Causey | Bobbie Faye - Schlimmer geht immer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 01, 448 Seiten

Reihe: Faye-Reihe

Causey Bobbie Faye - Schlimmer geht immer


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8025-8713-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 01, 448 Seiten

Reihe: Faye-Reihe

ISBN: 978-3-8025-8713-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Frech, witzig und romantisch! Bobbie Faye hat schon bessere Tage erlebt. Erst wird ihr Wohnwagen überflutet, dann ihr Bruder von Kriminellen gekidnappt. Die Entführer verlangen ein Diadem, das Bobbie von ihrer Mutter geerbt hat, als Lösegeld. Als sie es aus dem Schließfach holt, wird die Bank überfallen und Bobbie beschuldigt, daran beteiligt zu sein. Auf ihrer Flucht nimmt sie einen Truckfahrer mitsamt seinem Fahrzeug als Geisel. Dieser ist etwas zwielichtig, aber umwerfend gut aussehend und erobert Bobbies Herz im Sturm. Und da ist auch noch ihr Ex-Freund, der für die Polizei arbeitet und Bobbie dicht auf den Fersen ist. Eine wild-chaotische Verfolgungsjagd nimmt ihren Anfang ... (ca. 450 Seiten) 'Haltet euch fest! Bobbie Faye ist 100 Prozent reines Adrenalin! Ein außergewöhnlicher Roman, bei dem man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Einfach nur gut!' (Allison Brennan)



Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.

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2

Bobbie Faye ist die Chaostheorie.

Ein früherer Karatelehrer, der Bobbie Faye aufgefordert hatte, »mal richtig zuzuschlagen«. Die chirurgische Rekonstruktion seiner Nase macht gute Fortschritte.

Bobbie Faye überredete einige Nachbarn, ihr dabei zu helfen, so viel aus dem Wohnwagen zu retten wie nur irgend möglich. Die anderen Leute auf dem Trailerplatz, die eine ordentliche Katastrophe sofort erkannten, wenn sie sie sahen, stellten bereits Grills auf und öffneten die bis oben hin mit Bier gefüllten Kühlboxen. Ein paar ungehobelte Besoffene diskutierten darüber zu wetten, ob Bobbie Faye heute noch jemanden töten würde oder nicht.

»Das ist so, als würde man raten, ob eine Ente noch fliegen wird«, protestierte einer der Betrunkenen. »Da musst du schon genauer werden.« Während Bobbie Faye sich entfernte, begannen die Kerle, eine Katastrophen-Tippgemeinschaft zu bilden, ganz ähnlich wie bei Sportwetten, und zeichneten eine Tabelle. Den Spalten wurden die einzelnen Katastrophen zugeordnet und den Zeilen die Tageszeiten. Da ihr ständig irgendwelche Katastrophen passierten, ging es darum, richtig zu tippen, zu welcher Zeit eine eintraf.

Und es war gerade erst sieben Uhr morgens.

Die Bank machte nicht vor neun auf. Bobbie Faye hatte keine Ahnung, wie sie es schaffen sollte, bis dahin nicht auszurasten. Vielleicht würden die Betrunkenen heute ein Vermögen machen.

Sie kämpfte sich mit den letzten Stücken, die ihr noch am Herzen lagen, aus dem Trailer – den gerahmten Familienfotos. Stacey hockte da und sah ihr dabei zu, wie sie das Kondenswasser von der Innenseite des Glases abwischte und dann alles wieder zusammensetzte, stets darauf bedacht, jeden einzelnen der billigen Holzrahmen zu retten. Es waren einfache Schnappschüsse in Farbe: einer von Bobbie Faye, als sie ihren ersten Zahn verloren hatte, einer von ihrem Schulabschluss, ein Foto aus der Zeit, als sie einen Gipsarm getragen hatte, und eins, auf dem sie zehn Jahre alt war und mit dem achtjährigen Roy und ihrer damals vierjährigen Schwester Lori Ann auf einem altmodischen Spielplatzkarussell mit einem metallenen Dach aus Sternen und Halbmonden saß. Es zeigte eine der wenigen glücklichen Kindheitserinnerungen.

