Causey | Bobbie Faye - Alles wird gut | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 03, 432 Seiten

Reihe: Faye-Reihe

Causey Bobbie Faye - Alles wird gut


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-8944-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 03, 432 Seiten

Reihe: Faye-Reihe

ISBN: 978-3-8025-8944-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bobbie Faye ist endlich glücklich verlobt mit dem attraktiven FBI-Agenten Trevor Cormier. Doch dann wird Trevor zu einem geheimen Einsatz gerufen. Und kurz darauf entkommt ein gefährlicher Verbrecher aus dem Gefängnis, der sich an Bobbie rächen will. In ihrer Verzweiflung wendet sich Bobbie an ihren Exfreund, den Polizisten Cam. Dieser ist bereit, ihr zu helfen, doch unter einer Bedingung: Sie soll sich von Trevor trennen ...



Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.

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2


»Alle Angestellten, die ins Bobbie-Faye-Territorium versetzt werden, haben auf der Stelle damit aufzuhören, Selbiges als ›die Hölle‹ zu bezeichnen – beim FBI wird nicht rumgeheult.«

Brandee Crisp in einem internen Memo der Personalabteilung

Der Mechaniker begutachtete vorsichtig den modifizierten Benzintank. Die meisten seiner heutigen Bekannten würden sich sehr darüber wundern, dass er sich mit mechanischen Dingen auskannte, denn schließlich machte er sich stets die Mühe, sein Auto in einer Werkstatt warten zu lassen, anstatt das selbst zu übernehmen. Nach so vielen Jahren konnte er den Schmutz unter den Fingernägeln nicht mehr ertragen, den Dreck, der in den Falten der Fingerknöchel saß und die Fingerspitzen verfärbte. Selbst damals, als er noch seinen Lebensunterhalt als Mechaniker verdient hatte, hatte er schon den scharfen, erstickenden Gestank von Benzin verabscheut. Damit waren zu viele Erinnerungen verbunden – zu viele Qualen, zu viel Arbeit, zu viel Verbitterung. Heutzutage trug er immer Handschuhe und einen Blaumann, und seinen Arbeitsplatz hielt er klinisch sauber.

Er hatte keine Angst davor, erwischt zu werden. Er beabsichtigte, erwischt zu werden.

Die ganzen Vorsichtsmaßnahmen galten nur den neuen, computergesteuerten Sprengkapseln, bei deren Einbau auf größtmögliche Sauberkeit zu achten war.

Er hätte auch jemanden für die Installation anheuern können, aber neuerdings wurde es immer schwieriger, Loyalität mit Geld zu kaufen, und dafür stand zu viel auf dem Spiel. Auf keinen Fall würde er riskieren, dass irgendjemand mitbekam, was er mit den Benzintanks der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände, die er ausgeliehen hatte, anstellte. Die Verleihvorgänge würden sich früher oder später zu ihm zurückverfolgen lassen. Er zweifelte nicht daran, dass die ATF in der Lage war, die Verbindungen aufzuspüren, sich durch verschleierte Besitzverhältnisse zu wühlen und irgendwann zu entdecken, dass er Teilhaber von allen Firmen war, die regelmäßig entsprechende Ausrüstungsgegenstände nutzten. Sobald in dem Zusammenhang sein Name auftauchte, würden überall die roten Alarmlämpchen aufleuchten, und sie würden ihn sofort verdächtigen, etwas mit den Bomben zu tun zu haben. Er hatte ein Motiv und jetzt auch die Mittel. Es wäre dumm von der ATF, ihn nicht zu verdächtigen, und er wusste nur zu gut, dass bei der ATF keine Dummköpfe arbeiteten.

Die Vorbereitungen hatten ihn Jahre gekostet, und jetzt würde er bei der Technik nicht schlampen. Es war von höchster Wichtigkeit, dass alle Tanks völlig unauffällig aussahen. Dabei verließ er sich nur auf seine eigenen Augen, seinen eigenen Geruchssinn und seine Detailversessenheit.

