E-Book, Deutsch, Band 2098, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Castor Perry Rhodan 2098: Hinter dem Kristallschirm
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2097-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
E-Book, Deutsch, Band 2098, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2097-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
RAINER CASTOR Egal, ob es neue Triebwerke, Sonnensysteme oder multidimensionale Verwicklungen zu ersinnen gilt, Rainer Castor ist zur Stelle. Der Autor ist der Techniker im PERRY RHODAN-Team. Er ist es, der mit immer neuen technologischen Wundern die Leser verzaubert. Er ist es, der für die Stimmigkeit des PERRY RHODAN-Kosmos bürgt. Rainer Castor wurde 1961 in Andernach am Rhein geboren. Er ist ausgebildeter Baustoffprüfer, ein Studium des Bauingenieurwesens brach er nach einigen Semestern ab. Vorübergehend war er Zeitsoldat, mittlerweile ist er aber anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Schon seit über dreißig Jahren widmet sich Rainer Castor seiner Leidenschaft, der Schriftstellerei. Als Leser schätzt Castor Frank Herbert ('Der Wüstenplanet'), mit Abstrichen Robert A. Heinlein, aus dem PR-Umfeld sind es K. H. Scheer, Peter Terrid und Hans Kneifel. Einen eindeutigen Favoriten hat er jedoch nicht. Mitte der achtziger Jahre schloss Rainer Castor erstmals Bekanntschaft mit Hans Kneifel. Der Routinier Kneifel erkannte die Begabung Castors und machte ihn zu seinem Mitarbeiter. Wer die Vorworte zu den ATLAN-Zeitabenteuern aufmerksam gelesen hat, dem werden die lobenden Worte nicht entgangen sein, die Kneifel der unermüdlichen Datenrecherche und den sorgfältigen Berechnungen Castors gewidmet hat. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Kneifel fand Castor auch zu seiner Lieblingsfigur. Der unsterbliche Atlan und die Kultur der Arkoniden mit ihrer Spannung zwischen Hightech und Feudalismus ließen ihn nicht mehr los. 'Science Fiction hat den großen Vorteil, letztlich alles einbeziehen zu können, vom Krimi über die Liebesgeschichte bis hin zu Aspekten, die beispielsweise in ferner Vergangenheit spielen', fasst Rainer Castor sein Faible für dieses Genre zusammen. Mit dem PERRY RHODAN-Taschenbuch 'Für Arkons Ehre' debütierte er 1996. Drei Jahre später folgte mit dem PERRY RHODAN-Doppelband 1973/1974 sein Einstand bei der Heftserie. Er ist Autor der Arkon-Trilogie (ATLAN-Bücher 14 bis 16), wirkte maßgeblich bei der Datenrecherche und als Autor am TRAVERSAN-Minizyklus mit und bearbeitet mit Hingabe die Jugendabenteuer des Arkoniden (die ATLAN-Bücher 17 und folgende). Darüber hinaus liefert er wöchentlich den PERRY RHODAN-Kommentar (in Heft 2558 erschien sein sechshundertster!) - und greift Exposéautor Uwe Anton bei der laufenden PERRY RHODAN-Serie hilfreich unter die Arme ... Das Besondere an der Serie ist für ihn, dass sie zu einem 'eigenen Phänomen' geworden ist: 'Je länger die PERRY RHODAN-Serie lief und läuft, desto mehr stellt das durchaus eine eigene Faszination dar, unabhängig von den jeweiligen Inhalten.' Rainer Castors schriftstellerische Arbeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf PERRY RHODAN. 1997 erschien beim Züricher Haffmanns Verlag sein historischer Roman 'Der Blutvogt'. Der NDR urteilte darüber: 'ein Beweis, dass auch in Deutschland ähnlich packend historische Romane wie :Der Medicus9 geschrieben werden können'. Diese Veröffentlichung - als Heyne-Taschenbuch mittlerweile in der vierten Auflage - bescherte Castor auch erste 'literarische Anerkennung': Im August 1998 war er Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung im Nordkolleg Rendsburg beim 'Sommerseminar für hochbegabten schriftstellerischen Nachwuchs'.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Franz Kafka: Kleine Fabel
»Ach«, sagte die Maus, »die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.«
»Du musst nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.
1.
19. Mai 1304 NGZ
Perry Rhodan
Zwanzig Sekunden vor der Erhöhung auf 256 Gravos schlage ich auf den Transportkontakt des Käfigtransmitters. Es wird dunkel.
Dann – subjektiv empfunden – eine endlose Folge von Blitzen und Entzerrungsschmerzen. Nach einer scheinbaren Ewigkeit komme ich wieder zu mir. Die Schwerkraft ist gegenüber Ferrol leicht verändert – das ist nicht die Schwerkrafthölle, aus der ich entkommen bin. Sondern die ganz normale Schwerkraft des Planeten. Ich bin nicht mehr auf Ferrol, nicht mehr im Wega-System.
