Castor | Perry Rhodan 2239: Verrat auf der Kristallwelt | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2239, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Castor Perry Rhodan 2239: Verrat auf der Kristallwelt

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2238-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"

E-Book, Deutsch, Band 2239, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2238-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Arkon nach dem Hyperimpedanz-Schock - der Imperator bekämpft Intriganten Die Milchstraße wird im 14. Jahrhundert Neuer Galaktischer Zeitrechnung von drei Machtblöcken beherrscht: dem monolithisch wirkenden Imperium von Arkon, mit dem Imperator Bostich I. an seiner Spitze, der föderalistisch organisierten Liga Freier Terraner ( LFT ), in der Perry Rhodan nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, und dem eher lockeren Interessenverbund des Forums Raglund, zu dem verschiedene Völker gehören. Reisen zwischen den Sternen werden durch fortschrittliche Technologien ermöglicht, die, unabhängig von ihrem Qualitätsgrad, eines gemeinsam haben: Nach dem so genannten Hyperimpedanz-Schock, der die Zivilisationen in der bewohnten Galaxis in ihrer technischen Entwicklung massiv zurückgeworfen hat, funktionieren diese Technologien kaum oder gar nicht mehr. Die Völker der Galaxis müssen sich auf alte Traditionen besinnen oder ganz neue Wege gehen. Das gilt für die Terraner, aber ebenso für die Arkoniden. Parallel zu Hyperstürmen und anderen aktuellen Entwicklungen kommt es aber im Arkonsystem zum VERRAT AUF DER KRISTALLWELT...

RAINER CASTOR Egal, ob es neue Triebwerke, Sonnensysteme oder multidimensionale Verwicklungen zu ersinnen gilt, Rainer Castor ist zur Stelle. Der Autor ist der Techniker im PERRY RHODAN-Team. Er ist es, der mit immer neuen technologischen Wundern die Leser verzaubert. Er ist es, der für die Stimmigkeit des PERRY RHODAN-Kosmos bürgt. Rainer Castor wurde 1961 in Andernach am Rhein geboren. Er ist ausgebildeter Baustoffprüfer, ein Studium des Bauingenieurwesens brach er nach einigen Semestern ab. Vorübergehend war er Zeitsoldat, mittlerweile ist er aber anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Schon seit über dreißig Jahren widmet sich Rainer Castor seiner Leidenschaft, der Schriftstellerei. Als Leser schätzt Castor Frank Herbert ('Der Wüstenplanet'), mit Abstrichen Robert A. Heinlein, aus dem PR-Umfeld sind es K. H. Scheer, Peter Terrid und Hans Kneifel. Einen eindeutigen Favoriten hat er jedoch nicht. Mitte der achtziger Jahre schloss Rainer Castor erstmals Bekanntschaft mit Hans Kneifel. Der Routinier Kneifel erkannte die Begabung Castors und machte ihn zu seinem Mitarbeiter. Wer die Vorworte zu den ATLAN-Zeitabenteuern aufmerksam gelesen hat, dem werden die lobenden Worte nicht entgangen sein, die Kneifel der unermüdlichen Datenrecherche und den sorgfältigen Berechnungen Castors gewidmet hat. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Kneifel fand Castor auch zu seiner Lieblingsfigur. Der unsterbliche Atlan und die Kultur der Arkoniden mit ihrer Spannung zwischen Hightech und Feudalismus ließen ihn nicht mehr los. 'Science Fiction hat den großen Vorteil, letztlich alles einbeziehen zu können, vom Krimi über die Liebesgeschichte bis hin zu Aspekten, die beispielsweise in ferner Vergangenheit spielen', fasst Rainer Castor sein Faible für dieses Genre zusammen. Mit dem PERRY RHODAN-Taschenbuch 'Für Arkons Ehre' debütierte er 1996. Drei Jahre später folgte mit dem PERRY RHODAN-Doppelband 1973/1974 sein Einstand bei der Heftserie. Er ist Autor der Arkon-Trilogie (ATLAN-Bücher 14 bis 16), wirkte maßgeblich bei der Datenrecherche und als Autor am TRAVERSAN-Minizyklus mit und bearbeitet mit Hingabe die Jugendabenteuer des Arkoniden (die ATLAN-Bücher 17 und folgende). Darüber hinaus liefert er wöchentlich den PERRY RHODAN-Kommentar (in Heft 2558 erschien sein sechshundertster!) - und greift Exposéautor Uwe Anton bei der laufenden PERRY RHODAN-Serie hilfreich unter die Arme ... Das Besondere an der Serie ist für ihn, dass sie zu einem 'eigenen Phänomen' geworden ist: 'Je länger die PERRY RHODAN-Serie lief und läuft, desto mehr stellt das durchaus eine eigene Faszination dar, unabhängig von den jeweiligen Inhalten.' Rainer Castors schriftstellerische Arbeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf PERRY RHODAN. 1997 erschien beim Züricher Haffmanns Verlag sein historischer Roman 'Der Blutvogt'. Der NDR urteilte darüber: 'ein Beweis, dass auch in Deutschland ähnlich packend historische Romane wie :Der Medicus9 geschrieben werden können'. Diese Veröffentlichung - als Heyne-Taschenbuch mittlerweile in der vierten Auflage - bescherte Castor auch erste 'literarische Anerkennung': Im August 1998 war er Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung im Nordkolleg Rendsburg beim 'Sommerseminar für hochbegabten schriftstellerischen Nachwuchs'.
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2.


