Cassidy / Graham / Childs | Baccara Spezial Band 8 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 8, 400 Seiten

Reihe: Baccara Spezial

Cassidy / Graham / Childs Baccara Spezial Band 8


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2929-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 8, 400 Seiten

Reihe: Baccara Spezial

ISBN: 978-3-7337-2929-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



IN DER HITZE DER FLORIDIANISCHEN NACHT von HEATHER GRAHAM
Diese blauen Augen hinter der düsteren Maske - woher kennt sie sie? Fieberhaft überlegt Dakota, während der Mann sie als Geisel nimmt. Doch selbst, als sie mit ihm in die heißen Everglades flieht, wo Alligatoren, Schlangen und Gangster lauern, kommt sie nicht gleich auf die Antwort ...
EIN HAUCH VON TÜLL UND TOD von LISA CHILDS
Ich werde dabei helfen, den Mörder meiner Schwester zu überführen! schwört sich Becca. Aber dafür muss sie mit Special Agent Jared Bell zusammenarbeiten - der noch immer nichts von den Folgen jener Blutnacht ahnt, als er sie erst zärtlich, dann leidenschaftlich tröstete ...
UNVERGESSLICH - BRANDGEFÄHRLICH! von CARLA CASSIDY
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1. KAPITEL

Dakota Cameron drehte sich zurück zum Fenster und fand sich konfrontiert mit dem Lauf einer glänzenden Pistole, der auf ihr Gesicht gerichtet war. Fassungslos wanderte ihr Blick von der Hand, die die Waffe hielt, über den Arm hinauf zu dem großen, breitschultrigen Mann im schwarzen Kapuzenpullover.

Sein Gesicht war unter einer Maske verborgen. Es war eine jener Gummifratzen, die man zu Halloween in jedem Laden kaufen konnte. Dakotas Gedanken überschlugen sich. Das hier war allerdings nicht Richard Nixon, auch nicht Einstein oder etwa Charlie Chaplin – diese Maske stellte einen bekannten Verbrecher aus der Vergangenheit dar. Aber welchen?

Beinahe hätte sie laut aufgelacht. Im ersten Moment jagte ihr die Maske keine Angst ein, sondern erinnerte sie an ihre Kindertage. An die wunderbaren, unbeschwerten Zeiten, in denen sie sich verkleidet und selbst so getan hatten, als seien sie eine Verbrecherbande, die in den Sümpfen ihr Unwesen trieb.

Für Dakota war es das Größte gewesen, als ihr Vater das alte Anwesen Crystal Manor geerbt hatte. Es befand sich auf der kleinen Insel Crystal Island, unweit des Rickenbacker Causeway, der Miami und South Beach verband.

Die bewegte und mitunter gewaltreiche Vergangenheit dieses Ortes hatte sie nie gestört. Im Gegenteil, als Kind hatten die alten Geschichten um Crystal Manor ihre Fantasie beflügelt und ihren Spielen Leben eingehaucht.

Mit ihren Schulkameraden war sie stundenlang im und um das Anwesen herumgestrichen, und gemeinsam hatten sie sich wilde Geschichten ausgedacht, in denen sie sich wüste Verfolgungsjagden und aufregende Gefechte lieferten.

Es bot einen gewissen Reiz, dabei nicht nur auf der Seite der Guten, sondern auch auf der Seite der Bösen zu stehen und sich als berühmte Verbrecher auszugeben, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten.

Kaum verwunderlich, da hier in der Vergangenheit einer der berüchtigtsten Mafiosos gelebt hatte: Anthony Green, der in den späten Vierziger- und frühen Fünfzigerjahren die Umgebung in Atem gehalten hatte.

Allerdings war Dakotas Vater ein großer Verfechter von Gerechtigkeit, und so endeten selbst die harmlosen Kinderspiele stets damit, dass das Gute gewann: Die Cops oder FBI-Agenten siegten über die Übeltäter.

Daran musste Dakota denken, als sie sich nun mit einer Waffe im Gesicht wiederfand, und die Erinnerung ließ unwillkürlich ein Lächeln auf ihren Lippen erscheinen.

