Cherubim | YOU & ME - Zwei Leben mit dir | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: You & Me

Cherubim YOU & ME - Zwei Leben mit dir

Liebesroman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7368-4507-7
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: You & Me

ISBN: 978-3-7368-4507-7
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er hat das Herz eines Heiligen, den Geist eines Philosophen und das Geschick des Teufels - Jake Bennet - alias Roger Roon. Er stürzt meine Gefühle in ein Chaos, er erlaubt mir, so zu sein, wie es mir all die Jahre zuvor verboten war. Durch ihn habe ich die Chance, einmal das Abenteuer zu spüren - etwas Unvernünftiges zu tun. Dennoch werde ich Matt heiraten und in mein vorbestimmtes Leben eintreten, er gibt mir Halt - ihn liebe ich! HERZZERREIßEND - VERFÜHRERISCH - GEHEIMNISVOLL Die Romane der 'YOU & ME'-Reihe sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

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Kapitel 1 Hannah
The One       Eine New Yorker Vernissage hatte ich mir wirklich anders vorgestellt – Gäste, die in kleinen Grüppchen ihr Sektglas festhielten und mit fragenden Gesichtern die ausgestellten Bilder bestaunten. Ruhiges Gemurmel, vielleicht leise Musik. Zumindest hatte ich es so im Kopf, dicht gefolgt von der Vorstellung, dass dies ein Ort wäre, an dem man den künstlerischen Gedanken auf sich wirken lassen könnte. Aber das hier hatte ich nicht erwartet! Dies war keine gewöhnliche Vernissage, sondern vielmehr eine Party. Laute Musik beschallte das Kunsthaus, Kellner mit freiem Oberkörper, nur bekleidet mit schwarzen langen Hosen, einer Fliege und weißen Handmanschetten, versorgten die Gäste mit Getränken und kleinen Häppchen. Die Damen trugen die tollsten Cocktail- und Abendkleider. Die Stimmung schien ausgesprochen gut. Für Lisa hatte ich mich in mein enges schwarzes Etuikleid und High Heels gezwängt und meine Haare auf große Lockenwickler aufgedreht. Ein wenig unwohl fühlte ich mich schon, so aufgebrezelt. Durch meine hohen Absätze brannten mir die Füße. »Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?«, fragte ich Lisa, meine beste Freundin, verwundert. Ihr hatte ich es zu verdanken, heute Abend nicht gemütlich mit einer DVD und einem Becher Eiscreme auf dem Sofa zu liegen. »Jetzt stell dich nicht so an! Ist doch eine nette Party. Tante Nancy weiß eben, wie sie ihre Gäste überrascht. Ihre Vernissagen sind nie langweilig.« Noch bevor ich etwas erwidern konnte, zog sie mich in das Getümmel. Bestimmt hatten die Gäste den Anlass des heutigen Abends schon längst vergessen. Die Bilder wurden zwar von mehreren Spots angestrahlt, doch niemand schien sie zu beachten, obwohl die Creme de la creme der New Yorker Kunstszene zugegen war. Lisas Tante Nancy war Kunstliebhaberin, Galeristin und bot jungen Talenten eine Chance. Heute feierte sie ihr Geschäftsjubiläum. Seit zwanzig Jahren war Nancy Hollister im Kunstgeschäft eine feste Größe und hatte sich im Laufe der Zeit einen Namen gemacht. Einer der Oben-ohne-Kellner lief gerade an uns vorbei. Sofort nutzte Lisa die Gelegenheit und schnappte sich zwei Sektgläser. Und weil sie es gern übertrieb, fing sie an, einen ganzen Stapel der liebevoll angerichteten Snacks vom Tablett zu stibitzen. Erstaunt beobachtete der Kellner, wie sein Tablett immer leerer wurde und als Lisa bemerkte, wie unverschämt er dies fand, nahm sie ihm gleich das ganze Tablett ab. Sein Mund klappte auf, er wollte etwas sagen, doch man sah ihm deutlich an, wie er sich auf die Zunge biss und seinen Kommentar herunterschluckte. Ich dagegen starrte sie vorwurfsvoll an ? wie konnte man so gierig sein? »Was?