Cherubim | Black Summer - Teil 1 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 365 Seiten

Reihe: Black Summer

Cherubim Black Summer - Teil 1

Liebesroman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7396-6937-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, Band 1, 365 Seiten

Reihe: Black Summer

ISBN: 978-3-7396-6937-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Offene Boots, Lederjacke, zerrissene Jeans, ein sexy Lächeln - so hatte sich Joy einen FBI-Agenten in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Und diesem Typen soll sie ihr Leben und das ihrer Schwester anvertrauen? Wahrscheinlich wären sie in einem tosenden Hurrikan sicherer als bei diesem unverschämt charmanten Kerl. Seit dem Tod ihrer Mutter hat es sich die neunzehnjährige Joy zur Aufgabe gemacht, sich um ihre kranke Schwester Holly zu kümmern. Die Familie hat eine enge Bindung, bis das schier Unvorstellbare geschieht: Kurz vor den Sommerferien konfrontiert der Vater sie mit der Wahrheit, die alles zerstört. Durch sein dunkles Geheimnis bröckelt seine mühsam aufgebaute Fassade. Joy und ihre Schwester werden aus ihrem gewohnten Leben gerissen und drohen in einen Abgrund zu stürzen.                                        Der Black Summer beginnt ... Lesermeinungen: 'Ein Buch, das es in sich hat.' 'Wow! Mehr fällt mir zu diesem Roman im ersten Moment nicht ein, direkt nachdem ich das Buch zur Seite gelegt habe.' 'Da ist der Autorin aber ein richtiger WOW-Effekt gelungen. Dieser Roman ist sowas von heiß, spannend und auch zum Haareraufen.' Der zweite und letzte Band ist ab sofort erhältlich!

