Cherubim | Whisper In A Bottle - Glühendes Leben | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Cherubim Whisper In A Bottle - Glühendes Leben

Liebesroman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96714-140-5
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

ISBN: 978-3-96714-140-5
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Zwei verfeindete Familien, zwei Whiskey-Destillerien und ein Deal, der mehr ans Licht zerrt als nur eine bitterböse Vergangenheit ... Emily Westham kann es nicht fassen: Ihr Bruder hat sich mit Maddox McKinley eingelassen, dabei sind die Westhams und McKinleys erbitterte Rivalen. Jetzt soll ausgerechnet sie ihren Kopf für diesen Deal hinhalten und für Maddox arbeiten. Emily weiß von seinem Ruf: Er ist gefährlich, skrupellos, geheimnisumwittert - und leider unfassbar sexy. Äußerst widerwillig fügt sich Emily ihrem Schicksal. Allerdings hat sie Beweggründe, sich auf die Abmachung einzulassen, die über die Rettung des Familienunternehmens hinausgehen. Einer davon hätte vor Jahren beinahe nicht nur sie, sondern auch ihre Familie zerstört. Und nur Maddox kennt ihren inneren Kampf, fühlt die gleiche Dunkelheit und hat eine Verbindung zu ihrer Seele, von der Emily dachte, sie schon vor Jahren durchtrennt zu haben. 'Whisper In A Bottle - Glühendes Leben' ist der erste Teil der neuen Dilogie von Bestseller-Autorin Any Cherubim. Der zweite und letzte Band 'Whisper In A Bottle - Brennende Welt' ist jetzt in allen eBook-Shops erhältlich!

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Prolog
  Maddox
        Das Katz-und-Maus-Spiel beginnt in dem Augenblick, als ich das Büro des CEO Aiden Westham betrete. Es liegt in einem alten Gebäudekomplex, der dringend renoviert werden sollte. Zufällig weiß ich, dass die Westhams mit dem Rücken zur Wand stehen und beinahe pleite sind. Das Allerbeste ist, ich habe den CEO in der Hand und könnte ihn zerquetschen wie eine Made. Das ist nicht gerade anständig von mir, aber alle Leute wissen, dass man sich mit mir am besten nicht anlegt. Wie schon erwähnt, bin ich kein netter Typ. Es reizt mich, ihm den Schweiß auf die Stirn zu treiben und es diesem dämlichen Idioten endlich mal heimzuzahlen. »Pfeif deine Gorillas zurück, Mad. Können wir diese Angelegenheit nicht zivilisiert lösen«, ruft Westham mir zu, als ich sein Arbeitszimmer betrete. Meine Männer, Popcorn und Silent, haben sich an seinem Designerschreibtisch rechts und links postiert und hindern ihn daran, aufzustehen, während Milow dafür sorgt, dass wir nicht gestört werden. Ungerührt steuere ich seine kleine Bar an, auf der edle Tropfen in Flaschen stehen. Westham will sich losreißen, doch Silent drückt ihn zurück auf seinen Platz. »Verdammt! Mein Vater ist gerade gestorben. Hast du nicht einen Funken Respekt im Leib?« Tatsächlich rührt mich der Tod seines Dads. Deshalb habe ich meinen Besuch auf heute verschoben. Ich weiß, wie sich Verlust anfühlt, aber damals hat Aiden Westham auch keine Rücksicht auf mich genommen, weshalb ich jetzt sein Gejammer ignoriere. Gleichgültig inspiziere ich die Whiskeyflaschen. Es sind unzählige Sorten, alle mit dem gleichen langweiligen Etikett, dem Westham-Firmenlogo und dem typischen Schriftzug ›Westham Distillery, Kentucky, since 1923‹. Ich greife nach einer Flasche, öffne sie und trinke einen großen Schluck. Ich bin einiges gewöhnt, und wenn ich ehrlich sein soll, schmeckt der Westham-Fusel gar nicht so übel, aber das werde ich ihm nicht auf die Nase binden. Das wäre so etwas wie Hochverrat an meiner eigenen Familie. Also spiele ich die Rolle, die mein Großvater von mir erwartet hätte. McKinley gegen Westham, verfeindete Whiskey-Brenner seit ewigen Zeiten. Kaum spüre ich die Wärme im Hals und schmecke die ledrig herben Aromen, pruste ich das Zeug angewidert in hohem Bogen aus. »Wäh! Was ist das für ein Mist? Habt ihr Kamelscheiße hineingepanscht? Die Plörre ist ja ungenießbar.