Nacht: Am Himmel stehen keine Sterne, lediglich ein diffuses Leuchten erfüllt das Firmament.
Mein paramechanischer Gedankenkontakt zu meinem Galornenanzug verändert die Einstellung der Helmeinblendung. Gleichzeitig entsteht das tiefblaue Galornenfeld des Individualschirms.
Restlichtaufhellung, Orter- und Tasterfunktionen wirken zusammen – der Blick durch die formenergetische Helmsphäre lässt mich nun die Umgebung klar erkennen.
Während ich tief Luft hole und mich langsam um mich selbst drehe, liefert mir der Pikosyn die Ergebnisse seiner Auswertung.
Ein rund zwei Kilometer durchmessendes, leeres, betoniertes Areal, umgeben von einer fünfzig Meter hohen Mauer, offenbar ebenfalls aus Beton. Kein Gegengerät zum Transmitter – also ein paranormaler Eingriff in den Transportvorgang.
Als ich das Licht sehe, weiß ich, was geschehen ist. Ferrol war eine Falle. Nicht ES. Nicht Ellert. Sondern SEELENQUELL!
Ich habe es befürchtet. Und doch hatte ich keine andere Wahl, als in die Falle zu tappen. Deshalb sind am Himmel keine Sterne zu sehen. Das diffuse Leuchten stammt vom Kristallschirm, der das Arkon-System umgibt. Ich bin auf Arkon III, dem Kriegsplaneten der Arkoniden!
Das Licht ist eine funkensprühende, regenbogenfarbige immaterielle Kugel von einem Meter Durchmesser. Auch ohne die Einblendung der Ortung weiß ich, dort ist die Konzentration von Psi-Energie so groß, dass es zu spontanen, funkensprühenden Materialisationen von Psi-Materie kommt. Dies ist SEELENQUELL …
*
Da ich fest entschlossen bin, eher zu sterben, als die Geheimnisse der Heimatflotte Sol und weitere kritische Informationen, über die ich selbstverständlich verfüge, an SEELENQUELL zu verraten, stellt sich automatisch die Frage, ob die Superintelligenz mir diese Wahl lassen wird oder …
Mein Magen verkrampft, eisige Kälte steigt die Wirbelsäule hinauf und zieht mir die Kopfhaut zusammen. Unter dem linken Schlüsselbein pulsiert der Zellaktivator schneller, heftiger – noch während der belebende Strom durch meinen Körper fließt, scheinen Flammen aus SEELENQUELL zu schießen und mich einzuhüllen.
Eine kaum fassbare mentale Gewalt bricht über mich herein. Eine Gewalt, der ich trotz des PsIso-Netzes kaum zu widerstehen vermag: SEELENQUELL versucht nicht, mich zu einer Hand zu machen – er wendet stattdessen seinen hypnosuggestiven Zwang in einer Intensität an, gegen den selbst das PsIso-Netz wenig Hilfe bietet.
Rasende Gedanken lösen einander ab, fast eine Litanei, um mir selbst Mut zu machen, ohne dass es mir wirklich gelingt: Ich bin mentalstabilisiert. Ich trage einen kosmokratischen Zellaktivator. Im Dom Kesdschan empfing ich die Weihe zum Ritter der Tiefe; die Aura mag zwar »ruhen«, umgibt und durchdringt mich aber weiterhin.
Die »Stimme der Vernunft« ist leider stärker; es hilft nichts, ich darf mir nichts vormachen: All das ist nichts gegen eine Superintelligenz – selbst wenn diese mit erst fünf Monaten Alter nicht mit einer zu vergleichen ist, die Jahrmillionen Entwicklung hinter sich hat.
Ich war dabei, als SEELENQUELL entstand. Genau wie vor fünf Monaten spüre ich nun wieder diese grenzenlose Gier. Diese Machtbesessenheit. Diese Verachtung für alles Leben. Ich erinnere mich an die Qualen der Monochrom-Mutanten, die gegen ihren Willen in der Regenbogenkugel aufgingen, hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
In diesem entscheidenden Augenblick aber spüre ich auch, dass sich der Galornenanzug – geschaffen als Instrument des Friedens – auf meine Seite stellt, dass mir Kräfte zufließen, die ich zuvor nicht gehabt habe. Ich wehre mich gegen SEELENQUELL! Ich kapsele mich mental vollständig ab. Eine konkret nicht fassbare moralische Kraft steht auf meiner Seite, unterstützt mich, hilft mir, stärkt mich. Und SEELENQUELL – prallt ab.
*
Drei Katsugo-Kampfroboter nähern sich von der Betonmauer her, die das Areal umschließt. Bedrohliche, massige Gestalten, deren Kampfchassis grob dem Äußeren eines Ertrusers entspricht.
