E-Book, Deutsch, Band 2, 336 Seiten
Reihe: Whisper In A Bottle
Cherubim Whisper In A Bottle - Brennende Welt
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96714-143-6
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebesroman
E-Book, Deutsch, Band 2, 336 Seiten
Reihe: Whisper In A Bottle
ISBN: 978-3-96714-143-6
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
»Nur wenn du selbst brennst, kannst du das Feuer kontrollieren und vielleicht einen Funken in anderen entfachen.« Emily und Mad haben den Brandanschlag überlebt, doch für eine gemeinsame Zukunft scheint Mad nicht bereit zu sein. Er lässt den Deal mit Aiden platzen und besiegelt somit das Schicksal der Westham-Destillerie. Das Familienerbe zu verlieren, bedeutet für Emily auch, Tom endgültig loszulassen. Aber sie ist nicht bereit, die Entscheidungen, die andere für sie getroffen haben, zu akzeptieren und will kämpfen - um ihre Liebe zu Mad und um Toms Erinnerungen. Tapfer versucht sie, die Fäden in der Hand zu halten, bis sie in Mads Villa etwas entdeckt, das alles infrage stellt. Das rasante Finale des Zweiteilers 'Whisper In A Bottle' von Erfolgsautorin Any Cherubim. Leserstimmen zu Band 1: 'Hier ist Any Cherubim etwas Meisterhaftes gelungen. Der Plot ist hervorragend ausgetüftelt, sodass man das Buch wie im Rausch liest.' 'Fesselnd, spannend, sehr geheimnisvoll und mit viel Gefühl. Ein purer Lesegenuss und sehr empfehlenswert!' 'Es ist immer wieder erstaunlich, wie Any Cherubim es schafft, so vieles in einem Buch unterzubringen - Spannung, Tiefe, Gefühl, Humor ...'
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Mad
Mit einem gierigen Atemzug fülle ich meine Lungen und reiße erschrocken die Augen auf. Das Piepen einer Maschine und Tageslicht zerren mich aus der Bewusstlosigkeit, und im ersten Moment weiß ich nicht, wo ich bin. Ich sehe kahle Wände, einen Apparat, aus dem Kabel und Schläuche zu meinem Körper führen, und eine Atemmaske, die mich mit einem zischenden Geräusch mit frischem Sauerstoff versorgt. Mein Schädel brummt, und ich habe Halsschmerzen. Emily! Der Gedanke an sie holt mich endgültig aus der Benommenheit. Eine zarte Berührung lenkt meine Aufmerksamkeit zur Seite des Bettes. Die Frau ist schön, wie immer etwas übernächtigt und hat gerötete Augen. »Mom?« »Du bist in Sicherheit, alles wird gut, Mad.« Erleichtert und erschöpft sinke ich in die weichen Kissen. Sie weint, lächelt und hält meine Hand. »Gott sei Dank. Wir dachten schon, wir hätten dich verloren. Du kannst dir nicht vorstellen, welche Sorgen ich mir gemacht habe.« Ich will mich aufrichten, am liebsten aus dem Bett steigen, doch nicht nur Mom drückt mich zurück, sondern auch mein geschwächter Zustand. Kopfschmerzen stechen wie Nadeln bei jeder Bewegung, und das leise Brennen in meiner Lunge tut weh. »Wo ist sie?«, frage ich durch die Maske. »Wo ist Emily?« »Es geht ihr gut, Mad.« »Ich will zu ihr.« »Nein, noch nicht, du bist viel zu schwach. Sie liegt nur ein paar Zimmer weiter und wird versorgt. Sie erholt sich, genau wie du. Die Ärzte sind zuversichtlich. Oh Mad, um ein Haar hätten wir dich verloren.« Sie lebt, schießt es mir durch den Kopf. Erleichterung befällt mich, und im Geiste rufe ich ihr Gesicht herbei. Ihr Lächeln wärmt mich, schenkt mir etwas Frieden, aber die Erinnerung daran, als wir im Feuer gefangen waren, sie verzweifelt ihre Hand nach mir ausgestreckt hat und ich ihr nicht helfen konnte, verengt meine Brust. Ich hätte es mir niemals verzeihen können, wenn sie es nicht geschafft hätte. »Und der Club?« »Er ist vollkommen abgebrannt. Die Feuerwehrleute konnten euch in letzter Minute aus den Flammen retten. Ihr hattet einen Schutzengel.