« Angeekelt wische ich mir über den Mund und spucke die Reste auf den Boden. »Kein Wunder, dass ihr pleitegeht.« Zufrieden stelle ich fest, dass Aiden vor Entsetzen gleich der Helm brennt. Wut steht ihm ins Gesicht geschrieben. »Du hast wirklich keine Manieren, McKinley.« »Sorry«, sage ich achselzuckend, »aber das Gesöff ist echt übel. Mein Großvater meint: ›Ein guter Destillateur darf seine Kehle niemals mit billigem Fusel verätzen.‹« Aiden beißt die Zähne zusammen, während Silent und Popcorn lachen. »Ist das etwa deine gesamte Whiskeyauswahl?« Ich deute auf die Flaschen an der Bar, und genau in dem Moment entdecke ich etwas in einer Vitrine, was sofort meine Neugier weckt. Ich schlendere hinüber und bleibe voller Respekt davor stehen. Ich pfeife anerkennend. »Wow! So viel Geschmack hätte ich dir gar nicht zugetraut. Wieso besitzt jemand wie du einen 1964 Bowmore?« Über so viel Stil muss ich lächeln und will mir das wertvolle Stück näher ansehen. »Komm schon, Mad. Du weißt doch, wie das ist. Der Bowmore ist nicht verhandelbar. Er gehörte meinem Vater. Ich kann ihn dir nicht geben.« Westham fährt sich nervös durchs Haar. Ich öffne die Vitrine und nehme die kostbare Flasche heraus. Der Whiskey ist tatsächlich ein echter Bowmore aus dem Jahre neunzehnhundertvierundsechzig. Ein alter, schottischer Single Malt, der ein Vermögen wert ist. »Du bekommst dein Geld, ich verspreche es«, sagt Aiden nervös, deshalb beschließe ich, die Sache ein wenig auf die Spitze zu treiben. Ich werfe Silent und Popcorn einen Blick zu und grinse diabolisch. Man soll sich eben nie mit dem Teufel einlassen. Ich öffne das gute Stück, und Aiden steht kurz vor einem Anfall. »Fuck! Mad! Nein! Was tust du?« »Ich bediene mich einfach. Ich finde, du bist ein schlechter Gastgeber.« Als der Korken sich mit einem dumpfen Plopp herauslöst, ist das wie Musik in meinen Ohren und für Aiden wahrscheinlich der schlimmste Tag seines Lebens. Er flucht laut, was ihm ein, zwei Schläge auf den Hinterkopf von Popcorn einbringt. Ich rieche am Flaschenkorken und warte einige Sekunden, damit der alte Tropfen atmen kann. Aiden zieht vor Schock hörbar die Luft ein. Er will sich erneut losreißen, wird aber von Silent und Popcorn wieder auf den Stuhl gepresst. Alle erwarten, dass ich den Whiskey schließe und zurückstelle, aber wer das glaubt, kennt mich schlecht. Ich setze die wertvolle Pulle an und entweihe die Flasche mit dem Mund. Geschmeidig wie Öl fließt der teure Bowmore in mich. Es ist mucksmäuschenstill, selbst meine Männer starren mich ungläubig an. »Das wirst du bereuen, du mieses Stück Scheiße«, zischt Aiden, während ich die Aromen einsortiere. 40,5 Prozent Alkohol fluten meine Kehle, füllen meinen Magen und wärmen meine Brust. Es sind nicht die besten Aromen, die ich je genossen habe, aber ich schmecke deutlich den Geist und die Jahrzehnte heraus, während der bernsteinfarbene Whiskey in seinem Holzfass gereift hat. »Die Leute haben recht. Du bist verrückt, McKinley. Du hast gerade einen Neunzigtausend-Dollar-Malt einfach so zerstört.« Kurz nehme ich den Blick von der Buddel und schaue zu Aiden. Westham steht unter Schock. Innerlich grinse ich so breit wie die Grinsekatze aus dem beschissenen Wunderland. »Fehlen noch sechshundertzehntausend Dollar«, sage ich kühl und reiche die Flasche an meine Jungs weiter. Sie sollen schließlich auch in den Genuss kommen. Beinahe tut Westham mir sogar leid. Er muss mit ansehen, wie siebenhundert Milliliter wertvollster und edelster Stoff innerhalb kürzester Zeit von uns ausgesoffen werden, als wäre es irgendein billiger Fusel. »Großer Gott, Mad! Hast du eine Ahnung, was du gerade getan hast?