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Kapitel 1
  »Komm schon, lass dich fallen. Niemand wird etwas mitbekommen.« Er grunzte nasse Küsse auf meinen Hals; seine Hände wanderten hinauf zu meinen Brüsten und kneteten sie grob. Mir stand nicht der Sinn nach einem Quickie. Mein Kopf war voll mit Problemen und eigentlich hätte ich einen richtigen Freund gebraucht, der mir zuhörte und half, mein Chaos zu ordnen. »Ich habe es noch nie in der Besenkammer unserer Senior Highschool getrieben und heute ist die letzte Gelegenheit.« Er presste seinen Schritt fester gegen meinen Bauch, sodass ich die harte Beule in seiner Hose deutlich spüren konnte. Das Regal mit den Putzmitteln drückte unangenehm in meinen Rücken und unsere Bewegungen ließen die Flasche mit dem Bodenreiniger gefährlich über unseren Köpfen wanken. Trotz allem versuchte ich mich auf ihn einzulassen. Ich bemühte mich, mein Hirn für ein paar Minuten freizubekommen und die schrecklichen Ereignisse der letzten Tage zu vergessen … vergeblich. Sein heißer Atem fühlte sich schmierig an und ich war nicht bei der Sache. Da war diese Blockade, die mein Hirn benebelte. Die jüngsten Geschehnisse hatten mich einfach fertiggemacht und mein sorgloses Leben durcheinandergewirbelt. Ich war müde, ausgelaugt und realisierte immer noch nicht ganz, was eigentlich geschehen war. Vorsichtig schob ich ihn von mir. »Ich kann nicht, Ben.« Endlich unterbrach er sein Geschlecke und Gestöhne, blickte mich fassungslos an. »Wieso nicht?« Die Verwirrung stand ihm ins Gesicht geschrieben. »Wir haben uns die ganze Woche nicht gesehen. Ich habe dich vermisst«, versuchte er mich einzulullen. Ohne auf mein Einverständnis zu warten, machte er sich wieder an meinem Hals zu schaffen, drückte mich an sich und knetete meinen Hintern. Ich bezweifelte, dass ich Ben wirklich gefehlt hatte. Es stimmte, in den letzten Tagen war ich nicht in der Schule gewesen. Außer zwei Nachrichten, die ich ihm geschickt hatte, hatten wir keinen Kontakt gehabt, aber jetzt war mir seine Nähe unangenehm, seine Bemühung, mich anzuheizen, zuwider. Ich fühlte mich bedrängt. »Ben, hör auf. Ich kann nicht.« Diesmal stieß ich ihn etwas grober von mir. »Es geht einfach nicht, tut mir leid.« »Hey! Was ist los?« Endlich ließ er von mir ab und fuhr sich durch sein honigblondes Haar. »Sonst hat es dir doch auch immer gefallen.« Ich verdrehte die Augen. Wieso kamen die meisten Typen mit einem Nein nicht klar? »Tut mir leid, ich weiß auch nicht … Ich kann mich nicht entspannen und ...« Ehrlich gesagt, war ich genervt, wollte, dass er von dieser fixen Idee einer schnellen Nummer in der Putzkammer der Schule abließ und sich endlich wie mein Freund benahm. Was ich brauchte, war eine Schulter, an der ich mich ausheulen konnte. Jemanden, der mich hielt, mir Trost spendete, ganz egal, was mein Vater angeblich verbrochen hatte. Nur einen kurzen Augenblick, in dem ich alles vergessen konnte, nicht stark sein musste. War das etwa zu viel verlangt? Die letzten Tage waren alles andere als gut gewesen. Es war der erste Schultag für mich, nachdem sich mein Vater der Polizei gestellt hatte. Vor genau fünf Tagen war ich noch eine ganz normale Highschoolschülerin auf einer normalen Privatschule mit normalen Freunden und einem halbwegs normalen Leben gewesen. Jetzt war ich der Feind Nr. 1, dabei wusste ich noch nicht einmal, was man mir vorwarf. Das Getuschel und die Blicke ließ ich äußerlich an mir abperlen, aber innerlich machte mich die deutliche Ablehnung meiner besten Freundinnen, der Mitschüler und sogar der Lehrer echt fertig. Ben schien der Einzige zu sein, der sich mit mir abgeben wollte. Jetzt war mir natürlich auch klar, warum. »Wenn es wegen deines Vaters ist, mach dir keine Gedanken. Es turnt mich an, dass du die Tochter eines Verbrechers bist.« Schlagartig sah ich wieder klar. »Mein Vater ist kein Krimineller, Ben! Du glaubst den Mist doch nicht wirklich«, zischte ich ihn an. »Sorry, leider sieht die Beweislage anders aus. Aber mach dir nichts draus, in ein paar Wochen haben das alle vergessen. Also ...?« Er trat mit einem anzüglichen Grinsen wieder näher und rieb sich an mir. Ich konnte nicht fassen, wie kalt und egoistisch er war. »Du bist echt ein Arsch, weißt du das?« Wütend stieß ich ihn von mir. »Hey Süße, jetzt sei nicht sauer!