E-Book, Deutsch, Band 2039, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Castor Perry Rhodan 2039: Traumzeit
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2038-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
E-Book, Deutsch, Band 2039, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2038-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
RAINER CASTOR Egal, ob es neue Triebwerke, Sonnensysteme oder multidimensionale Verwicklungen zu ersinnen gilt, Rainer Castor ist zur Stelle. Der Autor ist der Techniker im PERRY RHODAN-Team. Er ist es, der mit immer neuen technologischen Wundern die Leser verzaubert. Er ist es, der für die Stimmigkeit des PERRY RHODAN-Kosmos bürgt. Rainer Castor wurde 1961 in Andernach am Rhein geboren. Er ist ausgebildeter Baustoffprüfer, ein Studium des Bauingenieurwesens brach er nach einigen Semestern ab. Vorübergehend war er Zeitsoldat, mittlerweile ist er aber anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Schon seit über dreißig Jahren widmet sich Rainer Castor seiner Leidenschaft, der Schriftstellerei. Als Leser schätzt Castor Frank Herbert ('Der Wüstenplanet'), mit Abstrichen Robert A. Heinlein, aus dem PR-Umfeld sind es K. H. Scheer, Peter Terrid und Hans Kneifel. Einen eindeutigen Favoriten hat er jedoch nicht. Mitte der achtziger Jahre schloss Rainer Castor erstmals Bekanntschaft mit Hans Kneifel. Der Routinier Kneifel erkannte die Begabung Castors und machte ihn zu seinem Mitarbeiter. Wer die Vorworte zu den ATLAN-Zeitabenteuern aufmerksam gelesen hat, dem werden die lobenden Worte nicht entgangen sein, die Kneifel der unermüdlichen Datenrecherche und den sorgfältigen Berechnungen Castors gewidmet hat. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Kneifel fand Castor auch zu seiner Lieblingsfigur. Der unsterbliche Atlan und die Kultur der Arkoniden mit ihrer Spannung zwischen Hightech und Feudalismus ließen ihn nicht mehr los. 'Science Fiction hat den großen Vorteil, letztlich alles einbeziehen zu können, vom Krimi über die Liebesgeschichte bis hin zu Aspekten, die beispielsweise in ferner Vergangenheit spielen', fasst Rainer Castor sein Faible für dieses Genre zusammen. Mit dem PERRY RHODAN-Taschenbuch 'Für Arkons Ehre' debütierte er 1996. Drei Jahre später folgte mit dem PERRY RHODAN-Doppelband 1973/1974 sein Einstand bei der Heftserie. Er ist Autor der Arkon-Trilogie (ATLAN-Bücher 14 bis 16), wirkte maßgeblich bei der Datenrecherche und als Autor am TRAVERSAN-Minizyklus mit und bearbeitet mit Hingabe die Jugendabenteuer des Arkoniden (die ATLAN-Bücher 17 und folgende). Darüber hinaus liefert er wöchentlich den PERRY RHODAN-Kommentar (in Heft 2558 erschien sein sechshundertster!) - und greift Exposéautor Uwe Anton bei der laufenden PERRY RHODAN-Serie hilfreich unter die Arme ... Das Besondere an der Serie ist für ihn, dass sie zu einem 'eigenen Phänomen' geworden ist: 'Je länger die PERRY RHODAN-Serie lief und läuft, desto mehr stellt das durchaus eine eigene Faszination dar, unabhängig von den jeweiligen Inhalten.' Rainer Castors schriftstellerische Arbeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf PERRY RHODAN. 1997 erschien beim Züricher Haffmanns Verlag sein historischer Roman 'Der Blutvogt'. Der NDR urteilte darüber: 'ein Beweis, dass auch in Deutschland ähnlich packend historische Romane wie :Der Medicus9 geschrieben werden können'. Diese Veröffentlichung - als Heyne-Taschenbuch mittlerweile in der vierten Auflage - bescherte Castor auch erste 'literarische Anerkennung': Im August 1998 war er Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung im Nordkolleg Rendsburg beim 'Sommerseminar für hochbegabten schriftstellerischen Nachwuchs'.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Nur ein verbrecherisch veranlagter Narr kann der Meinung sein, bedrohlich erscheinende Konflikte allein mit Waffengewalt lösen zu können. Gönne deinem vermeintlichen Gegner das Wort; biete ihm deine Hand zum Gruß; lege sie vertrauensvoll in artfremde Hände – und du verdienst es, Mensch genannt zu werden. Die Waffe wird dem Wort aus verhandlungsbereitem Mund niemals überlegen sein …
MUNTUS KLERIKIN, terranischer Philosoph, 24. Jahrhundert n. Chr.
Prolog
Sein Auftreten vor den vollbesetzten Rängen des Galaktikums war betont sachlich. Imperator Bostich I. verzichtete an diesem 2. November 1303 NGZ bewusst auf sämtlichen Prunk und Pomp.
Sogar auf einen Herold oder Zeremonienmeister, der sonst minutenlang die ihm traditionell zustehenden Titel und Ehrenbezeichnungen verkündete. Er war nicht einmal von einer Leibgarde begleitet worden, als er in den Versammlungssaal kam, um die offizielle Klage vorzutragen.
