Child | Der Milliardär in meinem Bett | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1722, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Child Der Milliardär in meinem Bett


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-625-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1722, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-86494-625-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ja, es stimmt, fast nichts weiß Katie über Rafe Cole. Und doch bedauert sie keine Sekunde des sinnlichen Tanzes am Meer ... der Leidenschaft, mit der sie sich zu einer Nacht voller Lust in den Armen dieses so starken, sexy gebauten Mannes hat hinreißen lassen. Aber als sie davon zu träumen beginnt, ihren Liebhaber nicht mehr aus ihrem Bett und schon gar nicht mehr aus ihrem Leben zu lassen, findet sie heraus, dass Rafe sie belogen hat. Er ist keineswegs ein einfacher Handwerker, der ihre Küche renoviert, sondern ein Erbe der Milliardärsfamilie King - und somit ihr ärgster Feind!



Da Maureen Child Zeit ihres Lebens in Südkalifornien gelebt hat, fällt es ihr schwer zu glauben, dass es tatsächlich Herbst und Winter gibt. Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches hat sie 40 weitere Liebesromane veröffentlicht und findet das Schreiben jeder neuen Romance genauso aufregend wie beim ersten Mal. Ihre liebste Beschäftigung neben dem Schreiben ist das Reisen; bevorzugt mit ihrem Mann und ihren Eltern. Eine lange Autofahrt mit drei Personen, die verschiedene Karten lesen und dem armen Fahrer, Maureens gestresstem Ehemann, die unterschiedlichen Richtungen zurufen, ist unvergleichlich! Aber natürlich bietet das Reisen auch gute Recherchemöglichkeiten für weitere Romances. Wenn Maureen zu Hause ist, kümmert sie sich um den Haushalt, in dem es sehr lebhaft zugeht; es gilt, sich um zwei fast erwachsene Kinder, deren Freunde und einen völlig verwirrten Golden Retriever namens Abbey zu kümmern. Abbey hat Angst vor dem Wind; sie weiß, dass es da draußen ist, kann es aber nicht sehen und weigert sich, das Haus zu verlassen, wenn es stürmisch ist. Also bleibt Maureen nicht anderes übrig, als Abbey an windigen Tagen draußen die Pfote zu halten...

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1. KAPITEL

Wie viele Menschen war auch Rafe King einer gelegentlichen Wette nicht abgeneigt.

Nur verlieren – das tat er nicht gern.

Wenn er dann doch einmal verlor, war es für ihn jedoch Ehrensache, die Wettschuld auch einzulösen. Deshalb stand er jetzt hier in der Einfahrt, nippte am Kaffee aus einem Pappbecher und wartete darauf, dass die Arbeiter aufkreuzten. Als einer der Eigentümer der Baufirma King Construction hatte Rafe schon seit Jahren nicht mehr auf einer Baustelle gearbeitet. Normalerweise war er für die Organisation zuständig, bestellte Material und sorgte dafür, dass es auch rechtzeitig geliefert wurde. Er besaß die Übersicht über die zahlreichen Projekte der Firma und hatte stets ein Auge darauf, dass auch die angeheuerten Subunternehmer gute Arbeit leisteten.

Doch in den nächsten Wochen würde er selber kräftig mit anpacken müssen. Sich die Hände schmutzig machen. Und das alles wegen einer verlorenen Wette.

Ein Kleinlaster mit Anhänger hielt neben ihm. Rafe warf einen Blick auf den Fahrer. Joe Hanna. Angestellter. Freund. Und der Mann, der ihn zu der Wette überredet hatte, die für ihn so unangenehm ausgegangen war.

Joe stieg aus dem Laster und grinste breit. „Mann, Rafe. Hätte dich ohne deinen Fünftausend-Dollar-Anzug fast nicht erkannt.“

„Sehr witzig.“ In Wirklichkeit trug Rafe gar nicht gern teure Anzüge. So, wie er jetzt gekleidet war, fühlte er sich viel wohler – in verwaschenen Jeans, klobigen Arbeitsschuhen und dem schwarzen T-Shirt mit dem Aufdruck „King Construction“. „Du bist spät dran.“

„Bin ich nicht. Du bist zu früh.“ Joe hielt ihm eine Papiertüte entgegen. „Willst du ’nen Donut?“

„Klar.“ Rafe bediente sich aus der Tüte und verzehrte den Donut mit großem Appetit. „Wo bleiben denn die anderen?“

„Die Arbeit fängt um acht an. Sie haben noch eine halbe Stunde.“

„Wenn sie ein bisschen früher kommen würden, könnten sie schon alles vorbereiten und Punkt acht anfangen.“ Rafe blickte zu dem Bungalow hinüber, der für die nächste Zeit sein Arbeitsplatz sein würde. Vor dem Haus erstreckte sich ein gepflegter Rasen. Der Bungalow ist mindestens fünfzig Jahre alt, dachte er. Er wirkt ein bisschen, als hätte er schon immer hierher gehört, als wäre Long Beach um ihn herumgewachsen.

