E-Book, Deutsch, Band 2, 348 Seiten
Reihe: Gilded Cage
Cherubim Diamond Truths
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96714-267-9
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
New Adult Romance Thriller mit Forbidden Love
E-Book, Deutsch, Band 2, 348 Seiten
Reihe: Gilded Cage
ISBN: 978-3-96714-267-9
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
'Diesmal bin ich wirklich wütend. Niemand darf dich berühren, Leni, niemand! Du gehörst mir ... für immer ...' Das Feuerwerk ist verblasst, die Funken sind erloschen, und aus himmlischen Gefühlen wurden höllische Qualen. Für Leni und Luke ist ein Happy End unerreichbar geworden. Nie geahnte Abgründe, skandalöse Verdächtigungen und schmerzlicher Verrat lenken Lenis Schicksal in eine Richtung, die sie an ihre Grenzen bringt. Doch eben jenes Schicksal hält noch einige Überraschungen bereit. Denn Leni muss auf brutale Weise lernen, dass ihr besessener Schatten nicht davor zurückschreckt, ihr Fehlverhalten mit tödlichen Konsequenzen zu bestrafen. In all dem Chaos muss Leni herausfinden, wem sie trauen kann: Ihrem Kopf oder ihrem Herz? Die spannende Geschichte von Leni und Luke geht in 'Gilded Cage - Band 2' in die nächste Runde! Dies ist die überarbeitete Neuauflage von 'White House Princess - Hopeful' (2018 erschienen). ACHTUNG: Es wird nach vielen Jahren einen langersehnten 3. Band geben, der nochmal alles auf den Kopf stellt!
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2
Umgeben von Dunkelheit trieb ich wie ein Stück Holz im Ozean. Es war still und friedlich, fast wie Schlafen. Es gab keine Gefühle, keinen Schmerz, keine Erinnerung – nur die ewige Finsternis, die mich in ein Tuch aus Unendlichkeit einhüllte. Ein Zustand der völligen Leere. Nur entfernt nahm ich Stimmen wahr. Zuerst ganz leise, doch sie wurden lauter, und ich begriff, dass jemand nach mir rief. Ich sollte zurückgehen, aber ich steuerte auf dieses allumfassende Nichts zu, das mich magisch anzog. Mit jedem Meter, den ich tiefer eintauchte, verlangsamte sich mein Herzschlag. Mein inneres Licht begann zu flackern, drohte zu erlöschen. Meine Gedanken würden bald für immer verstummen, und ich würde mich auflösen. Ich war bereit dazu, denn es war leichter, als ich geglaubt hatte. »Mr. Carter, hören Sie mich?« Die Stimme war deutlich, laut und klar. Geräusche wurden schärfer, und ich spürte, wie ich aus den dunklen Tiefen katapultiert wurde. Die Finsternis verblasste, verzog sich, und gleich darauf schlug ich die Augen auf. Sofort wurde mein Hirn mit gleißendem Deckenlicht, dem unaufhörlichen Piepsen von Maschinen und dem Geruch nach Desinfektionsmittel durchflutet. Ein älterer Mann mit Schutzkleidung beugte sich über mich. »Willkommen zurück, Mr. Carter.« Er schien unter seiner Maske zu lächeln. Seine grauen Augen schauten mich müde, aber freundlich an. »Wie fühlen Sie sich?« Mein Mund war staubtrocken, mein Kopf dröhnte. Ehrlich gesagt fühlte es sich an, als wäre ein Lastwagen über mich hinweggerollt. Vorsichtig wollte ich mich aufrichten, doch mir fehlte die Kraft, mich zu bewegen. »Bleiben Sie ruhig, Mr. Carter. Ich bin Prof. Dr. Langley. Sie wurden bei einem Einsatz am Kapitol angeschossen. Erinnern Sie sich? Die Kugeln, die Sie getroffen haben, haben Ihrem Körper ganz schön zugesetzt, aber ich konnte sie entfernen.« Ich wollte etwas sagen, doch ich brachte keine Silbe über die Lippen. Ich war zu schwach. Der Arzt erkannte meinen fragenden Blick. »Außer Ihnen wurde niemand verletzt. Ms. Davis und ihrer Freundin geht es gut.