Cheska | Das Cottage der großen Wünsche | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 481 Seiten

Cheska Das Cottage der großen Wünsche

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96148-964-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 481 Seiten

ISBN: 978-3-96148-964-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Liebe wärmt das Herz auch an Regentagen! Der Feelgood-Roman »Das Cottage der großen Wünsche« von Anna Cheska jetzt als eBook bei dotbooks. Die Kinder sind aus dem Haus - was wäre da schöner als ein Neubeginn in einem malerischen Cottage auf dem Land? Mit diesem Gedanken ziehen Jess und ihr Mann Felix ins zauberhafte »Cliff Cottage« nach West Dorset. Doch der Traum scheint schlagartig vorbei zu sein, als Jess erfährt, dass Felix sie schon seit längerer Zeit betrügt! Jess ist schockiert - und ratlos: Soll sie um ihre Ehe kämpfen, obwohl sie Felix so wenig wert zu sein scheint ... oder gibt es womöglich noch ganz andere Träume und Wünsche, die sie sich nun erfüllen könnte? Und dann gibt es da auch noch den charmanten Arzt Matthew, der erst vor kurzem in Jess Leben gestolpert ist - und der zu gern der Mann an ihrer Seite sein würde ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: der gefühlvolle Liebesroman »Das Cottage der großen Wünsche« von Anna Cheska. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anna Cheska ist Dozentin für kreatives Schreiben und schreibt außerdem selbst erfolgreich Romane und Kurzgeschichten für Frauenmagazine. Sie lebt mit ihrem Partner und ihren drei Kindern in West Sussex. Bei dotbooks erscheinen von Anna Cheska »Der kleine Blumenladen der Träume« und »Das Cottage der großen Wünsche«.
Cheska Das Cottage der großen Wünsche jetzt bestellen!

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Kapitel 1


»Da wären wir also.«

Felix' Stimme riß Jess aus dem Schlaf. Sie richtete sich benommen auf dem Beifahrersitz auf und räkelte sich. »Was? Wo?« Die Landschaft war üppig, grün und fremd.

»Brocklemouth – was hast du denn gedacht?« Seine Antwort klang gerade so, als wären sie an einem Samstagmorgen eben in den Supermarkt gefahren und nicht gerade damit beschäftigt – unterstützt von einer Firma mit dem zweifelhaften Namen »Intaktumzüge« –, ihren gesamten weltlichen Besitz von East Sussex nach West Dorset zu verfrachten.

Jess lächelte. In ihrem Fall schloß der Umzug sogar die Küchenspüle mit ein; sie war aus Emaille und wie geschaffen für das Brunnenkressebeet, das sie in ihrem neuen Garten anlegen wollte.

Felix mochte noch so beiläufig klingen – sie wußte, wieviel ihm das alles bedeutete. Ein neuer Anfang für uns, Jess. Für uns und auch für die Firma. Liebte sie nicht gerade das an ihrem Mann? Seinen gesegneten, kindlichen Optimismus?

Sie richtete sich auf und betrachtete noch ein wenig schlaftrunken die vorübergleitende Landschaft. »Jetzt schon?« Und tatsächlich – sie fuhren bereits langsamer und bogen nach links in die Gasse ein, die zur Bucht hinunterführte, die Gasse, die sie von ihrem einzigen Besuch vor drei Monaten noch in lebhafter Erinnerung hatte. Der Weg konnte sich nicht recht für eine Richtung entscheiden – ein wenig wie sie selbst, schoß es ihr durch den Kopf. Und der Gedanke, es könnte ihnen ein anderer Wagen in dieser engen Gasse entgegenkommen, war alles andere als beruhigend ... am Ende der Straße stoßen wir wahrscheinlich auf so einen elenden Campingplatz, hatte Felix bei ihrem ersten Besuch gebrummt, mit einer Stimme, die ihr verriet, daß es ihn nicht mehr interessierte, weil er bereits beschlossen hatte, sich in dieses Fleckchen Land zu verlieben.

Jetzt schon«, wiederholte er mit einem Lächeln, bei dem ihr warm wurde.