„Was sollen wir hier überhaupt machen?“

„Die Küche runderneuern“, antwortete Joe. „Fußboden, Spüle, das ganze Drumherum. Das gesamte Rohrleitungssystem muss überprüft werden. Alles veraltet. Und am Schluss kriegt das Ganze einen schönen neuen Anstrich.“

Rafe nickte. „Und die Kollegen haben keine Ahnung, wer ich bin?“

„Null“, bestätigte Joe grinsend. „Wie besprochen. Solange du hier arbeitest, heißt du Rafe Cole. Und bist gerade frisch eingestellt worden.“

Es ist besser so, dachte Rafe. Wenn die Handwerker wüssten, dass ich ihr Arbeitgeber bin, würden sie sich beobachtet fühlen und vor lauter Verunsicherung ihren Job nicht richtig machen. Außerdem kann ich so in Erfahrung bringen, was sie von ihrer Arbeit und der Firma King Construction halten. Es ist wie in dieser Fernsehsendung, wo Chefs undercover in ihrer eigenen Firma arbeiten. Das wird bestimmt interessant.

Trotzdem wurmte es ihn, dass er bei diesem Spiel mitmachen musste. Wichtige Arbeit in seinem richtigen Job blieb dafür liegen. Und das nur wegen einer verlorenen Wette. „Vielleicht hätte ich dich einfach feuern sollen“, sagte er zu Joe. Sicher, das meinte er nicht ernst, aber ein bisschen sauer war er schon.

„Und was hätte das gebracht?“, fragte Joe. „Die Wettschuld hättest du trotzdem einlösen müssen. Ich weiß ja, dass du ein ehrenwerter Kerl bist und nicht kneifst. Hättest dich eben gar nicht erst auf die Wette einlassen sollen. Ich habe dir gleich gesagt, dass die Karre von meiner Sherry das Rennen gewinnt.“

„Das kann ich nicht leugnen“, gab Rafe zu. Alles hatte vor einem Monat auf dem Betriebspicknick von King Construction angefangen. Zu dem Ereignis gehörte auch stets ein Seifenkistenrennen für die Kinder der Firmenangehörigen. Rafe hatte sich über das rosafarbene selbst gebaute Gefährt von Joes Tochter Sherry lustig gemacht und gewettet, dass sie bestimmt nicht gewinnen würde. Doch dann war sie mit weitem Abstand als Erste ins Ziel gekommen. Man sollte Frauen, egal welchen Alters, eben nie unterschätzen.

„Gut, dass du bei dem Picknick nicht weiter in Erscheinung getreten bist und deinen Brüdern das Reden überlassen hast“, merkte Joe an. „Sonst würden dich die Mitarbeiter vielleicht wiedererkennen.“

Rafe hielt sich sowieso lieber im Hintergrund. Öffentliche Auftritte und Public Relations überließ er seinen beiden Brüdern Sean und Lucas. Gemeinsam hatten die drei die Familienfirma King Construction zum größten Bauunternehmen der Westküste gemacht. Sean hatte die Firmenführung inne, Lucas kümmerte sich um Kunden und Belegschaft, und Rafe war für Materialbeschaffung und Versorgung zuständig.

„Ich bin schon ein Glückspilz“, murmelte er vor sich hin, während ein weiterer Laster eintraf. Zwei Männer stiegen aus und kamen auf die beiden zu.

Joe hob grüßend die Hand. „Hallo, Steve und Arturo. Der Typ hier ist Rafe Cole, euer neuer Kollege.“

Steve war hochgewachsen und mochte so um die fünfzig sein. Er trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck einer Rockband. Arturo war kleiner und älter; sein Hemd war voller Farbflecken. Nicht schwer zu erraten, wer von den beiden für die Malerarbeiten zuständig ist, dachte Rafe.

„Können wir loslegen?“, fragte Steve.

„Das will ich doch schwer hoffen“, gab Joe zurück.