Sie war gerade mit den Bilderrahmen fertig, als ihre Freundin Nina eintraf, aufgestylt wie für den Laufsteg, in rosa Stilettos und einer hautfarbenen Bluse. Der Stoff war so hauchdünn, dass Bobbie Faye zweimal hinsehen musste, um zu erkennen, ob sie überhaupt etwas trug. Einer ihrer Nachbarn schien das gleiche Problem zu haben, und zwei andere Männer fielen von der Treppe ihrer Trailer, als Nina an ihnen vorbeiging und die beiden sich neugierig die Hälse nach ihr verdrehten.

Bobbie Faye verzog das Gesicht, als sie die einzigen halbwegs trockenen Kleidungsstücke betrachtete, die sie aus dem überschwemmten Kleiderschrank hatte retten können: eine tief sitzende Jeans, die einen Tick zu klein war, und ein winziges weißes T-Shirt auf dem stand: Knack mich, lutsch mich, iss mich roh! (und darunter: Muscheln aus Louisiana). Ihre Schwester hatte es ihr aus Jux zu Weihnachten geschenkt. Bobbie Fayes alte, abgewetzte Cowboystiefel vervollständigten das Ensemble.

Sie seufzte. Natürlich war sie an Ninas majestätische Schönheit gewöhnt. Sie selbst konnte ihre verfilzten Locken meistens kaum durchkämmen, während ihre Freundin vermutlich ein kleines Dritte-Welt-Land im Sturm hätte erobern können, ohne dass ihr cooler blonder Kurzhaarschnitt auch nur ansatzweise in Unordnung geraten wäre. Seit dem Kindergarten waren sie beste Freundinnen und hatten irgendwann den Spitznamen »Feuer und Eis« verpasst bekommen. Nina war einer der wenigen Menschen, denen Bobbie Faye all ihre weltlichen Besitztümer anvertrauen würde. Sie warf einen Blick auf die hellgrünen Plastikschmetterlinge in den ausgedörrten Blumenbeeten, aus denen sie eines Tages mal einen Garten hatte machen wollen, und dachte, dass sie das Wort »weltlich« vielleicht wieder aus diesem Satz streichen sollte.

Nina grinste Bobbie Faye gnadenlos an und zwinkerte ihr über den Rand ihrer Ray Ban zu. »B., du bist der erste Mensch, den ich kenne, dem es gelungen ist, einen Trailer zu ertränken.«

»Leck mich!«

Stacey riss die Augen auf und blickte zwischen Bobbie Faye und Nina hin und her, welche die Kleine sofort hochnahm und an sich drückte.

»Mach dir keine Sorgen, Stacey. Du wärst auch ziemlich sauer, wenn du gerade dein Haus geschrottet hättest.« Sie wandte sich wieder an Bobbie Faye. »Ich habe deine Nachricht bekommen, dass ich den Nass-Trocken-Sauger mitbringen soll, aber irgendwie hab ich den Eindruck, dass diese Phase schon hinter uns liegt.« Sie wartete, bis Bobbie Faye sie wütend anfunkelte, und grinste dann. »Was kann ich tun? Soll ich Stace in die Schule bringen?«

»Äh … nein … nicht unbedingt.« Bobbie Faye hatte noch nie Geheimnisse vor Nina gehabt, vielleicht mal etwas für ein paar Stunden für sich behalten, aber niemals einen ganzen Tag, und deswegen ging sie davon aus, dass Nina sie sofort durchschauen würde. »Ich mach das. Ich muss sowieso noch was besorgen.«

»Das kann ich übernehmen. Was brauchst du?«

»Nein, danke. Es ist etwas, wofür ich unterschreiben muss.«

Wie erwartet, spähte Nina misstrauisch über den Rand ihrer Sonnenbrille, mit einem Blick, der sagte: Wen willst du hier eigentlich verarschen?

»Ich brauche dich hier, damit du auf meine Sachen aufpasst.« Gleichzeitig sahen sie zu all den aufgebauten Grills und den mindestens zwei Dutzend Nachbarn hinüber, die in ihren Gartenstühlen saßen. Das Zischen von Bierdosen, die geöffnet wurden, durchschnitt die Stille des Morgens. »Ich habe schon gesehen, wie solche Leute innerhalb von fünf Sekunden einen Verkaufstisch auf dem Flohmarkt leer geräumt haben, ohne irgendwas davon überhaupt gebrauchen zu können.«, meinte Bobbie Faye.