Doch dann riss der Mann die Pistole unvermittelt in die Höhe. Er gab einen Schuss ab, und das Schild über seinem Kopf, das seit jeher den Schriftzug Crystal Manor gezeigt hatte, zersplitterte in tausend Teile und regnete auf den Gehweg.

Dem Typen war es wirklich ernst.

Bis jetzt hatte Dakota geglaubt, dass es sich um einen schlechten Witz handelte. Nicht, dass sie ihren Freunden einen derartigen Streich zugetraut hätte, aber womöglich hatte jemand aus dem Team mitbekommen, dass sie für eine Woche nach Miami zurückgekehrt war, und wollte ihr einen unvergesslichen Empfang bereiten.

Andererseits wollte ihr beim besten Willen niemand einfallen, der sich einen derart schrägen Streich mit ihr erlauben würde.

„Vorwärts“, kommandierte der Mann nun mit heiserer Stimme.

All das war mit einem Mal so überwältigend und furchteinflößend, dass Dakota beinahe vergaß zu atmen. Durch das geöffnete Fenster des Kassenhäuschens starrte sie ihn an. „Wohin?“, fragte sie. „Was wollen Sie von mir?“

„Raus aus dem Pförtnerhaus, rüber zum Haupthaus. Und zwar ein bisschen fix.“

Das Pförtner- oder vielmehr Kassenhäuschen befand sich am Eingang des Geländes, direkt hinter dem hübschen, schmiedeeisernen Zaun. Es stand hier bereits seit dem Jahr 1900, als der Pionier Jimmy Crystal beschlossen hatte, sich dieses Stück Land zu eigen zu machen. Das gesamte Grundstück befand sich nur einen knappen Meter über der Wasseroberfläche, was in diesen Breitengraden durchaus ausreichte. Überschwemmungen war man gewohnt, und die Einwohner Floridas wussten schon immer jeden Zentimeter, den sie dem Sumpf und dem Meer abgerungen hatten, zu nutzen.

Jimmy Crystal hatte Korallenstein abbauen lassen und damit sein Anwesen und bescheidenes Häuschen errichtet. Was als eine Art Fischersiedlung begonnen hatte, entwickelte sich im Lauf der folgenden zehn Jahre zu einem exklusiven Ort für die Reichen und Berühmten.

Es folgte das große Herrenhaus Crystal Manor, für das man Steine und Interieur aus verfallenen europäischen Schlössern und Palästen anliefern ließ. Es wurde ein Garten angelegt, eine Auffahrt gebaut und eine Anlegestelle, die in ihrem Verlauf in das Biscayne Bay mündete.

In den Dreißigerjahren schließlich war Jimmy Crystal auf mysteriöse Weise auf See verschollen. Der gefürchtete Gangster Anthony Green hatte sich das Anwesen unter den Nagel gerissen und einige Jahre dort geherrscht – bis er in einem Kugelhagel ums Leben gekommen war in einem seiner eigenen Clubs in Miami, von bis dato „unbekannten Angreifern“.

Seither war das Anwesen wieder in Familienbesitz. Die Crystals waren zurückgekehrt, und das Haus gehörte verschiedenen Verwandten, von denen die letzte verschied, als Dakota sechs Jahre jung war.

Das war der Moment, als ihr Vater herausfand, dass jene Verstorbene namens Amelia Crystal seine Ur-Ur-Ur-Großtante gewesen war.

Und so hatte Daniel Cameron das herrschaftliche Anwesen geerbt – und die zahllosen Rechnungen, die mit der Instandhaltung des Besitzes verbunden waren.

„Los jetzt!“, warnte der bewaffnete Mann und riss damit ein abruptes Loch in Dakotas wirre Gedankenkette.

Sie erhob sich von ihrem Stuhl und war erstaunt, dass ihre Beine nicht einfach unter ihr nachgaben. „Schon gut.“ Ihr ruhiger Tonfall strafte ihre zitternden Knie Lügen. „Ich komme, aber dafür muss ich die Tür aufschließen. Und Ihnen ist sicher bewusst, dass überall auf dem Gelände Kameras angebracht sind.“

„Vergessen Sie die Kameras“, sagte er barsch.