Aber gerade durch diese Art des Auftretens zeigte Seine Erhabenheit, welche Macht sich in seiner Person wirklich verkörperte. Er war der Herrscher des Gos'Tussan, und sämtlichen Anwesenden war nur zu gut bewusst, was das bedeutete.
Die Zahl der direkt zum Kristallimperium gehörenden Welten näherte sich in diesen Tagen der 13.000, die unter wirtschaftlichem Einfluss stehenden Planeten wurden mit fast 22.000 beziffert. Auch dieser Wert stieg permanent weiter, stand für den prosperierenden Wirtschaftsraum Kristallimperium.
Schon die mit den kristallimperialistischen Flottenbewegungen verbundene Präsenz reichte inzwischen im allgemeinen aus, früher einmal zum Tai Ark'Tussan zählende, längst selbständig gewordene Arkon-Abkömmlinge »zu überzeugen«.
Wiedervereinigungsprojekt wurde das von den Gos'Tussanii genannt.
Bostich I. lächelte kühl. Schon vor mehreren hundertstel Tontas hatte ein Automat die Sitzung des Galaktikums eröffnet und ihm das Wort erteilt. Er ließ sich Zeit, wartete in respektlos gelangweilter Manier darauf, dass sich die letzte Unruhe unter den Vertretern der galaktischen Völker legte. Bedrückende Stille breitete sich in dem trichterförmigen Saal aus.
Der Imperator kannte keine hinderlichen Skrupel. Was allein zählte, war das Ergebnis, waren eindeutige Zahlen und Fakten, und Huhany'Tussan – das Göttliche Imperium.
Er wusste, dass viele der alten Imperatoren, die das Große Imperium zur einzig führenden Großmacht der damals bekannten Milchstraße aufgebaut hatten, bei ihren Aktionen wenig zimperlich gewesen waren. Sie hatten allerdings auch diplomatisches Geschick bewiesen, durch ihr Charisma überzeugt – oder sich als degenerierte, weinerliche Versager herausgestellt.
Viele Höchstedle verfuhren im Sinne eines Ausspruchs, der einer toten Sprache Terras entstammte: divide et impera – teile und herrsche! Gaumarol Bostich I. da Arkon, Tai Moas des Gos'Tussan, hatte die Praktiken seiner Vorgänger auf dem Kristallthron ebenso genau studiert und verinnerlicht wie ihre Fehler.
Seine Kenntnis alter Stammbäume, die bis in die Zeit der Erstbesiedlung oder des legendenumwobenen Arbaraith zurückreichten, ließ sich höchstens mit der ausgesprochener Fachleute und Ahnenforscher vergleichen. Von speziellem Interesse waren für ihn stets die Techniken imperialer Machterhaltung und -erweiterung gewesen.
Unnachgiebige Härte zeigte er gegenüber allen, die sich ihm und seinen Plänen offen oder verdeckt widersetzten. Nicht nur in der Blutnacht waren alte Rechnungen beglichen worden; Jahrzehnte am Gängelband, Demütigungen und Vertrauensbruch hatten sich mit persönlicher Rache verbunden. Blasse Gesichter entstiegen seinen Erinnerungen, Namen erschienen, versanken wieder.
Der Freundeskreis der prägenden ARK-SUMMIA-Zeit hatte sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt, dennoch blieben die Einzelschicksale auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Bostich I. fand in ihnen seine erbittertsten Gegner – und seine engsten Vertrauten.
Wer sich vorbehaltlos auf seine Seite stellte, konnte sich seines Wohlwollens sicher sein. Loyalität wurde belohnt, Treue honoriert. Das betraf Einzelpersonen wie ganze Sonnensysteme. Seine Erhabenheit beherrschte die Klaviatur der Macht inzwischen perfekt wie ein Tai-Laktrote des Garrabospiels.
Mit jedem Prago stieg die Zahl der Mitarbeiter und Begünstigten, die exakt in seinem Sinne agierten – einige selbstverständlich aus Ehrgeiz und mit Blick auf die eigene Karriere, andere dagegen aus voller innerer Überzeugung.
In manchen Fällen gab sich Bostich I., wenn es taktisch klug war, betont großzügig. Bei traditionell seit Jahrtausenden als widerspenstig und stolz bekannten Arkon-Abkömmlingen führte zu großer politischer Druck eher zum Gegenteil. Hier hieß es, die Zügel lockerer zu lassen.
Nicht umsonst besaßen deshalb die Traversaner und viele andere, obwohl zum Gos'Tussan gehörend, eine eigene Botschaft in Mirkandol. Ausdruck einer Souveränität, die doch nur eine scheinbare blieb, denn auf imperialer Ebene bestimmte allein er, der Höchstedle, den Kurs. Zuckerbrot und Peitsche hatte es der verhasste terranische Liga-Außenminister und Galaktische Rat Julian Tifflor einmal genannt. Eine in jeder Hinsicht zutreffende Umschreibung.
