E-Book, Deutsch, Band 14, 384 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
Castor Atlan 14: Imperator von Arkon (Blauband)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-3313-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Die Arkon-Trilogie
E-Book, Deutsch, Band 14, 384 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
ISBN: 978-3-8453-3313-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Egal, ob es neue Triebwerke, Sonnensysteme oder multidimensionale Verwicklungen zu ersinnen gilt, Rainer Castor ist zur Stelle. Der Autor ist der Techniker im PERRY RHODAN-Team. Er ist es, der mit immer neuen technologischen Wundern die Leser verzaubert. Er ist es, der für die Stimmigkeit des PERRY RHODAN-Kosmos bürgt. Rainer Castor wurde 1961 in Andernach am Rhein geboren. Er ist ausgebildeter Baustoffprüfer, ein Studium des Bauingenieurwesens brach er nach einigen Semestern ab. Vorübergehend war er Zeitsoldat, mittlerweile ist er aber anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Schon seit über dreißig Jahren widmet sich Rainer Castor seiner Leidenschaft, der Schriftstellerei. Als Leser schätzt Castor Frank Herbert ('Der Wüstenplanet'), mit Abstrichen Robert A. Heinlein, aus dem PR-Umfeld sind es K. H. Scheer, Peter Terrid und Hans Kneifel. Einen eindeutigen Favoriten hat er jedoch nicht. Mitte der achtziger Jahre schloss Rainer Castor erstmals Bekanntschaft mit Hans Kneifel. Der Routinier Kneifel erkannte die Begabung Castors und machte ihn zu seinem Mitarbeiter. Wer die Vorworte zu den ATLAN-Zeitabenteuern aufmerksam gelesen hat, dem werden die lobenden Worte nicht entgangen sein, die Kneifel der unermüdlichen Datenrecherche und den sorgfältigen Berechnungen Castors gewidmet hat. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Kneifel fand Castor auch zu seiner Lieblingsfigur. Der unsterbliche Atlan und die Kultur der Arkoniden mit ihrer Spannung zwischen Hightech und Feudalismus ließen ihn nicht mehr los. 'Science Fiction hat den großen Vorteil, letztlich alles einbeziehen zu können, vom Krimi über die Liebesgeschichte bis hin zu Aspekten, die beispielsweise in ferner Vergangenheit spielen', fasst Rainer Castor sein Faible für dieses Genre zusammen. Mit dem PERRY RHODAN-Taschenbuch 'Für Arkons Ehre' debütierte er 1996. Drei Jahre später folgte mit dem PERRY RHODAN-Doppelband 1973/1974 sein Einstand bei der Heftserie. Er ist Autor der Arkon-Trilogie (ATLAN-Bücher 14 bis 16), wirkte maßgeblich bei der Datenrecherche und als Autor am TRAVERSAN-Minizyklus mit und bearbeitet mit Hingabe die Jugendabenteuer des Arkoniden (die ATLAN-Bücher 17 und folgende). Darüber hinaus liefert er wöchentlich den PERRY RHODAN-Kommentar (in Heft 2558 erschien sein sechshundertster!) - und greift Exposéautor Uwe Anton bei der laufenden PERRY RHODAN-Serie hilfreich unter die Arme ... Das Besondere an der Serie ist für ihn, dass sie zu einem 'eigenen Phänomen' geworden ist: 'Je länger die PERRY RHODAN-Serie lief und läuft, desto mehr stellt das durchaus eine eigene Faszination dar, unabhängig von den jeweiligen Inhalten.' Rainer Castors schriftstellerische Arbeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf PERRY RHODAN. 1997 erschien beim Züricher Haffmanns Verlag sein historischer Roman 'Der Blutvogt'. Der NDR urteilte darüber: 'ein Beweis, dass auch in Deutschland ähnlich packend historische Romane wie ?Der Medicus? geschrieben werden können'. Diese Veröffentlichung - als Heyne-Taschenbuch mittlerweile in der vierten Auflage - bescherte Castor auch erste 'literarische Anerkennung': Im August 1998 war er Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung im Nordkolleg Rendsburg beim 'Sommerseminar für hochbegabten schriftstellerischen Nachwuchs'.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
Gellor Ma-Kynaan: Institutionen des Großen Imperiums, ein Wegweiser für Karrierebewusste; kopiergeschützte Kristallspeicherversion, 19.015 da Ark
Thek-Laktran, der Hügel der Weisen: Parklandschaft auf einem Hochplateau, von mehreren Gipfeln überragt, bestimmt die Umgebung des Regierungszentrums von Arkon I. Gigantische Gebäudekomplexe, in charakteristisch arkonidischer Bauweise auf stielförmigen Fundamenten errichtet, recken sich wie Kelche bis zu fünfhundert Meter hoch in den klaren Himmel: die Ministerien und Verwaltungszentren des Großen Imperiums, vernetzt mit der logistischen Schaltzentrale des Großen Robotgehirns von Arkon III.