« »Worauf du dich verlassen kannst«, sage ich zufrieden, während der Alkohol seine Wirkung entfaltet. Westham versucht es noch mal auf die nette Tour. »Hör zu, Mad, wir finden eine Lösung. Du bekommst dein Geld, du musst mir nur etwas mehr Zeit lassen.« »Du hattest genug Zeit, Aiden.« »Aber … die Summe ist …« »Ziemlich hoch, ich weiß«, ergänze ich, »ist nicht mein Problem.« Aiden merkt, wie aussichtslos seine Lage ist, und flucht weiter. Es amüsiert mich. In aller Ruhe gehe ich zum Schreibtisch, ziehe das Jackett aus, öffne die Knöpfe meiner Hemdsärmel und kremple sie hoch. Als ich schließlich vor dem Tisch stehen bleibe, schaut Westham mit hasserfüllten Augen zu mir auf. »Du bist der letzte Dreck, McKinley. Abschaum, genau wie die Leute es sagen«, brüllt er, was ihm erneut einen Hieb von Popcorns Ellenbogen einbringt. Ich schaue auf den dämlichsten Hund, der mir je untergekommen ist. Er hat Schulden, hohe Schulden, und die soll der Mistkerl bezahlen. Das ist die Gelegenheit, meiner Rolle als Bad Boy gerecht zu werden. Mit einem knappen Nicken gebe ich Silent ein Zeichen, dass er ihn loslassen kann. Aiden schnauft wie ein Walross, und Blut tropft aus seiner Nase auf die Papierunterlage. Mit schmerzverzerrtem Gesicht richtet er sich auf. Unterdrückte Wut lodert in seinen Augen, aber auch Wachsamkeit, mit der er jede meiner Bewegungen beobachtet. Mannomann! Der hat die Hosen wirklich voll. Er zittert beinahe. Ich bin eben durch und durch ein McKinley, abgebrüht, gerissen und ein Außenseiter. Okay, der Sonderling bin ich noch wegen ein paar anderer Dinge. Es gibt Gerüchte, Geschichten, die tatsächlich der Wahrheit entsprechen. »Wieso tust du mir das an, McKinley? Du hast mir doch schon alles genommen.« Neugierig hebe ich eine Braue. »Ich?« »Verdammt! Du bist doch der Grund, warum mein Leben den Bach runtergeht. Ich bin so gut wie erledigt, und das weißt du genau. Die Westham-Destillerie steht kurz vor dem Aus, Judy hat mich deinetwegen verlassen, und ich schulde dir Geld. Wieso habe ich das Gefühl, dass du es auf mich abgesehen hast?« Er bricht ab, ballt die Fäuste und ringt um Fassung. Schmunzelnd verschränke ich die Arme und setze mich auf die Schreibtischecke. Wir kennen uns seit der Schulzeit. Unsere Familien sind schon Jahrzehnte oder länger verfeindet, wir haben uns als Kinder nicht leiden können, und jetzt soll ich verantwortlich für sein verficktes Leben sein? Das ist mal wieder typisch. Die Westhams sind unfehlbar, nur andere machen Fehler, niemals sie selbst. »Red dir nichts ein, Aiden. Ich will nur, was mir zusteht.« »Ich brauche aber mehr Zeit«, blafft er mich an. Popcorn schlägt ihn daraufhin auf den Hinterkopf. »Für dich immer noch Mr. McKinley, Blödmann.« »Du hattest genug Zeit, Aiden. Ich will mein Geld.« Hektisch überlegt er. »Ich kann dir etwas anderes geben. Mein Auto oder meine Uhr.« Schon macht er sich daran, seine protzige Armbanduhr abzuziehen. Abwehrend hebe ich die Hände. »Es gibt nichts aus deinem privaten Besitz, das du mir geben …« Genau in dem Moment halte ich inne, ein Bild schiebt sich vor meine Augen, und ein Mädchengesicht lächelt mich honigsüß an. Für eine Sekunde gebe ich mich dem Tagtraum hin. Emily, Granate und Oberzicke, Westham – Aidens jüngere Schwester. Ein Engel auf zwei unendlich langen Beinen, mit dem Herzen eines Teufels und dem Aussehen eines unschuldigen Lämmchens. Ich erinnere mich an...



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