« Ich erinnere mich, dass ich aus dem Gefängnis freikam, im Angels Share ein wenig gefeiert habe und Emily am Ende im Vorratskeller vorfand. Ich schüttle die Erinnerung ab. »Was ist passiert?« »Jemand hat Feuer im Angels Share gelegt. Es war Brandstiftung, Mad. Aber Genaueres wird noch untersucht. Wer in aller Welt tut uns so etwas an? Alec und dein Großvater haben mich über die Vorfälle in der Firma aufgeklärt.« Ich denke an die Anschläge in der McKinley-Destillerie, die verschwundenen Macallan-Flaschen, an Hurleys Ermordung und den Brand im Club. An dem Abend haben wir meine Freilassung gefeiert. Erst als ich Emilys Wagen auf dem Parkplatz sah, wusste ich, dass sie noch hier sein musste. Ich fand sie im Keller, und nachdem sie mich verführt hat, entdeckte ich, dass die Metalltür abgeschlossen war. Jemand hat uns eingesperrt, Feuer gelegt und wollte uns umbringen. »Mad, ich ertrage das nicht länger. Ich weiß nicht, in welchen Schwierigkeiten du steckst, aber das muss aufhören.« Mom starrt mich an, und ich höre ihren Vorwurf. Meine eigene Mutter glaubt, dass ich dafür verantwortlich bin. Haben das mein Großvater und Alec ihr eingeredet? Ich starre zur Decke und verspüre den Drang, das Bett zu verlassen. Ich muss hier raus. Aber als ich die Atemmaske abziehe und mich aufzusetzen versuche, überkommt mich Schwindel, und ich fühle, wie geschwächt ich bin. Frustriert gebe ich auf. Blanker Hass wallt in mir auf, wenn ich daran denke, dass Emily hätte sterben können. Ich will herausfinden, wer hinter all diesen Anschlägen und Manipulationen steckt. »Schlaf jetzt, Mad. Du musst gesund werden. Ich sehe später wieder nach dir.« Mom streicht liebevoll eine Haarsträhne aus meiner Stirn, küsst mich und verlässt leise das Zimmer. Ich erwache und bin allein. Die Halsschmerzen haben ein wenig nachgelassen, und die Kopfschmerzen sind abgeklungen. Eine Schwester kommt herein, fummelt am Infusionsständer und lächelt. »Wie fühlen Sie sich?« »Ganz okay.« »Haben Sie Schmerzen?« »Nein. Wann kann ich hier raus?« »Das wird der Arzt entscheiden, aber erst mal müssen Sie Bettruhe halten. Ich lass Ihnen etwas zu essen bringen.« Sie geht aus dem Zimmer, und ich bleibe genervt zurück. Ich schließe die Augen, und Emilys Gesicht taucht auf. Erleichtert, dass es ihr gutgeht, entspanne ich mich und muss bei der Erinnerung an sie schmunzeln. Die Hexe hat mich voll im Griff, meine Gedanken werden ausschließlich von ihr beherrscht. Ich stelle mir vor, wie ihre Brüste sich in meinen Händen angefühlt haben. Früher waren sie klein, jetzt sind sie geradezu perfekt. Dafür war ihr Hinterteil schon immer gut proportioniert, und die Art, wie sie ihr langes, braunes Haar über die Schultern warf, hat nicht nur mich verrückt gemacht. Ihr verführerischer Mund und das Bild, wie sie mich angebettelt hat, lassen mich hart werden. Verdammt! Erneut werden meine Fantasien unterbrochen, als zwei Krankenschwestern hereinkommen. Ich stelle mich schlafend, in der Hoffnung, dass sie gleich wieder verschwinden. »Ich glaube, du bist zu wählerisch, Tracy«, flüstert eine der beiden. »Du solltest Brad eine Chance geben. Gut, er ist nicht so attraktiv, aber er hat bestimmt andere Vorzüge.« Etwas wird auf den Rollwagen neben meinem Bett abgestellt. »Wenn Brad wenigstens so aussehen würde wie dieses Prachtexemplar hier, dann würde ich sofort Ja sagen«, erwidert die andere Stimme. »Pst, nicht so laut. Wenn er dich hört.« »Er schläft tief und fest. Das müssen ja wilde Träume sein«, tuschelt sie kichernd. Mein Laken ist verrutscht, weshalb die Frauen freien Blick haben. »Wow! Er ist ziemlich groß.