Hier wohnen die höchsten Würdenträger der arkonidischen Gesellschaft, und es können die Botschafter und Gesandten befreundeter oder ins Imperium integrierter Völker und Kolonialwelten aufs beste untergebracht werden. Mittelpunkt ist der Kristallpalast, die Perle Arkons. Fast tausend Meter hoch, die kristalline Mauerwerksstruktur funkelnd, misst der Sockel fünfhundert Meter Durchmesser, das Rund des Innenhofes das Dreifache: Die inwändigen Terrassen steigen vom zentralen Garten bis zur achthundert Meter höher gelegenen Oberkante an. Der Kristallpalast ist mehr als der Wohnsitz des Imperators, Tagungsort des Großen Rates oder Stätte prunkvollster Empfänge – er ist Symbol der weiterhin unumschränkten Macht des Großen Imperiums.
Arkon I, Kristallpalast, Hallen der Geschichte: 30. Prago des Dryhan 19.017 von Arkon (= 25. Mai 2047 Terra-Standard)
»… musste im Jahr 3113 da Ark das Sphärenschiff der Gijahthrakos, durch einen gewaltigen Hypersturm beschädigt, auf Iprasa notlanden.«
Das Raunen des Flüsterfelds war knapp an der Wahrnehmungsschwelle angesiedelt und von leicht suggestiver Psychostrahlung unterlegt, die der einer Hypnoschulung ähnelte. Es begleitete das Aufleuchten der Holosimulation, die Ereignisse widerspiegelte, welche sich vor fast 18.800 Jahren irdischer Zeitrechnung abgespielt hatten. Ranton arZhymi-Thos – »Welt aus Feuer und Eis« – lautete die ursprüngliche Umschreibung des sechsten Arkonplaneten, mit dem ich besondere Erinnerungen verband: Die Ausbildungszeit an der Galaktonautischen Akademie von Iprasa gehörte mit zu den prägendsten Erfahrungen meiner Jugendzeit.
»Schon ab 3000 da Ark waren die Iprasa-Arkoniden abgeschnitten, weil damals schwere, aus dem Galaktischen Zentrum hervorbrechende hyperenergetische Orkane durch die ganze Milchstraße wüteten, sich auf die Fünf-D-Technik auswirkten und vermehrt die Raumfahrt einschränkten. Auf Arkon nannte man es die Archaischen Perioden. Es war ein Rückfall in die Primitivität!«
Das Flüstern endete, plötzliche Bewegung: Längst Vergangenes gewann Gestalt und – … leises Knurren und Rumpeln drang von den Berkomnair herüber, als ein Mann die Lederhaut zur Seite schlug und die Jurte verließ. Er stemmte die Fäuste in den Rücken, streckte sich mit knackenden Knochen und seufzte. Unruhe, Sorge und schlechte Ahnungen tobten in ihm, seit er die Orakel der Feuerfrauen vernommen hatte. Langsam, innerlich aufs höchste gespannt, ging Khyll Trayz durchs Lager.