»Was meinst du, ob wir es schneller geschafft haben als die Möbelpacker?« Jess verzog das Gesicht in der unerwartet grellen Nachmittagssonne und wühlte in ihrer Tasche nach der Sonnenbrille. Sie fand eine Geldbörse, die förmlich aus allen Nähten platzte – woran lag es nur, daß ein Umzug immer so viele Pennys zutage förderte? –, den unvermeidlichen Zeichenblock und die Pastellkreide, die sie überall mit sich herumschleppte. Außerdem fanden sich Feuchttücher, obwohl diese Zeiten eigentlich vorbei sein sollten: ihre Tochter Sophie war inzwischen achtzehn und besuchte die Universität. Als nächstes fielen ihr einige Schlüssel in die Hände – neue Schlüssel –, die sie vor Erwartung leicht erschauern ließen, und dann stieß sie endlich auf ihre schon ein wenig mitgenommene Sonnenbrille.

Ihre Bemerkung über die Möbelpacker brachte Felix zum Lachen. Sie mochte die Art, wie er lachte; er machte keine halben Sachen, sondern warf seinen dunklen zerzausten Kopf in den Nacken und donnerte los. »Bei der alten Kiste, die sie fahren, möchte ich das doch hoffen.« Mit einem eleganten Schwung ließ er den Alfa Romeo durch eine Rechtskurve gleiten und demonstrierte damit den absoluten Gegensatz zu dem Gefährt, dem sie ihre gesamte Habe anvertraut hatten.

»Wir haben aber eine Kaffeepause gemacht, zwanzig Minuten.« Felix hatte in der Autobahnraststätte seinen Kaffee brühheiß hinuntergestürzt, so sehr brannte es ihm unter den Nägeln, weiterzukommen.

»Und die Möbelpacker haben vierzig Minuten Pause gemacht. Mindestens.«

»Hm.« Jess hoffte insgeheim, daß der weiße Möbelwagen bereits da war, wenn sie ankamen; es wäre schön, wenn ein paar von ihren Sachen bereits Einzug gehalten hätten und auf sie warteten. Der Wagen, den sie das letzte Mal gesehen hatte, als er die Sompting Lane hinunterholperte, transportierte in seinem dicken Bauch neunzehn Jahre angesammelter Erinnerungen – ein niederschmetternder Gedanke. All ihre Erinnerungen steckten in Kartons mit Kochtöpfen, Geschirr und sogar dem gläsernen Kuchenteller, den die Slatterslys ihr zum Abschied geschenkt hatten (und den sie natürlich nie benutzen würde). Neunzehn Jahre Zeug, angesammelt während Sophies Kindheit, Sophies Teenagerjahren, Sophies Auszug ...

Einen Moment lang verschwammen die Bäume und die hohen, grasbewachsenen Böschungen entlang der Straße, die sie ihrem neuen Zuhause entgegenführte. Jess' Blick richtete sich in die Ferne, auf die Bauernhäuser und die gelben und grünen Felder, die so aussahen, als hätte ein großzügiger Gott sie mit einem Pfefferstreuer willkürlich über die Hänge und Hügel verteilt. Der Flickenteppich Dorset. Und dann trat auch die Landschaft immer weiter zurück und wurde schließlich von einer weiblichen Gestalt mit einem Rucksack abgelöst. Ein wenig zu groß, ein wenig zu dünn, hätte Sophie sich selbst beschrieben, mit einer Woge braunen Haares, das genauso kraus war wie das von Jess, und mit dunkelblauen Augen, die ihr Gesicht beherrschten. Die Augen hatte sie unverkennbar vom Vater ... Jess warf einen verstohlenen Blick auf ihren Mann.

Sie dachte an Sophie, so wie sie sie das letzte Mal gesehen hatte, draußen vor dem Bishop-Bell-Heim am Chichester Institute, dem Studentenheim, das jetzt ihr neues Zuhause war. Als sie abgefahren waren, hatte Sophie blödsinnig gegrinst und ihnen nachgewinkt. Ja, Sophie hatte glücklich ausgesehen – beinahe erleichtert. Und sie hatte mit keinem Wort gegen diesen Umzug nach Dorset protestiert, sondern sie eher noch ermutigt. Ich bin jetzt erwachsen, Mums. Ich stehe auf eigenen Füßen. Ich muß mein eigenes Leben leben. Alles wahr. Warum also hatte Jess das Gefühl, ihre Tochter schmählich im Stich gelassen zu haben? Allen Unkenrufen zum Trotz war ihnen auch über Sophies Teenagerjahre hinweg eine Art zerbrechlicher Nähe erhalten geblieben. Woher jetzt das Gefühl, daß diese Nähe immer dünner wurde? Wie ein Faden, der plötzlich zerriß, ohne daß sie es auch nur bemerkte?