Psychologische Wirkung: Die Entwickler der Maschinen setzten bei der freien Wahl des Gehäuses rings um die zentrale, multifunktionale Einheit darauf, dass das Äußere so dem jeweiligen Gegner und seiner Vorstellung von etwas Beängstigendem angepasst werden kann. In jedem Fall ist es ein waffenstarrendes, schwerstgepanzertes, mobiles Kampfsystem – einfache Technik, kombiniert mit zuverlässiger Funktion.
Auch auf mich verfehlt sie ihre Wirkung nicht. Ich kenne die Daten viel zu gut und weiß, was da auf mich zukommt. Gestaffelte Paratron- und HÜ-Schirme. Je zwei Doppel-Impulsstrahler pro Waffenarm, ergänzt um einen Thermostrahler und einen schweren Paralysator. Die kurzen, ungelenken Stummelbeine schweben meterhoch über dem grauen Boden. Näher und näher kommen die stählernen Kolosse, heben die Arme, schießen …
Fliehen kann ich nicht, SEELENQUELLS paranormale Attacke erfordert meine ganze Konzentration. Alles in mir schreit auf, sucht nach einem Ausweg, den es aber nicht gibt. Die Wucht des Beschusses wirbelt mich herum. Verästelte Risse huschen über meine Schutzfeldblase. Nun schreie ich wirklich, fühle, dass sich mein Gesicht verzerrt, dass Hitze und Kälte in mir rasend abwechseln.
Abermals schlägt SEELENQUELL zu: Speere scheinen mich aufzuspießen, Klauen mein Inneres zu zerreißen, doch auch diesmal kann er mich nicht bezwingen! SEELENQUELL schwebt nun vor mir wie ein glühendes, bedrohliches, feindseliges »Auge«: grell und weiß der Kern, nach außen hin etwas abdunkelnd, über Gelb und Orange hin zu Rot, aus dem die glitzernden, aufblitzenden und verlöschenden Funken sprühen.
Ich keuche, knie am Boden, fühle Schweißtropfen die Schläfen hinabperlen, weiß, dass das Schutzfeld nicht lange standhalten kann. Und richtig: Die Katsugos lassen den Galornenschirm mit Punktbeschuss aus ihren Strahlkanonen binnen einer Minute zusammenbrechen.
Tränen verschleiern meinen Blick, das Herz hämmert schmerzhaft in meiner Brust. Bleibt nur noch der Galornenanzug selbst …
Das Material hat panzergleiche Festigkeit: Haardünne spaghettiähnliche Polymergel-Spiralfasern ergeben in Verbindung mit den metallischen Oberflächen-Minischuppen und ihrer Kristallfeldintensivierung zur künstlichen Kohäsionsverstärkung einen Schutzfaktor, der bei tragbaren Kombinationen nur noch schwer überboten werden kann.
Exakt an diesem Punkt scheitern die Roboter, denn die Kraft, die notwendig ist, um den Anzug zu zerschneiden oder bei vollem Bewusstsein gegen meinen Willen zu öffnen, würde mich im selben Augenblick ebenfalls töten. Das scheint SEELENQUELL nicht riskieren zu wollen. Die Superintelligenz will mich ganz offensichtlich lebend – logisch, denn meinen Tod hätte SEELENQUELL zweifellos leichter haben können! Schon auf Ferrol oder bei der Transmission!
Die drei Katsugos stellen ihre Bemühungen ein. So widersinnig es scheint: SEELENQUELL kann mich im Augenblick mental nicht überwältigen, und im Schutz des Galornenanzugs hat die Superintelligenz auf meinen Körper keinen Zugriff – es sei denn einen tödlichen.
SEELENQUELL beendet von einer Sekunde zur anderen seine ungestüme Attacke.
Die Katsugos projizieren starke Fesselfelder, machen mich bewegungsunfähig. Eigentlich hätte es dessen gar nicht bedurft, denn solange die funkenstrahlende Kugel in unmittelbarer Nähe schwebt und mich »nicht aus den Augen lässt«, gibt es kein Entkommen. Die in den Helm eingeblendeten Anzeigen der Menüleiste sind ebenso deprimierend wie eindeutig: Die Aggregate des Galornenanzugs sind nicht in der Lage, die Fesselfelder zu überwinden, und selbst wenn die Superintelligenz nicht wäre, würde ein Kampf gegen die Katsugos mehr als nur schwer werden.
Fröstelnd und weiterhin abwechselnd von Kälte- und Hitzeschauern heimgesucht, erkenne ich SEELENQUELLS ebenso einfache wie wirksame Strategie: Er hat mich so sicher, wie es sicherer nicht geht. Er wird abwarten. Sobald ich einschlafe und keinen Widerstand mehr leiste, kann er sich meines Geistes bemächtigen, und dann …
Ich zwinge mich zur Ruhe, zur Sachlichkeit, zur nüchternen Betrachtung – versuche, mir über meine Situation klarzuwerden. Ein Durchschnittsmensch kommt selten länger als drei Tage ohne Schlaf aus. Ich jedoch trage einen Zellaktivator und...