Vergangenheit

Traversan

30. Juli 1325 NGZ

Die schlanke, hochgewachsene Frau verschränkte fröstelnd die Arme, obwohl die unsichtbare Prallfeldwölbung über dem Trichter des im typisch arkonidischen Stil errichteten Gebäudes die Morgenkühle nicht eindringen ließ.

Im Osten hatte sich in düsterer Rotglut Travs Stern über den Horizont erhoben, verdrängte die Dämmerung und übergoss die karge Landschaft mit blutigem Licht, während Travs Nachtauge zunehmend verblasste. Felsrücken und einsame Monolithen mit zerklüfteter Oberfläche erzeugten überdimensioniert lange Schatten, auf den Bäumen und Büschen des Hains rings um das Anwesen blitzten Tautropfen. Weiter südlich ließ die Vegetationsdichte rasch nach, machte dornigem Gestrüpp und dann einer Geröllebene Platz, die knapp vor dem Horizont in die sandigen Ausläufer der Yssods-Wüste überging.

Der Blick der Frau ging in unergründliche Ferne, während sie mit geschmeidigen Schritten, die an den Gang einer ebenso eleganten wie gefährlichen Raubkatze erinnerten, bis zur hüfthohen Brüstung am Rand der ringförmigen, zehn Meter breiten Trichteroberkante schlenderte und ein weiteres Frösteln zu unterdrücken versuchte.

Vor wenigen Minuten war von der ARN-I die Nachricht eingegangen, dass der Landeanflug begonnen hatte. Don Arndoz' 1200 Meter langes und 240 Meter durchmessendes Walzenschiff musste inzwischen Ericans Raumhafen erreicht haben, vermutlich war der Gleiter sogar schon unterwegs. Rund tausend Kilometer hatte er zurückzulegen, und dann ...

Die lindgrünen Kecz'dharr-Augen verschleierten sich für Augenblicke, Tränenflüssigkeit sammelte sich in den Augenwinkeln. Die Frau hatte es sich einfacher und leichter vorgestellt, doch nun, da es – endlich! – so weit war, hielt sie die Aufregung im Griff wie ein blutjunges Mädchen. Dabei hatte sie vor etwas mehr als einem Monat ihren 112. Geburtstag nach Galaktikum-Zeitmaß gefeiert.

112 Jahre, in denen sie noch nie ihrem Vater direkt gegenübergestanden hatte. Stets war sie der Begegnung ausgewichen, teils gewollt, teils durch äußere Umstände bedingt, immer aber im vollen Bewusstsein dessen, was sie sich und ihm vorenthielt. Eine normale Tochter-Vater-Beziehung hatte es aus vielen Gründen nie geben können, zu unterschiedlich verliefen die Bahnen ihrer Leben, zu selten hatte es »günstige Gelegenheiten« gegeben. Sie verstrichen, ohne dass sie sie ergriffen hätte – verbunden auch mit dem Abwehren seiner zaghaften Versuche, den Kontakt herzustellen.