«, versuchte sie sich zu verteidigen, als sie meinen tadelnden Blick bemerkte. »Ich habe den ganzen Tag noch nichts gegessen.« Typisch Lisa! Wenn ihr Magen sie nicht mit lautem Knurren daran erinnern würde, dass er gefüllt werden wollte, dann würde sie ihn komplett vergessen. Genüsslich stopfte sie sich den ersten Happen in den Mund und spülte ihn mit einem Schluck Sekt hinunter. »Wo Tante Nancy wohl steckt?«, fragte sie mit vollem Mund. Unsere Blicke wanderten durch die Menge. »Sie wird sich schon noch zeigen. Bestimmt hat sie alle Hände voll zu tun.« Wir schoben uns durch die Menge zu einem kleinen Bistrotisch am Rande der Party. Von dort aus hatten wir eine bessere Sicht. Lisa verputzte ihre Häppchenration und kippte den Sekt in einem Zug hinunter. Zufrieden mit ihrer Mahlzeit, lächelte sie mich an. In ihrem aprikotfarbenen, kurzen Kleid leuchtete ihre gebräunte Haut golden. Ihre blauen Augen waren heute etwas kräftiger geschminkt als sonst, ihr Haar trug sie wie immer offen. Sie hatte von Natur aus wunderschöne Wellen und sah meist aus, als käme sie gerade vom Friseur. Ihre Wirkung auf Männer war ihr durchaus bewusst. Trotzdem war sie überzeugter Single. Bisher hatte sie mir nicht verraten, warum sie sich niemals auf einen Mann einließ. »Da ist sie ja«, rief Lisa und winkte hektisch ihre Tante zu uns. Nancy Hollister war eine sehr attraktive Frau und ihr tolles, rotes Kleid passte ausgezeichnet zu ihrem Typ. Sie wirkte wie Jane Fonda ? frisch, modern und sexy. Kaum hatte sie Lisa entdeckt, breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. »Na endlich! Wo habt ihr euch den ganzen Abend versteckt?« Sie begrüßte uns mit Küsschen. »Schön, dass ihr endlich da seid. Mischt euch ein wenig unter die Leute und habt Spaß. Heute sind attraktive Männer da.« Sie zwinkerte Lisa zu, die jedoch genervt von dem Thema ihre Augen verdrehte. »Tante Nancy, bitte«, stöhnte sie. »Du weißt genau, dass ich nicht deswegen hier bin. Mit meinem Studium und meinem Job habe ich schon genug zu tun. Und Hannah wird sehr bald heiraten, wie du weißt.« »Na und! Was hast du gegen ein wenig Spaß? Außerdem ist Hannah noch nicht unter der Haube!« Sie lachte und zwinkerte mir vielsagend zu. Eigentlich mochte ich Lisas Tante sehr, trotz ihrer eigenwilligen Ansichten über die Ehe. Sie selbst war bisher vier mal verheiratet. Keine der Ehen hatte länger als drei Jahre gehalten. Seit fünf Jahren war sie nun Single und Lisa der Meinung, dass dies für Tante Nancy und die Männer am besten war. »Tanzt, Mädchen, und habt Spaß. Kein Mann ist es wert, auf alles zu verzichten. Das Leben ist zu kurz, um sich für jemanden aufzusparen.« Sie tätschelte Lisa, nahm sich gut gelaunt ein Glas Martini von einem Tablett und ging. Kopfschüttelnd sah Lisa ihr hinterher. »Meine Tante! Es ist mir ein Rätsel, wie sie und meine Mutter Geschwister sein konnten. Sie sehen sich weder ähnlich, noch haben sie irgendetwas gemeinsam. Manchmal frage ich mich, ob Tante Nancy als Baby vertauscht wurde.