgestellt hatte, einkaufen gegangen. Doch sie hatte sich von all den Läden ferngehalten, die sie normalerweise bevorzugte. Stattdessen war sie in kleine trendige Boutiquen gegangen und hatte die Ratschläge der Verkäuferinnen befolgt. Das, was sie jetzt trug, war ihr Lieblingsoutfit: ein pinkfarbenes, eng anliegendes Top und einen Minirock aus schwarzem Lackleder.

Anfangs hatte sie sich gefühlt, als würde sie kaum mehr als ihre Unterwäsche tragen. Doch je länger sie es trug, desto wohler fühlte sie sich. Nicht nur in ihrer neuen Kleidung, sondern auch mit ihrem neuen Look. Und die Sachen hatten ihr auch geholfen, eine wichtige Entdeckung zu machen: Sie besaß Brüste. Natürlich hatte sie immer gewusst, dass sie welche hatte, ihr war nur nicht klar gewesen, wie sexy sie aussahen, da sie sie meist unter weiten Blusen und unattraktiven BHs versteckte.

Michael sah plötzlich ganz blass aus. Besorgt ging Kyra auf ihn zu, wobei sie mit ihren hochhackigen Schuhen fast gestolpert wäre. An die musste sie sich auch erst noch gewöhnen.

“Geht es dir gut?”, fragte sie, nahm ihn beim Arm und führte ihn fürsorglich zum Sofa. Er ließ sich darauffallen und starrte Kyra weiterhin nur an.

Plötzlich kicherte sie und überraschte sich selbst damit. Sie kicherte sonst nie. Sie wusste nicht einmal, wie man das machte. “Ist wohl ein bisschen gewöhnungsbedürftig, was? Die Verkäuferin meinte, der Rock müsse ohne Strumpfhose getragen werden, aber ich finde, diese schwarzen Strümpfe geben dem Ganzen erst den richtigen Pfiff. Findest du nicht auch?”

“Ich …”

Kyra stützte die Hände in die Hüften, drehte sich hin und her und genoss es, sich in diesen raffinierten körperbetonten Sachen zu bewegen. Sie fühlte sich sinnlicher als je zuvor. “Na, was wolltest du sagen?”

“Ich habe dir Eis mitgebracht”, stotterte Michael und hielt ihr die Packung hin.

“Hm. Meine Lieblingssorte. Aber ich fürchte, wenn ich jetzt etwas davon esse, platzt mir eine Naht oder so.”

“Oder … so.” Michael nickte zustimmend.

Sie nahm ihm das Eis aus der Hand und stöckelte damit in die Küche, wo sie es in den Gefrierschrank stellte.

Eine Minute später war sie wieder da und postierte sich herausfordernd vor Michael. “Und?”

“Und …” Er räusperte sich. “Und...



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