Der Tank lag vor ihm auf der Werkbank. Der Job verlangte höchste Präzision. Nachdem er den Tank manipuliert hatte, würde er ihn wieder einbauen. Vorsichtig brachte er die zugeschnittene Verkabelung an, die genau bis zum C4-Sprengstoff reichte. Nachdem er sie dort befestigt hatte, kam die Zauberei: Er verband die anderen Enden mit den Relays, den Sicherungen, den Schaltdrähten, dem Computertimer und schließlich mit der Sprengkapsel. Vor Jahren war er einmal Bombentechniker gewesen. Er sah zu, dass er immer auf dem neusten Stand blieb, was die aktuellen technischen Entwicklungen und Entschärfungsmethoden anging, und er wusste, wie er die Erwartungen eines Bombenkommandos für seine Zwecke nutzen konnte. Der Versuch, seine Schöpfungen zu entschärfen, würde ihr Verhängnis sein. Oh, selbstverständlich würde er Warnhinweise in den Bomben zurücklassen. Glasklare Warnungen, schließlich gebot das die Berufsehre.

Es hätte gar nicht so weit kommen müssen. Er hatte versucht, das Problem auf andere Art zu lösen, hatte jede legale Möglichkeit ausgeschöpft. Doch am Ende hatte man ihm keine andere Wahl gelassen.

Und jetzt gab es absolut nichts mehr, was ihn noch aufhalten konnte.

Er sah zu Chloës Urne hinüber und dachte zum x-ten Mal daran, dass ihr zumindest die Farbe sicher gut gefallen hätte: Kobaltblau, genau wie ihre Augen. Er hielt kurz inne und holte tief Luft. Elf Jahre, und er musste sich immer noch selbst daran erinnern, einzuatmen, auszuatmen, einen Fuß vor den anderen zu setzen und sich keine zu großen Sorgen um die Familie zu machen, seinen Freunden nicht zu sehr zur Last zu fallen, auch nicht seinen Angestellten. Die Erinnerung an Chloë war inzwischen bei vielen, sogar bei ihren besten Freunden, verblasst, und diese schmerzvolle Wahrheit machte ihn ganz krank.

Er setzte den Tank wieder in die Maschine ein und schraubte ihn fest. Dann verteilte er etwa eine Stunde lang mit einer Airbrush-Pistole Öl und Schmutz auf seiner Oberfläche, bis der Tank wieder völlig unauffällig aussah und normale Gebrauchsspuren aufwies. Er schloss den Motorraum und dachte über seinen perfekten Plan nach.

Schließlich zog er ein kleines Kreuz hervor und sprach ein Gebet. Er bat Gott, die Seelen, die diese Maschine vernichten würde, in sein Himmelreich zu führen und sich gut um sie zu kümmern, denn keine von ihnen hatte dieses Schicksal verdient.

»Wie viel Ärger kann uns das Bleichgesicht schon machen?«, hatte Sean erst vor einigen Monaten gefragt. Verdammter Idiot, dachte Lonan ungefähr zum millionsten Mal. Er hätte gerne mit der Bande das Diamantending gedreht. Sean aber hatte darauf bestanden, dass er in Dublin blieb und sich um das Problem mit den Castle-Brüdern kümmerte. Er hatte für ein anständiges Begräbnis gesorgt (wenn man das Versenken ihrer Leichen in einem flachen Moor als Begräbnis bezeichnen konnte) und kurz darauf dann erfahren, dass Seans Crew erschossen worden war. Im beschissenen Baton Rouge in Louisiana.

Er hatte nicht mal Anspruch auf ihre Überreste erheben können.

Dafür würde jemand büßen.

Ein ungefähr eins siebzig großer, brünetter, weiblicher Jemand.

