Causey | Bobbie Faye - Halb so wild | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 448 Seiten, Format (B × H): 124 mm x 180 mm

Reihe: LYX.digital

Causey Bobbie Faye - Halb so wild


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-8714-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 448 Seiten, Format (B × H): 124 mm x 180 mm

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-8714-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Frech, witzig und romantisch! Bobbie Fayes Cousine Francesca taucht überraschend bei ihr auf und bittet sie um ihre Unterstützung. Francescas Mutter ist verschwunden und hat ihrem Vater zuvor einige äußerst wertvolle Diamanten gestohlen. Auch wenn Bobbie anfangs nicht in die Sache verwickelt werden möchte, willigt sie schließlich ein, ihrer Cousine bei der Suche zu helfen. Damit gerät sie jedoch ins Visier einiger gefährlicher Verbrecher und der amerikanischen Regierung, die ebenfalls an den Diamanten interessiert sind. Zum Glück kann sie auf den attraktiven FBI-Agenten Trevor zählen, der ihr schon einmal das Leben gerettet hat. 'Haben Sie eine Schwäche für absurde Situationen? Dann lesen Sie Bobbie Faye!' (The New Orleans Times-Picayune)



Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.

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2

Auch vier Tage später war die Erinnerung an den bescheuerten Traum noch nicht verblasst, aber zumindest gelang es Bobbie Faye inzwischen, nicht mehr jede Minute daran zu denken. Ihr zeitweiliger Gedächtnisverlust wäre ihr außerordentlich gelegen gekommen, während sie sich mit den Firmen Crazy und Co. auseinandersetzen musste, die alle glaubten, sie müssten bereits morgens um zehn Uhr die Waffen durchladen.

Bobbie Faye war sich nicht sicher, ob es an den fünfunddreißig Grad im Schatten lag, die an diesem Junimorgen herrschten, oder daran, dass Ce Ces Klimaanlage für heute entnervt den Dienst eingestellt hatte. Jedenfalls schien es ihr, als würde die drückende Hitze deutlich mehr Spinner hervorlocken. Bobbie Faye war noch nicht einmal fünfzehn Minuten bei der Arbeit, und sie hatte bereits verdammte Lust, ihren Kopf durch die nächste Wand zu rammen. Oder sich auszuziehen und nackt in Bundick’s Lake zu hüpfen. Bei ihrem Glück würde sie damit allerdings so wie letztes Jahr in den Fünf-Uhr-Nachrichten landen, als der kleine Aubrey Ardoin aus der Abschlussklasse der Highschool sie dabei erwischt hatte, wie sie vollkommen nackt im See baden war, und er gleich mal seine brandneue Videokamera ausprobiert hatte, diese halbstarke Ratte. (Seine Technikleidenschaft hatte er finanziert, indem er »Original Bobbie-Faye-Trümmer« auf eBay verkauft hatte.) Dass sie – mal wieder – in den landesweiten Nachrichten aufgetaucht war, lag natürlich nur daran, dass er sich während des Footballspiels der Purple and Gold der Louisiana State University in das Computersystem des Stadions gehackt und ihre nackten Kurven über die Großbildleinwand hatte laufen lassen.

Bobbie Faye würde Ce Ce niemals im Stich lassen, egal, wie gern sie der drückenden Schwüle und den hartnäckigen Kunden entkommen wäre. Sie mochte ihre Chefin viel zu sehr, also hielt sie durch, obwohl ihr wirklich der Schweiß ausbrach, während sie versuchte, der uralten Maimee Parsons, einer Baptistin und echten Stütze der Gemeinde, keine handliche Glock zu verkaufen. Und das erwies sich als gar nicht so einfach. Als Verantwortliche für den Tresen, an dem es in Ce Ce’s Cajun-Ausstatter & Feng-Shui-Warenhaus Pistolen, Gewehre und Messer gab, musste sie jedem, der den vom Staat geforderten Sicherheitscheck bestand, auch eine Waffe verkaufen. Maimee hatte den Check trotz ihrer fünfundachtzig Jahre gerade mit Bravour bestanden. Nicht gerade ein Freudentag für die allgemeine zivile Sicherheit.