« »Wenn Brad so bestückt wäre, würde ihn niemand von der Bettkante schubsen.« »Doch: Oberschwester Augusta.« Sie prusten los, und ich fühle mich geschmeichelt. »Schwester Tracy, Schwester Avery?« Eine frostige Stimme, die von der Tür zu hören ist, lässt sie verstummen. »Zimmer sieben und acht warten auf ihr Essen.« »Jawohl, Oberschwester Augusta«, kommt es prompt aus ihren Mündern. In der Hoffnung, wenigstens einen kurzen Blick auf die Krankenschwestern zu werfen, öffne ich die Augen, doch stattdessen ist da ein strenges und ausdrucksloses Gesicht direkt über mir. Fuck! Sofort erschlafft mein Penis und will sich ängstlich verkriechen. Erschrocken weiche ich tiefer in die Kissen. Sie verzieht mürrisch den Mund, nimmt das Laken und deckt mich ordentlich zu. »Ich bin Oberschwester Augusta.« »Hallo, ich bin Maddox McKinley.« »Ich weiß, wer Sie sind. Ihr Essen steht bereit, eine Schwester holt das Tablett in fünfzehn Minuten ab. Auf meiner Station ist ab zwanzig Uhr Ruhe.« Sie hat eindeutig etwas von einem Feldwebel, der ein strenges Regiment führt. Ich war nie wählerisch, was Frauen betrifft, aber mit so einer hatte ich noch nie zu tun. »Schön, Sie kennenzulernen«, antworte ich freundlich und ziehe das Laken weiter herauf. »Wann kann ich aufstehen?« Sie kontrolliert den Medikamentenzugang in meinem Arm. Dabei sehe ich ihren leichten Bartschatten. Ihr Haar hat sie fest im Nacken zu einem Knoten gebunden, was sie autoritär wirken lässt. »Wenn der Arzt es Ihnen erlaubt. Essen Sie.« Sie macht auf ihren orthopädischen Schuhen kehrt und verlässt das Zimmer, worauf ich erleichtert ausatme. Ich schiele zum Tablett, und mein Magen knurrt, aber als ich den Deckel anhebe und die dünne Suppe und den Zwieback erkenne, vergeht mir der Appetit. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen, wenn ich an Conchitas Steaks denke. Ich muss hier raus. Wie versprochen holt eine junge Krankenschwester das Geschirr nach fünfzehn Minuten ab. »Sie haben ja gar nichts gegessen.« »Ich will ein Steak und würde alles für einen Whiskey geben«, murre ich. Grinsend schaut sie zur Tür, um sich zu vergewissern, dass der Stationsdrache nicht mithört. »Ich weiß, dass das Essen hier keine Hausmannskost ist. Mit Steaks und Whiskey kann ich Ihnen leider nicht dienen.« Sie lächelt mitfühlend. »Wie heißen Sie?« »Britney.« »Ein schöner Name für eine hübsche Frau.« Sie errötet. »Aber ich könnte in der Küche mal nachsehen, was ich finde.« Ist das zu fassen! Sie flirtet mit mir. »Wunderbar, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir feste Nahrung besorgen könnten.« »Ich versuche es.« Eine halbe Stunde später ist mein Magen mit Keksen, einem Apfel und ein paar Crackern gefüllt. Nicht gerade meine Lieblingsspeise. Es dämmert bereits, als der Drache erneut hereinkommt. Mit einem Lächeln hält sie mir eine Bettpfanne vor die Nase. »Einfach klingeln, dann helfen wir Ihnen.« »Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich …« »Sie haben Bettruhe verordnet bekommen, Mr. McKinley. Natürlich werden Sie Ihr großes Geschäft hierein verrichten«, sagt sie streng. Ich kann mir nicht helfen, aber die Oberschwester genießt ihre Machtstellung. Wir taxieren einander. »Ich bin ein Mann, der durchaus in der Lage ist, sich selbst darum zu kümmern. Ich werde definitiv nicht in eine Pfanne kacken. Ich will Sie nur davor bewahren, schwer tragen zu müssen.« Sie hebt die Brauen, und ich bin mir nicht sicher, ob sie sich über meine direkte Art brüskiert oder weil ich ihr widerspreche. »Mr. McKinley, Sie brauchen sich nicht zu...