Die Stille bekam etwas Beklemmendes. Tausende Augen richteten sich auf den Imperator – und er genoss es! Mochten sie mehr oder weniger offen murren, ihn hassen, nur fürchten oder verabscheuen: Er war der Zhdopanthi des Kristallimperiums, Gebieter über Leben und Tod, der nur vor den She'Huhan den Kopf beugte.
*
Dreihundert Meter war der Hauptsitzungssaal des Galaktikums hoch; die stufenförmig abgesetzten Sitzreihen stiegen in einer Neigung von 45 Grad an, Schwebelogen und formenergetische Möbel für die Galaktischen Räte, ihre Mitarbeiter, Attachés und Diplomaten von Hunderten Völkern der Milchstraße. Im Laufe der Zeit vorgenommene Erweiterungen gestatteten es, bei einer Vollversammlung vielen zehntausend Personen selbst der unterschiedlichsten Umweltansprüche komfortablen Platz zu bieten.
Der Imperator saß in seiner Prunkloge, die hoch über den Rängen auf der dem Haupteingang gegenüberliegenden Seite schwebte. Über einer fast schlicht wirkenden weißen Paradeuniform trug er sein wirkungsvoll drapiertes Cape von purpurner Farbe, zwischen dessen Falten als Edelsteinstaubmuster der Kugelsternhaufen Thantur-Lok aufgeprägt war.
Die kristallbeschichtete Gürtelschnalle von doppelter Handgröße war der einzige Hinweis darauf, dass der Höchstedle keineswegs schutzlos vor das Galaktikum zu treten beliebte: Jedem war klar, dass es sich weniger um ein kostbares Kunstobjekt – das es selbstverständlich auch war – als vielmehr um den prächtig verkleideten Generator eines extrem starken Individualfeldes handelte.
Bostich stand langsam auf und trat an die Brüstung der Schwebeloge. Der gut aussehende, 1,92 Meter große Mann war eine beeindruckende Gestalt; ebenso elegant wie trainiert. Bostich besaß ein kantiges Gesicht mit langer, gerader Nase, vortretenden Wangenknochen und schmalen Lippen. Die für einen Arkoniden ungewöhnlich kurzen weißblonden Haare reichten kunstvoll gewellt nur bis zum Kragenansatz.
In der im Galaktikum gültigen Normzeitrechnung war der Imperator nun 91 Jahre alt – bei einer Lebenswartung von 200 oder mehr Jahren also im besten Mannesalter. Er war am 27. August 1212 NGZ hier auf der Kristallwelt geboren worden, getreu dem uralten Privileg und der Verpflichtung aller Mitglieder der Kleinen, Mittleren und Großen Khasurn.
Kein wahrer Erhabener, Edler oder Hochedler, der nicht auf Gos'Ranton im jeweiligen Stammsitz der Familie das Licht der Welt erblickt hätte, selbst wenn ihre Baronien, Grafschaften oder Fürstentümer Tausende von Lichtjahren entfernt lagen. Arkoniden stammten ausschließlich von Arkon, einst glorifiziertes Synonym für Tiga Ranton, die drei Synchronwelten.
Für die Diplomaten im Saal unsichtbar in der Logenbrüstung montierte Spots folgten Seiner Erhabenheit Bewegungen: Eine effektvolle Komposition aus Licht und Schatten, die die charismatische Ausstrahlung des Zhdopanthi unterstrich, modellierte sein Antlitz. Die bei normaler Beleuchtung eher düsteren und im Schatten liegenden Augen wurden effektvoll hervorgehoben, erinnerten an glühende Kohlenstücke.
»Das Gos'Tussan«, sagte Bostich I. mit leiser, eindringlicher Stimme, die von der Kommunikationsanlage bis in den hintersten Saalwinkel übertragen wurde, »sah sich nach dem zutiefst kriminellen Akt gegen die GILGAMESCH, der viele tausend Opfer forderte, gezwungen, eine von den höchsten Gremien des Gerichtsplaneten Celkar eingehend geprüfte und einstimmig für rechtmäßig und angemessen erklärte Strafexpedition vorzunehmen.«
Eine Reihe kleiner Monitore am Brüstungsrand zeigte die Gesichter wichtiger Galaktischer Räte, allen voran das des terranischen Aktivatorträgers. Für eine ganze Weile war der Residenz-Minister nicht auf Arkon I gewesen; seit seiner Rückkehr machte er, genau wie jetzt, auf Bostich einen verdächtigen, ungewöhnlich gelassenen Eindruck – so als ginge ihn das alles eigentlich gar nichts an.
Schon einmal hatte Bostich das Todesurteil ausgesprochen, sich mittlerweile jedoch entschieden, Tifflor vorerst am Leben zu lassen. Dessen Gelassenheit hatte ihn misstrauisch gemacht, und er wollte zunächst weitere Informationen heranziehen. Bei Bedarf konnte er neu über die Exekution entscheiden …
»Die Beweise lassen keinen Zweifel daran, dass die Verbrecher aus dem Kreit-System kamen – die Unterlagen stehen den ehrenwerten...