Und als sie sich schließlich doch dazu durchgerungen hatte, erwiesen sich die Wege von Schicksal und der She'Huhan wieder einmal als völlig unergründlich: Mitte August 1290 NGZ war sie auf Traversan eingetroffen, doch da hatte die RICO das System bereits wieder verlassen. Wahlkampf auf Terra, Vincent Garron und das Hilfeersuchen der Gharrer prägten die damalige Zeit. Zusammen mit einem kleinen Maahkverband brach die GILGAMESCH am 31. August in Richtung Chearth auf.

Niemand hatte damals ahnen können, dass es für ihren Vater der Beginn einer Odyssee durch die Weiten von Raum und Zeit werden würde, die erst am 24. Juni 1325 NGZ mit der Rückkehr der SOL zur Erde ihr Ende fand. Recht schnell war es dann zu einem ersten, eher unverbindlichen Hyperfunkkontakt gekommen, ein Termin war vereinbart worden, die beiderseitige, von Unsicherheit und Verlegenheit geprägte Zurückhaltung groß.

Jasmyne da Ariga schluckte trocken. Nein, sie hatte es sich viel einfacher vorgestellt. Lebenserfahrung, Wissen und ein aktivierter Extrasinn hätten ihr eigentlich helfen müssen. Eher das Gegenteil war der Fall. Zu viele Zweifel, Grübeleien, Gedanken und eine chaotisch durcheinander wirbelnde Gefühlswelt wischten das alles hinweg. Jetzt tanzten Schmetterlinge einen wilden Reigen in ihrem Magen, die Hände waren feucht, und ein zartes Zittern befiel die Knie.

Abermals huschte ein kaltes Frösteln die Wirbelsäule hinauf und zog die Kopfhaut unter der dunkelblauen Kapuze mit Schulterkragen zusammen. Die Kleidung war eine im Stil der Dagor-Tradition geschnittene blaugraue, bodenlange Robe, die nur Hände und Gesicht frei ließ – trotz der Schlichtheit Ihrer Heiligkeit, der Ehrwürdigen Großen Mutter und Arkanta der Totenwelt Hocatarr, als die sie unter dem Namen Alcantara weiterhin in Erscheinung trat, durchaus angemessen.

Doch weder Alter, Erfahrung noch Titel halfen nun. Was blieb, war die verunsicherte, aufgeregte und um Selbstkontrolle bemühte Tochter, die ihren berühmten Vater erwartete – Atlan da Gonozal ...

*

Nicht einmal Jasmynes Leibwächter, Vertrauter und Mentor konnte ihr diesmal helfen, schließlich rang er nicht weniger mit sich und seinen Erinnerungen. Auch für ihn, der sich Catto da Calur nannte, würde es keine alltägliche Begegnung sein, sondern ein Wiedersehen, das ungezählte Erinnerungen wachrief. »Außerdem«, hatte er noch am Vorabend grantig verkündet, »ist die Angelegenheit zwischen dir und ihm eine andere, bei der dir niemand helfen kann. Ich am allerwenigsten.«

»Recht hast du«, murmelte Jasmyne und nestelte unbewusst an den Säumen der Robenärmel.

Längst war das blutige Licht der Morgenhelligkeit gewichen, Travs Stern stieg rasch höher. Wenige zerfaserte Wolken trieben am blaugrauen Himmel entlang, am Horizont erhob sich kurz ein dunkelbrauner Staubteufel und fiel ebenso schnell wieder in sich zusammen, wie er entstanden war. Dunkle Sichelsilhouetten kreisten hoch über dem Trichtergebäude, begleitet von vereinzelten schrillen Schreien. Irgendwo prasselten Kies und Geröll.

Die geschärften Sinne der Frau nahmen sämtliche Eindrücke mit gesteigerter Intensität wahr. Aromatischer Blütenduft aus dem im Kelch-Innenhof platzierten Garten stieg in die Nase, die kühle Luft hatte einen süßlichen Geschmack, als Jasmyne tief ein- und ausatmete, abermals mit einem Frösteln verbunden, das sie für lange Augenblicke zittern ließ.