Um mutig und gleichgültig zu wirken, hob sie die Schultern. Dann verließ sie ihren Platz am Fenster und wandte sich zur Tür. Während der wenigen Schritte ins Freie überlegte sie fieberhaft, was sie noch ausrichten konnte.

Sollte sie irgendwie versuchen, die Polizei zu verständigen?

Vielleicht war der Alarm aber auch schon ausgelöst worden. Crystal Manor war nicht die größte Touristenattraktion in der Gegend, aber immerhin so bedeutend, dass die Polizei sie auf dem Schirm hatte. Die Cops kannten die Gegend. Vom Festland aus konnte man die Insel nur über die vorgelagerte Insel Celestial Island über den Causeway erreichen. Von Celestial Island mündete der Causeway in eine Brücke bis hierher. Ansonsten blieb der Seeweg.

Wenn die Polizei bereits Bescheid wusste, würde es trotzdem eine Weile dauern, bis Hilfe eintraf.

Der Wachmann, Jose Marquez, machte für gewöhnlich seine Runde am Zaun entlang hinunter ans Wasser, um die rückwärtige Seite des Herrenhauses herum, über den Rasen an den Beeten und dem Irrgarten vorbei und schließlich zurück zum Haupteingang.

Jose hatte das Walkie-Talkie immer eingeschaltet, aber was nützte das jetzt? Mit einer Waffe im Gesicht konnte sie ihn nicht anfunken.

Unwillkürlich fragte sie sich, ob Jose etwas zugestoßen war. Immerhin war es möglich, dass der bewaffnete Eindringling ihm zuerst begegnet war … und ihn ausgeschaltet hatte.

„Was ist los? Sind Sie etwa achtzig? Machen Sie schneller!“

Diese Stimme kam ihr seltsam bekannt vor. War das ein alter Bekannter? Oder spielte ihr jemand aus der Familie einen Streich, als kleine Rache dafür, dass sie die Heimat verlassen und nach New York gezogen war?

Sie liebte ihre Heimat, und der Umzug war ihr keineswegs leichtgefallen. Aber man hatte ihr eine Rolle in einem Stück des living theatre angeboten, einer Art interaktives Theaterspiel in einem schicken alten Hotel in New York City, ein Angebot, dem sie schwer widerstehen konnte.

Außerdem hatte sie sofort die Chance auf einen Teilzeitjob bekommen, als Barkeeperin und Kellnerin in einem Irish Pub, der zur Hälfte einem Schauspielkollegen gehörte. Obendrein hatte sie für die Dauer ihres Aufenthaltes in New York eines der hart umkämpften erschwinglichen Apartments gefunden, und all diese Faktoren hatten schließlich dazu geführt, dass sie den Schritt in den Big Apple gewagt und ihr geliebtes Florida hinter sich gelassen hatte.

Lediglich für eine Woche war sie zurückgekehrt, um sich um einige organisatorische Dinge zu kümmern. Die finalen Theaterproben standen kurz bevor, und die Premiere wurde bereits heiß diskutiert.

„Los jetzt!“ Der Mann gab einen weiteren Schuss ab, und Splitter aus Korallenstein spritzten auf den Gehweg.

Dakotas Gedanken überschlugen sich. Man hörte nichts Gutes über Frauen, die sich einem bewaffneten Fremden ergeben hatten. Für gewöhnlich endete ein solches Szenario ohnehin tödlich.

Unwillkürlich streckte sie die Hand aus und schlug auf den großen Knopf an der Wand. Das schwere Gitter senkte sich ratternd über das Fenster der Verkaufsstelle. Dann wirbelte sie herum und griff nach ihrer Handtasche. Dabei fiel das Handy heraus.

In dem Augenblick, in dem sie danach greifen wollte, zerriss ein weiterer Schuss die Stille. Etwas splitterte. Der Mann hatte auf das Schloss geschossen. Schon sprang die Tür auf, und der Eindringling jagte so schnell herein, dass sie kaum imstande war, zurückzuweichen.

Mit einem einzigen Blick erfasste er den Raum,...



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