Rafe war gespannt auf die Arbeit. Zwar war es schon ein paar Jahre her, dass er selbst auf dem Bau gearbeitet hatte, aber das hieß ja nicht, dass er alles verlernt hatte. Sein Vater Ben King war nicht gerade ein Mustervater gewesen, aber eins hatte er – aus heutiger Sicht – richtig gemacht: Als ihm die Baufirma des King-Familienimperiums unterstand, hatte er dafür gesorgt, dass jeder seiner acht Söhne in den Sommerferien auf dem Bau arbeitete. So hatte er sie gelehrt, dass auch einem King nicht alles in den Schoß fiel.

Damals hatte das den Jungen natürlich überhaupt nicht gepasst, sie hatten sich schikaniert gefühlt. Doch rückblickend musste Rafe eingestehen, dass sie dadurch fürs Leben gelernt hatten. Eins der wenigen guten Dinge, die ihr Vater für sie getan hatte.

„Die Küche ist bereits ausgeräumt“, sagte Joe. „Steve und Arturo, ihr könnt also gleich loslegen. Rafe, du musst den Herd anschließen, den wir für Miss Charles auf die Veranda ausgelagert haben.“

„Wozu das denn?“, fragte Rafe ungläubig. „Kann sie nicht in der Zeit, während wir hier arbeiten, einfach irgendwo essen gehen?“

„Könnte sie schon“, hörte er plötzlich eine weibliche Stimme hinter sich. „Aber leider muss sie auch während der Bauarbeiten backen. Daran führt kein Weg vorbei.“

Rafe wandte sich um und sah die Frau an. Ihr Anblick traf ihn wie ein Keulenschlag. Sie war hochgewachsen, hatte lockiges, schulterlanges rotes Haar und grüne Augen. Ihr Lächeln bezauberte ihn sofort.

Und genau das gefiel ihm gar nicht. Er brauchte keine Frau. Wollte keine Frau. Und schon gar kein spießiges, biederes Hausmütterchen, das gern backte.

Heim und Herd, darauf stand er nicht so.

Was nicht hieß, dass er ihren Anblick nicht doch genoss.

„Guten Morgen, Miss Charles“, sagte Joe. „Hier sind Ihre Leute. Arturo und Steve kennen Sie ja schon von der Vorbesprechung. Und das hier ist Rafe.“

„Schön, Sie kennenzulernen“, sagte sie und lächelte ihn an. Ihre Blicke trafen sich, und ihm wurde ganz heiß. „Eine Bitte an Sie alle: Nennen Sie mich doch Katie. Wir werden ja schließlich eine Menge Zeit miteinander verbringen.“

„Geht in Ordnung“, entgegnete Rafe. „Also – was hat es mit dieser Herd-Geschichte auf sich?“

„Ich backe Kekse“, erklärte sie ihm. „Das ist mein Beruf – mein kleines Unternehmen –, und ich muss meine Bestellungen erledigen, auch während die Küche renoviert wird. Joe hat mir versichert, dass das kein Problem ist.“

„Ja, das geht“, bestätigte Joe. „Nur tagsüber während unserer Arbeitszeit werden Sie nicht backen können. Wenn wir mit den Rohrleitungen beschäftigt sind, ist natürlich alles abgestellt. Abends schließen wir dann wieder alles an. Rafe kümmert sich darum. Nach Feierabend können Sie Kekse backen, bis die Röhre glüht.“

„Wunderbar. Na dann … frohes Schaffen.“

Als sie sich umwandte und ging, musterte Rafe bewundernd ihre Rückseite. Was für ein Po! Es beunruhigte ihn, dass ihm diese Frau so gut gefiel. Nein, er musste sie ganz schnell vergessen. Schließlich war er nur hier, um eine Wettschuld einzulösen.

Trotzdem … eine Nacht mit ihr, das wäre bestimmt nicht das Schlechteste!

Der Krach war kaum auszuhalten.

Das unablässige Hämmern und Dröhnen ging Katie entsetzlich auf die Nerven. Verzweifelt hielt sie sich die Hand an den schmerzenden Kopf.

Ein komisches Gefühl, Fremde im Haus zu haben. Als noch komischer empfand sie es, diese Fremden dafür zu bezahlen, die Küche zu zerstören, in der sie gewissermaßen aufgewachsen war. Aber am Ende würde es sich auszahlen, alles würde schick und modern sein. Wenn sie die nervigen Bauarbeiten überlebte.

Und die raubeinigen Handwerker.

Um sich etwas abzulenken, beschloss Katie, auf die Veranda zu gehen. Dort hatte sie schon alles für...



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