Atlan Mascaren da Gonozal – Kristallprinz des Tai Ark'Tussan, geboren 10.479 da Ark, aufgrund seiner mit dem Traversan-Abenteuer verbundenen zusätzlichen Tiefschlafzeit rund 23.400 Jahre alt, potenziell unsterblicher Zellaktivatorträger, Ex-Imperator, Ex-Lordadmiral der USO, Ex-Ritter der Tiefe und was der Titel und Funktionen mehr sich im Verlauf der Jahrtausende noch angehäuft haben mochten. Und mein Vater!

Das Bild ihrer Mutter, als Imperatrice Theta Ariga I. Herrscherin des Kristallimperiums und am 25. Februar 1240 NGZ ermordet, wurde vom fotografischen Gedächtnis lebensecht reproduziert, trat aus den bloßen Erinnerungen plastisch hervor und gewann Gestalt. Groß, hochgewachsen, schlank, das silberweiße Haar unter dem blassen Edelteint fingerkurz geschnitten und raffiniert unordentlich gekämmt. Ihre grünen Augen funkelten. Sie schien zu lächeln, zeigte ein ebenso aufmunterndes wie vertrauliches Zwinkern.

1142 NGZ auf Ariga geboren, hatte Theta den Schluss der Monos-Ära nur in frühem Kindesalter erlebt, zählte zu den tatenhungrigen Jungarkoniden, für die das Regime der totalen Unterdrückung nur noch Lehrstoff war. Die Hypnoschulungen hatte sie nach der üblichen Grundausbildung infolge der natürlichen Aufnahmebereitschaft ihres Großhirns mit Bravour absolviert. Sie hatte vier Jahre Raumerfahrung als Kosmonautin gewonnen und war danach durch ihre Tätigkeit als Schiffskonstrukteurin auf der Orbanaschol-Werft aufgefallen. Dann wurde ihr das Amt der Kommandant-Stellvertreterin auf dem ungewöhnlichsten Kampfraumschiff der damaligen neuen Arkonidenflotte angeboten: auf Atlans ATLANTIS. Auf dem Flug zur Großen Leere waren er und sie sich näher gekommen, sehr nahe, und diese Liebe war nicht folgenlos geblieben.

Aus weiter Ferne schien ihre Stimme zu dringen, eins der letzten Gespräche: »Nummer Acht nannte er mich immer. Es hatte Jahrzehnte gedauert, bis ich endlich dahinter kam, was er mit der Anrede meinte: Mein Vorname Theta entspricht dem achten Buchstaben des von dieser Barbarenwelt stammenden griechischen Alphabets.«

Das herzliche Verhältnis zu ihren ehemaligen Arbeitgebern hatte Jasmynes Mutter auch nicht verloren, als sie kurz nach der Geburt der Tochter zunächst Mitglied in der Regierung Halifer da Polats, seit 1205 NGZ Präsident des republikanisch-demokratischen II. oder Neuen Imperiums der Arkoniden, und dann ab 30. November 1215 NGZ selbst Präsidentin geworden war. Parallel dazu gewannen damals in den gestärkten Kreisen des Adels konservativere Kräfte das Sagen.

Jasmynes Frösteln verstärkte sich, denn die bevorstehende Begegnung hatte nicht nur persönliche Gründe. Als Arkanta kannte sie die diversen Interessengruppen, mitunter sonderbaren Koalitionen, Zweckbündnisse und sonstigen Konstellationen im Kristallimperium viel zu gut, um erkennen zu können, dass sich einiges zusammenbraute. SEELENQUELL und das Entstehen von Trav'Tussan waren in diesem Bild nur zwei kleine, aber keineswegs unwichtige Elemente, weil ihr Symbolcharakter bis heute ausstrahlte und weiterhin ausstrahlen würde.

Mit knorrigen, weit verzweigten Wurzeln in der Vergangenheit!, dachte sie bedrückt und erinnerte sich an einen der Besuche der Orbanaschol-Werften. Lachend hatte sie der etwa gleichaltrige Kentorol herumgeführt, mit dem Stolz des Siebenjährigen weitschweifige Erklärungen abgegeben und zu seiner Freude festgestellt, dass sie keine »dumme Zicke wie die anderen Weiber« war, sondern interessiert lauschte und mit eigenem Wissen geschickt glänzen konnte.

Die Orbanaschol-Werften gehörten zum Opl'Duor-Raumhafenkomplex von Arkon II,...



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