Es war eine helle Nacht. Vielfältig flirrten Sterne am Himmel, handbreit über schroff gezacktem Horizont hingen zwei Mondsicheln wie geöffnete Scheren eines Horimad. Bleiches Licht übergoss das von dürrem Gras bedeckte Land. Fern leuchtete das Blutrot des Mhos-Magmastroms.
»Alles ruhig, Erhabener!«, meldete einer der Wächter, als er den Mann bemerkte.
»Trotzdem: höchste Aufmerksamkeit, Mann. Zhy-Famii warnen nie umsonst. Etwas wird geschehen.«
»Was?«
»Das wissen nicht mal die Großen Mütter.« Khyll Trayz blickte unruhig umher. Ein Dutzend Jurten, hergestellt aus gebogenen Gerten, Pfählen. Lederhäuten und Fellen, waren im weiten Kreis angeordnet. Vor dem hochlodernden Feuer formten sie düstere Silhouetten. Die Männer, schlank und hochgewachsen, gekleidet in Leder, Fell und weite Tücher, waren wie alle Iprasaner notgedrungen »stetige Wanderer«, weil das Land karg war und keine Verbindungen mehr zu den anderen Welten bestanden.
Der Wächter sagte mit rauer Stimme: »Wir werden aufpassen, Erhabener Khyll Trayz!«
»So befehlen es die Frauen.« Khyll Trayz ging langsam weiter und griff nach dem an einem Ast hängenden Trinkbeutel. Als er trank, lief eine beachtliche Menge vergorener Berkomnair-Milch an seinem Kinn hinab und versickerte zwischen Fellstreifen.
»Erhabener!« Ein Wächter wies nach oben. Rülpsend folgte der Angesprochene dem Hinweis und starrte zum Himmel, wo es lautlos aufleuchtete. Immer greller werdendes Licht überzog die Landschaft mit gleißender Helligkeit.
»Achtet auf die Herde!«, schrie Khyll Trayz, als Unruhe in die Berkomnair fuhr. Die riesigen Tiere schrien. Wildes Stampfen mischte sich mit hartem Klacken der Horimad-Scheren. Aus den Jurten rannten, vom Aufruhr aufgeschreckt, weitere Männer heran. Einige schwangen sich sofort auf die gepanzerten Leiber der Horimad, um die Berkomnair-Herde zu bändigen, und Feuerfrauen bildeten einen Meditationskreis, in dessen Zentrum es golden leuchtete.
»Was bedeutet das?«, ächzte Khyll Trayz. Sein verzerrtes Gesicht war zum Himmel gerichtet, die verkniffenen Augen starrten in die Helligkeit. Wie als Antwort auf seine Frage wurde ein dumpfes Sausen hörbar, dessen Intensität sich innerhalb weniger Augenblicke zum rasenden Kreischen, Pfeifen und Jaulen steigerte. Die Helligkeit konzentrierte sich nun nahe dem Horizont und formte eine sich ausdehnende Beule.
Als die Druckwelle heranpfiff, war es ein tobender Orkan. Staub, Pflanzenfetzen und Geröll stoben vorbei. Die Männer stemmten sich verzweifelt gegen den Druck. Kleine Steine schossen umher. In der Ferne, wo das Inferno sein Zentrum hatte, lösten sich vom rötlichen Objekt im Krater sonderbare Kristalle und schwebten nach allen Seiten davon. Noch im Flug veränderte sich ihre äußere Gestalt; aus durchscheinenden Riesenjuwelen entstanden langsam arkonoide Körper, deren Form zunehmend Stabilität gewann.