Die Truppe war für Lonan wie eine Familie gewesen. Er war schon so lange Seans rechte Hand, dass er genau wusste, wie alles zu laufen hatte. Sie waren gemeinsam westlich von Dublin im Ort Tallaght aufgewachsen, und Sean hatte ihnen alles beigebracht. Sie hatten hart und schmutzig kämpfen müssen, aber sie hatten triumphiert. Sie hatten kurz vor ihrem Durchbruch im internationalen Waffengeschäft gestanden und sich schon auf das Geld – und den Lebensstil –, den dieses Business so mit sich brachte, gefreut. Nachdem Sean verhaftet worden war, hatten einige Teammitglieder geglaubt, Lonan würde seine Geschäfte übernehmen. Diese nichtsnutzigen Vollidioten kapierten einfach nicht, was Familie bedeutete.

Lonan hatte mit Bobbie Faye noch eine Rechnung offen – und im Zurückzahlen war er sehr, sehr gut.

»Zweiundsiebzig Dutzend Nippelringe«, verkündete Gilda, was Nina dazu veranlasste, vom ebenhölzernen Foyertisch aufzusehen. Dort lag ganz diskret ihr SM-Magazin Branded aus. »Geben wir die irgendwo als Preise ab, und wenn ja, warum weiß ich dann nichts davon?«

Nina musterte ihre Assistentin. Sie sah schick aus mit ihrem grauen Armani-Anzug und ihrem rabenschwarzen Haar, das sie zu einer eleganten Knotenfrisur zurückgebunden hatte. »Ist das etwa dieselbe Firma, die uns letzten Monat sechsunddreißig Dutzend Buttplugs geschickt hat?«

Gilda nickte. »Alle in XL

»XL? Das verrät aber einiges darüber, was die für eine Vorstellung entweder von den Südstaaten im Allgemeinen oder von uns im Speziellen haben. Wie auch immer, ich glaube, ich bin beleidigt.«

»Soll ich sie zurückschicken?«

»Hast du die Kartons schon überprüft?« Damit meinte Nina, ob sie schon nach Wanzen abgesucht worden waren – also nach elektronischen Wanzen. Der relativ neue, kleine SM-Club, ein Ableger ihres Magazins, war eine Tarnung und streng geheim. Die Regierungsbehörde, für die sie arbeiteten, würde sich in dem Fall, dass irgendjemand zwei und zwei zusammenzählte, natürlich zutiefst angewidert zeigen und jegliche Kenntnis von der Existenz dieses getarnten Clubs oder des Magazins weit von sich weisen. Und in einem Geschäft wie diesem war es ihren Widersachern durchaus zuzutrauen, dass sie versuchten, die Unterhaltungen abzuhören, die in diesen ultraprivaten Räumlichkeiten geführt wurden. Aber ein Buttplug als Abhörsender? Das wäre einfach seltsam.

»Alles klar.«

Nina folgte Gilda durch das opulente Foyer mit seinen cremefarbenen Wänden und den schwarzen Granitböden ins Wohnzimmer, das in warmen Honigtönen gehalten war. Der Chagall an der Wand hatte stets eine beruhigende Wirkung auf Nina. Er hing nun schon die ganzen drei Jahren dort, in denen sie ihr Magazin betrieb, und ihr gefiel der Kontrast zwischen der Klasse des Gemäldes und den Machenschaften, die sich jetzt, da sie vor vier Monaten den Club eröffnet hatten, direkt darunter abspielten, ziemlich gut.

»Was soll ich damit machen?«, fragte Gilda und ließ ihren Stift dabei über dem Clipboard schweben.

»Schick sie zurück. Und sag ihnen, dass sie es vorher mit dir absprechen sollen, wenn sie mir unbedingt zusätzliches Werbematerial für den Club oder für das Magazin schicken wollen.«

Gilda hakte dieses Thema auf ihrer Liste ab und ging gleich zum nächsten Tagesordnungspunkt über.

»Wegen Laveys Schwester …«

»Nein.«

Gilda verzog das Gesicht ein wenig über diese abrupte Abfuhr, doch das leichte Stirnrunzeln fiel in ihrem runden, kindlichen Gesicht kaum auf. Nina...


Causey, Toni McGee
Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.

Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.



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