« Er lächelte. »Sie sind ein Held, Mr. Carter. Alle Welt feiert Sie.« Erinnerungen jagten durch mein Hirn. Ihr ging es gut. Erleichtert atmete ich aus. Dr. Langley lief ans Bettende und nahm das Klemmbrett in die Hand. »Ihre Werte sehen vielversprechend aus, aber Sie müssen Geduld haben. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis Sie fit sind. Ruhen Sie sich aus. Mein Team und ich freuen uns, dass Sie wieder bei uns sind. Übrigens, Ihre Schwester war rund um die Uhr bei Ihnen. Ich konnte sie überreden, eine Pause einzulegen, um sich frischzumachen. Sie wird in ein paar Minuten zurück sein.« Der Arzt tätschelte meine Hand, bevor er das Zimmer verließ. Einen Tag später lag ich immer noch in dem verfluchten Bett, allerdings in einem anderen Raum. Die Vorhänge waren zugezogen, Blumen standen auf einem Tischchen, und in einem Sessel saß meine Schwester Caroline und schlief. In einem Fernseher an der Wand flimmerten stumme Bilder, und das Licht flackerte wie kleine Blitze durch das abgedunkelte Zimmer. Übelgelaunt ließ ich mich vom Fernsehprogramm berieseln, um nicht völlig die Krise zu bekommen, weil ich ans Bett gefesselt war und mich kaum rühren konnte. Mein Oberkörper war einbandagiert, und jede Bewegung brannte wie die Hölle. Schmerzmittel, die mich schläfrig machten, bekam ich regelmäßig durch einen Tropf. Die Zeit zog sich wie ein Kaugummi, und das ewige Ticken der Wanduhr ging mir tierisch auf den Sack. Ich schaute zu Caroline. Sie war blass, hatte abgenommen, und unter ihren Augen waren tiefe Schatten zu erkennen. Es war schwer zu ertragen, wie verängstigt und verwirrt sie war. Der Schock stand ihr ins Gesicht geschrieben. Vieles konnte ich selbst noch nicht verstehen, und solange ich nicht in der Lage war, meine Schwester zu beschützen, war sie in Gefahr. Steven hatte mich über alles informiert. King hatte es auf mich abgesehen, hatte diesem dämlich grinsenden Typen den Auftrag gegeben, mich aus dem Weg zu räumen. Sein Plan war misslungen, aber ich war davon überzeugt, dass er es wieder versuchen würde. Solange King sich nicht hinter Gittern befand, waren die Menschen in meinem Umfeld meine Schwachstelle – Angriffspunkte, die er ausnutzen konnte. Er war ein Killer, ein Verrückter, der uns alle zum Narren hielt. Ich hatte Fehler gemacht – das wurde mir von Stunde zu Stunde mehr bewusst. Caroline und Milo mussten verschwinden, so schnell wie möglich. Wer wusste schon, was in Kings krankem Hirn für Ideen spukten? Natürlich war das FBI auch mir gegenüber misstrauisch. Sie hatten meinen Vater in Untersuchungshaft gesteckt, und Steven meinte, sie könnten es kaum erwarten, mich zu befragen. Je mehr ich versuchte, in dem Chaos durchzublicken, desto stärker drängte sich mir die Vermutung auf, dass es einen Spitzel beim FBI oder beim Secret Service geben musste. Wie wäre King sonst an alle Informationen gekommen? Und solange das nicht geklärt war, waren Leni, meine Schwester, Milo und sogar ich in Gefahr. Unruhig tippte ich Caroline an. Sie erwachte und wischte sich schlaftrunken übers Gesicht. »Luke? Entschuldige, ich bin wohl eingeschlafen.« Sie gähnte. »Alles in Ordnung bei dir? Brauchst du irgendwas?« Sie richtete sich auf und legte ihre Hand auf meinen Arm. Das Flackern des Fernsehers erregte ihre Aufmerksamkeit. »Dass du dir das stundenlang ansehen kannst! Die Menschen feiern dich zwar als Held, aber ich kann die Bilder nicht mehr sehen.