Jess rutschte unbehaglich auf ihrem Sitz hin und her. Und warum erinnerte Sophie sie auf einmal so lebhaft an ihre jüngere Schwester, die ihr so gut wie verloren gegangen war? An Louisa, die ebenfalls nur einen Rucksack mitgenommen hatte, als sie fortging, die aber seit sechzehn Jahren nicht mehr zurückgekommen war?

Beinahe am Ziel. Jess streckte die Beine aus, und abermals spürte sie Felix' mühsam beherrschte Erregung. Auch die Nähe zu Louisa war zerbrechlich gewesen. Vielleicht war es das. Oder vielleicht lag es daran, daß ihre schlaksige Tochter mit dem wirren Haar sie äußerlich so sehr an Louisa erinnerte. Es wäre schön für Sophie gewesen, mit einer Tante in der Nähe aufzuwachsen. Jess konnte sich gut vorstellen, was für eine Art von Tante Louisa gewesen wäre – eher eine Freundin, jemand, mit dem ein Mädchen reden konnte, wie es mit der eigenen Mutter eben nicht immer möglich war ... Jess rief sich zur Ordnung. Es hatte nicht sollen sein, und es war sinnlos, nun darüber nachzugrübeln. Nur ... wo war Louisa jetzt? Nicht einmal das wußte sie.

»Jupps Lane.« Felix bog nach links ab und legte ihr eine Hand aufs Knie.

Jess drückte sie. »Jupps Lane.« Es klang ganz gut, und es hatte auch ziemlich ansprechend ausgesehen auf den Postkarten, mit denen sie vor zwei Wochen Freunden und Bekannten ihre neue Adresse mitgeteilt hatte. Cliff Cottage, Jupps Lane, Brocklemouth, Dorset. Eine solche Adresse hatte sie sich immer gewünscht. Schlicht, und trotzdem war alles damit gesagt.

»Sehr nobel«, hatte ihre Freundin Patti bemerkt, als sie die Karte las, »wenn man ohne Hausnummer auskommt.«

Felix bremste vor dem Cottage ab, und Jess ließ einen Augenblick lang ihr neues Zuhause auf sich wirken: die zerbrochenen Steinplatten des Weges, die vielen dunklen Flecken, wo im Dach die orangefarbenen Tonziegel fehlten, die abgenutzten, flachen, gelben Steine aus Dorset-Kalk, die überwuchert waren von Geißblatt und wildem Wein. Sie lächelte zufrieden. Ganz und gar nicht nobel.

»Wir müssen noch eine Unmenge Arbeit reinstecken«, hatte sie zu Patti gesagt.

Und Patti, mit der sie sich allwöchentlich im Café Continental – in dem Einkaufszentrum, in dem sie beide arbeiteten – traf, erwiderte: »Du bist durchschaut.« Sie wies auf den Zeichenblock, der sich zu jeder Tageszeit provokativ aus Jess' Tasche hervorzudrängen schien. »Dann liegt die Sache noch mehr auf deiner Linie, als ich dachte.« Und damit hatte sie recht. Jess konnte es kaum erwarten, das Haus in die Mangel zu nehmen.

Felix ließ die Kassette des italienischen Tenors, der ihnen auf dem Weg durch das ländliche Dorset ein Ständchen gebracht hatte, aus dem Recorder gleiten und sprang aus dem Wagen. »Also los!«

Das brauchte er Jess nicht zweimal zu sagen. Sie stieg aus dem Wagen und reckte sich nach der langen Fahrt, ohne den Blick von dem Cottage abzuwenden. Ihr entging nicht das kleinste Detail, weder die abblätternde Farbe an den hölzernen Fensterrahmen noch die vernachlässigten Geranien in den Töpfen vor der Haustür. Der Außenanstrich mußte vor Wintereinbruch erneuert werden, und sei es auch nur, um den Fäulnisprozeß aufzuhalten, der offensichtlich bereits eingesetzt hatte. Sie würde Glockenblumen, zwischen die Steinplatten pflanzen, und im Sommer konnten sie große Töpfe mit Mohn und Kornblumen vors Haus stellen.

»Keine Zeit zum Träumen.« Felix griff nach ihrer Hand und zog sie zur Haustür.

»Hast du nicht gesagt, wir hätten jede Menge Zeit, bevor die Umzugsleute hier ankommen?« protestierte sie halb lachend.

Felix klimperte mit seinen Schlüsseln und machte eine rätselhafte Miene. »Zeit für eine kleine Entdeckungstour, mein Schatz.« Er öffnete die Verandatür, schob seinen Schlüssel in das zweite Schloß und...



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