Schon als Maimee in ausgebeulten Hosen, einem nicht dazu passenden gestreiften Hemd und einer Baseballmütze auf ihren kecken weißen Locken aufgetaucht war – anstatt wie sonst immer in ihrem Kirchenkleid und mit sorgfältig frisierten Haaren –, hätte Bobbie Faye ahnen müssen, dass irgendetwas nicht stimmte. Die alte Frau runzelte die Stirn über dem Rand ihrer silbernen Brille, und das Funkeln in ihren Augen passte so gar nicht zu ihrem sonst sehr niedlichen runden Gesicht.

Das Leuchten in Maimees Augen kam normalerweise daher, dass sie lange für das Abendmahl in der Baptistenkirche der Stadt verantwortlich gewesen war und deswegen glaubte, sie wüsste genau, wer beizeiten in die Hölle kommen würde. Und sie genoss dieses Wissen. Aber heute schien in dem Glitzern ein Hauch von Wahnsinn mitzufunkeln, und Bobbie Faye fragte sich, ob Maimee den Entschluss gefasst haben könnte, dass ihr Ehemann, mit dem sie seit fünfzig Jahren verheiratet war und der ihre gemeinsame Altersversorgung am Spieltisch gelassen hatte, es nicht länger verdiente, auf dieser Erde zu wandeln. Es war durchaus bekannt, dass Ce Ce sich nebenbei auch ein wenig Geld als Voodoohexe verdient, daher machte allein Maimees Anwesenheit als Baptistin in Ce Ces Laden mehr als deutlich, dass bei ihr irgendeine Sicherung durchgebrannt sein musste. Sie hielt nichts von zweiten Chancen, es sei denn, der Herr persönlich gestand sie jemandem zu. Somit schien Edgar Parsons’ letztes Stündchen geschlagen zu haben, da er in letzter Zeit ausschließlich als Verlierer den Spieltisch verlassen hatte.

Maimees Fähigkeit, auch die kleinste Sünde sofort zu durchschauen, schüchterte selbst den ruchlosesten Menschen ein (inklusive ihres Neffen, des Gouverneurs). Trotzdem mochte Bobbie Faye die kleine Frau. Maimee war einer der wenigen Menschen, der Bobbie Fayes Mutter immer geholfen hatte, etwas zu essen auf den Tisch zu bekommen – damals, als die meisten Leute glaubten, ihre Mom sei unzurechnungsfähig, bevor sie erfuhren, dass sie Schmerzmittel wegen ihres Krebses nahm.

Während Maimee in den Lauf einer ungeladenen Glock spähte, stellte sie sich so breitbeinig auf ihre spindeldürren Beine, dass Dirty Harry stolz auf sie gewesen wäre. Bobbie Faye ließ ihren Blick durch den alten, verwinkelten Laden schweifen, der ziemlich verstaubt war und vollgestopft mit allem nur erdenklichen Krempel. Vielleicht konnte Maimee ja auch einfach für jemanden beten, statt eine Waffe zu kaufen, doch als Bobbie Faye sich nach einem möglichen Opfer umsah, schienen alle Kunden auf geradezu unheimliche Weise verschwunden zu sein. Scheinbar hatten sich sämtliche Sünder schnell aus dem Teil des Ladens verdrückt, in dem die Waffen verkauft wurden, denn Maimee eilte der Ruf voraus, dass sie jemandem wirklich … begeistert die Hand auflegte, während sie für ihn betete.

»Mrs Maimee, Sie wollen doch gar keine Glock kaufen. Eigentlich möchten Sie nach Hause gehen und mit Mr Edgar reden und ein paar Dinge wieder geradebiegen.«

»Red keinen Quatsch, Mädchen! Es geht nicht um Edgar. Ich möchte mich gern schützen.« Sie knallte die Glock auf die Glasfläche des Tresens. »Ich habe das Recht, mir eine Waffe zu besorgen, und du musst sie mir verkaufen.«

Bobbie Faye wurmte es, als Mädchen bezeichnet zu werden, aber sie ging darüber hinweg. Es war wahrscheinlich das Beste, Kunden, die bald bewaffnet sein würden, nicht unnötig zu verärgern. »Sie können doch gar nicht schießen.«