« Er trat wieder näher und versuchte mich erneut zu besänftigen. Er kapierte einfach nichts, wusste nicht einmal, worum es mir ging. Was hatte ich auch von dem begehrtesten Sunnyboy der Schule erwartet? Er war bekannt dafür, alles flachzulegen, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Wieso hatte ich mir eingebildet, dass ich etwas Besonderes für ihn sein könnte? Endlich verstand ich, dass ich nur eine weitere Trophäe in seiner Sammlung darstellte und die Sache schon längst hätte beenden sollen. Jetzt war die beste Gelegenheit dazu. Eilig riss ich mich von ihm los und funkelte ihn wütend an. Sein Haar war zerzaust und sein verdutzter Gesichtsausdruck sah zum Schreien aus. »Was soll das, Mia? Jetzt stell dich nicht so an.« »Weißt du was, Ben? Du kotzt mich echt an. Fick dich selbst!« Ich drängte mich an ihm vorbei und stolzierte aus der Besenkammer. Wow! Wie gut es sich anfühlte, ihn so abzuservieren! Innerlich klopfte ich mir auf die Schulter und feierte mich selbst.   ***   Mein Magen flatterte heftig, als ich am Nachmittag in die fast volle Turnhalle trat. Für einen kurzen Augenblick verstummten die Gespräche und alle Blicke ruhten auf mir. Ich spürte, wie das Blut in meine Wangen schoss und der Kloß in meinem Hals anschwoll. Leises Getuschel setzte ein, das wie das unterschwellige Summen aus einem Wespennest klang. Am Vormittag hatte ich das alles noch mit Würde ertragen, doch meine Fassade begann langsam zu bröckeln – ich schwächelte. Ich durfte mich nicht unterkriegen lassen, egal, was geschehen war. Ich schluckte, straffte die Schultern und schritt hocherhobenen Hauptes weiter. Der Raum war für den heutigen Abschlussball mit bunten Girlanden und Luftballons geschmückt worden. Mr. Finelly, unser Geschichtslehrer, der für die Technik während der Veranstaltung verantwortlich war, brabbelte etwas Unverständliches ins Mikro. Aus dem Augenwinkel entdeckte ich die zwei Zivilbeamten, die mich ständig bewachten. Warum auch immer die Polizei glaubte, ich bräuchte Schutz in meiner eigenen Schule, erschloss sich mir nicht. Unauffällig lungerten sie ein paar Meter hinter mir und ließen mich nicht aus den Augen. Alle waren da, mit ihren Eltern und Familien. Hin und wieder blitzte irgendwo ein Fotoapparat auf und lautes Gekicher dröhnte durch den Saal. Neben der vordersten Stuhlreihe standen meine besten Freundinnen – Oder sollte ich eher Ex-Freundinnen sagen? – Jenny, Vio und Marcy mit ihren Eltern. Es tat weh, nicht mehr zu ihnen zu gehören, und ehrlich gesagt konnte ich nicht begreifen, warum ich plötzlich der Feind war. Seit Tagen behandelten sie mich wie eine Aussätzige und mieden jedes Gespräch. All meine Handynachrichten und Telefonanrufe wurden von ihnen ignoriert. Gekleidet in blauer Robe und mit alberner Quastenkappe in der Hand, setzte ich mich in die letzte Reihe und wartete darauf, dass der Spuk vorbei sein würde. Bis auf ein paar heimliche Blicke beachtete mich niemand und so ertrug ich auch diese Bürde. Die Plätze füllten sich und endlich begann die Abschlussfeier. Eine Stunde musste ich die Schmach noch ertragen, bis ich mich für den Rest meines Lebens vergraben konnte. Direktor Mills betrat das Rednerpult und verharrte geduldig, bis sich alle auf ihren Plätzen eingefunden und ihre Gespräche eingestellt hatten. Neben mir blieb alles frei. Wer wollte schon neben der Tochter eines Kriminellen sitzen? Der Direktor fing mit seiner langweiligen Abschlussrede an. Ben befand sich auf der anderen Seite der Halle. Meine Worte von heute Vormittag schienen ihm nicht viel auszumachen. Er flirtete ungeniert mit Angelina, die ihr Glück, endlich seine Aufmerksamkeit zu haben, kaum fassen konnte. Schmunzelnd schüttelte ich den Kopf. Er ließ wirklich nichts anbrennen. Zum Glück war ich ihn jetzt los. Es verletzte mich nicht, aber ich war enttäuscht. Bis dato hatte ich geglaubt, Freunde zu haben. Applaus donnerte durch die Halle. Julie Baker strahlte ins Publikum und winkte, als wäre sie bei einer Misswahl. Ich verdrehte die Augen. Warum zog sie immer so eine Show ab? Ich hatte sie noch nie leiden können. Sie hatte mich von Anfang an als Konkurrentin gesehen, weil Ben an mir mehr interessiert gewesen war als an ihr. Jetzt hatte sie freie Bahn. Weitere Namen wurden aufgerufen. Nervös nestelte ich mit den Händen an meiner Robe und musste an meinen Vater denken. Seit Dad fort war, stand mein Leben Kopf. Meine fünfjährige Schwester Cathrin brauchte mich – ich war nun ihr einziger Halt. Unsere Mutter war bei ihrer Geburt gestorben und seither hatte sie nur noch Dad und mich. Sie war ein tapferes und mutiges Kind, trotz ihrer Herzprobleme und der vielen Operationen, die sie schon seit ihrer Geburt begleiteten. Sie imponierte mir und manchmal fragte ich mich, woher sie ihre Stärke nahm, das alles durchzustehen. Sie war mein kleiner Keks und ich liebte sie über alles....



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