« Kichernd trank ich noch einen Schluck und spürte, wie der Alkohol meinen Körper langsam wärmte. Ich wusste, was Lisa damit meinte. Nancy genoss ihr Leben in vollen Zügen. Sie verzichtete auf nichts, ging offen mit ihren Bedürfnissen und Plänen um. Sie war selbstständig und unabhängig. Sie scherte sich einen Dreck darum, was andere von ihr hielten, und sie ließ sich niemals vorschreiben, was sie zu tun hatte. Sie musste keine Erwartungen erfüllen. Insgeheim bewunderte ich sie, aber das konnte ich niemals zugeben. Durch meine Verlobung mit Matt war mein Schicksal klar vorgegeben. Bald würde ich die Frau von Matt Baldwin sein. Er war der Sohn von John Baldwin, dem Firmeninhaber von Baldwin Industries. Nach unserer Hochzeit sollte er die Firma übernehmen, weil sein Vater sich aus dem Geschäft zurückziehen wollte. »Wie schafft es deine Tante, dass sie sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht? Sieh dir das an!« Alle Augen waren auf Nancy gerichtet und man merkte, wie sehr sie es genoss. Sie blieb bei einer Herrenrunde stehen und war sofort in eine Unterhaltung vertieft. »Tja, ich würde sagen, meine Tante ist noch dick im Geschäft!«, meinte Lisa grinsend. Eine Weile betrachtete ich die Männer und mir fiel auf, wie sie ihr an den Lippen hingen. Es waren bewundernde Blicke, aber auch solche voller Erwartungen und Hoffnungen. Natürlich spürte Nancy dies und genoss es, wie die Männer um ihre Gunst buhlten. »Oh, da ist Mrs. Mundist. Ich begrüße sie eben, bin gleich wieder da«, sagte Lisa und schon rauschte sie davon und ließ mich allein an dem Bistrotisch stehen. Ich nutzte die Gelegenheit, um meinen Sekt gegen Wasser einzutauschen. Die zwei winzigen Schlucke, die ich davon getrunken hatte, bereiteten mir Unbehagen. Ich trank wenig Alkohol, weil ich ihn einfach nicht vertrug. Er brachte eine Seite von mir zum Vorschein, die mich Dinge sagen oder tun ließ, für die ich mich hinterher meistens schämte. Also hatte ich schon vor langer Zeit beschlossen, so wenig wie möglich von dem Zeugs zu mir zu nehmen. Ich leerte das halbe Glas Wasser in einem Zug und hoffte, damit den Sekt in mir verdünnen zu können. Jetzt fühlte ich mich schon viel besser. Trotzdem blieb eine gewisse Unbehaglichkeit, ich hatte das Gefühl, dass mich jemand beobachtete. Mein Blick wanderte durch die Menge, bis ich schließlich auf das Augenpaar traf, welches mich ungeniert musterte. Es waren braune, warme Augen, die mich für einen Moment gefangen hielten. Der Typ stand bei Nancy und hatte seine Aufmerksamkeit auf mich gerichtet. Wie die meisten trug er einen schwarzen Anzug. Sein Haar war dunkel und kurz. Nur einzelne Strähnen hingen ihm lässig ins Gesicht. Breite Schultern und ein leicht gebräunter Teint ließen ihn wie einem Magazin entsprungen erscheinen. Als sich unsere Blicke trafen, zuckte ein Grinsen um seine vollen Lippen. Sein Blick war intensiv und irgendwie hatte ich den Eindruck, ihn schon einmal gesehen zu haben. Ungeniert wanderten seine Augen frech über meinen Körper. Wie unverschämt! Empört, über seine aufdringlichen Blicke, wandte ich mich ab und war froh, als Lisa wieder zurückkam. Sie nahm sich ein weiteres Sektglas und sah zu ihrer Tante. »Deine Tante ist schon eine sehr ungewöhnliche Frau.« »Weißt du, Hannah, sie war noch nie anders. Sie hat...



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