»Ich habe gehört, dass du eine erstklassige Schützin bist und hier Unterricht gibst. Also bring es mir bei!«

»Die Waffen sind ziemlich teuer.«

»Kein Problem. Wie viele Stunden muss ich nehmen, bis ich so weit bin, dass ich nachts einen Einbrecher umnieten kann?«

»Kommt Mr Edgar nicht manchmal abends spät nach Hause?«

»Hier ist meine Kreditkarte. Zieh sie einfach durch! Und gib mir auch ein paar Schachteln Munition! Ich weiß nicht genau, wie viel man davon braucht, um sich seiner Haut zu wehren. Eine ganze Menge, denke ich. Das Zeug kannst du auch gleich mit auf die Rechnung setzen.«

Langsam wurde die Sache echt unangenehm. Bobbie Faye wusste genau, dass man ihr die ganze Sache anhängen würde, wenn Mr Edgar plötzlich doch ein vorzeitiges Ende finden würde. Sie wusste es so genau, wie sie vor ein paar Monaten gewusst hatte, dass sie einen Pick-up entführen musste, um ihren Bruder zu retten, der sie wegen des winzig kleinen Problems angerufen hatte, dass er entführt worden war. Es tat ihr wirklich leid, dass sie bei dem Versuch, ihren Bruder zu retten, das halbe Land in Schutt und Asche gelegt hatte. Ehrlich!

Trotzdem hatte sie irgendwie das Gefühl, dass nicht alle ihr glaubten, und da musste sie kurz an ihren Ex denken. Detective Cameron Moreau. Klar, er war sexy, und er konnte, wenn er wollte, charmant sein wie der Teufel selbst (als Quarterback für die LSU hatte er auch ein bisschen was über gute PR gelernt), aber jedes Gramm seiner männlichen Herrlichkeit machte er dadurch zunichte, dass er das dominanteste menschliche Wesen auf diesem Planeten war. (Okay, das war vielleicht etwas übertrieben. Es gab sicher noch ein paar Leute, denen sie nur noch nicht über den Weg gelaufen war, und rein statistisch bestand natürlich die Möglichkeit, dass von denen jemand – aber höchstens einer – noch dominanter war.)

Cam meinte es gut. Er besaß ein weiches Herz. Sie wusste, dass er als ihr Freund aus Jugendzeiten nur das Beste für sie wollte, auch wenn sie sich über ihre Entscheidungen immer wieder in die Haare gerieten. Und am Ende der letzten großen Jagd hatte es einen Moment gegeben, da war er hin- und hergerissen gewesen, ob er sie erschießen oder ihr helfen sollte. Ungefähr zwei Sekunden lang hatte sie geglaubt, dass es vielleicht doch eine Chance für sie gäbe, wieder Freunde zu werden, als er sich nämlich dazu entschlossen hatte, ihr zu helfen. Doch kaum war die Situation ausgestanden gewesen, war er sofort wieder in sein typisches Verhalten zurückgefallen und hatte sich aufgeregt, dass sie ihn nicht angerufen und um Rat gefragt hatte, damit er jeden einzelnen ihrer Schritte hätte überwachen können.

Ja, sie begann langsam ein gewisses Verständnis für Maimee zu entwickeln.

Bobbie Faye griff nach der Pistole, die Maimee auf den Tresen gelegt hatte, und wog sie in der Hand. Wenn nur nicht dieses dumme Gefühl in ihrem Magen wäre, als ihr erneut der verrückte Traum in den Sinn kam, in dem sie auf den zerzausten Typen geschossen hatte. Sie spürte buchstäblich noch, wie der Boden gebebt hatte, als der Mann der Länge nach hingeschlagen war.

»Bobbie Faye«, schnaubte Maimee und riss sie aus ihren Gedanken. Mit der Kreditkarte klopfte die alte Frau auf das Glas des Tresens. Es war nur ein Traum. Nichts als ein Traum. »Jetzt mach schon, rechne endlich ab! Ich muss zu einem Gebetstreffen.«

Das Wort Treffen hing noch in der Luft, als die Eingangstür des alten Gebäudes im akadianischen Stil aufgerissen wurde und die klingenden Glocken den...


Causey, Toni McGee
Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.

Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.



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