»Unter der Anleitung der Gijahthrakos, zunächst geheim, später ganz offen, änderte sich die Kultur.« Ich wurde mir meines Körpers bewusst, schüttelte den Kopf und verdrängte den Trancezustand; das Raunen wurde leiser, als ich einige Schritte ging. »Fast achthundert Arkonjahre dauerte es, bis nach Abklingen der fürchterlichen Hyperstürme aus den Iprasa-Wanderern Raumnomaden wurden …«
Weitere Geschichtsdaten wurden vom photographischen Gedächtnis heraufbeschworen: … formten diese Nomaden – Iprasa bedeutet »Wanderschaft, Nomadentum« –, sesshafte Taa-Insekten der Urbevölkerung des sechsten Planeten und notgelandete Gijahthrakos eine neue Gesellschaft, basierend auf Dagor und den Kräften der Zhy-Famii … Nach dem erneuten Kontakt mit Arkon wurde die Verbindung zum mehr als 27.000 Lichtjahre entfernten Heimatsystem der Gijahthrakos hergestellt, die erste Faehrl der ARK SUMMIA entstand auf Arkon VI – initiiert von und mit Hilfe der Gijah-Weisen –, und in die Iprasaner eingeheiratete Mitglieder des Arkonadels ließen mit der Zeit die Clans des Raumnomadenadels entstehen … Später gab es auf Arkon I und III Dependancen der Galaktonautischen Akademie …
Philosophie, Lebensart und mystisches Gedankengut des Dagor bestimmten noch heute das Leben der Raumnomanden, deren Clans in ausgehöhlten Asteroiden-Habitaten lebten, zu denen normalerweise kein Clanfremder – vom Imperator abgesehen – Zugang hatte. Die Geschichten, die sich um sie rankten, waren Legion; nur wenige wussten, dass der Kern der Ausschmückungen Realität war: Meditationsblöcke der Feuerfrauen konnten wirklich auf paramechanischem Wege die Leistung der Strukturfeld-Konverter steigern, so dass Kleinwelten von hundert und mehr Kilometern Durchmesser auch ohne extreme Sublicht-Beschleunigung in Transition gingen. Die Kollektivkräfte standen den Wirkungen terranischer Mutanten in keiner Weise nach; das Paranormal-Transpersonale war untrennbar mit den Zhy-Famii verbunden.
»Die Zahl derer, die sich der Geheimen Initiationen besinnen, ist klein. Allgemeingut waren sie nie! Nur wenige Imperatoren vereinten in sich hohen mystischen Status mit politischer Kompetenz, Intelligenz und allgemeinem Weitblick.«
Aus telepathischem Raunen, das die abschirmende Barriere meines Monoschirms in Schwingungen versetzte, entstanden kontinuierlich gesprochene Worte: Neben der verblassenden Holosimulation schwebte in Fußhöhe ein knapp mannsgroßes, rotkristallines Tetraeder. Fasziniert musterte ich das Entstehen der »Körpermaske«, die als stabile Materieprojektion den roten Edelsteinleib des Gijahthrako Kontaclatiis »überdeckte«.
Oder wie immer man das Ersetzen der Originalgestalt nennen will! Ein aufzuckender Gedanke, flüchtig wie eine Sternschnuppe. Ein materialisiertes »Trugbild«! Gijahthrakos beherrschen als Groß- und Hochmeister des Dagor das Paranormale besser als Rhodans Mutanten!
Mein Extrasinn raunte an der Grenze des Wachbewusstseins: Kombination verschiedener paranormaler Wirkungskomponenten: Semi-Transition – in diesem Fall wohl eher Semi-Teleportation zu nennen – entrückt durch raumzeitliche Verzerrung den Originalleib Richtung Hyperraum, und an seine Stelle tritt die »pseudosubstantielle« Projektion ins Standarduniversum, die im Extrem zu voller Stofflichkeit materialisiert.
Kons »Maskenkörper« reckte sich; er war zwei Köpfe kleiner als ich, hager und drahtig – ein Energiebündel mit unglaublichen...