»Und wie soll ich die Plünderung bitte verhindern?«

Auf diese Frage hin griff Bobbie Faye nach einer Eiswürfelzange und drückte sie Nina in die Hand. »Zeig keine Gnade.«

Ihre Freundin betrachtete die Gesichter der Nachbarn, in denen die blanke Gier geschrieben stand, und untersuchte dann die Plastikzange. »Lieber Gott, bitte mach, dass dieses Ding eigentlich ein Taser ist.«

Bobbie Faye schnappte sich ihre Handtasche und nahm Nina Stacey ab. Wenige Augenblicke später fuhr sie mit der Kleinen vom Gelände des Trailerparks, wobei ihr zusammengeflickter, rostiger gelber Honda Civic laut knatterte und tiefschwarze Rauchwolken ausstieß.

Roy beobachtete, wie Vincent sich in dem Ledersessel hinter seinem glänzenden Schreibtisch aus Walnussholz zurücklehnte und die Bilder aus Roys Brieftasche durchging. Es waren hauptsächlich heiße Aufnahmen von seinen Exfreundinnen. Plötzlich hielt der Kerl inne, ein boshaftes Lächeln umspielte seine Lippen. »Hübsches Familienfoto«, meinte er, und seine Stimme klang plötzlich wie ein Schnurren.

Roy stellten sich die Nackenhaare auf.

Vincent betrachtete den Schnappschuss der drei Geschwister, auf dem Lori Ann die damals drei Jahre alte Stacey auf dem Arm hatte. »Sehr … verführerisch. Besonders Bobbie Faye.«

»Woher wissen Sie, wer von den beiden Bobbie Faye ist?«

»Mein lieber Junge, jeder kennt die Piratenkönigin. Außerdem hat sie das, was ich haben will. Es gehört zu meinem Geschäft, so etwas zu wissen.« Er verzog den Mund. »Jede Wette, dass sie gefesselt noch viel reizvoller ist als du, mein Junge. Ich glaube, ich freue mich darauf, Bobbie Faye kennenzulernen.«

Sofort erwachte in Roy der Beschützerinstinkt. Allerdings wurde ihm genauso schnell klar, in was für einer aussichtslosen Lage er sich befand, als er an den Seilen zerrte, mit denen er an den Stuhl gefesselt war. Bobbie Faye konnte zwar recht gut auf sich selbst aufpassen, doch er wollte nicht, dass sie sich jemals mit dem wollüstigen Ausdruck auf Vincents Gesicht würde auseinandersetzen müssen.

»Oh, Sie könnten sie wahrscheinlich nicht ausstehen. Der letzte Kerl, mit dem sie ausgegangen ist, hätte sie am liebsten umgebracht.« Roy bemerkte, dass Vincent dies womöglich ernsthaft in Erwägung zog, und fügte schnell hinzu: »Nicht, dass Sie das wollen würden. Sie wissen schon, sie töten. Der Typ davor ist jedenfalls Priester geworden.« Irgendwie machte er alles nur noch schlimmer. »Sie ist ziemlich anstrengend.«

»Kratzbürstig? Das mag ich, solange meine Pläne deswegen nicht durchkreuzt werden.«

»Oh, das würde sie nicht tun. Ich schwöre es. Sie wird das Diadem holen und direkt dorthin fahren, wo Sie sie hinschicken.«

»Das hoffe ich für dich, Roy. Es wäre wirklich schade, wenn wir dich erst foltern und dann töten müssten.«

Vincent grinste. Eddie und der Berg lachten, als hätte er einen großartigen Witz gerissen. Sie schienen ihren Spaß zu haben. Roy biss die Zähne zusammen und versuchte, nicht zu zeigen, welche Sorgen er sich machte. Das lief ja perfekt. Bobbie Faye tat in den seltensten Fällen das, was man ihr sagte. Wie andere Leute über sie dachten, interessierte sie herzlich wenig … darin unterschied sie sich völlig von allen Frauen, die Roy bisher betrogen hatte. Manchmal fragte er sich sogar, ob sie wirklich aus dem Süden stammte oder überhaupt Amerikanerin war. Doch leider hing gerade sein Leben davon ab, dass Bobbie Faye dieses Mal ein paar Anweisungen sehr genau befolgte.

Er war dem Tod geweiht.

Roy zog sich der Magen zusammen, und er schwitzte...


Causey, Toni McGee
Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.

Toni McGee Causey lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Baton Rouge. Neben ihrer Tätigkeit als Krimiautorin arbeitet sie auch als Journalistin und Redakteurin eines Regionalmagazins. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie außerdem eine Baufirma.



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