« Aufnahmen vom Anschlag vor dem Kapitol flimmerten zum x-ten Mal über die Mattscheibe und zeigten, wie Panik auf dem Platz ausbrach und die Leute flohen. Mittlerweile kannte ich alle Handyaufnahmen und Kameraeinstellungen auswendig. Ich hatte keine Ahnung, warum ich mir das ständig ansah – vermutlich suchte ich nach einem Hinweis, der mir bisher verborgen geblieben war. Sie nahm mir die Fernbedienung aus der Hand und schaltete die Kiste aus. »Hey! Ich bin ein Held, ich darf mir meine glorreichen Taten ansehen«, versuchte ich, die gedrückte Stimmung zu heben. »Vielleicht verleihen sie mir einen Orden.« Caroline fand das nicht so witzig; erst recht nicht, nachdem Steven uns mit den neusten Informationen beglückt hatte. Eine Untersuchungskommission war eingerichtet worden, die nun herausfinden sollte, ob ich etwas mit der Sache zu tun hatte. Steven hatte mir berichtet, dass sie mich verdächtigten, mit den Bildern im SUV etwas zu tun zu haben. Wer sonst, außer mir, hätte diese Fotos machen können? Mit diesem Verdacht war klar, dass meine Tage beim Secret Service gezählt waren. Ich war so gut wie geliefert, meine Karriere beendet, da machte ich mir nichts vor. Es musste eine andere Erklärung dafür geben. Mit dem Anschlag oder den Vorwürfen meinem Vater gegenüber hatte ich ebenfalls nichts zu tun, das sollten sie doch kapieren. Seufzend schaute mich Caroline aus traurigen Augen an. Dass sie sie zu mir gelassen hatten, grenzte schon an ein Wunder, aber wahrscheinlich war das komplette Zimmer verwanzt, in der Hoffnung, sie würden irgendetwas erfahren. »Ich will, dass du nach Hause kommst, Luke.« Vorsichtig betätigte ich den Hebel der Kopflehne, die sich langsam aufrichtete. Ein Stechen peitschte durch meinen Oberkörper. Ich verzog vor Schmerz das Gesicht. Jede Bewegung fühlte sich wie ein Donnerschlag an. Sofort stand Caroline auf, um mir zu helfen. Stöhnend und frustriert ließ ich mich in die Kissen fallen und schloss für einen Moment die Augen. »Du musst dich ausruhen. Du brauchst dringend eine Mütze voll Schlaf, und ich habe kein gutes Gefühl dabei, wenn Milo so lange bei Fremden untergebracht ist«, erwiderte ich stattdessen und war froh, dass der Schmerz endlich abklang. »Er ist bei Freunden, Luke, nicht bei Fremden, und ich telefoniere jeden Tag mit ihm.« »Trotzdem … Du solltest mit Milo verschwinden, ihr seid hier nicht sicher.« Resigniert ging sie zum Fenster. »Wie stellst du dir das vor? Wo soll ich denn hin? Außerdem sind Milo und ich nicht die Einzigen, die in Gefahr sind. Hast du vergessen, dass dich jemand umbringen will?« Gerade deshalb machte ich mir Sorgen. Zurzeit stand ich unter dem Schutz der Regierung, aber wie lange noch? Das könnte sich jederzeit ändern. »Was ist mit deinem Job?« »Ich finde schon etwas Neues. Wir könnten zusammen in eine andere Stadt ziehen, irgendwo von vorne anfangen, wenn alles vorbei ist.« »Und Dad?« Sie schluckte und senkte den Blick. »Ich weiß nicht, ob ich es ertragen kann, die Tochter eines Verbrechers zu sein.« Ihre laut ausgesprochenen Gedanken konnte ich ihr nicht verübeln. Noch immer tappten wir im Dunkeln, was ihn betraf. Außerdem war Bowling Green ein kleiner Ort, in dem jeder jeden kannte, Geheimnisse niemals geheim blieben und man schnell einen Stempel aufgedrückt bekam. Ich verstand, dass sie sich nach der Anonymität einer Großstadt sehnte, nach Normalität und Frieden. »Ich weiß nicht, was ich tun soll, Luke. Beinahe hätten Milo und ich dich verloren«, flüsterte sie, und dicke Tränen kullerten ihre Wangen herunter. Ich verfluchte meinen körperlichen Zustand, weil ich nicht in der Lage war, meine...




